Aus Essen stellt sich quer
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2010: Widerstand gegen Naziausstatter Oseberg | |
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Einschätzung zu Essener Thor-Steinar-Geschäft Oseberg (Berichtsjahr 2010)
28.08.2010: Straßenfest
29.08.2010 Pressemitteilung: Straßenfest ein Erfolg
Aufruf-Flugblatt zum Straßenfest
"Storch Heinar" gewinnt
12.08.2010, TAZ: "Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion
TAZ / Berlin,Donnerstag, 12.08.2010
"Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion
URTEIL Das bei Rechtsextremen beliebte Modelabel Thor Steinar verliert Nürnberger Prozess
Die Persiflage sei erlaubt und von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt, lautete das Urteil - ähnlich wie bei "Lusthansa"-Spaß-Shirts, mit denen die Fluggesellschaft Lufthansa veralbert wird. Eine Verletzung des Markenrechts oder des Wettbewerbsrechts konnte das Gericht auch nicht erkennen. Eine Verwechslungsgefahr zwischen Thor Steinar und dem Satire-Storch bestehe nicht. Die Betreiberfirma von Thor Steinar, die MediaTex GmbH aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, wollte die Modesatire verbieten und ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro verhängen lassen, sollten sich die Macher von "Storch Heinar" nicht daran halten. Eine Abweisung der Klage in Nürnberg war erwartet worden. Bereits bei der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hatte der Vorsitzende Richter MediaTex geraten, die Klage zurückzuziehen. Hinter "Storch Heinar" steht in erster Linie Mathias Brodkorb, der den Blog "Endstation Rechts" betreibt und für die SPD im mecklenburg-vorpommerischen Landtag sitzt. Sein Ansatz: den Kampf gegen die Rechtsextremen nicht immer bierernst zu führen. Das tat er gemeinsam mit Spaß-Antifaschisten wie der "Front Deutscher Äpfel" (FDÄ), die "Storch Heinar" am Mittwoch auch gleich zur "heldenhaften Durchbruchsschlacht an der Modefront" gratulierte. Auch auf "Endstation Rechts" ging man mit dem Erfolg humorvoll um. "Ich habe soeben im Nürnberger Modeverbrecherprozess meinen Gegner vernichtend geschlagen", verkündete dort "Storch Heinar", der sich der "größte Modedesigner aller Zeiten" nennt, den GRÖMAZ. Doch hat Brodkorbs Kampf einen ernsten Hintergrund. Die rechtsextreme Szene stabilisiere sich zunehmend über die Vermarktung eines bestimmten Lebensstils, über Musik und Mode eben, sagte der SPD-Politiker der taz. "Ideologien lassen sich durch Mode auf eine unterschwellige Art und Weise sehr gut verbreiten", sagte Brodkorb. Eine kleine Niederlage mussten er und seine Mitstreiter vor Gericht aber doch hinnehmen. Eine im "Storch Heinar"-Onlineshop angebotene Tasche darf nicht länger den Aufdruck "Wüstenfuchs" tragen, da sich die Firma MediaTex hier vorher die Namensrechte gesichert hatte. Verkauft werden soll die Tasche trotzdem weiterhin: Vorerst als schlichte "Kampftasche". Brodkorb und seine Mitstreiter überlegen aber, ob sie künftig den Beinamen "Büstenluchs" tragen soll. Die Kosten des Rechtsstreits muss zu 94 Prozent die "Thor Steinar"-Vertriebsfirma MediaTex bezahlen, 6 Prozent müssen die Macher von "Storch Heinar" übernehmen. Die 2003 gegründete MediaTex GmbH betreibt nach eigenen Angaben inzwischen zwölf Thor-Steinar-Läden in Deutschland, die Namen wie "Tønsberg" oder "Narvik" tragen. Immer wieder kommt es zu Protesten und Klagen gegen die Geschäfte. Auf den dort verkauften Kleidern finden sich Anspielungen auf den Zweiten Weltkrieg, die deutsche Kolonialzeit oder die nordische Mythologie. Im ursprünglichen Logo konnte man Ähnlichkeiten mit Runen erkennen, die auch im Nationalsozialismus verwendet wurden. Im Jahr 2005 wurde das Logo in ein Kreuz mit zwei Punkten geändert. Der Brandenburgische Verfassungsschutz stellte aber auch danach fest, dass die Marke im "aktionsorientierten Rechtsextremismus" getragen werde. Thor Steinar war in Teilen der rechtsextremen Szene etwas in Verruf geraten, als 2008 ein arabischer Investor in die MediaTex GmbH eingestiegen war. Doch laut Handelsregistereintrag ist zumindest der zwischenzeitliche Geschäftsführer Mohammed Aweidah aus Dubai seit Ende Mai nicht mehr im Amt. Der neue Geschäftsführer, Marco Wäspe, war am Mittwoch nicht zu erreichen. von Ariane Lemme und Wolf Schmidt Nachtrag: Am 22.10.2010 berichtet die tageszeitung, dass das Urteil rechtskräftig geworden sei: Die Firma Mediatex habe die Berufungsfrist verstreichen lassen, meldete "Endstation Rechts". |
10.04.2010: Demonstration gegen Oseberg
12.04.2010, NRZ: Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"
NRZ / Essen,Montag, 12.04.2010
Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"
Bildunterschrift: Etwa 200 Menschen protestierten am Samstag in der Innenstadt friedlich gegen den bei Neonazis beliebten Laden "Oseberg" an der Viehofer Straße. Starke Polizeikräfte begleiteten die Demonstranten, dabei kam es auch wie hier an der Hindenburgstraße zu Verkehrsbehinderungen. Foto: Walter Bucholz |
12.04.2010, WAZ: Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts
WAZ / Essen,Montag, 12.04.2010
Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts
Bereits in der Nacht zum Samstag hatte es nach Polizeiangaben tätliche Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten der rechten und der linken Szene gegeben. Auf dem Willy-Brandt-Platz versammelten sich zunächst r 100 Menschen, um die Schließung des Textilfilialisten zu fordern, dessen Marke "Thor Steinar" nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes von Mitgliedern der rechten Szene getragen wird. Der Oseberg-Betreiber Mediatex wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Marke sei ein Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Vor dein Landgericht konnte er eine Räumungsklage des Hausbesitzers abwehren. Noch vor Beginn des Zuges gab es Diskussionen unter den Demonstranten. Ergebnis: Zur Verblüffung der Polizei blieb eine rund 30köpfige Gruppe auf dem Willy-Brandt-Platz und folgte der größeren Kundgebung im Abstand von einer Viertelstunde. Gegen 15.30 Uhr endete die Veranstaltung ohne Zwischenfälle am Kennedyplatz.Bildunterschrift: Der Protestzug in der City Foto: Walter Buchholz |
Räumungsklage gescheitert
07.04.2010, WAZ: Front gegen rechtsextreme Mode
WAZ / Essen,Mittwoch, 07.04.2010
WAZ, 07.04.2010:Front gegen rechtsextreme Mode
Räumungsklage gegen "Oseberg" ist gescheitert, Laden kann bis 2014 bleiben, Protestkundgebung für Samstag geplant
Ein Jahr nach der Eröffnung der umstrittenen "Oseberg"-Filiale an der Viehofer Straße und nach dem Scheitern einer Räumungsklage sucht die Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Nördliche Innenstadt neue Mittel gegen den Vertrieb der von der rechten Szene getragenen Marke "Thor Steinar". Die Antifa Essen ruft für Samstag zu einer weiteren Protestkundgebung auf. "Wir haben von Anfang an gesagt: Unserem Viertel hilft dieser Laden nicht. Wenn der Rechtsweg dem Immobilienbesitzer keinen Erfolg gebracht hat, müssen wir beraten, was wir selbst tun können", sagt Matthias Peiniger, Chef des Varietés GOP an der Rottstraße und Vorstandsmitglied der ISG. Der Hausbesitzer hatte seinen Mieter mehrfach abgemahnt und hatte eine Räumungsklage gegen Oseberg angestrengt. Er warf dem Mieter arglistige Täuschung vor. Der Hinweis auf das in rechtsextremen Kreisen beliebte Modelabel "Thor Steinar" sei ihnen erst wenige Minuten vor der Unterzeichnung des Mietvertrages handschriftlich untergeschoben worden. Vor der 6. Zivilkammer des Landgerichtes hatte der Hausbesitzer allerdings eine Klatsche kassiert. Die Klage sei unbegründet, der Mietvertrag nicht anfechtbar, eine arglistige Täuschung liege nicht vor. Im Unterschied zu einem anderen Fall, in dem das Oberlandesgericht Hamburg den Vermietern Recht gegeben hatte, habe Oseberg dem Hausbesitzer ausdrücklich die Marke "Thor Steinar" benannt. Zudem habe der Makler bereits einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung gewusst, dass in dem Ladenlokal "Thor Steinar"-Mode verkauft werden solle. Selbst kurz vor der Vertragsunterzeichnung hätten die Vermieter per Internet Informationen über Marke und Diskussionen erhalten können. Somit kann Oseberg den bis ins Jahr 2014 laufenden Mietvertrag behalten. Am Samstag ab 14 Uhr will die Antifa Essen erneut gegen Oseberg demonstrieren. Antifa-Sprecher Tessa Kuijer: "Wenn Oseberg hier stillschweigend geduldet wird, wird auch das Auftreten Rechten im Stadtbild immer offener und dreister.' Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sollen die Demonstranten unter anderem über die Hindenburgstraße bis zur Ecke Viehofer- / Kreuzeskirchstraße ziehen. Oseberg und Rechte Das Tragen von Thor Steinar gilt als Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Deshalb ist die Kleidung u.a im Bundestag sowie in zahlreichen Fußballstadien verboten. Seit dem Verkauf der Markenbesitzerin Mediatex an Investoren aus Dubai gibt es aber auch Boykottaufrufe aus der rechten Szene.Bildunterschrift: Verbarrikadiert, aber geöffnet: die Oseberg-Filiale. Foto: von Born |
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