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2.400 Bücher der Öffentlichkeit erhalten

Die Alte Synagoge Essen hatte im August 2008 für einen großen Bibliotheksbestand keine Verwendung gefunden. Mitarbeiter des Runden Tisches sicherten den Bestand und fanden im November 2008 in Oberhausen einen guten Ort, wo die Bücher weiterhin der Öffentlichkeit erhalten bleiben.


Inhaltsverzeichnis

Bibliothek gesichert (21.08.2008) (aus Rundbrief 105)

 

Das Anti-Rassismus-Telefon erhielt von der Alten Synagoge die Information, dass ein Teilbereich der Bibliothek der Alten Synagoge derzeit aufgelöst werde. Im Rahmen der neuen Schwerpunktsetzung zum Haus der jüdischen Kultur würden über 1000 Bücher aus dem Themenbereich Nazizeit, Widerstand und Gedenken verschenkt. Es hat schon Entnahmen (auch) durch Privatpersonen gegeben. Daher beeilten wir uns, möglichst viel vom aktuellen Bestand zu sichern.

Dank der prompten Mithilfe einiger Freunde konnte innerhalb von zwei Tagen Platz zur Zwischeneinlagerung bei einem befreundeten Verein besorgt werden; der komplette Bestand wurde abtransportiert und registriert.

Es handelt sich in der Summe um ca. 2.400 Objekte, davon ca. 100 Duplikate. Es sind weit über 1.000 Bücher, aber auch viele Broschüren und Hefte von Gedenkstätten, Arbeitsgruppen, einige Diplomarbeiten.

Die einlagerten Bücher befinden sich in einem abgeschlossenen Raum, eine Besichtigung ist mit Terminabsprache-Aufwand verbunden. Außerdem sind die Bücher unsortiert derartig platzsparend auf einem Haufen zusammengepackt, dass der Zugriff auf einzelne Exemplare nicht ohne komplettes Umpacken möglich ist. Der Speicherort konnte uns nur bis zum 30.11.2008 zugesichert werden; es muss also zügig eine neue Lösung gefunden werden.

Beim Einlagern wurden die Buchtitel gruppenweise mit Digitalkamera abfotographiert. Die Bilder sind abrufbar: http://www.antirasssismus-telefon.de/buecher

Diese Daten sind auch nur temporär und nicht zur allgemeinen Internet-Veröffentlichung gedacht (bitte keine Internet-Links auf diese Seiten legen). So kann sich jeder relativ problemlos einen Eindruck dieser Buchsammlung verschaffen, ohne vor Ort sein zu müssen. Daten-CDs mit verbesserter Bildschärfe können im Büro des Antirassismus-Telefons angefordert werden und werden auch auf der nächsten Sitzung vorliegen.

Neben der Frage, wie man diese Art von "Buchentsorgung" politisch sehen soll, steht viel Arbeit an. Weder die "große Runde" vom Runden Tisches noch das Anti-Rassismus-Telefon kann dieses Projekt stemmen: Wir müssen daher auf der Sitzung eine Art "Buch-Gruppe" gründen, die die Verantwortung für die Bücher übernehmen kann. Mitarbeiter/innen werden dringend gesucht!

Als erstes muss die Qualität der Buchsammlung festgestellt werden. Oberstes Ziel sollte wohl sein, ob und wie die Buchsammlung der Öffentlichkeit erhalten bleiben kann. Wird dafür keine Lösung gefunden, muss man sich wohl überlegen, wie/ob man wenigsten Teilbestände sinnvoll unter die Leute bringt und mit dem Rest zwangsläufig den letzten Gang zum Altpapiercontainer durchführen.


Zwischenbericht vom 01.10.2008 (aus Rundbrief 106)

Am 1.10. trafen sich Andreas Koerner und Rainer Sonntag mit Clemens Heinrichs, Leiter der Gedenkstätte Oberhausen in der Gedenkstätte. Die Gedenkstätte würde die Bücher der Alten Synagoge sehr gerne übernehmen und sie haben geeignetes Personal und Räumlichkeiten dafür. Derzeit haben sie "nur" eine Handbibliothek von ca. 900 Exemplaren. Sie werden sich in Kürze beim Anti-Rassismus-Telefon melden, um den Transport zu organisisern - möglicherweise ist ein extra-Termin notwendig, um vor dem Transport selbst die Bücher in Transportkisten einpacken. Herr Heinrichs wird in einem der folgenden Rundbriefe über den Sachstand und über die Gedenkstätte Oberhausen selbst informieren. Terminzusagen zur Aufnahme der Bücher sind derzeit nicht möglich - es allerdings absehbar, dass die Registrierung aller Bücher mehr als ein Jahr benötigen wird, weil nur max. eine Personalstelle dafür vorgesehen ist. Wir sind uns einig, dass man zu festen Zeitpunkten (z.B. halbjährlich) Zwischenstände dokumentieren will. Auch ist fest geplant, die aufgenommene Buchsammlung öffentlich zugänglich im Internet abzulegen. Es werden nicht alle Bücher zu 100% übernommen werden. Nach Abschluss der Übernahme will man gemeinsam den Verbleib der "Restbücher" besprechen.


Bibliothek zur Ausstellung "Verfolgung und Widerstand" aus der Alten Synagoge gerettet

Im Rahmen der Umstellung zum Haus der jüdischen Kultur sonderte die Alte Synagoge einen erheblichen Teil der Bibliothek aus. Dies betraf schwerpunktmäßig Bücher zur Geschichte des Dritten Reiches, zur Verfolgung, Widerstand und dem heutigen Gedenken.

Als das Anti-Rassismus-Telefon im August erfuhr, dass dort Bücher zur freien Auswahl an Interessenten verschenkt wurden, alarmierten sie die Mitglieder vom Runden Tisch für Menschenrechte. Nach Rückfrage bei der Alten Synagoge wurde bestätigt, dass alle Bücher, die nicht abgeholt würden, im Reißwolf landen werden.

"Über Jahre hinweg ist diese Bibliothek aufgebaut worden - und nun ist in Essen kein Platz mehr? Das konnten wir nicht glauben.", so Rainer Sonntag vom Runden Tisch für Menschenrechte.

Mitarbeiter vom Runden Tisch für Menschenrechte holten eiligst den kompletten Bestand (ca. 2.400 Bücher) ab. Freudlicherweise stellte der Bürgerradioverein "Neue Essener Welle" zur Zwischenlagerung seine Räumlichkeiten im Badehaus an der Zeche Carl zur Verfügung.

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Bücher werden zum Transport eingepackt: Walter Wandtke, Mitarbeiter beim Radioverein "Neue Essener Welle", Dietmar Eberhardt und Birgit Silbert, beide Mitarbeiter beim "Informationszentrum Gedenkhalle / Bunkermuseum Oberhausen"
Der "Runde Tisch" suchte und fand für diese Bibliothek jetzt einen neuen Ort,an dem dieser Bestand auch öffentlich genutzt werden kann: die Gedenkhalle Oberhausen.

"Diese Bücher sind unersetzbar. Es ist wichtig, dass sie weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Von der Gedenhalle Oberhausen übernommen zu werden, ist eine gute Lösung." so Andreas Körner, ehemaliger Leiter der Stadtteilbibliothek Borbeck.

Am 05.11.2008 wurden die im Badehaus der Zeche Carl eingelagerten Bücher für den Transport nach Oberhausen abgeholt. In der Gedenkhalle Oberhausen werden sie in den nächsten Monaten gesichtet und in die neu aufzubauende Bibliothek aufgenommen.

Wir sind gerade im Aufbau unserer Bibliothek und können die Essener Bücher wirklich sehr gut gebrauchen. Und wir freuen uns natürlich auf die interessierte Fachöffentlichkeit und auch auf Besucher aus Essen - aber haben Sie bitte Geduld: die vielen Bücher müssen ja alle erst einmal inventarisiert und katalogisiert werden", so Clemens Heinrichs, Leiter der Gedenkhalle und Bunkermuseum in Oberhausen. Er sprach auch im Namen des für die Gedenkhalle zuständigen Beigeordneten Apostolos Tsalastras den Essener Mitarbeitern des Runden Tisches den herzlichen Dank der Stadt Oberhausen für ihr Engagement und ihr Vertrauen in die Gedenkhalle aus.

Die MitarbeiterInnen der Gedenkhalle haben im Juni ihr neues Informationszentrum unweit der Gedenkhalle bezogen, in dem auch die Fachbibliothek einen eigenen Raum erhielt, den es bislang so nicht gab. Und da die Gedenkhalle zur Zeit intensiv damit beschäftigt ist, eine neue Dauerausstellung zum Nationalsozialismus in Oberhausen zu entwickeln, kommen die Fachbücher aus Essen sehr gelegen, um die Qualität des Gesamtangebots für das interessierte Publikum nachhaltig zu heben.


Kontakt:
Stadt Oberhausen
Gedenkhalle und Bunkermuseum
Herr Clemens Heinrichs
Büroanschrift:
 Informationszentrum Gedenkhalle
 Am Kaisergarten 52
 46042 Oberhausen
 Tel. +49 208 6070531-0
 Fax +49 208 6070531-20


WAZ, 07.11.2008: Streit um verschenkte Bücher

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NRZ / Essen,Freitag, 07.11.08

Streit um verschenkte Bücher

GEDENKEN. Der Runde Tisch für Menschenrechte will die Bibliothek zum Thema "Verfolgung und Widerstand" aus der Alten Synagoge gerettet haben. Doch die habe es nie gegeben


Bücherstreit um die Alte Synagoge: Die Gedenkstätte, die derzeit zum Haus der jüdischen Kultur umgebaut wird, hat sich von einem Teil ihres Bücherbestandes getrennt. Es handelt sich um Veröffentlichungen zum Thema Widerstand und Verfolgung, die Bücher sollten an Interessierte verschenkt werden. Der Runde Tisch für Menschenrechte sicherte sich den Bestand und setzte gestern folgende Pressemitteilung ab: „Bibliothek zur Ausstellung 'Verfolgung und Widerstand' gerettet." Die Bib-liothek sei über Jahre aufgebaut worden. „Und nun ist in Essen kein Platz mehr. Das konnten wir nicht glauben", so Rainer Sonntag vom Runden Tisch.

Edna Brocke, Leiterin der Alten Synagoge, zeigt sich überrascht: „Es war sicher nicht die Bibliothek zur Ausstellung." Vielmehr habe es sich um eine „zufällig zusammengestellte Ansammlung" von Titeln aus den 70er und 80er Jahre gehandelt. Der Forschungsstand der meisten Bücher sei längst überholt. Im künftigen Haus der jüdischen Kultur ist dafür kein Platz.

Auch nicht im Haus der Essener Geschichte, das 2009 in der ehemaligen Luisenschule am Bismarckplatz eröffnen wird und in dem auch die dann allerdings neu konzipierte Ausstellung zu sehen sein wird.

Stadtarchivar Klaus Wisotzky hatte den Bücherbestand auf Bitten der Alten Synagoge durchgesehen. „Zwei bis drei Dutzend" Titel nahm der Chefarchivar ins Stadtarchiv auf. Die übrigen, etwa Bücher über die Gedenkstätten Buchenwald und Sachsenhausen, „passten nicht in unser Sammelgebiet", bedauert Wisotzky. Schließlich entsteht am Bismarckplatz ein Haus der Essener Geschichte.

Der Runde Tisch für Menschrechte hat derweil jensseits der Stadtgrenze einen interessierten Abnehmer gefunden: Die Gedenkhalle Oberhausen freue sich über die rund 2400 Titel, heißt es. „Wir sind gerade im Aufbau unserer Bibliothek und können die Essener Bücher sehr gut gebrauchen",

sagt der Leiter Clemens Heinrich. (schy)

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