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Alternative für Deutschland (AfD) in Essen

400px-NoAfD20170408.png 8. April 2017: Die AfD Nordrhein-Westfalens hat ihre Wahlkampf-Auftaktveranstaltung in Altenessen durchgeführt. Es kamen viel weniger Fans als erwartet. Nicht nur Essen-stellt-sich-quer sorgte für Protest.

Weitere Meldungen zur Afd :


Inhaltsverzeichnis

Sonstige Meldungen

WAZ/NRZ, 28.04.2017 DGB gibt Schulz zum 1. Mai einen Korb

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 28.04.2017

DGB gibt Schulz zum 1. Mai einen Korb

Befürchtet wird auch Provokation durch AfD


Wie in den Vorjahren, erwartet der DGB zur Kundgebung am 1. Mai 2000 bis 2500 Teilnehmer; diesmal hätte der Andrang vielleicht größer sein können, denn SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hatte im DGB-Haus an der Teichstraße anfragen lassen, ob er als Gastredner auf dem Burgplatz willkommen wäre. Der Gewerkschaftsbund winkte dankend ab. DGB-Chef Dieter Hillebrand begründet dies mit einem Vorstandsbeschluss, in Wahlkampfzeiten keine Politiker auf die Bühne zu holen. „Wir sind eine Einheitsgewerkschaft. Unsere Mitglieder sind in verschiedenen Parteien aktiv“. Da wolle man niemanden bevorzugen.

Angesagt zur Maikundgebung hat sich dagegen AfD-Mann Guido Reil, der seit 30 Jahren IG-BCE-Mitglied ist. Im Netzwerk Facebook rief er andere AfD’ler auf, ihn zu begleiten. Man könne und wolle zwar niemandem das Mitmarschieren verbieten, „aber erwünscht ist Guido Reil nicht“, betonte Hillebrand. Befürchtet werden Provokationen, aber auch Zusammenstöße mit anderen Teilnehmern.

WAZ/NRZ, 22.04.2017 Angriff gegen Haus und Auto von Guido Reil

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WAZ/NRZ / Essen,Samstag, 22.04.2017

Angriff gegen Haus und Auto von Guido Reil

Polizei spricht von politisch motivierter Tat


Unbekannte haben in der Nacht zum gestrigen Freitag das Haus des Essener AfD-Landtagskandidaten Guido Reil in Karnap großflächig mit Parolen beschmiert und ein Auto vor seiner Garage demoliert. Nach Angaben von Reil gehört der Wagen seiner Frau. Die Täter haben bei dem Peugeot 206 sämtliche Scheiben eingeschlagen und alle vier Reifen zerstochen. Außerdem wurden Innenraum und Lack besprüht. Dem Augenschein nach handele es sich um einen Totalschaden, erklärte der AfD-Politiker.

Die Polizei ermittelt wegen schwerer Sachbeschädigung und Beleidigung. Die Behörde spricht nicht von einem Anschlag, geht aber von einer politisch motivierten Tat aus, so der stellvertretende Essener Kripo-Chef Gerhard Bürgel: „Der Staatsschutz ermittelt. Wir prüfen aber auch andere mögliche Hintergründe.“ Es gebe zwar erste Hinweise, eine heiße Spur sei aber nicht darunter.

Reil und seine Frau hielten sich zum Zeitpunkt der Attacke nicht im Haus auf. JeS/j.m.
Bildunterschrift:
Guido Reil FOTO: TASSOS

WAZ/NRZ, 22.04.2017 Polizei hofft auf aufmerksame Nachbarn

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WAZ/NRZ / Essen,Samstag, 22.04.2017

Polizei hofft auf aufmerksame Nachbarn

Trotz der Attacke auf sein Karnaper Privathaus und das Auto seiner Frau will Guido Reil heute nach Köln zum AfD-Parteitag fahren. Polizeisprecher sieht keinen Anschlag, nur „gravierende Sachbeschädigung“


Frank Stenglein und Jörg Maibaum

Die Nachricht von der Zerstörungswut rund um sein Karnaper Privathaus erreichte Guido Reil in Schleswig-Holstein, wo er die dortige AfD im Landtagswahlkampf unterstützt. Bislang war der frühere Sozialdemokrat davon ausgegangen, dass ihm in seinem Heimatstadtteil keine Gefahr drohe. „Da habe ich mich wohl geirrt“, so Reil auf Anfrage.

Der Angriff auf sein Eigentum lasse ihn zwar nicht kalt, für seine politische Arbeit spiele dieser „Versuch einer Einschüchterung“ aber keine Rolle: „Ich werde noch einen Zahn zulegen“, kündigte der AfD-Politiker an. Am heutigen Samstag will Guido Reil trotz Warnungen der Polizei mit seinem Wahlkampf-Kleinbus, der eine auffällige AfD-Lackierung hat, nach Köln fahren. Dort findet unter großen Sicherheitsvorkehrungen der AfD-Bundesparteitag statt. Unter den 50 000 erwarteten Demonstranten werden auch zahlreiche gewaltbereite AfD-Gegner vermutet. Eine unnötige Provokation sieht Reil in seiner geplanten Fahrt aber nicht. „Wir leben in Deutschland, da darf ich das.“

Die Essener Polizei war gestern bestrebt, den Angriff auf Haus und Auto tiefer zu hängen. Polizei-Sprecher Peter Elke betonte vor Ort gegenüber angereisten Fernsehjournalisten, dass das von manchen Medien benutzte Wort „Anschlag“ zu weit gehe, da es keinen Waffeneinsatz gegeben habe. Die Sachbeschädigung sei aber zweifellos gravierend und „ausgeufert“. Die Polizei hofft auf Zeugen, die in der ruhigen Wohnstraße zwischen der Lohwiese und der Karnaper Straße etwas beobachtet haben. „Hier kennt ja jeder jeden, vielleicht meldet sich ja jemand“, so Peter Elke.


„Politische Gegner
gehören politisch
bekämpft, Gewalt
ist keine Lösung.“
Max Adelmann,
Sprecher von „Essen
stellt sich quer“

Essens Polizei-Chef Detlef Köbbel hat überprüfen lassen, ob es in anderen Städten zu vergleichbaren Zwischenfällen gekommen ist und es sich möglicherweise um konzertierte Attacken im Zusammenhang mit dem Bundesparteitag handelt. Dies sei aber nicht der Fall. Köbbel geht von einer Einzeltat aus, die deshalb aber kein „Dummer-Jungen-Streich“ sei, betont der Leitende Polizeidirektor. „Das geht deutlich über einen Scherz hinaus.“

Max Adelmann, Sprecher des Aktionsbündnisses „Essen stellt sich quer“ und als solcher erklärter Gegner der AfD, distanzierte sich im Netzwerk Facebook von der Aktion: „Politische Gegner gehören politisch bekämpft. Gewalt ist keine Lösung.“ Wer gewalttätige Angriffe von Rechts verurteile, könne und dürfe nicht seinerseits zum Mittel der Sachbeschädigung greifen.

Hinweise zum Fall nimmt die Polizei unter  8290 entgegen.



WAZ-Kommentar Kriminell und auch noch dumm

von Von Frank Stenglein

Noch ist nicht klar, wer für den erheblichen Sachschaden verantwortlich ist, der am Eigentum von Guido Reil angerichtet wurde. Viel spricht aber laut Polizei dafür, dass linksextremistische Kreise dahinter stecken. Die ganze Machart ähnelt sehr den Attacken, durch die bislang schon Einrichtungen der Partei, aber auch AfD-Politiker persönlich geschädigt wurden.

Die AfD zu kritisieren, verbal auch hart ranzunehmen, ist nicht nur berechtigt, es ist nötig. Wer allerdings zur Gewalt gegen Personen oder Sachen als Mittel der politischen Auseinandersetzung greift, gehört rigoros geächtet, egal aus welcher Richtung diese kommt und welches subjektiv gute Gewissen dahinterstecken mag. Der Versuch, die Politik der AfD als Rechtfertigung für Gewalt heranzuziehen, ist kriminelle Willkür. Der Schritt zum Terror ist dann kein großer mehr, die deutsche Geschichte ist da reich an Beispielen. Es ist letztlich die gleiche Geisteshaltung, die andere Fanatiker Asylheime angreifen lässt.

Dass eine Aktion wie in Karnap der AfD in der Wählergunst eher nutzt als schaden dürfte, kommt hinzu. Insofern ist das Ganze auch noch dies: politisch extrem dumm.


NRZ-Kommentar Dumm und kriminell

Von Michael Mücke

Die offenbar politisch motivierten Täter, die das Haus des AfD-Landtagskandidaten Guido Reil beschädigten, haben aus schierer Dummheit der rechtspopulistischen Partei einen Bärendienst erwiesen.

Die kann jetzt in der Opferrolle punkten und bekommt dafür auch noch mehr Aufmerksamkeit.

Es gibt viele Gründe, gegen die AfD zu demonstrieren und aufzubegehren. Aber das muss mit Argumenten und friedlichem Protest geschehen. Wer zu Mitteln der Gewalt greift, wer versucht, den politischen Gegner einzuschüchtern, in dem er sein Eigentum beschädigt und auf niederträchtige Art in seine Privatsphäre dringt, der tritt demokratische Rechte mit Füßen.

Andersdenkende, egal welcher Couleur, müssen sich politisch betätigen und ihre Meinung sagen können, ohne Angst um ihr Hab und Gut oder gar um ihre Unversehrtheit zu haben. Das sollte so selbstverständlich sein, dass man eigentlich darauf nicht hinweisen müsste. Aber manche wollen nicht begreifen. Der nun mit Schmierereien und Zerstörungen ausgetragene Protest ist nichts anderes als die Tat von Kriminellen. Und damit ein Fall für die Polizei und Justiz.
Bildunterschrift:
  • Stefan Keuter, Chef der Essener AfD, betrachtet gestern Morgen die Schäden an Haus und Auto. Reil selbst war nicht in Essen. Links am Wohnhaus steht „Fuck AfD“, rechts auf dem Garagentor „ARBEITER VERRÄTER“
  • Das Auto vor Reils Garage: Scheiben kaputt, Reifen platt. FOTOS: KERSTIN KOKOSKA

WAZ/NRZ, 21.04.2017 Die AfD als Unsicherheitsfaktor

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 21.04.2017

Die AfD als Unsicherheitsfaktor

Der Nordwahlkreis ist eine traditionelle SPD-Hochburg, bei der Landtagswahl ist Justizminister Thomas Kutschaty daher Favorit. Wie schneidet Guido Reil ab?


Von Marcus Schymiczek

Im Essener Norden, so hieß es lange Jahre, könnte die SPD sogar einen Besenstil aufstellen – auch der würde wohl gewählt. Zwar dürfen sich Essens Sozialdemokraten da längst nicht mehr ganz so sicher sein, und doch zählt der Nordwahlkreis (WK 65) bei der Landtagswahl am 14. Mai immer noch zu den Hochburgen der SPD.

Vor fünf Jahren holte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty das Direktmandat mit immerhin 58 Prozent der Erststimmen und deutlichem Vorsprung vor dem Kandidaten der CDU, Thomas Kufen. Essens heutiger Oberbürgermeister kam auf 21,5 Prozent und zog dennoch über die Reserveliste seiner Partei in den Landtag ein. Alle anderen Direktkandidaten landeten weit abgeschlagen.

Auch bei den Zweitstimmen lag die SPD mit 51,8 Prozent klar vor der CDU, die auf 17,9 Prozent kam. 58 578 von 108 012 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben.

Allein die Wahlhistorie im Norden spricht dafür, dass Kutschaty, der erneut antritt, auch diesmal wieder das Rennen macht – es wäre das vierte Mal seit seiner ersten Kandidatur im Jahr 2005.

Spannung verspricht allerdings das Abschneiden der AfD. Denn die Rechtspopulisten schicken mit Guido Reil eines ihrer medialen Zugpferde ins Rennen.

26 Jahre war Reil aktiv in der SPD. Auf dem Ticket der Sozialdemokraten wurde der Karnaper bei der Kommunalwahl 2014 in den Rat der Stadt gewählt, dem er immer noch angehört. Nur sitzt er dort am Katzentisch.

Dass Reil, ein Abtrünniger in den Augen der alten Weggefährten in der SPD, gegen seinen ehemaligen Parteivorsitzenden Kutschaty antritt, liefert journalistischen Stoff. Der landesweiten Aufmerksamkeit der Medien darf sich der Nordwahlkreis daher sicher sein.

Eines macht den Nordwahlkreis zu einem besonderen im Vergleich zu den drei anderen Essener Landtagswahlkreisen. Während dort der Zuschnitt gegenüber der Landtagswahl von 2012 verändert wurde, damit sich die Zahl der Stimmberechtigten möglichst gleichmäßig verteilt, sind die Grenzen im Norden die alten geblieben. So werden die Wähler aus Mülheim-Winkhausen, wie es seit 2005 Usus ist, wieder mitbestimmen, welcher der Kandidaten am Ende vorne liegt.


Sie wollen für den Norden in den Landtag

Unter den Kandidaten der größeren Parteien haben drei realistische Aussichten auf ein Mandat

Thomas Kutschaty (SPD)
Der gebürtige Borbecker Thomas Kutschaty (48) ist der prominenteste unter den Wahlkreiskandidaten. Seit 2010 gehört der Volljurist dem Kabinett von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Justizminister an. Mitglied des Landtages ist er seit 2005. Bei der Landtagswahl 2012 gewann er seinen Wahlkreis deutlich. Auf der Reserveliste steht er deshalb weit hinten auf Platz 129.

Vor seiner beruflichen Karriere als Politiker arbeitete Kutschaty als selbstständiger Rechtsanwalt in Borbeck mit dem Schwerpunkt Mietrecht. Bezahlbares Wohnen in intakten Quartieren nennt er als eines seiner wichtigsten politischen Ziele.

In die SPD trat er vor 31 Jahren ein, damals noch als Schüler des Gymnasiums Borbeck. Seit dem vergangenen Jahr ist er Vorsitzender des Essener SPD. Thomas Kutschaty ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Christiane Moos (CDU)
Essens Christdemokraten schicken die Vorsitzende der Frauen-Union, Christiane Moos, ins Rennen. Beim Nominierungsparteitag erhielt die 58-Jährige viele Vorschusslorbeeren; mit einer Zustimmung der Delegierten von 100 Prozent erzielte sie das beste Ergebnis der vier Essener CDU-Direktkandidaten.

Christiane Moos ist Mitglied des Stadtrates und dort kulturpolitische Sprecherin ihrer Fraktion. Aktiv ist die gebürtige Essenerin, die in Oststadt wohnt, im Kirchenvorstand von St. Gertrud, im Bürgerverein Altstadt und in diversen Kulturvereinen. Beruflich steht die gelernte Finanzbuchhalterin mitten im Leben; seit vielen Jahren betreibt sie ein Büro für kaufmännische Dienstleistungen. Christiane Moos ist geschieden und Mutter zweier erwachsener Kinder.

Mit Platz 71 steht sie weit hinten auf der CDU-Reserveliste. Um ins Parlament einzuziehen, müsste sie ihren Wahlkreis gewinnen, oder es müsste landesweit für die CDU so schlecht laufen, dass die Partei kaum Direktmandate gewinnt und die Liste dann soweit zieht.

Thorsten Drewes (Grüne)
Der ehemalige Vorstandssprecher der Essener Grünen macht seit Jahren Politik vor Ort. Seit 2004 ist Thorsten Drewes Mitglied der Bezirksvertretung in Borbeck. Dort ist er stellvertretender Bezirksbürgermeister. Auch außerhalb seiner Partei ist Drewes aktiv, seit Jugendtagen engagiert er sich in der evangelischen Kirche, 1994 rief er das Anti-Rassismus-Telefon mit ins Leben.

Aufgewachsen ist Drewes in Essen, in Bochum hat er Chemie studiert und am Uniklinikum Essen den Doktor gemacht. Der 52-Jährige arbeitet als Referatsleiter im NRW-Gesundheitsministerium, wo seine Parteifreundin Barbara Steffens Ministerin ist. Drewes ist verheiratet und Vater zweier erwachsener Kinder. Er kandidiert ohne Absicherung auf der Liste.

Guido Reil (AfD)
Guido Reil ist so etwas wie das Gesicht der AfD im Ruhrgebiet. Diverse Auftritte in Talk-Shows haben den 47-Jährigen dem bundesweiten Fernsehpublikum bekannt gemacht. Einer, der 26 Jahre in der SPD aktiv war, der als Steiger auf dem Pütt arbeitet, und sich in der AfD engagiert, weil er mit der Flüchtlingspolitik nicht mehr einverstanden war, ist eine Story wert. Seiner Partei beschert er mediale Aufmerksamkeit. Die belohnte das mit Platz 26 auf der Reserveliste aber nicht allzu gut.

Guido Reil ist in Gelsenkirchen groß geworden, ging dort zur Hauptschule und anschließend bei der RAG in die Lehre. Seit 1992 lebt Reil in Karnap, wo er als Mitglied der Awo einen Fahrdienst für Senioren mitbegründete. Der Wohlfahrtsverband wollte ihn wegen vermeintlich rassistischer Äußerungen erst ganz loswerden, lässt seine Mitgliedschaft jetzt nur für ein Jahr ruhen. Reil sitzt immer noch am Steuer. Der Fall liegt vor dem Bundesschiedsgericht.

Holt die AfD am 14. Mai landesweit zehn bis zwölf Prozent der Stimmen, säße Reil im Landtag. Wenn nicht, bleibt er wohl Steiger auf Prosper-Haniel. Ende 2018 stellt die Zeche die Förderung ein. Dann wäre er Rentner.

Klaus Gräber (FDP)
Seit vier Jahren ist Klaus Gräber (50) in der FDP aktiv. Nun bewirbt sich der stellvertretende Vorsitzende des Ortsverbandes Borbeck um ein Direktmandat. Klaus Gräber ist selbstständig, und das seit 30 Jahren. Der gelernte Elektroinstallateur ist als Immobilienmakler tätig. Außerhalb der Politik engagiert Gräber sich im Förderverein des Don Bosco-Gymnasiums und als Karnevalist. Sein Motto für die Landtagswahl wäre auch eins für eine Session: „Nicht immer nur reden – einfach mal machen.“ Wenn man ihn denn ließe... Auf der Reserveliste der Liberalen rangiert Gräber weit hinten auf Platz 101.

Klaus Gräber ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Jasper Prigge (Die Linke)
Auf der Landesliste seiner Partei rangiert Jasper Prigge auf Platz 8. Der 28-Jährige darf sich also Hoffnungen machen, dass es klappen könnte mit dem Sprung ins NRW-Landesparlament.

Prigge ist Mitglied des Landesvorstandes. Politisch aktiv ist er seit zehn Jahren. Damals lebte er in einer Wohngemeinschaft. Einem Mitbewohner, der auf Hartz IV angewiesen war, sei mit Sanktionen gedroht worden, gleichzeitig habe das Job-Center ihn allein gelassen. „Ich fand es ungerecht.“

Jasper Prigge ist studierter Jurist, arbeitet als Rechtsanwalt und wohnt mit seiner Lebensgefährtin in Frohnhausen. Als Abgeordneter will er sich dafür einsetzen, dass alle Kinder ein warmes Mittagessen bekommen. Er selbst isst gerne Pizza.
Bildunterschrift:
  • Wahlkreis 65 Essen I, Mülheim II: Karnap, Altenessen-Nord, Altenessen-Süd, Vogelheim, Bergeborbeck, Bochold, Dellwig, Gerschede, Borbeck-Mitte, Schönebeck, Bedingrade, Frintrop
  • Die Stadtbezirke IV und V der Stadt Essen bilden zusammen mit dem Kommunalbezirk 11 (Winkhausen) der Stadt Mülheim den Wahlkreis 65

WAZ/NRZ, 21.04.2017 Stauder: AfD ist bei Fest nicht willkommen

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 21.04.2017

Stauder: AfD ist bei Fest nicht willkommen

Guido Reil kündigt sich zum 150-Jährigen an


Guido Reil, Essener AfD-Politiker und Landtagskandidat, plant Wahlkampf in bierseliger Atmosphäre: Der Karnaper hat Donnerstag per Facebook einen Auftritt beim Fest zum 150-jährigen Bestehen der Stauder-Brauerei vom 5. bis 7. Mai auf dem Karlsplatz in Altenessen angekündigt. Guido Reil schreibt: „Das ist unser Bier. Da müssen wir präsent sein. Kommt nach Essen. Das Ganze wird viel Aufmerksamkeit erregen und Spaß machen.“

Bei Stauder zeigte man sich irritiert: „Der Interessengemeinschaft Altenessen als Veranstalter und uns ist nichts von Aktionen der AfD im Zusammenhang mit unserer Feier bekannt“, sagte Brauerei-Chef Thomas Stauder. „Aktionen der AfD sind uns auch nicht willkommen. Wir prüfen Maßnahmen“, so Thomas Stauder weiter. Peter-Arndt Wülfing, Vorsitzender der IG Altenessen, wird ebenfalls deutlich: „Wir lassen uns von Herrn Reil und der AfD nicht als Wahlkampf-Plattform missbrauchen. Wir werden alle Register ziehen, um das zu verhindern“, betonte Wülfing. tosch

WAZ, 18.04.2017 Leserbrief Nur Eigennutz?

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Dienstag, 18.04.2017

Nur Eigennutz?


AfD-Mann Reil lässt Buch über sich schreiben. Ob hier jemand vielleicht das Eisen schmieden will, so lange es heiß ist? Ob plötzliche Bekanntheit schnell zu Geld gemacht werden soll, falls es mit dem Landtagsmandat nicht klappt? Ob hier soziales Engagement mit einer guten Portion Eigennutz verbunden wird? Ob das etwas mit der AfD-Wahlwerbung „Wärte und Morahl“ und mit Glaubwürdigkeit zu tun hat? Ob Essen mal wieder ein „mit mildem Zorn“ geschriebenes Buch über die Wahrheit von einem Ratsherrn braucht? Fragen über Fragen.
Jürgen Bordt, Essen

WAZ, 15.04.2017 Reil hat sich sein Leben aufschreiben lassen

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WAZ / Essen, Rubrik Leute,Samstag, 15.04.2017

Reil hat sich sein Leben aufschreiben lassen


Neues von Guido Reil: Demnächst soll von dem AfD-Mann aus Karnap eine Autobiografie erscheinen, die bei Amazon bereits beworben wird. Drei Angebote von Ghostwritern habe er erhalten, die sein bislang 47-jähriges Leben aufschreiben wollten, berichtet Reil. Den Zuschlag bekam der Essener Kleinverleger Frank Berns, Eigentümer des „Berns Photographie Verlag/Klosterverlag“. Ausweislich der aktuellen Liste der publizierten Bücher scheint Politik bisher bei Berns eher nicht zum Programm gehört zu haben. Zu kaufen sind vielmehr Werke zur Erlangung des Jagdscheins oder Kochbücher mit etwas betulich klingenden Untertiteln („Backen und Kochen mit Schwester Bothilde“). Der Titel von Reils Lebensbeschreibung klingt recht pathetisch: „Wahrheit statt Ideologie. Was mir auf der Seele brennt“. FOTO: AREND

WAZ, 15.04.2017 Leserbrief Abgekupfert

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Samstag, 15.04.2017

Abgekupfert


Gewerkschaften warnen vor AfD Verdi gibt also eine „Handlungshilfe“ zur Bespitzelung und Denunziation von Arbeitskollegen heraus, die missliebige Meinungen vertreten. Da hat man wohl die Anweisungen des türkischen Ministerpräsidenten zur Aufspürung von „Terroristen“ abgekupfert.
Klaus Hickmann, Essen

WAZ/NRZ, 13.04.2017 Gewerkschaften warnen vor AfD

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WAZ / Essen,Donnerstag, 13.04.2017

Gewerkschaften warnen vor AfD

Die Partei gebe sich besonders in Essen arbeitnehmerfreundlich, ohne es zu sein, betont die IG Metall. Guido Reil wirft Verdi Mobbing vor – und hat Ärger im Job


Von Gerd Niewerth und Frank Stenglein

Gut einen Monat vor der Landtagswahl mobilisieren die Gewerkschaften gegen die AfD – auch in Essen. „Vorsicht vor der AfD, sie ist alles andere als arbeitnehmerfreundlich“, sagt der Essener IG-Metall-Sekretär Alfons Rüther. Die Metaller-Gewerkschaft fordert ihre Betriebsräte und Vertrauensleute dazu auf, eine klare Haltung zu den Forderungen der AfD zu zeigen. Auch die AfD teilt aus – zum Beispiel gegen Verdi. „AfD-Mitglieder werden am Arbeitsplatz gezielt gemobbt“, behauptete Landtagskandidat Guido Reil letzten Samstag auf der Kundgebung in Altenessen und beruft sich dabei auf die von Verdi Niedersachsen verbreitete „Handlungshilfe für den Umgang mit Rechtspopulisten in Betrieb und Verwaltung“.

Am Rande des NRW-Wahlkampfauftaktes betonte Landes-Vize Martin Renner, dass „das sozialdemokratische Milieu im Ruhrgebiet Hauptzielgruppe im AfD-Wahlkampf“ sei. Zugpferd soll der Karnaper Bergmann Reil sein, der früher der SPD angehörte und jetzt mit dem Slogan wirbt: „Vertritt die Interessen der kleinen Leute, statt sie zu verraten“. Eine Kampagne, die zwangsläufig auch auf das Gewerkschaftslager abzielt.


„Der spürbare Zulauf
zur AfD hat stark
nachgelassen.“
Alfons Rüther,
IG-Metall-Sekretär

Doch wie stark ist der Rückhalt der AfD dort wirklich? „Vor einem Jahr hatte die AfD noch einen spürbaren Zulauf innerhalb der IG Metall“, räumt Alfons Rüther ein. Diese Sympathie habe aber „inzwischen stark nachgelassen“. Der Funktionär empfiehlt jenen, die mit der AfD sympathisieren, sich das AfD-Landtagswahlprogramm ganz genau anzuschauen, „damit es nach der Landtagswahl am 14. Mai kein böses Erwachen gibt“.

Zwar bekenne sich die AfD inzwischen zum gesetzlichen Mindestlohn und zur Einschränkung der Leiharbeit. „Doch Bündnispartner wie Betriebsräte und Gewerkschaften, die benötigt werden, um solche Ziele zu erreichen, kommen im AfD-Programm nicht vor“, sagt Rüther. Insbesondere dem „Kohlekumpel“ Guido Reil wirft er Etikettenschwindel und Wählertäuschung vor.

Reil wiederum wirft zumindest der Gewerkschaft Verdi Gesinnungsschnüffelei und Mobbing vor. Tatsächlich empfiehlt Verdi in der besagten „Handlungshilfe“, AfD-Mitglieder zu beobachten, zu isolieren und von der gewerkschaftlichen Kommunikation auszuschließen. Es gelte ferner, sie im Betrieb als Rechtspopulisten zu outen, sie zu ächten und beim Arbeitgeber zu melden. Angeregt wird zudem, gemeinsam mit dem Arbeitgeber eine Versetzung zu erwirken. Gleichzeitig warnt Verdi vor plumpem Vorgehen: „Aufpassen, dass Rechtspopulisten nicht als Opfer oder Märtyrer wahrgenommen werden!“

Auch Guido Reil hat dem Vernehmen nach mittlerweile Ärger mit seinem Arbeitgeber, der RAG. Der AfD-Mann arbeitet als Steiger im Bottroper Bergwerk Prosper-Haniel, soll dort aber seit einiger Zeit keine unmittelbare Personalverantwortung mehr haben und auch keine Nachtschichten mehr absolvieren, was finanziell negative Auswirkungen für ihn hätte. Reil selbst soll Freunden gegenüber von „Kaltstellen“ gesprochen haben. Unklar ist, ob die betriebsinterne Versetzung mit seinem politischen Engagement zusammenhängt, weder Reil noch die RAG wollen dazu Stellung nehmen. Ein RAG-Sprecher erklärte auf Anfrage, man äußere sich grundsätzlich nicht über Personalia in der Öffentlichkeit. „Das gilt auch für Herrn Reil.“
Bildunterschrift:
Guido Reil – hier sein Wahlkampf-Auto – hofft darauf, dass das Steiger-Image Stimmen bringt. Mit der RAG hat er mittlerweile allerdings Ärger.
Die NRZ brachte mit anderem Foto eine weitgehend identische Version.


Nach der AfD-Veranstaltung

WAZ/NRZ, 11.04.2017 Leserbrief Selbstdarsteller / Keine Politik

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Dienstag, 11.04.2017

Selbstdarsteller


Müder AfD-Wahlkampfauftakt. „Mittlerweile sollten die Essener durchschaut haben, dass es sich bei Guido Reil um einen blassen medialen Selbstdarsteller ohne jegliche politische Substanz und eine Marionette der machtgierigen AfD-Spitze handelt. In den Ratssitzungen sieht man ihn – wenn er aufgrund seiner vielen Pressetermine überhaupt erscheint – ausschließlich abgewandt vom Rednerpult wort- und lustlos mit seinem Handy spielen, statt die Gelegenheit zu ergreifen, mit einem fulminanten Redebeitrag grandiose Vorschläge für die Behebung der sozialen Probleme des Essener Nordens zu präsentieren. Was will ein derart desinteressierter Politiker im Landtag leisten? Lieber redet der „Steiger“ in überregionalen Medien in aufgesetztem Ruhrpott-Deutsch seine Heimat und Mitbürger schlecht und beklagt lautstark angebliche Probleme, für die er und seine AfD weder schlüssige Beweise noch Lösungen nennen können.
Sigrid Engels, Essen
Die NRZ brachte eine weitgehend identische Version.


WAZ/NRZ, 10.04.2017 AfD legt müden Wahlkampf-Auftakt hin

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WAZ/NRZ / Essen,Montag, 10.04.2017

AfD legt müden Wahlkampf-Auftakt hin

Auf der Kundgebung in Altenessen wollte die Partei mit viel Prominenz ein machtvolles Zeichen setzen. Doch statt der angemeldeten 1000 Anhänger kamen nur 300. Landesvize gibt Petry kontra


Von Gerd Niewerth

1000 Teilnehmer hatte die AfD für den NRW-Wahlkampfauftakt am Samstag in Essen bei der Polizei angemeldet. Optimisten hatten gar mit dem Ansturm von mehreren Tausend gerechnet. Doch man blieb unter sich. Gerade einmal 300 AfDler fanden den Weg auf den Altenessener Markt. Ein Platz, der nicht ganz so groß ist wie ein Fußballplatz und am Samstag nicht mal zur Hälfte mit AfD-Anhängern gefüllt war. Eine herbe Schlappe für die Rechtspopulisten. Geht ihnen ausgerechnet im Schlussspurt zur Landtagswahl am 14. Mai die Puste aus?

Mit NRW-Spitzenkandidat Marcus Pretzell und den AfD-Chefs Frauke Petry und Jörg Meuthen hatten sie sogar die Führungsspitze der Partei nach Essen geholt. Doch von Geschlossenheit und Aufbruch war auf dem Altenessener Markt kaum etwas zu spüren. Im Gegenteil: Wie wenig Meuthen von ihr hält, hatte Frauke Petry morgens an prominenter Stelle, nämlich auf der Titelseite der FAZ, nachlesen dürfen. Dort stand: „Meuthen zweifelt an Führungsqualitäten von Petry“. Ein Schlag in den Nacken.


„Ich werde den
Antrag von Frauke
Petry nicht unter-
schreiben. Das ist
schlechter Stil.“
Martin Renner,
AfD-Landesvize

Auch das Symbolbild, auf dem Essens Kreischef Stefan Keuter alle Redner um sich scharen wollte, gab’s nicht. Als Keuter, Guido Reil, Petry und Pretzell auf der Bühne das Deutschlandlied anstimmten, saß Petry-Kritiker Meuthen längst in seiner schweren Mercedes-Limousine unterwegs zum nächsten Termin.

Keuter als Moderator und Lokalmatador Guido Reil als Sympathieträger mühten sich redlich, Schwung in die Veranstaltung zu bringen. Doch in Wirklichkeit herrschte eine Kluft zwischen den Promis auf der Bühne und dem Publikum unten auf dem Platz. Ein Bad in der Menge? Fehlanzeige.

Was auffiel: Meuthen, Petry und Pretzell siezten das Publikum und redeten es mit „Damen und Herren“ an. Worte, die kühle Distanz schaffen statt Nähe. Dass der AfD-Wahlkampfauftakt eine trockene Veranstaltung blieb, war auch wörtlich zu nehmen. Denn der obligatorische Bier- und Bratwurststand fehlte ebenso wie Tische und Bänke, an denen Wahlkämpfer beim Pott Bier gerne zusammenrücken.

Essener Band sagte kurzfristig ab
Weil die Essener Band kurzfristig abgesagt hatte, musste Schlagersänger Marco Kloss aus Ruppichteroth einspringen („Du hast mich gewärmt wie alter Whiskey“).Während oben am Himmel ein Flugzeug mit AfD-Banner kreiste, tanzten sie unten eine Polonaise, aber die wollte einfach nicht in Fahrt kommen.

Einzig Guido Reil („ich hab’ richtig Gänsehaut“) gelang es, den Nerv der versammelten AfD-Kader zu treffen. Ihm zu Ehren sangen sie das Steigerlied, und obwohl schon x-Mal gehört, folgten sie auch dieses Mal mit entzückter Miene den bekannten Leidensgeschichten aus 26 Jahren SPD und Awo.

Im Münsterland weht den AfD-Wahlkämpfern längst ein schroffer Wind entgegen, wohl deshalb rechnen sie sich im Ruhrgebiet mehr aus. Nach Altenessen kamen die Abgehängten und jene, die von Abstiegsängsten geplagt werden, Wutbürger und solche, die Zuwanderer und Flüchtlinge als Sündenböcke abstempeln. Rückhalt findet die AfD auch bei Ewiggestrigen, die aus ihrer rechtsextremen Haltung überhaupt kein Hehl machen. Wie etwa die „Brigade Altenessen“, die sich auch bei NPD und Pegida wohlfühlt. Einer, ein Glatzenmann, gefiel sich darin, in einem provokativen T-Shirt zu posieren mit Eisernem Kreuz drauf und dem braunen Bekenntnis „Freiheit für alle Nationalisten des Deutschen Reiches“.

Petry gegen Fundamentalopposition
Nicht gerade die Zielgruppe, um die sich AfD-Chefin Frauke Petry jetzt besonders bemüht: die bürgerlich Konservativen. Um früher oder später eine (Regierungs-)Koalition schmieden zu können, macht sie innerparteilich Stimmung gegen die Gaulands und Höckes. Sie, die Realpolitikerin, will sich absetzen von der Fundamentalopposition. So steht es in ihrem Antrag zum Bundesparteitag. „Aber ich werde ihn nicht unterschreiben“, sagte Martin Renner. Der Mann, immerhin AfD-Landesvize, wirkte neben der Bühne wie das fünfte Rad am Wagen. Das Petry-Papier, wetterte er, sei schlechter Stil, weil es ausgrenze.

Als die dritte Strophe der Nationalhymne um kurz nach 14 Uhr verklungen war, dauerte es nicht lange und der Altenessener Markt war wie leergefegt.

Fotostrecke von der Kundgebung auf waz.de/essen


Großeinsatz der Polizei – nur ein kleiner Zwischenfall

  • Die Polizei sicherte die Kundgebung mit einem Großaufgebot erfolgreich ab. Die Einsatzhundertschaften kamen aus Bielefeld, Wuppertal, Dortmund und Essen.
  • Der Protest von „Essen stellt sich quer“ und „Utopie“ an der Altenessener Straße war sehr überschaubar und verlief friedlich.
  • Einziger Zwischenfall: Bei Frauke Petrys Rede störten Antifa-Leute auf dem Platz mit Sprechchören und Pfiffen. Die Polizei unterband das Gerangel mit Rechtsextremen.
  • Auch Neugierige schauten vorbei: zum Beispiel SPD-Chef Thomas Kutschaty und DGB-Chef Dieter Hillebrand.
 
Bildunterschrift:
  • Gruppenbild ohne Meuthen: Der AfD-Bundesvorsitzende ist schon unterwegs, als (v.li.) AfD-Kreischef Stefan Keuter, Spitzenkandidat Marcus Pretzell, Parteichefin Frauke Petry und Guido Reil in Altenessen auf der Bühne stehen. FOTOS: SOCRATES TASSOS
  • Einziger Zwischenfall: Die Polizei unterbindet auf dem Platz ein Geplänkel zwischen Antifa-Störern und rechtsextremen Mitgliedern der „Brigade Altenessen“

WAZ/NRZ, 10.+11.04.2017 Leserbrief Falsch eingesetzt / Frustierend

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Montag, 10.04.2017

Falsch eingesetzt


AfD-Kundgebung. Ich habe mir am Samstag gegen Mittag kurz die AfD-Kundgebung in Altenessen angesehen. Ich habe dort mehr Polizisten als Kundgebungsteilnehmer und Gegendemonstranten gesehen. Zur selben Zeit gab es, wie an fast jedem Samstag, ein Verkehrschaos im Bereich des Recyclinghofes an der Lierfeldstraße in Altenessen. Es wäre sinnvoll gewesen, wenn ein oder zwei Polizisten dazu beigetragen hätten, das Chaos etwas zu regulieren. Natürlich war kein Polizist zu sehen. Es ist schon frustrierend zu erleben, dass für das Demonstrationsbedürfnis einer Minderheit hunderte von Polizisten zur Verfügung stehen, aber kein einziger für die Bedürfnisse „normaler“ Bürger. Aber die Polizei mit ihren Steuern bezahlen dürfen die normalen Bürger.
Ferdinand Bonsen, Altenessen
Die NRZ brachte am nächsten Tag eine stark verkürzte Version.


Essen-stellt-sich-quer, 08.04.2017 Erste Reaktion auf die Veranstaltung

Auf unser facebook-Seite wurde am 8. April veröffentlicht:
AfD Bundessprecher, NRW Landesvorstand und Nazis Seite an Seite beim Wahlkampfauftakt in Essen

Unsere erste Einschätzung der heutigen Aktionen gegen den AfD–Wahlkampfauftakt in Essen:

Ein Journalist: „Keine Bratwurst, keine Hüpfburg und kein Bierstand. Das mit der AfD wird nix...“ Dann auch noch Gegendemonstranten auf dem Platz… führt zu großem Mimimi. Die AfD NRW ist mit ihrer Wahlkampfauftakt-Kundgebung in Essen grandios gescheitert. Waren anfangs noch „Tausende“ Teilnehmer angekündigt, wurde die Anmeldung dann auf 1000 gesenkt. – Gekommen sind dann nur 350, davon ca. 50 klassische Nazis aus Naziparteien, Kameradschaften und Pegida-Gruppen.

Die AfD-Redner bedienten die Ansprüche ihrer anwesenden Klientel, überwiegend Wutbürger, die ihre Situation anderen zur Last legen und damit rassistische Ressentiments bedienen. Zuvor bedient mit einem abgespeckten Kulturprogramm (Schlagergesang in unterdurchschnittlicher Qualität) da die angekündigte Band kurzerhand absagte, weil sie nicht informiert wurde bei wem sie auftreten sollte. Unsere Bitte an die Bürger sich zu informieren und mit Informationsmaterial und Argumenten gegen die AfD zu versorgen wurde in Altenessen bereitwillig angenommen. Das freut uns. Schade finden wir es, dass durch das restriktive Handeln der Polizei viele an direktem Protest gehindert wurden. Die Erteilung von Platzverweisen wegen dem Mitführen von Aufklebern oder Flyern ist unbegründet solange diese nicht benutzt werden. Trotzdem war das Konzept, die Kundgebung der AfD zu besuchen, erfolgreich. Besonders hinweisen möchten wir auf die Nazigruppen, die während der AfD-Kundgebung auf dem Platz waren. Der AfD-Kreisvorsitzende scheut sich nicht, Menschen zu bedrohen, wenn angeblich Nazi-Vergleiche gegen die AfD gezogen werden. Gleichzeitig sieht er keine Veranlassung, diese Nazis von der AfD-Kundgebung auszuschließen. Das Handeln der AfD spricht den öffentlich formulierten Ansprüchen Hohn. Bereits im Vorfeld waren in Landtagskandidat Guido Reils Facebook Profil Ankündigungen bekannter Personen zu lesen, dass Sie kommen würden. Bereits da hätte man Einfluss nehmen können. Man tat es aber nicht. Namentlich bekannte Nazigruppen, die anwesend waren: Division Altenessen, Pegida NRW, Junge Nationaldemokraten NRW, Bürger gegen Politikwahnsinn. (Siehe Twitter, Hashtag #E0804, diverse Journalisten incl. Bildmaterial) Somit kann man sagen, dass die AfD selbst bei landesweiter Mobilisierung nur ca. 250 bis 300 Menschen in NRW auf die Beine bekommt, die sich von ca. 50 Nazis bereitwillgst unterstützen lassen. Der AfD-Kreisvorsitzende Keuter sollte sich zukünftig genau überlegen, ob er nochmals vollmundig gegenüber der Presse behaupten kann, die AfD in Essen biete keinerlei Angriffsflächen. Wer mit Nazis paktiert, schließt sich selbst aus der Gesellschaft aus. Diesen Schritt hat die AfD nun auch in Essen öffentlich vollzogen. Wir merken uns das. Geht die AfD ihren Weg konsequent weiter? Wir schauen nach, ob bei der Demonstration von NPD und Die Rechte am 1. Mai auch eine AfD-Delegation fahnenschwenkend mitlaufen wird... konsequent wäre dies. Aber wann war die AfD morgen noch ihrer gestrigen Meinung?


8. April: Essen-stellt-sich-quer ruft zur Diskussion in Altenessen auf

Übersichtskarte

* Am Samstag, den 08. April, 10:30 - 15:00 Uhr
  • Unser Treffpunkt - der „Infopoint“ - ist am besten erreichbar:
    • U-Bahn Haltestelle Essen Mitte (Die Parkplätze der Zeche Carl werden für einen Flohmarkt genutzt!)
    • Ausgang 2, Richtung „Zeche Carl“

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Pressemitteilung

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Bündnis gegen Rassismus und Faschismus



Pressemitteilung des Bündnisses
Essen stellt sich quer
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Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Steubenstr. 49, 45138 Essen
Telefon/Fax: 0201-232060
www.essen-stellt-sich-quer.de
info<a>essen-stellt-sich-quer.dePost_icon.png
www.facebook.com/pages/
Essen-stellt-sich-quer

Essen, 27.03.2017

Essen stellt sich quer zum Wahlkampfauftakt der AfD am 8. April in Essen

Die AfD möchte ihren Landtagswahlkampf für NRW in Essen am 8. April auf dem Altenessener Markt beginnen. Prominente AfD-Vertreter sollen das Wort ergreifen um angeblich mehrere Tausend AfD-Anhänger für den Wahlkampf aufzuheizen. Wir haben nach Durchsicht der Reaktionen auf unsere bisherige Veröffentlichung beschlossen, in erster Linie argumentativ mit der AfD umzugehen. Wir werden deshalb am 8. April in der Nähe des Altenessener Marktes einen Info-Point einrichten. Dort wird es Informationen, Argumente, Flyer und andere Materialien geben, um sich über die AfD und ihre rassistischen Ansichten zu informieren.

Wer immer möchte, kann dies dazu nutzen um der AfD bei ihrem Wahlkampfauftakt persönlich die Meinung zu sagen. Unsere Meinung zur AfD:

Die Alternative für Deutschland wurde anfangs als „europakritische“ Partei von Professoren gegründet. Anfangs war DAS das Kernthema der AfD. Angriffe auf den Euro. Angriffe auf die Europäische Union. Angriffe auf Europa. Gallionsfigur der Partei war seinerzeit Bernd Lucke. Aber schon damals hat sich abgezeichnet, dass die Alternative für Deutschland neben Protestwählern und -wählerinnen auch Leute aus dem rechten Spektrum anzieht. Alte und neue Rechte. Fremdenfeinde und auch Nazis.

2015 gab es dann einen Showdown zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Lucke und dem rechtskonservativen Flügel um Frauke Petry. Durchgesetzt hat sich Frauke Petry und hat damit die AfD weit nach rechts gezogen. Seitdem ist immer offenbarer geworden, dass die AfD besonders am rechten Rand fischt und keine Berührungsängste mit Rechtsradikalen und Nazis hat. Die Partei fabuliert inzwischen OFFEN davon Geflüchtete und in Deutschland Schutz Suchende an den Außengrenzen zu erschießen! Menschen, die vor den Folterkellern Syriens fliehen, Frauen, Kinder und Familien, die im Bombenhagel alles verloren haben: Freunde, Bekannte, Hab und Gut! Sie sind der Partei nicht nur egal. Sie werden direkt als Wirtschaftsflüchtlinge vermutet! Oder alleine aufgrund ihrer Herkunft oder Glaubens als Terroristinnen und Terroristen beschimpft!

DAS. IST. RASSISMUS! Wir wissen: RASSISMUS IST KEINE ALTERNATIVE!

Menschen, die vor Krieg, Hunger und Elend nach Deutschland fliehen, haben ein nicht verhandelbares Recht darauf hier Zuflucht zu suchen! Egal woher sie kommen. Egal welche Hautfarbe sie haben. Egal welchen Glauben sie haben!

Dass der Rassismus der AfD fruchtet und das öffentliche Meinungsbild immer weiter durch die Partei nach rechts verschoben wird, ist bedrückend: Björn Höcke, Geschichtslehrer und prominenter Vertreter des faschistoiden Flügels der AfD, spricht inzwischen öffentlich über das Holocaustmahnmal in Berlin als ein „Denkmal der Schande“. Noch vor ein paar Jahren hätte man solche Aussagen nicht hinausposaunt. Und man hätte sich zu recht dafür geschämt!

Revanchismus, Geschichtsklitterung und Antisemitismus sind zentrale Punkte des rechten Flügels der AfD. Und dieser rechte Flügel wird immer einflussreicher. Inzwischen gilt selbst Frauke als zu moderat, zu angepasst. Deswegen wird derzeit auch an ihrem Stuhl gesägt, um die Partei noch weiter nach rechts zu hieven!

Der AfD geht es vorrangig darum die Gesellschaft zu spalten: Menschen, die nicht heterosexuell sind, will sie Rechte vorenthalten. Sie bezeichnet das Eintreten für eine offene und tolerante Gesellschaft, in der auch beispielsweise Frauen Frauen und Männer Männer lieben als „Gender-Gaga“. Schulunterricht über Sexualität bezeichnet sie „Frühsexualisierung“. Sie steht für ein reaktionäres Familienbild, nach dem Frauen „endlich“ wieder ihren angestammten Platz am Herd einnehmen sollen. Und im Falle einer ungewollten Schwangerschaft nicht selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden dürfen! Das sind fundamentalistische Positionen, die in einer aufgeklärten Gesellschaft nichts, aber auch wirklich gar nichts zu suchen haben!

Zwar ist die AfD in Umfragen gerade erstmals wieder im einstelligen Bereich. Großes Aufatmen allerorts. Aber eine Umfrage allein bedeutet noch keinen gesellschaftlichen Wandel. Und tatsächlich erzielt die AfD in Wahlen immer wieder gute Ergebnisse. Sie sitzt in mehreren Landesparlamenten und rechnet sich auch zur kommenden Landtagswahl in NRW gute Chancen aus einzuziehen. Besonderen Erfolg hat sie dabei bei Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen und bei Erwerbsarbeitslosen. Doch die Politik, die die AfD vertritt, richtet sich besonders gegen diese Menschen! Die AfD wirbt für eine Verschärfung der Hartz-Gesetze, dem Ablehnen eines menschenwürdigen Mindestlohns und der weiteren Flexibilisierung am Arbeitsmarkt, beispielsweise in Bezug auf den Kündigungsschutz. Sie ist keinesfalls eine Partei der "kleinen Leute". Sie arbeitet gegen sie!

Für uns ist klar, dass die Alternative für Deutschland eine Partei ist, die unserem Bild einer offenen und toleranten Gesellschaft eklatant widerspricht.

RASSIMUS IST KEINE ALTERNATIVE!


Mit der Bitte um Veröffentlichung


Antifa Essen Z ruft zum Widerstand auf

Die Essener Antifa Essen Z ruft auf ihren Webseiten und auf einer facebook-Veranstaltung dazu auf, nach Altenessen zu kommen:
Eq-20170408Aez.jpgKommt am Samstag mit uns zur Wahlkampf-Kundgebung der AfD in Essen-Altenessen und macht den Rechtspopulisten klar, dass wir ihre rassistische, sexistische und nationalistische Hetze nicht unwidersprochen lassen. Kleidet euch unauffällig, damit AfDler und Cops euch nicht zu früh als GegendemonstrantInnen erkennen! Kommt zahlreich und ladet eure FreundInnen zu dem Event ein, damit am Samstag mehr AntifaschistInnen als Rechte auf dem Altenessener Markt stehen. Die Haltestelle "Altenessen-Mitte" erreicht Ihr mit den Bahnen U11 und U17 innerhalb von 10 Minuten bequem vom Essener Hauptbahnhof aus.

Desweiteren teilte die Gruppe via Email mit:

In der Nähe der AfD-Kundgebung wird es auch zwei angemeldete Gegenkundgebungen geben: Um 10.00 Uhr startet an der Karlschule die Kundgebung des linken UtopiE-Bündnisses. Das Bündnis Essen stellt sich quer hat ab 10.30 Uhr eine Kundgebung an der Altenessener Straße/ Ecke Winkhausstraße angemeldet.


Außerdem wird am Samstag ein Antirepressionstelefon („Ermittlungsausschuss“) erreichbar sein, bei dem Ihr Festnahmen oder sonstige Probleme mit der Polizei melden könnt. Das Antirepressionstelefon achtet darauf, dass die Festgenommenen wieder freikommen und schaltet im Notfall eine/n Anwalt/Anwältin ein. Die Telefonnummer lautet 0201 23 20 60.


Vorbereitung für 8. April AfD-Wahlkampfauftakt in Essen

WAZ/NRZ, 08.04.2017 Grüne machen mit beim Protest gegen AfD

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WAZ/NRZ / Essen,Samstag, 08.04.2017

Grüne machen mit beim Protest gegen AfD


Die Grünen nehmen den Wahlkampfauftakt der AfD an diesem Samstag in Altenessen zum Anlass, um unter dem Motto „Herz statt Hetze“ zu informieren. Sie beteiligen sich am Infostand des Bündnisses „Essen stellt sich quer“, der ab 10 Uhr an der Altenessener Straße stehen wird. Vorstandssprecherin Gönül Eğlence erklärt: „Natürlich darf auch die AfD in Essen Wahlkampf machen. Wir wollen aber zeigen, dass wir mit den Forderungen dieser Partei nicht einverstanden sind und über diese rechtsgerichtete und rückwärtsgewandte Politik aufklären.“

WAZ/NRZ, 07/08.04.2017 Leserbrief Angriffsfläche / Untätigkeit

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NRZ / Essen, Rubrik Leser-Klartext,Samstag, 08.04.2017

Angriffsfläche


AfD-Kundgebung: Kurz nach der Ratswahl 2014 haben sich die AfD-Leute untereinander so heftig bekämpft, dass alle drei AfD-Vertreter ausgestiegen sind. Auf Essen bezogen muss ich Herrn Keuter also zustimmen: Wer keine Politik macht, bietet auch „keinerlei Angriffsflächen“. Auf die eigene kommunalpolitische Untätigkeit stolz zu sein - das schafft wohl nur die Essener AfD. Am 8. April trifft sich die AfD in Altenessen. Für diese Ortswahl ist wohl Guido Reil verantwortlich. Auch er ist an Essen nicht interessiert. Der Essener Norden dient ihm nur als Staffage für sein herbeigeredetes Ausländer-Schmuddelimage: Denn damit will er in den Landtag gewählt werden. Es ist also zu erwarten, dass die Hetze gegen Mitbürger anderere Herkunft und gegen anders Denkende nicht ausbleiben wird: Also doch genügend „Angriffsflächen“, um unser menschliches und faires Zusammenleben zu verteidigen.
Rainer Sonntag, Essen
Die WAZ brachte tags zuvor eine ähnliche Version.


WAZ/NRZ, 07.04.2017 Polizei warnt vor Staus während AfD-Kundgebung in Altenessen

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 07.04.2017

Polizei warnt vor Staus während AfD-Kundgebung in Altenessen

Auftakt des NRW-Landtagswahlkampfes mit Frauke Petry und Guido Reil. Protest geplant


Polizisten der Wache Altenessen verteilen im Vorfeld der AfD-Kundgebung am Samstag auf dem Altenessener Markt Flugblätter an Geschäftsleute und Anwohner. Darin wird auf mögliche Beeinträchtigungen und Verkehrsstaus hingewiesen. „Wir werden alles dafür tun, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten“, heißt es im Polizei-Flyer.

Bei der Landtagswahl am 14. Mai kämpft die „Alternative für Deutschland“ insbesondere um Arbeiterstimmen aus dem Ruhrgebiet – deshalb erfolgt der Auftakt des Wahlkampfs in Essen. Neben Guido Reil und NRW-Spitzenkandidat Marcus Pretzell werden auch die AfD-Promis Frauke Petry und Jörg Meuthen, ein gebürtiger Essener, auftreten.

Obwohl bislang nur zwei kleinere Protestaktionen angemeldet sind (Infopoint von „Essen stellt sich quer“ neben dem Allee-Center und „Utopie“ vor der Karlschule), könnte es am Samstag unruhig werden. Die „Antifa Essen Z“ versucht über Facebook und andere Kanäle, auswärtige Sympathisanten nach Essen zu mobilisieren. Die Polizei hält dem Vernehmen nach mehrere Hundertschaften in Bereitschaft.

Die Veranstaltung beginnt um 10.30 Uhr mit Live-Musik einer Essener Stimmungsband, die auch schon im TV aufgetreten ist. Ab 12 Uhr sprechen Reil, Meuthen, Pretzell und Petry. Voraussichtliches Ende: etwa 14.30 Uhr. Die Polizei hat unter 0201/829-1055 ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist am Freitag bis 18 Uhr erreichbar. Am Samstag ist die Essener Polizei unter dieser Telefonnummer zwischen 7.30 Uhr und 16 Uhr erreichbar. ni
Bildunterschrift:
Das AfD-Paar: Frauke Petry und Marcus Pretzell 2015 in Essen. FOTO: DPA
Die NRZ brachte am gleichen Tag auch ein verkürzte Meldung im überregionalen Teil


NRZ, 07.04.2017 Leserbrief Ignorieren

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NRZ / Essen, Rubrik Leser-Klartext,Freitag, 07.04.2017

Ignorieren


AFD-Kundgebung: Wie wäre es, wenn alle, die nichts für „Rechte“ übrig haben, rechte Demonstrationen schlicht ignorieren, sofern es keine strafbaren Handlungen gibt. Damit meine ich: Keine Gegendemonstrationen und keine Berichte in den Medien. M. E. spekulieren die Rechten doch nur auf die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Wahrscheinlich ist mein Vorschlag, so wie ich die Linken und die Medien kenne, jedoch unrealistisch.
Ferdinand Bonsen, Essen

WAZ, 06.04.2017 Leserbriefe Überzogene Hetze / Anstandsregeln

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Donnerstag, 06.04.2017

Überzogene Hetze / Anstandsregeln


Überzogene Hetze

AfD-Veranstaltung in Altenessen. Man muss diese Partei ja nicht mögen und sicherlich sind auch manche Aussagen nicht verständlich und einige Äußerungen von Vorstandsmitgliedern unerträglich. Aber der „Hype“ um und die Hetze gegen die AfD erscheint mit Sicherheit überzogen. Wenn die sogenannten „demokratischen“ Gegner (u. a. gewaltbereite Linke) sich zum Teil sogar vermummen wollen, sollte die Polizei lieber auf diese „Gegendemonstranten“ ihre Aufmerksamkeit richten.
Eckhard Herlitz, Essen


Anstandsregeln

AfD-Veranstaltung in Altenessen. Man will also die AfD-Wahlversammlung infiltrieren. Dabei haben diese Leute die Chuzpe, Toleranz zu predigen, zu der sie selbst offenbar nicht fähig sind. Jede Partei möchte ihre Veranstaltungen ungestört durchführen. Aber wahrscheinlich gelten die Anstandsregeln nicht für diese Leute, genauso wie Argumente der Gegenseite nicht gelten.
Jürgen Clasen, Essen

WAZ/NRZ, 05.04.2017 AfD-Gegner mischen sich unters Parteivolk

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WAZ/NRZ / Essen,Mittwoch, 05.04.2017

AfD-Gegner mischen sich unters Parteivolk

NRW-Wahlkampfauftakt mit Frauke Petry und Jörg Meuthen am Samstag auf Altenessener Markt. Zwei Gruppen haben Aktionen bei der Polizei angemeldet. Andere wollen sich beim Protest tarnen


Von Gerd Niewerth

Die Essener Polizei sieht sich für den NRW-Wahlkampfauftakt der AfD an diesem Samstag auf dem Altenessener Markt gut gerüstet. „Bis Dienstag sind zwei Gegenveranstaltungen angemeldet worden“, berichtet Polizeisprecher Lars Lindemann. Die AfD geht davon aus, dass etwa 1000 Parteimitglieder und Anhänger zum Start des Landtagswahlkampfes nach Essen kommen werden.


„Die AfD selbst
bietet keinerlei
Angriffsflächen.“
Stefan Keuter,
AfD-Chef in Essen

Wie viele Gegendemonstranten letztlich mobilisiert werden, ist hingegen noch nicht absehbar. Neben dem Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer“, das zwischen Alleecenter und Rewe zu einem Infopoint einlädt, hat sich noch eine weitgehend unbekannte Protestgruppe namens „Utopie – Bündnis gegen Menschenfeindlichkeit“ angemeldet. Sie will mit etwa 50 Personen im Bereich Karlschule/Altenessener Straße demonstrieren. Auf Facebook wirft „Utopie“ Guido Reil vor, sich als „Freund des kleinen Mannes“ anzubiedern: „Er macht einen auf Ruhrpott-Schnauze, die er scheinbar immer dann künstlich auflegt, wenn er eine Kamera in der Nähe sieht oder sich bürgernah verkaufen will.“

Mit dem Slogan „Der AfD den Tag vermiesen“ ruft inzwischen auch die „Antifa Essen Z“ im sozialen Netzwerk zu Protesten auf. Bei Facebook hat die Antifa am Sonntag gepostet: „Wir wollen nicht 500 Meter weg ne Demo machen, wir wollen direkt vor die Bühne der AfD gehen, und ihnen sprichwörtlich den Raum nehmen.“ An anderer Stelle wird den Antifa-Sympathisanten empfohlen: „Kleidet euch unauffällig, damit AfDler und Cops euch nicht zu früh als Gegendemonstranten erkennen!“.

Der Essener AfD-Kreissprecher Stefan Keuter, der bei der Bundestagswahl im Herbst für einen aussichtsreichen Listenplatz kandidiert, geht von einem friedlichen Verlauf der AfD-Kundgebung aus. „Wir selbst bieten keinerlei Angriffsflächen, denn wir gehören in Essen längst zum politischen Geschehen dazu.“ Polarisierer mit rechtsextremen politischen Ansichten gebe es in Essen nicht.

Mit dem früheren Sozialdemokraten Guido Reil sei die AfD in Essen sogar „ausgesprochen sozial“ aufgestellt. Der Karnaper bewirbt sich bei der Landtagswahl am 14. Mai um ein Direktmandat im Norden. „Wir werden unseren Steiger am Samstag demonstrativ mit dem Steigerlied begrüßen“, sagt Keuter.

Die AfD-Veranstaltung auf dem Altenessener Markt soll um 10.30 Uhr mit Live-Musik einer Essener Band beginnen. Um welche Band es sich handelt, will der Kreischef noch nicht preisgeben. Ab 12 Uhr sollen dann die Wahlkampf-Reden von Guido Reil, Jörg Meuthen, Frauke Petry und Markus Pretzell folgen. Um 14.30 Uhr wird die AfD-Kundgebung enden.

Ein Indiz dafür, dass die AfD in Essen inzwischen weitgehend akzeptiert werden, ist nach Keuters Wahrnehmung die „auffällig geringe Zahl zerstörter Wahlplakate“. Schmunzelnd habe er einen aktuellen Vorfall zur Kenntnis genommen. Keuter: „Als jemand im Begriff war, unsere Plakate herunterzureißen, ist er von drei Augenzeugen festgehalten und anschließend der Polizei übergeben worden.“
Bildunterschrift:
Beim Anti-AfD-Protest Ende Februar marschierten höchstens 800 Demonstranten von der Messe Essen zum Willy-Brandt-Platz. Junge Teilnehmer im Bildvordergrund zogen ihre Kapuzen ins Gesicht oder trugen Sonnenbrillen. FOTO: KNUT VAHLENSIECK

WAZ/NRZ, 01.+04.04.2017 Leserbrief Besser ignorieren

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WAZ/NRZ / Essen, Rubrik Leserforum / Leser-Klartext, 01.+04.04.2017

Besser ignorieren


AfD-Kundgebung in Altenessen.
Wäre es nicht das Beste, man würde die Kundgebung überhaupt nicht wahrnehmen und nicht dagegen demonstrieren? Das erspart vielleicht die Kosten der Polizei und würde die AfD ärgern, weil sie nicht zur Kenntnis genommen wird.
Ingrid Böhm, Essen

WAZ/NRZ, 28.03.2017 Wahlkampfauftakt der AfD auf dem Altenessener Markt

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WAZ/NRZ / Essen,Dienstag, 28.03.2017

Wahlkampfauftakt der AfD auf dem Altenessener Markt

Pretzell, Petry und Meuthen als Redner


Der Altenessener Markt wird am Samstag, 8. April, Schauplatz des Wahlkampfauftakts der nordrhein-westfälischen AfD. Ab 10.30 Uhr ist dort eine Großveranstaltung geplant, für die als Hauptredner NRW-Landeschef Marcus Pretzell sowie die Bundesvorsitzenden Frauke Petry und Jörg Meuthen angemeldet sind. Ursprünglich sollte die Veranstaltung in der Essener Innenstadt stattfinden, dort wurde der AfD jedoch bedeutet, es gebe keinen geeigneten Ort. Der ursprünglich vorgesehene Kennedyplatz ist für eine Veranstaltung der Essen Marketing GmbH im Rahmen der Grünen Hauptstadt belegt. Dass die AfD den Wahlkampf zur Landtagswahl am 14. Mai in Essen abhält, hängt vermutlich auch mit dem in Karnap beheimaten Landtagskandidaten Guido Reil zusammen, der am 8. April ebenfalls das Wort ergreifen will. Bei der Polizei angemeldet hat die Partei 1000 Zuhörer. Die Initiative „Essen stellt sich quer“ plant nach eigenen Angaben keine größere Gegendemo, sondern will in der Nähe des Altenessener Marktes einen „Info-Point“ zur AfD einrichten.

WAZ/NRZ, 16.03.2017 AfD plant große Kundgebung in der Innenstadt

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WAZ/NRZ / Essen,Donnerstag, 16.03.2017

AfD plant große Kundgebung in der Innenstadt

Am 8. April als Auftakt zum NRW-Wahlkampf


Die nordrhein-westfälische AfD hat Essen als Ort für eine große Auftaktveranstaltung zum NRW-Wahlkampf vorgesehen. Das bestätigten ein AfD-Sprecher und der Essener AfD-Landtagskandidat Guido Reil. Erwartet werden am Samstag, 8. April, nach Angaben der Partei mehrere Tausend Teilnehmer. AfD-Bundes- und Landespolitiker wie Alexander Gauland, Jörg Meuthen und Marcus Pretzell haben laut Reil bereits ihr Kommen zugesagt, auch er selbst werde das Wort ergreifen.

Mit der Essener Polizei hat bereits ein erstes Kooperationsgespräch stattgefunden, weitere müssten aber noch folgen, bestätigte die Polizei auf Anfrage.

Noch unklar ist der genaue Ort der Kundgebung. „Wir hätten gerne den Kennedyplatz, aber das ist uns verweigert worden“, so Reil. Tatsächlich ist der Platz um den 8. April herum belegt durch die Grüne-Hauptstadt-Aktion „Komm auf die grüne Wiese“, für die Rasenflächen und einige Aufbauten auf den Platz gebracht werden müssen, bestätigt Dieter Groppe, Geschäftsführer der Essen Marketing GmbH.

Für die AfD ist derzeit offenbar der Viehofer Platz im Gespräch, wobei Reil unklar sei, wo dort ausreichend Platz sein soll für die erwartete Zahl von Teilnehmern. Sollte es zu der Auftaktveranstaltung kommen, ist mit Gewissheit auch mit Gegendemonstranten und einem großem Polizeiaufgebot zu rechnen, um die verfeindeten Lager auseinanderzuhalten. F.S.
Die WAZ hat die verkürzt auch überregional mitgeteilt


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