Aus Essen stellt sich quer

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Seitenübersicht

2010: Widerstand gegen Naziausstatter Oseberg

Am 03.04.2009 eröffnete in der Essener Innenstadt (Viehofer Straße) die Modeboutique "Oseberg". Dieses Bekleidungsgeschäft verkauft ausschließlich Produkte der Marke "Thor Steinar" - ein Modelabel, dass bei den extremen Rechten sehr beliebt ist.

Sofort baute sich in Essen Widerstand auf. Ein Bündis gegen Oseberg entstand. Dort sind die jeweils aktuellsten Informationen abrufbar. Zudem gibt es inzwischen ein Nachtbarschaftsinitiative.

Derzeit läuft der Mietvertrag bis zum Jahr 2014 und hat keine Aussicht auf Verlängerung.


Hier finden Sie derzeit nur historische Informationen (hier die Informationen aus 2009)
Aktuellste Informationen finden Sie unter: http://buendnisgegenoseberg.blogsport.de!


Inhaltsverzeichnis

Einschätzung zu Essener Thor-Steinar-Geschäft Oseberg (Berichtsjahr 2010)


Auszug aus:
Eq-AEZ-Dossier_ExtrRechte2010.jpg
  • Die extreme Rechte in Essen
    Aktivitäten und Entwicklungen in 2010
    Antifa Essen Z, 2011
    Alle rechtsextremen Parteien scheiterten bei der Landtagswahl erwartungsgemäß an der 5%-Hürde. Die Republikaner stellten ihre Tätigkeit komplett ein. Pro Essen hat Probleme, einen funktionsfähigen Kreisvorstand zu bilden. Es gibt kaum noch eine Kameradschaftsszene und der rechte Bekleidungsladen Oseberg scheint mehr die Hooliganszene zu bedienen. Die rechte Szene wird in Essen von der NPD dominiert.

    Hier als Download PDFicon.gif (3 MB), Broschüre, 20 Seiten, auch unter Antifa Essen Z. Der gesamte Text SmallPaper.png auf unserer Seite.


 

Oseberg

Der rechte Bekleidungsladen "Oseberg" existiert nach wie vor und kann voraussichtlich im April 2011 sein zweijähriges Bestehen feiern. Mit "Oseberg" gibt es in Essen den einzigen Laden im Ruhrgebiet, der ausschließlich Kleidung der Marke Thor-Steinar verkauft. Der Inhaber dieser Marke ist die Mediatex GmbH, die mit ihrer Strategie auf die Vermarktung des Lifestyles der rechten Hooliganszene. Mit der sportlich­-schicken, über Aufdrucke germanischer Runen Bezüge zu einer imaginierten "völkischen Tradition" herstellenden Kleidung wird im "Oseberg" angeboten, was sich offenbar verkaufen lässt: Kleidung von Rechten für Rechte. Allem Widerstand zum Trotz, ob Demonstrationen vom "Bündnis gegen Oseberg" bzw. einzelnen antifaschistischen Gruppen oder Farbbeutelwürfen und Stinkbomben von einzelnen Protestierenden, scheint das Geschäft rentabel weiter zu laufen. Deutlich abschreckend wirkt allerdings die zum Schutz gegen Wurfgeschosse mit Brettern verschlossene Schaufensterseite sowie die Tatsache, dass Kunden erst nach Anklingeln oder Klopfen Einlass gewährt wird. Eine gerichtliche Klage des Vermieters, der sich durch den Verkauf der Marke "Thor Steinar"

in seinen Räumlichkeiten argwillig getäuscht sah, wurde bereits im Jahr 2009 abgewiesen. Positiv beschiedene Klagen der Vermieter von ähnlichen Läden in anderen Städten (so z.B. in Berlin und Magdeburg) haben bisher allerdings nicht zu einer Neuaufnahme der Klageabsichten des Essener Vermieters geführt.

Wie bereits seit der Eröffnung des "Oseberg" bestanden auch im Jahr 2010 keine sichtbaren Verbindungen des Geschäftes zur lokalen rechten Szene. Außer einer ausdrücklichen Distanzierung von den recht teuren Markenklamotten durch die sogenannte freie Kameradschaftsgruppe Aktionsgruppe Essen erfolgte keine Stellungnahme zum Laden. Auch die Angestellten des "Oseberg" rekrutieren sich nicht aus der lokalen rechten Szene, sondern sind zumindest teilweise erst mit der Eröffnung des Ladens zugezogen.

 



28.08.2010: Straßenfest

29.08.2010 Pressemitteilung: Straßenfest ein Erfolg

100829_PE_strassenfest.gif Brief PDFicon.gif (56.7 KB)

Eq-OsebergBuendnisKopf.jpg

Bündnis gegen Oseberg
Maxstr. 11(*)
45127 Essen

Bündnis gegen Oseberg: Straßenfest ein voller Erfolg

Mehrere hundert Besucherinnen und Besuch nahmen im Verlauf des Samstags am Straßenfest des Bündnis gegen Oseberg auf dem Pferdemarkt teil. Ein Bündnissprecher: „Das Fest machte deutlich, Oseberg muss weg. Dieser Laden, der die von Rechtsextremen und Neonazis getragene Kleidermarke Thor Steinar vertreibt, ist in Essen nicht erwünscht. Besonders möchten wir uns bei den Anwohnern und den Betreibern vieler Geschäfte in der nördlichen Innenstadt bedanken, die unser Fest mit Spenden unterstützt haben.“

Völliges Unverständnis zeigte das Bündnis über den Polizeieinsatz. „Teilweise war in der Innenstadt eine derart massive Polizeipräsenz, das es sich wohl um mehrere Hundertschaften gehandelt haben muss. Straßen wurden abgesperrt, Passanten der Durchgang verwehrt, selbst ein LKW einer Tauchgruppe der Polizei aus Köln wurde gesehen. Dies angesichts eines Straßenfests, das nicht anders durchgeführt wurde, als geplant und angemeldet, das ist nicht nur völlig überzogen, dass ist Geldverschwendung. Es wäre sinnvoll, wenn die Verantwortlichen ihre Energien darauf konzentrieren würden die zunehmenden Überfälle von Neonazis, wie in den letzten Tagen wieder in Dortmund, zu verfolgen. Das Bündnis ruft für kommenden Samstag, den 4.9.2010 dazu auf sich an den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch in Dortmund zu beteiligen.“

Aufruf-Flugblatt zum Straßenfest

Strassenfest-Flyer1.jpg
Seite 1/1
Flugblatt PDFicon.gif (1 MB)
 
Setzen wir ein öffentliches
und unübersehbares Signal:
KEIN FUßBREIT UND KEINEN LADENMETER FÜR FASCHISTEN!


Bunte Nordstadt
Internationonales Strassenfest
Samstag, den 28. August 2010, 12 - 16 Uhr


Wo?:-->Pferdemarkt
<Ende Viehofer Str.>
Essen



  • Getränke, Grill und Kuchentheke
    selbstorganisiert zum Nachbarschaftspreis)
  • Sitz- und Plaudergelegenheiten
  • antifaschistische Informationsstände und Literaturangebot
  • Lieder, Gedichte und kulturelle Beiträge, u. a. mit:
    Bandbreite aus Duisburg (Polit-Hip-Hop)
    Intifada (RAP aus Essen)
    Sängerinnen und Sängern des Ruhrchors
    (antifaschistische und Arbeiterlieder,
    Essen und Umgebung
    René Dombrovski (Liedermacher aus Essen)
    Peter Rolke (Liedermacher aus Dortmund)
  • Spaß und Spiel für Kinder mit Glücksrad,
    Erbsen schlagen und Dosenwerfen.
Wir laden alle Demokraten und Antifaschisten
insbesondere alle Anwohner der Viehofer Straße
recht herzlich ein. Bitte bringen Sie Bekannte, Freunde und Nachbar mit.
Wir bitten um Kuchenspenden und kulturelle Beiträge
Strassenfest-Flyer2.jpg
Seite 2/2

Seit April 2009 existiert in der Viehofer Straße
der Modeladen Oseberg, der die Nazi-Marke
Thor Steinar exklusiv verbreitet.
Das sind 18 Monate zuviel.

Die Modemarke Thor-Steinar wird vom Umfeld der
Neonaziszene produziert und vertrieben, bedient
sich völkischer Symbolik mit Bezug zum

faschistischen Hitlerregime.

Mit dieser Modemarke transportieren Neofaschisten
kriegs- und gewaltverherrlichende Botschaften.
Zudem dient der Oseberg-Laden als Treffpunkt der
Neonaziszene.

Antifaschistische Jugendliche, Schüler und
Studenten, Anwohner aus der nördlichen Innenstadt,
demokratische Stadträte und Bezirksvertreter

verschiedener Parteien haben seit Bestehen des
Nazi-Ladens immer wieder ihren Protest zum
Ausdruck gebracht.

Doch Stadtrat, Oberbürgermeister, die Essener
Marketing-Gesellschaft und die Kulturhauptstadt
GmbH ignorieren bisher diese unerträgliche
Existenz des Naziladens mitten in der nördlichen

City. Dieser Laden darf nicht von den
einflussreichen Essener Institutionen wie bisher
stillschweigend geduldet werden.

Darauf will das Bündnis gegen Oseberg
nachdrücklich hinweisen und weiter gegen den
Oseberg protestieren, bis der Laden zu ist.

Deshalb wollen wir am Samstag, den 28. August,
direkt vor dem Laden in der Fußgängerzone auf der

Viehofer Straße ein buntes, internationales und
antifaschistisches Strassenfest feiern.


"Storch Heinar" gewinnt

12.08.2010, TAZ: "Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion

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TAZ / Berlin,Donnerstag, 12.08.2010

"Storch Heinar" besiegt Fascho-Fashion

URTEIL Das bei Rechtsextremen beliebte Modelabel Thor Steinar verliert Nürnberger Prozess


"Storch Heinar" ist ein klappriger Vogel mit Führerbärtchen und Stahlhelm. Und eine Verballhornung des bei Rechtsextremen beliebten Modelabels Thor Steinar. Am Mittwoch hat nun das Landgericht in Nürnberg entschieden: Der "Führer-Storch" darf weiter T-Shirts, Tassen, Anstecker und andere Gegenstände zieren. Eine Klage des Modelabels Thor Steinar gegen die Macher der Satire wurde überwiegend abgewiesen.

Die Persiflage sei erlaubt und von der Meinungs- und Kunstfreiheit gedeckt, lautete das Urteil - ähnlich wie bei "Lusthansa"-Spaß-Shirts, mit denen die Fluggesellschaft Lufthansa veralbert wird. Eine Verletzung des Markenrechts oder des Wettbewerbsrechts konnte das Gericht auch nicht erkennen. Eine Verwechslungsgefahr zwischen Thor Steinar und dem Satire-Storch bestehe nicht.

Die Betreiberfirma von Thor Steinar, die MediaTex GmbH aus dem brandenburgischen Königs Wusterhausen, wollte die Modesatire verbieten und ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro verhängen lassen, sollten sich die Macher von "Storch Heinar" nicht daran halten. Eine Abweisung der Klage in Nürnberg war erwartet worden. Bereits bei der mündlichen Verhandlung vor drei Wochen hatte der Vorsitzende Richter MediaTex geraten, die Klage zurückzuziehen.

Hinter "Storch Heinar" steht in erster Linie Mathias Brodkorb, der den Blog "Endstation Rechts" betreibt und für die SPD im mecklenburg-vorpommerischen Landtag sitzt. Sein Ansatz: den Kampf gegen die Rechtsextremen nicht immer bierernst zu führen.

Das tat er gemeinsam mit Spaß-Antifaschisten wie der "Front Deutscher Äpfel" (FDÄ), die "Storch Heinar" am Mittwoch auch gleich zur "heldenhaften Durchbruchsschlacht an der Modefront" gratulierte. Auch auf "Endstation Rechts" ging man mit dem Erfolg humorvoll um. "Ich habe soeben im Nürnberger Modeverbrecherprozess meinen Gegner vernichtend geschlagen", verkündete dort "Storch Heinar", der sich der "größte Modedesigner aller Zeiten" nennt, den GRÖMAZ.

Doch hat Brodkorbs Kampf einen ernsten Hintergrund. Die rechtsextreme Szene stabilisiere sich zunehmend über die Vermarktung eines bestimmten Lebensstils, über Musik und Mode eben, sagte der SPD-Politiker der taz. "Ideologien lassen sich durch Mode auf eine unterschwellige Art und Weise sehr gut verbreiten", sagte Brodkorb. Eine kleine Niederlage mussten er und seine Mitstreiter vor Gericht aber doch hinnehmen. Eine im "Storch Heinar"-Onlineshop angebotene Tasche darf nicht länger den Aufdruck "Wüstenfuchs" tragen, da sich die Firma MediaTex hier vorher die Namensrechte gesichert hatte. Verkauft werden soll die Tasche trotzdem weiterhin: Vorerst als schlichte "Kampftasche". Brodkorb und seine Mitstreiter überlegen aber, ob sie künftig den Beinamen "Büstenluchs" tragen soll. Die Kosten des Rechtsstreits muss zu 94 Prozent die "Thor Steinar"-Vertriebsfirma MediaTex bezahlen, 6 Prozent müssen die Macher von "Storch Heinar" übernehmen.

Die 2003 gegründete MediaTex GmbH betreibt nach eigenen Angaben inzwischen zwölf Thor-Steinar-Läden in Deutschland, die Namen wie "Tønsberg" oder "Narvik" tragen. Immer wieder kommt es zu Protesten und Klagen gegen die Geschäfte. Auf den dort verkauften Kleidern finden sich Anspielungen auf den Zweiten Weltkrieg, die deutsche Kolonialzeit oder die nordische Mythologie. Im ursprünglichen Logo konnte man Ähnlichkeiten mit Runen erkennen, die auch im Nationalsozialismus verwendet wurden. Im Jahr 2005 wurde das Logo in ein Kreuz mit zwei Punkten geändert. Der Brandenburgische Verfassungsschutz stellte aber auch danach fest, dass die Marke im "aktionsorientierten Rechtsextremismus" getragen werde.

Thor Steinar war in Teilen der rechtsextremen Szene etwas in Verruf geraten, als 2008 ein arabischer Investor in die MediaTex GmbH eingestiegen war. Doch laut Handelsregistereintrag ist zumindest der zwischenzeitliche Geschäftsführer Mohammed Aweidah aus Dubai seit Ende Mai nicht mehr im Amt. Der neue Geschäftsführer, Marco Wäspe, war am Mittwoch nicht zu erreichen. von Ariane Lemme und Wolf Schmidt


Nachtrag: Am 22.10.2010 berichtet die tageszeitung, dass das Urteil rechtskräftig geworden sei: Die Firma Mediatex habe die Berufungsfrist verstreichen lassen, meldete "Endstation Rechts".

10.04.2010: Demonstration gegen Oseberg

12.04.2010, NRZ: Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"

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NRZ / Essen,Montag, 12.04.2010

Friedlicher Protestmarsch gegen "Oseberg"


Etwa 200 Menschen protestierten am Samstag unter dem Motto "Say 'auf Wiedersehen' to your Nazi wear" friedlich in der Innenstadt gegen das Geschäft "Oseberg" an der Viehofer Straße. Dort wird seit der Eröffnung vor rund einem Jahr die bei Anhängern der rechten Szene favorisierte Marke "Thor Steinar" verkauft. Gegen 14 Uhr startete der Protest mit einer Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz. Für Diskussionen sorgten rund 30 Demonstranten, die unter der Fahne der "roten Antifa" kurzfristig eine eigene Demonstration angemeldet hatten. Im Abstand von zehn Minuten folgten sie dem Hauptzug über die Lindenallee zum Markt, wo die Hauptkundgebung stattfand. Beide Demo-Züge machten einen weiteren Halt an der Kreuzeskirche, in Sichtweite des Ladens. Gegen 15:30 endete der Protest auf dem Kennedyplatz. Zum Schutz der Demonstranten sperrte die Polizei einige Straßen und Kreuzungen. Polizeidirektor Fritz Unterberg zeigte sich "mit dem Verlauf der Versammlung zufrieden". Hes
Bildunterschrift:
Etwa 200 Menschen protestierten am Samstag in der Innenstadt friedlich gegen den bei Neonazis beliebten Laden "Oseberg" an der Viehofer Straße. Starke Polizeikräfte begleiteten die Demonstranten, dabei kam es auch wie hier an der Hindenburgstraße zu Verkehrsbehinderungen. Foto: Walter Bucholz

12.04.2010, WAZ: Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts

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WAZ / Essen,Montag, 12.04.2010

Friedlicher Protestmarsch gegen Rechts


200 Menschen haben in der Innenstadt unter massivem Polizeischutz gegen die Oseberg-Filiale an der Viehofer Straße begonnen.

Bereits in der Nacht zum Samstag hatte es nach Polizeiangaben tätliche Auseinandersetzungen zwischen Sympathisanten der rechten und der linken Szene gegeben.

Auf dem Willy-Brandt-Platz versammelten sich zunächst r 100 Menschen, um die Schließung des Textilfilialisten zu fordern, dessen Marke "Thor Steinar" nach Beobachtungen des Verfassungsschutzes von Mitgliedern der rechten Szene getragen wird. Der Oseberg-Betreiber Mediatex wehrt sich gegen den Vorwurf, seine Marke sei ein Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Vor dein Landgericht konnte er eine Räumungsklage des Hausbesitzers abwehren.

Noch vor Beginn des Zuges gab es Diskussionen unter den Demonstranten. Ergebnis: Zur Verblüffung der Polizei blieb eine rund 30köpfige Gruppe auf dem Willy-Brandt-Platz und folgte der größeren Kundgebung im Abstand von einer Viertelstunde. Gegen 15.30 Uhr endete die Veranstaltung ohne Zwischenfälle am Kennedyplatz.
Bildunterschrift:
Der Protestzug in der City Foto: Walter Buchholz

Räumungsklage gescheitert

07.04.2010, WAZ: Front gegen rechtsextreme Mode

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WAZ / Essen,Mittwoch, 07.04.2010

WAZ, 07.04.2010:Front gegen rechtsextreme Mode

Räumungsklage gegen "Oseberg" ist gescheitert, Laden kann bis 2014 bleiben, Protestkundgebung für Samstag geplant


Kai Süselbeck

Ein Jahr nach der Eröffnung der umstrittenen "Oseberg"-Filiale an der Viehofer Straße und nach dem Scheitern einer Räumungsklage sucht die Interessen- und Standortgemeinschaft (ISG) Nördliche Innenstadt neue Mittel gegen den Vertrieb der von der rechten Szene getragenen Marke "Thor Steinar". Die Antifa Essen ruft für Samstag zu einer weiteren Protestkundgebung auf.

"Wir haben von Anfang an gesagt: Unserem Viertel hilft dieser Laden nicht. Wenn der Rechtsweg dem Immobilienbesitzer keinen Erfolg gebracht hat, müssen wir beraten, was wir selbst tun können", sagt Matthias Peiniger, Chef des Varietés GOP an der Rottstraße und Vorstandsmitglied der ISG.

Der Hausbesitzer hatte seinen Mieter mehrfach abgemahnt und hatte eine Räumungsklage gegen Oseberg angestrengt. Er warf dem Mieter arglistige Täuschung vor. Der Hinweis auf das in rechtsextremen Kreisen beliebte Modelabel "Thor Steinar" sei ihnen erst wenige Minuten vor der Unterzeichnung des Mietvertrages handschriftlich untergeschoben worden.

Vor der 6. Zivilkammer des Landgerichtes hatte der Hausbesitzer allerdings eine Klatsche kassiert. Die Klage sei unbegründet, der Mietvertrag nicht anfechtbar, eine arglistige Täuschung liege nicht vor. Im Unterschied zu einem anderen Fall, in dem das Oberlandesgericht Hamburg den Vermietern Recht gegeben hatte, habe Oseberg dem Hausbesitzer ausdrücklich die Marke "Thor Steinar" benannt.

Zudem habe der Makler bereits einen Tag vor der Vertragsunterzeichnung gewusst, dass in dem Ladenlokal "Thor Steinar"-Mode verkauft werden solle. Selbst kurz vor der Vertragsunterzeichnung hätten die Vermieter per Internet Informationen über Marke und Diskussionen erhalten können. Somit kann Oseberg den bis ins Jahr 2014 laufenden Mietvertrag behalten.

Am Samstag ab 14 Uhr will die Antifa Essen erneut gegen Oseberg demonstrieren. Antifa-Sprecher Tessa Kuijer: "Wenn Oseberg hier stillschweigend geduldet wird, wird auch das Auftreten Rechten im Stadtbild immer offener und dreister.' Nach einer Auftaktkundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz sollen die Demonstranten unter anderem über die Hindenburgstraße bis zur Ecke Viehofer- / Kreuzeskirchstraße ziehen.


Oseberg und Rechte

Das Tragen von Thor Steinar gilt als Erkennungsmerkmal der rechten Szene. Deshalb ist die Kleidung u.a im Bundestag sowie in zahlreichen Fußballstadien verboten. Seit dem Verkauf der Markenbesitzerin Mediatex an Investoren aus Dubai gibt es aber auch Boykottaufrufe aus der rechten Szene.
Bildunterschrift:
Verbarrikadiert, aber geöffnet: die Oseberg-Filiale. Foto: von Born

Unsere Kontaktadresse, das Anti-Rassismus-Telefon, ist umgezogen:
von der Maxstr. 11 zur Friedrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen
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