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13.11.2010, Borbeck Kurier: Zivilcourage gefragt
Borbeck Kurier / Essen,Samstag, 13.11.10
Zivilcourage gefragt
Kritik an Entscheidung der Polizeipräsidentin. Alles friedlich bei Demo und Gegendemo
Das Kriegerdenkmal war in einer Nacht- und Nebelaktion komplett in schwarze Plastikfolie gehüllt worden. "Eine glorreiche Idee“, freute sich Stadtdechant Dr. Jürgen Cleve. "Ich bin stolz darauf, dass sich die Germania das, was heute zu ihren Füßen passieren soll, nicht ansehen muss." Der Pfarrer von St. Dionysius zeigte sich entsetzt und enttäuscht darüber, dass die Kundgebung der NPD durch die zuständige Polizeipräsidentin genehmigt wurde.
Justizminister Thomas Kutschaty erklärte: „Dass 72 Jahre nach den Novemberpogromen Faschisten mit Fackeln an einem Kriegerdenkmal aufmarschieren, ist unerträglich und beschämend. Um so schlimmer, dass die NPD den Mauerfall als Vorwand missbraucht. Sie verhöhnt nicht nur die Opfer des NS-Terrors, sie beleidigt auch diejenigen, die sich mutig für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte eingesetzt haben." Kutschaty versprach, sich für ein Landesversammlungsgesetz stark zu machen. "Ein Gesetz, das in Zukunft NPD-Aufmärsche verhindern kann, die historisch wichtige Gedenktage beschädigen." Von Bezirksbürgermeisterin Dagmar Poschmann und dem DGB-Regionsvorsitzenden Dieter Hillebrand gab's deutliche Kritik an der Entscheidung der Polizeipräsidentin. "Ich hätte es begrüßt, wenn die Kundgebung ohne wenn und aber verboten worden wäre. Wir brauchen mehr Menschen, die auch in ihren Ämtern Zivilcourage zeigen. Der 9. November 1936 war die Generalprobe für das Wegsehen, das Wegsehen aus Angst, aus Gleichgültigkeit oder Zustimmung." "A]les was klein anfängt, wächst sich aus, wenn es keiner verhindert", betonte Bernhard Trautvetter vom Essener Friedensforum. "Es ist verdammt wichtig, dass sich Essen gegen die Faschisten stellt. Je mehr wir sind, umso kleiner ist die Gefahr - für jeden einzelnen und für die Demokratie." Während der Mahnwache auf dem Höltingplatz sammelten sich - gut bewacht von der Essener Polizei - die knapp 50 NPD-Anhänger vor dem Bürgerhaus. Fackeln wurden angezündet, kurze Reden gehalten. Rund 150 Gegendemonstranten standen hinter den Barrikaden, versuchten mit Trillerpfeifen, Parolen und Gebrüll die Kundgebung der Rechten zu stören.
Christa Herlinger Bildunterschrift: Den Nazis die Zähne zeigen, den Anhängern der NPD deutlich machen "Wir wollen euch nicht“ - das war das Ziel der Kundgebung mit anschließender Mahnwache. Justizminister Thomas Kutschaty gehörte zu den Rednern der Veranstaltung auf dem Höltingplatz. Das Denkmal der Germania war in schwarze Plastikfolie verhüllt worden. Fotos (3): Winkler |
12.11.2010, Bericht der Antifa Essen Z
10.11.2010, Pressemitteilung der Antifa Essen Z
10.11.2010, WAZ: Pfiffe und Tröten gegen Neo-Nazis
WAZ / Essen,Mittwoch, 10.11.10
Pfiffe und Tröten gegen Neo-Nazis
Mehrere hundert Bürger versammelten sich in Borbeck, um ein paar NPD-Anhängern zu zeigen: Wir wollen keine Rechtsextremen in der Stadt. Tobias Appelt
Langsam wird es dunkel. Einsatzwagen der Polizei postieren sich in der Fußgängerzone. Die Beamten verwandeln das Stadtteil-Zentrum in einen Hochsicherheitstracht. Günter Hondele beobachtet das Treiben: "Wir wollen die NPD nicht in Borbeck - und auch nirgendwo sonst", sagt de Rentner. "Unerträglich" NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) bekundete seine "Wut über die Provokation", die von der NPD-Kundgebung ausgehe. Diese sei "unerträglich und beschämend". Die NPD hatte vorab als Grund für ihre Demonstration das Gedenken an die Mauertoten der innerdeutschen Grenze angegeben, doch am gestrigen Donnerstag jährte sich auch die Pogromnacht, die 1938 von den Nazis gelenkten Zerstörungrn jüdischer Geschäfte und Synagogen, zum 72. Mal. Der Aufmarsch sei daher eine "Verhohnung der Opfer des NS-Terrors", meinte Kutschaty. Er kündigte eine Überprüfung des Versammlungsgesetzes an: Künftig sollen solche Treffen an historisch wichtigen Terminen oder Orten von der Polizei verboten werden können. Die "Germania" musste sich das Schauspiel übrigens nicht ansehen. Das Kriegerdenkmal von 1980 war in scharze Folie gewickelt. Bildunterschrift: Die Polizei verwandelte Borbeck in eine Sicherheitszone. um alle Demonstranten voreinander zu schützen. Foto:Udo Milbret |
09.11.2010, Wiederholung der Rede von Peter Gingold
09.11.2010, Rede des Essener Friedensforums
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