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Seitenübersicht

9. November: Jährlich wiederkehrendes Gedenken zur Reichspogromnacht

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Vielen Essenern ist es ein besonderes Anliegen, den 9. November nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.

Dieses Jahr jährt sich die Reichspogromnacht zum 75. Mal.

RWE-logo.png 120px-9Nov2013BlutPlakat.jpgAuf dieser Seite dokumentieren wir die Auseinandersetzung über die von angeblichen "Fans" mit Gewaltandrohung abgesetzte Filmvorführung - und deren Ersatzvorstellung am 22.11. Hier geht es allgemein um das Problem von Rechtsradikalen bei RWE.

Diese Sonderseite berichtet über den Aufmarsch der NPD in Essen-Borbeck. Wieder einmal ein Versuch der NPD, den 9. November für ihre menschenverachtende Hetze zu missbrauchen.


Hier finden Sie Informationen über die Essener Aktionswochen zum 9. November 2013 und weitere Aktionen in Essen um den 9. November.


Inhaltsverzeichnis

WAZ, 22.08.2014 Gesprengte Filmvorführung - Ermittlungen eingestellt

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WAZ / Essen,Freitag, 22.08.2014

Gesprengte Filmvorführung - Ermittlungen eingestellt

Vorfall beim RWE-Fanprojekt der Awo 2013 bleibt unaufgeklärt


Von Marcus Schymiczek

Die Wellen der öffentlichen Empörung schlugen hoch, als im Oktober 2013 eine gewaltbereite Gruppe aus der Fanszene von Rot-Weiss Essen eine Filmvorführung beim Awo-Fanprojekt an der Hafenstraße sprengte. Gezeigt werden sollte „Blut muss fließen - Undercover unter Nazis“, ein Dokumentarfilm über die rechte Musikszene. Mitveranstalter: das linke Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer“. Beteiligte sprachen später von einem Überfall. Wer dahinter steckte, blieb bis heute im Dunkeln und wird aus Sicht der Strafverfolgungsbehörden auch nicht mehr zu klären sein. Auf den Tag genau zehn Monate nach dem Vorfall hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen Anfang der Woche eingestellt.

Wie Oberstaatsanwältin Anette Milk im Gespräch mit der WAZ ausführte, konnte zwar ein Tatbeteiligter ausfindig gemacht werden. Dem heute 35-Jährigen sei aber nicht nachzuweisen gewesen, dass er etwas strafrechtlich Relevantes getan habe. Weder dass er Personen, die sich am Abend des 18. Oktober 2013 in den Räumen des Fanprojektes aufhielten, bedroht habe, noch dass er Plakate abgerissen habe, so die Behördensprecherin. Auch konnten die Ermittler ihm nicht nachzuweisen, dass er sich mit anderen verabredet hatte, die Filmvorführung zu verhindern.

Im Raum stand der Vorwurf der Nötigung. Da ein politisch motivierter Hintergrund nicht auszuschließen war, hatte sich auch der Staatsschutz eingeschaltet. Offenbar war es den Ermittlern nicht schwer gefallen, den Mann ausfindig zu machen. Nach den Worten der Oberstaatsanwältin ist der 35-Jährige eine „auffällige Erscheinung“. Weitere Beteiligte konnten auch mit Hilfe von Fotos nicht identifiziert werden.

Mitarbeiter des Awo-Fanprojektes hatten sich gegenüber der WAZ zu den Vorgängen nicht äußern wollen. Die Anti-Nazi-Doku wurde weniger Wochen nach dem Vorfall im Stadion Essen vor 500 Zuschauern gezeigt.
Bildunterschrift:
Als Reaktion auf die verhinderte Filmvorführung beim Awo-Fanprojekt wurde die Anti-Nazi-Dokumentation im Stadion gezeigt   FOTO: KONOPKA

WAZ/NRZ, 07.02.2014 35-Jähriger tatverdächtig

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 7.2.2014

35-Jähriger tatverdächtig

Nach Eklat bei Vorführung von Neonazi-Doku


Im Fall eines weiteren Skandals, den selbst ernannte „Fans“ ihrem Verein Rot-Weiss Essen „beschert“ haben, dauern die Ermittlungen der Essener Staatsanwaltschaft weiter an. Rund 20 Anhänger störten und stoppten im vergangenen Oktober die Vorführung der Neonazi-Doku „Blut muss fließen“ beim Awo-Fanprojekt - einen Beschuldigten (35) haben die Ermittler inzwischen ausgemacht. Der Mann hat sich bislang nicht zu dem Vorfall geäußert und wird sich wohl durch einen Anwalt vertreten lassen. Die Veranstalter der Vorführung haben ihn anhand von Lichtbildern identifiziert. Bislang fehlen konkrete Hinweise auf weitere Beteiligte ebenso wie auf eine Zugehörigkeit des Beschuldigten zu gewaltbereiten Fan-Gruppen von RWE wie der „Alten Garde“. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln vorrangig wegen des Tatvorwurfs der Nötigung. Nach dem Eklat hatten sowohl das Bündnis „Essen stellt sich quer“ als Co-Veranstalter der Vorführung wie auch der Verein Anzeige erstattet. „Blut muss fließen“ wurde im November nachträglich im Stadion Essen gezeigt. „Wehret den Anfängen“, rief RWE-Aufsichtsratschef Christian Hülsmann den rund 500 Gästen zu.   sk

WAZ/NRZ, 31.01.2014 Nazi-Doku: RWE-Fan will lieber schweigen

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 31.01.2014

Nazi-Doku: RWE-Fan will lieber schweigen


Auch mehr als drei Monate, nachdem mutmaßliche Hooligans aus dem Umfeld von Rot-Weiss Essen beim Awo-Fanprojekt eine Filmdokumentation zur rechten Musikszene „gesprengt“ haben, sind die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft noch nicht zu einem Ende gekommen. Ein 35-Jähriger, der von Anwesenden als einer der Beteiligten identifiziert worden war, ist zwar inzwischen vernommen worden. Der Mann verweigerte jedoch jegliche Aussage zur Sache, teilte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage mit. Die Ermittlungen dauern an.

Mitte Oktober hatte eine Gruppe offenbar gewaltbereiter RWE-Fans die Vorführung des Doku-Films „Blut muss fließen“ unterbunden. Als Zeichen gegen Rechts wurde der Film daraufhin im November im Stadion Essen gezeigt.   schy

NRZ, 08.01.2014 Den Saboteuren auf der Spur

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NRZ / Essen,Mittwoch, 08.01.2014

Den Saboteuren auf der Spur

Einer der Hooligans, die im Oktober die Vorführung einer Neonazi-Filmdokumentation beim Awo-Fanprojekt verhindert haben, ist identifiziert. Von dem 35-Jährigen erhoffen sich die Behörden Hinweise auf Komplizen


Von Jörg Maibaum

Knapp drei Monate nach den Übergriffen von Hooligans aus dem Umfeld von Rot-Weiss Essen auf das Awo-Fanprojekt anlässlich der geplanten Schau einer Neonazi-Dokumentation sind die Ermittler den rechten Saboteuren ein Stück näher gekommen: Die Staatsanwaltschaft lässt gegen einen 35-jährigen Essener ermitteln, der am 16. Oktober mit von der Partie gewesen sein soll, als eine größere Gruppe die Veranstaltung zum Teil mit Gewaltandrohungen sprengte (die NRZ berichtete).


„Der Mann ist von
drei Zeugen identifi-
ziert worden“
Rainer Kock,
Staatsanwalt

„Der Mann ist bei einer Lichtbildvorlage von drei Zeugen identifiziert worden“, sagte Staatsanwalt Rainer Kock gestern auf Nachfrage der NRZ: „Er war dabei.“ Der 35-Jährige soll nun vernommen werden, „in der Hoffnung, dass wir weitere Hinweise auf maßgebliche Beteiligte bekommen“, so Kock.

Die Erklärung der mutmaßlichen Täter, die sich nach eigener Darstellung zu Unrecht in die rechte Ecke gedrängt sahen, ihr Auftreten sei im Zusammenhang mit der Forderung „Keine Politik im Stadion“ zu sehen, hatte nicht nur RWE-Vorstand Michael Welling nicht gelten lassen. Nachdem die Behörden Ermittlungen von Amts wegen eingeleitet hatte, erstattete auch der Verein Anzeige gegen Unbekannt wegen Bedrohung und Nötigung. „Wir wollen mit der Anzeige ganz deutlich Stellung beziehen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Christian Hülsmann. Einen Monat wurde der Film „Blut muss fließen“ ohne Zwischenfälle im Assindia-Bereich des Stadions gezeigt.

Nach Berichten von Augenzeugen soll die offenbar gewaltbereite Gruppe, die Anwesenden Schläge angedroht haben soll, „Alte Garde Essen“-T-Shirts getragen haben. Nach Recherchen der Antifa Essen Z unterhielten deren Mitglieder Kontakte zu neonazistischen Gruppierungen wie Nordsturm Brema und Standarte Bremen. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten Jahresbericht der nach eigenen Angaben linksradikalen Gruppe hervor. In dem selbst durch die rote Brille gelesenen Dossier erscheint das Jahr 2013 in der Rückschau eher blassbraun. Unerwartet seien die Aktivitäten der NPD im vergangenen Jahr „massiv zurückgegangen“. Während die rechte Partei im Jahr zuvor noch sieben öffentliche Versammlungen organisierte und an etwa 15 Wahlkampfständen Propaganda betrieb, seien im vergangenen Jahr gerade einmal drei Kundgebungen auf die Beine gestellt worden, so die Verfasser. Auch die parteiunabhängige Kameradschaftsszene habe kaum nennenswerte Aktivitäten entwickelt.

Für das noch junge Jahr erwarten die Linken im Vorfeld der Kommunalwahl zwar ein stärkeres Auftreten der extrem rechten Parteien. Dies gelte insbesondere für „Pro NRW“. Von den meisten Akteuren der organisierten rechten Szene in Essen gehe momentan jedoch keine konkrete Gefahr aus. „Dennoch zeigt vor allem die aktuelle Flüchtlings- und Zuwanderungsdebatte deutlich, dass die Positionen der bürgerlichen Mitte immer wieder Anknüpfungspunkte für extrem rechte Gruppierungen bieten“, heißt es in dem Bericht.
Bildunterschrift:
Über einen Monat nach dem Übergriff wurde der Film am 22. November in der In der VIP-Lounge des Stadions gezeigt.   FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

NRZ, 27.11.2013 RWE schließt Hooligans aus Verein aus

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NRZ / Essen,Mittwoch, 27.11.2013

RWE schließt Hooligans aus Verein aus

Stadionverbot nach Angriff auf MSV-Fans


Von Marcus Schymiczek

In der jüngsten öffentlichen Diskussion um den mehr als nur fragwürdigen „Auftritt“ von Hooligans vor der geplanten Vorführung einer NaziDoku beim Awo-Fanprojekt am 16. Oktober ist nahezu untergangen, dass es einen weiteren Übergriff von Schlägern aus der Fanszene von RotWeiss Essen gegeben hat: Unmittelbar nach dem Spiel der zweiten Mannschaft von RWE gegen die Amateure des MSV Duisburg am Sonntag, 17. November, auf der Sportanlage an der Seumannstraße in Altenessen wurden MSV-Fans von einer Gruppe von sieben bis acht Hooligans angegriffen.


„Der Verein hat sich,
entschlossen, ein
Stadionverbot
auszusprechen“
RWE in einer
Presseerklärung

Zwei Duisburger wurden dabei erheblich verletzt. Die beiden Opfer erstatteten Anzeige. Bei dem Überfall sollen Zeugen zufolge auch folgende Worte gefallen sein: „Ich hau Dir aufs Maul, du Jude“, wie RWE-Vorstand Michael Welling auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte. Die Polizei geht dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung nach. Von antisemitischen Äußerungen sei in der Anzeige allerdings keine Rede, so Polizeisprecher Lars Lindemann.

Die Angreifer waren während der zweiten Halbzeit der Partie der U 23-Elf von RWE gegen den MSV II auf der Sportanlage erschienen. Die Täter sind inzwischen identifiziert, ihre Personalien hatten Polizeibeamte nach dem Überfall unweit der Seumannstraße aufgenommen.

Wie Rot-Weiss Essen gestern mitteilte, hat sich der Verein dazu entschlossen, gegen die Täter Stadionverbote auszusprechen. Auch mit zivilrechtlichen Schritten und mit Konsequenzen von Seiten des Fußballverbandes müssten sie rechnen. Zwei der Männer seien zudem RWE-Mitglieder, so Michael Welling. Beide sollen nun aus dem Verein ausgeschlossen werden. Die Ermittlungen gegen jene RWE-Fans, die Mitte Oktober die geplante Filmvorführung beim Awo-Fanprojekt gesprengt haben, dauern an.

WAZ, 27.11.2013 RWE schließt Hooligans aus Verein und Stadion aus

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WAZ / Essen,Mittwoch, 27.11.2013

RWE schließt Hooligans aus Verein und Stadion aus

Täter hatten MSV-Fans an der Seumannstraße angegriffen


Von Marcus Schymiczek

In der jüngsten öffentlichen Diskussion um den mehr als nur fragwürdigen „Auftritt“ von Hooligans vor der geplanten Vorführung einer Nazi-Doku beim Awo-Fanprojekt am 16. Oktober ist nahezu untergangen, dass es einen weiteren Übergriff von Schlägern aus der Fanszene von Rot-Weiss Essen gegeben hat: Unmittelbar nach dem Spiel der zweiten Mannschaft von RWE gegen die Amateure des MSV Duisburg am Sonntag, 17. November, auf der Sportanlage an der Seumannstraße in Altenessen wurden MSVFans von einer Gruppe von sieben bis acht Hooligans angegriffen (die WAZ berichtete im Lokalsport).


„Der Verein hat sich
entschlossen, ein
Stadionverbot auszusprechen“
RWE in einer Presseerklärung

Zwei Duisburger wurden dabei erheblich verletzt. Die beiden Opfer erstatten Anzeige. Bei dem Überfall sollen Zeugen zufolge auch folgende Worte gefallen sein: „Ich hau Dir aufs Maul, du Jude“, wie RWE-Vorstand Michael Welling auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte.

Die Polizei geht dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung nach. Von antisemitischen Äußerungen sei in der Anzeige allerdings keine Rede, so Polizeisprecher Lars Lindemann. Die Angreifer waren während der zweiten Halbzeit der Partie der U 23-Elf von RWE gegen den MSV II auf der Sportanlage erschienen. Die Täter sind inzwischen identifiziert, ihre Personalien hatten Polizeibeamte nach dem Überfall unweit der Seumannstraße aufgenommen.

Wie Rot-Weiss Essen gestern mitteilte, hat sich der Verein dazu entschlossen, gegen die Täter Stadionverbote auszusprechen. Auch mit zivilrechtlichen Schritten und mit Konsequenzen von Seiten des Fußballverbandes müssten sie rechnen. Zwei der Männer seien zudem RWE-Mitglieder, so Michael Welling. Beide sollen nun aus dem Verein ausgeschlossen werden.

Die Ermittlungen gegen jene RWE-Fans, die Mitte Oktober die geplante Filmvorführung beim Awo-Fanprojekt gesprengt haben, dauern an.
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NRZ, 25.11.2013 Pils und Popcorn passten nicht zum Film

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NRZ / Essen,Montag, 25.11.2013

Pils und Popcorn passten nicht zum Film

Zeichen gegen Rechts im Stadion Essen


Von Pascal Hesse

Lange war die Vorführung von „Blut muss fließen – Undercover unter Neonazis“ im Stadion Essen gefordert und erwartet worden, hatte doch der Kinoabend beim Awo-Fanprojekt im Oktober für einen Eklat gesorgt. 20 Rot-Weiss-„Fans“, wie sie sich selbst bezeichneten, stoppten die Vorführung. Und sorgten für einen Aufschrei in der Stadtgesellschaft. Flagge gegen Rechts zeigen, das war daher vergangenen Freitag angesagt – oben, im VIP-Bereich des Stadions.

500 Besucher kamen, um sich die 90-minütige Doku über die deutsche Rechtsrock-Szene anzuschauen. Mit dabei der RWE-Vorstand Michael Welling und der Aufsichtsrat, Barbara Rörig als GVE-Aufsichtsratschefin, Vertreter von Linken und Grünen, die zwei Dezernenten Bomheuer und Kromberg, SPD-Fraktionschef Rainer Marschan, Harald Philipp, der persönliche Referent des OB, die erste Mannschaft von RWE sowie ein großes Aufgebot an Sicherheitspersonal – offenbar um zu vermeiden, dass sich der Oktober-Vorfall wiederholt. Und dazu eine Popcornmaschine.

Warum zu einem derartigen Film über Gewalt Popcorn gereicht wird und Pils vom Fass – ja diesen Mangel an Feinfühligkeit quittiert nicht alleine Regisseur Peter Ohlendorf mit einem Kopfschütteln. Auch hätte man erwarten können, dass sich nicht gerade die erste Mannschaft aufs Popcorn stürzt, bei der Begrüßung und bei der Vorstellung des AWO-Fanprojekts aber eher durch ihr Gibbeln auffällt. Mehr zum Thema Lokalseite 2
Bildunterschrift:
RWE-Chef Michael Welling.   FOTO: KONOPKA

WAZ/NRZ, 25.11.2013 RWE zeigt Rassisten die Rote Karte

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WAZ/NRZ / Essen,Montag, 25.11.2013

RWE zeigt Rassisten die Rote Karte

Rund 500 Gäste sahen die Dokumentation „Blut muss fließen“, deren erste Vorführung beim Awo-Fanprojekt von Hooligans gestoppt worden war


Wahrscheinlich wird der Journalist und Filmemacher Peter Ohlendorf selten so viele Zuschauer bei einer Vorführung seiner Neonazi-Reportage „Blut muss fließen – Undercover unter Neonazis“ begrüßt haben, wie am Freitagabend. „Zu verdanken“ hatte er es einer rund 20-köpfigen Gruppe Hooligans, die Mitte Oktober die erste geplante Aufführung des Films in den Räumen des Awo-Fanprojektes unter Androhung von Gewalt verhindert hatte (wir berichteten).

Jetzt sahen rund 500 Fans von Rot-Weiss Essen (RWE) und Gäste, unter ihnen die erste Mannschaft, die Dokumentation im VIP-Bereich des Stadions Essen. Die Diskussionen und Berichte in den vergangenen Wochen hatten auch in der Fanszene deutliche Spuren hinterlassen – das zeigte die anschließende Diskussion mit WAZ-Redakteur Marcus Schymiczek. „Wehret den Anfängen“ war dann auch das Credo dieses „Rückspiels“, das Verein, das Awo-Fanprojekt und Stadionbetreiber, die Grundstücksverwaltung der Stadt Essen (GVE), auf den Spielplan gesetzt hatten.

„Als die Störer kamen, hatten mir gerade zwei Vertreter der Ultras erzählt, dass sie ganz schnell ihre Banner wieder einrollen müssen, wenn die den Hooligans nicht passen“, brachte der anwesende Regisseur Peter Ohlendorf einen Ball ins Spiel, den wohl die meisten richtigen RWE-Fans am liebsten weit ins Aus spielen würden. Bestimmen tatsächlich altgediente Hooligans – wiederholt ins Gerede gekommen war die „Alte Garde Essen“ – was in der Kurve gespielt wird?

Das trifft den Fan ins Mark. „Ich bin bei jedem Spiel dabei und habe so etwas noch nicht erlebt. Wir haben unseren Kodex, und der richtet sich gegen Rassismus“, stellte ein Besucher fest: „Wir haben ein Problem, aber das gibt es doch nicht nur beim RWE, sondern in der ganzen Gesellschaft“, gab er einen Einblick ins Seelenleben der Fans und in die kontroversen Diskussionen der vergangenen Wochen. Auch die Ultras Essen, die größte von mehreren Gruppierungen bei RWE, hatten in einem Interview mit einer Sportzeitung ihre Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung unterstrichen. Offiziell angemeldet zum Film waren allerdings weder sie noch andere Gruppen. „Die führenden Köpfe waren aber da“, bemerkte Vereinspräsident Michael Welling.


"Ausgrenzen
macht die Täter"
zu Märtyrern"
Ein Fan über einen Gast, der in
"Thor Steinar"-Kleidung kam

Was tun? „Man hat immer Nazis im Stadion gehabt und wird sie auch weiterhin haben“, ließ Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte der Deutschen Sportjugend, gar nicht erst Heile-Welt-Illusionen aufkommen. Im Verein sind die Rollen klar: Das Fan-Projekt soll vermitteln, der Verein selbst wird sanktionieren – wenn er die Täter vom Oktober identifiziert.

Wie schwierig aber handeln manchmal ist, zeigte ein Vorfall, bei dem die meisten Gäste ersteinmal schlucken mussten: Im Stadion ist die Neonazi-Marke „Thor Steinar“ verboten. Nun saß aber ein Gast ungehindert von den Ordnern in genau dieser Kleidung im Publikum. Regisseur Ohlendorf machte die Versammlung darauf aufmerksam. Bevor es zum Eklat kam, war die betreffende Person verschwunden. Zum Gespräch kam es so aber auch nicht, der öffentliche Druck in der Situation hatte funktioniert. Ein Fan kommentierte dies so: „Rausschmeißen ist leicht, aber so wird man einfach wenig ändern. Ausgrenzen macht die Täter zu Märtyrern.“



Blick hinter den braunen Vorhang

Doku zeigt Neonazi-Konzerte und zögerliches Eingreifen der Behörden

„Blut muss fließen – Undercover unter Neonazis“ ist eine 90-minütige Dokumentation der Journalisten Thomas Kuban und Peter Ohlendorf. Der Titel bezieht sich auf den Refrain des Liedes „Blut“, der in der Rechtsrock-Szene zum festen Repertoire vieler Bands gehört.

Und in genau diesem Milieu ist die Dokumentation angesiedelt, der Fußball spielt überhaupt keine Rolle. Kuban und Ohlendorf nehmen die Zuschauer per Knopflochkamera mit auf eine Tournee zu zahlreichen Neonazi-Konzerten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, England und Ungarn. Ergänzt werden die Aufnahmen von Recherche-Berichten, die sich im Wesentlichen mit dem zögerlichen bis ausbleibendem Eingreifen der Behörden beschäftigen.

Zwar macht der Film durch die gezeigten eindrucksvollen Bilder – zahlreiche tätowierte Fleischberge mit ausgestrecktem Arm – einen subtil gewalttätigen Eindruck. Gewalt selbst wird aber nicht gezeigt. Der Einblick in die Szene, bei der die Musik oftmals als „Einstiegsdroge“ funktioniert, schafft einen ersten Blick hinter den braunen Vorhang. Für vertiefte Information muss man die Begleitliteratur bemühen. Regisseur Ohlendorf ist mit dem Film häufig in Schulen.
Bildunterschrift:
 
  • "Keine Politik - nur normal": Mit diesem Banner bezogen die Fans am Freitagabend deutlich Haltung gegen Rassismus und Diskriminierung FOTOS: SEBASTIAN KONOPKA
  • Auch die erste Mannschaft von Rot-Weiss Essen zeigte Präsenz und kam geschlossen zur Filmvorführung ins Stadion.

WAZ/NRZ, 26.10.2013 Leserbrief Politisch? Kriminell!

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WAZ/NRZ / Essen, Rubrik Leserforum/Leser-Klartext,Samstag, 26.10.2013

Das ist kriminell /
Politisch? Kriminell!


Hooligans beherrschen Fan-Szene. /
RWE-Fanszene

Der Film „Blut muss fließen ...“ berichtet über Neonazi-Konzerte und eine Szene von Bands und ihre Fans, die mit volksverhetzenden Inhalten auftreten. Es geht im Film also nicht um Politik, sondern um Kriminalität. Nun könnte man sich fragen, warum das RWE-Fanprojekt ausgerechnet diese und nicht andere interessante Dokumentationen zeigt, zum Beispiel über kriminelle Drogendealer? Ganz einfach: weil RWE wohl weniger mit dem Problem illegaler Drogen zu tun hat und so kein besonderer Aufklärungsbedarf besteht - im Gegensatz dazu aber beim Rechtsradikalismus: Das haben die selbsternannten „Fans“ ja deutlich bewiesen. Wer menschenverachtendes Handeln als „politische Meinung“ darstellt, stellt sich in die gleiche Reihe, wie die kriminellen Selbstmordattentäter, die für ihr Tun religiöse Gründe geltend machen wollen. Jede Gesellschaft muss sich gegen Kriminalität wehren. „Politisch“ wird es erst mit der Frage, wie wir uns möglichst effektiv dagegen wehren können.

Rainer Sonntag, Essen / per Email

NRZ, 25.10.2013 Nazi-Doku am 22. November soll „Zeichen setzen“

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NRZ / Essen,Freitag, 25.10.2013

Nazi-Doku am 22. November soll „Zeichen setzen“


Im Assindia-Saal des Stadions an der Hafenstraße soll am 22. November um 18 Uhr nachgeholt werden, was vermeintliche RWE-Fans vergangene Woche verhindert haben: die Aufführung der Neonazi-Dokumentation „Blut muss fließen“. Bei freiem Eintritt schließt sich an die Vorführung eine Podiumsdiskussion mit Filmregisseur Peter Ohlendorf an. Für den Geschäftsführer der städtischen Grundstücksgesellschaft GVE, Andreas Hillebrand, ist die Aufführung „ein Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung“, für den Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Michael Franz zudem ein Signal, das Awo-Fanprojekt wieder ins rechte Licht zu rücken. Die verhinderte Vorführung sei ein Affront auch gegen dessen gute Arbeit gewesen.

Mehr zum Thema Lokalseite 4

WAZ/NRZ, 25.10.2013 „Alte Garde“ beherrscht RWE-Fanszene

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 25.10.2013

„Alte Garde“ beherrscht RWE-Fanszene

Die Hooligans sollen die Mitarbeiter und Gäste des Fanprojektes vor der Vorführung des Films „Undercover unter Nazis“ bedroht haben. Sie wollen Engagement gegen Rassismus verhindern


Von Philipp Wahl und Marcus Schymiczek

Gegen Rassismus und Diskriminierung in Fußball-Stadien engagieren sich DFB und Bundesliga seit Jahren. Für Ultras, die der organisierten Fanszene von Rot-Weiss Essen angehören, wäre es dagegen ein Wagnis, mit Bannern gegen Rassisten Stellung zu beziehen: Denn statt des Rechts auf freie Meinungsäußerung gilt im Block das Recht des Stärkeren. Körperlich überlegen sind den oft jugendlichen Ultras die Hooligans (siehe Kasten) der „Alten Garde Essen“. Die T-Shirts der Kampfsportler, die diese sogar über einen Online-Shop vertreiben, sollen laut Augenzeugen einige der 20 Männer getragen haben, die am 16. Oktober Mitgliedern und Gästen des Awo-Fanprojektes Schläge androhten.

Die Täter hatten so die Vorführung des Dokumentarfilms „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ über die Neonazi-Musikszene verhindert. Den Film zeigt RWE nun wie berichtet am 22. November im Assindia-Bereich des Stadions.

„Alle haben Angst vor denen“

Nach dieser Grenzüberschreitung der Hooligans, von denen auch die Sozialarbeiter des Fanprojektes einige namentlich kennen sollen, hatten viele RWE-Fans auf Konsequenzen gehofft. „Warum zeigt die Leute der Alten Garde keiner an, obwohl jeder weiß, dass sie es waren?“, empört sich einer, der sich auskennt in der Fanszene. Er liefert die Antwort hinterher: „Weil sie alle Angst vor denen haben.“

So verwundert auch die paradoxe Reaktion auf das Bedrohungsszenario nicht. Während beim Spiel gegen Lippstadt Zuschauer auf der Haupttribüne vereinzelt Stellung bezogen („Kein Bock auf Nazis“), stellte sich die Westtribüne sogar – scheinbar – hinter die Schlägertruppe, indem sie deren Zensur-Forderung auf Spruchbändern wiederholte: „Keine Politik – nur der RWE“.

„Es ist die alte Masche“, sagt Martin Endemann vom bundesweit vernetzten Bündnis aktiver Fußball-Fans (BAFF): „Mit dem Slogan wird antirassistisches Engagement als linksextrem diffamiert.“ An der Hafenstraße hätten Hooligans bereits 2008 eine Ultra-Gruppe eingeschüchtert und zur Aufgabe gezwungen, so Endemann. Von den „Ultras Essen“, der größten Ultra-Gruppierung, hatten sich in den vergangenen Jahren außerdem mehrfach größere Gruppen verabschiedet. Insider berichten, zur Zersplitterung habe beigetragen, dass „Ultras Essen“ allergisch auf vermeintlich politische Themen reagierte. Bei RWE, so Endemann, engagiere sich heute keine Gruppe offen antirassistisch, weil die „Alte Garde“ dies verbiete.

Wenn RWE-Chef Michael Welling also fordert, im Stadion müsse Platz für den Kampf gegen Diskriminierung und menschenverachtende Regime sein, widerspricht dies dem „Politikverständnis“ der Ordnungsmacht im Block und dem der tatsächlich gesellschaftlich desinteressierten Mehrheit dort. Dass die Hooligans Politik machen, indem sie entscheiden, welche Filme nicht gezeigt und welche Fahnen nicht geschwenkt werden dürfen, beklage auch unter RWE-Fans längst niemand mehr öffentlich, erklärt ein Szenekenner: „Wer will sich schon von Kampfsportlern bedrohen lassen?“

Stadionverbote, Vereinsausschlüsse

Darauf legen es auch die Ordner im Stadion nicht an, erzählt er weiter. Laut Stadionordnung ist Kleidung der Neonazi-Marke „Thor Steinar“ im Stadion verboten. „Die Hooligans aber hindert niemand daran, manche Order tragen selbst Thor Steinar.“

RWE-Chef Michael Welling dagegen scheint entschlossen, sich mit denen anzulegen, die dem Fanprojektes drohten: „Sobald klar ist, wer das war, wird es eine unmissverständliche Reaktion des Vereins geben.“ Der Fußballmanager schließt auch Vereinsausschlüsse, Stadion- und Hausverbote nicht aus.


Gewalt suchende Fußballfans

  • Organisierte Hooligans verabreden sich mit Hooligans gegnerischer Mannschaften zu Massenschlägereien abseits der Stadien.
  • Anders als bei Ultras steht bei den Hooligans nicht die Unterstützung des eigenen Teams im Vordergrund.
  • Hochzeit des Hooliganismus waren die 80er und 90er Jahre. Damals prügelten sich die „Essener Löwen“
    Bildunterschrift:
    „Keine Politik – nur der RWE“: Auf der Westtribüne bestimmen Hooligans der „Alten Garde“, welche Banner gezweigt werden dürfen – und welche nicht.   FOTO: MICHAEL GOHL

WAZ/NRZ, 25.10.2013 Forscher und Fanverband: Club in der Pflicht

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WAZ/NRZ / Essen,Freitag, 25.10.2013

Forscher und Fanverband: Club in der Pflicht

Fanprojekt schweigt. Experten sehen Sozialarbeiter in Zwickmühle


Die Mitarbeiter des Awo-Fanprojekts wollen auf Anfrage nicht beantworten, ob sie die Männer kennen, die ihnen und den Gästen der Filmvorführung Prügel angedroht haben. Die Sozialarbeiter sieht BAFF-Sprecher Endemann in der Zwickmühle: „Die bekannten Täter werden in der Szene gefürchtet, aber auch respektiert.“

Auch wenn Fanprojekte Gewalt und Diskriminierung verhindern sollen: Für das Essener,so Endemann, stehe bei der Aufarbeitung des Hooligan-Eklats das Verhältnis zu anderen RWE-Fans auf dem Spiel. Tatsächlich wirbt die „Alte Garde“ unter den Ultras Kämpfer für ihre Nachwuchstruppe („Junge Garde“) an. Zu ihren Freunden zählt die „Alte Garde“ auf ihrer Webseite eindeutig rechte Hooligangruppen aus Bremen, die zu Ackerkämpfen zuweilen mit Hakenkreuz-T- Shirts antreten. Dass die Essener Hooligans stramme Neonazis wären oder wie jene Fußball-Gewalttäter in Aachen, Dortmund oder Braunschweig gemeinsame Sache mit organisierten Rechtsradikalen machten, bestreiten selbst ihre Kritiker – sogar im Schutze der Anonymität: „Die würden sich auch nicht als Nazis bezeichnen, auch wenn sie argumentieren, drohen und zensieren, als wären sie welche.“

In Essen sind vermeintlich linke oder „aufmüpfige“ Fans zwar anders als zuletzt in Duisburg noch nicht von Hooligans angegriffen worden. RWE-Chef Welling warnt dennoch vor einer Radikalisierung der Szene und der Eskalation der Konflikte: „Das müssen wir im Auge behalten.“

Auch Sozialwissenschaftler Gerd Dembowski von der Uni Hannoverkennt die Konflikte in der „gemäßigten Essener Szene“, wie er sagt: Die Hooligans wollten ihr sozialdarwinistisches Weltbild, das auf Gewaltverherrlichung und die Überbetonung von Männlichkeit aufbaue, wie in vielen Städten Ultras aufzwingen.

Dembowski und Endemann sehen in Essen nun vor allem den Verein in der Pflicht. Dass RWEund Fanprojekt die Neonazi-Doku im Stadion zeige, sei ein richtiger Schritt. Beide fordern aber auch „Sanktionen für die Täter“.   pw/schy
Bildunterschrift:
RWE-Chef Michael Welling

WAZ, 25.10.2013 Leserbriefe RWE zeigt Neonazi-Doku

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WAZ / Essen, Rubrik Online-Stimmen,Freitag, 25.10.2013

Leserbriefe RWE zeigt Neonazi-Doku


Was nützt die Vorführung, wenn RWE nicht sein Problem mit extremistischen Gruppen in den Griff bekommt? Hier hätte ich ein konsequenteres Vorgehen – Vereinsausschlüsse – der Entscheidungsträger gewünscht. Denn die Verursacher sind bekannt und von daher ist es schon mehr als peinlich, wenn Herr Welling sagt, es ist ihm nicht bekannt! amki

Ich kann nur hoffen, dass damit die Randale-Aktion zum Eigentor für diese Hooligans wird. Man hat die Vorführung vor einer Handvoll Fans verhindert, stattdessen sehen nun hoffentlich viele Hundert den Film. Genau die richtige Reaktion des RWE. Respekt! klaengel1

NRZ, 24.10.2013 Nazi-Doku im Stadion am 22.11.

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NRZ / Essen,Donnerstag, 24.10.2013

Nazi-Doku im Stadion am 22.11.


Fußballregionalligist Rot-Weiss Essen wird den Dokumentarfilm „Blut muss fließen - Undercover unter Nazis“ am Freitag, 22. November, um 18 Uhr in Kooperation mit dem Awo-Fanprojekt und dem Stadionbetreiber GVE im Stadion Essen zeigen. Auf diesen Termin verständigten sich die Beteiligten gestern. „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass wir uns gegen jede Form von Diskriminierung aussprechen“, so RWE-Vorstand Michael Welling. Im Anschluss an die Vorführung ist eine Podiumsdiskussion geplant. Regisseur Peter Ohlendorf wird an dem Abend zugegen sein. Wie berichtet, hatten Hooligans die Filmvorführung in den Räumen des Awo-Fanprojekts verhindert. Die Unterdrückung von Meinungsäußerungen sei in keinster Weise akzeptabel und mit der von Fans geäußerten Forderung „Keine Politik im Stadion“ nicht zu rechtfertigen, so Welling.   schy

WAZ, 24.10.2013 Nazi-Doku läuft am 22. November im Stadion Essen

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WAZ / Essen,Donnerstag, 24.10.2013

Nazi-Doku läuft am 22. November im Stadion Essen


Fußballregionalligist Rot-Weiss Essen wird den Dokumentarfilm „Blut muss fließen - Undercover unter Nazis“ am Freitag, 22. November, um 18 Uhr in Kooperation mit dem Awo-Fanprojekt und dem Stadionbetreiber GVE im Stadion Essen zeigen. Auf diesen Termin verständigten sich die Beteiligten gestern. „Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen, dass wir uns gegen jede Form von Diskriminierung aussprechen“, so RWE-Vorstand Michael Welling. Im Anschluss an die Vorführung ist eine Podiumsdiskussion mit Regisseur Peter Ohlendorf geplant. Wie berichtet, hatten Hooligans die Filmvorführung in den Räumen des Awo-Fanprojekts verhindert. Die Unterdrückung von Meinungsäußerungen sei inakzeptabel und mit der von Fans geäußerten Forderung „Keine Politik im Stadion“ nicht zu rechtfertigen, so Welling.  schy

NRZ, 23.10.2013 "Ein Stadion, das bunt ist"

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NRZ / Politik, Rubrik Leserbriefe,Mittwoch, 23.10.2013

"Ein Stadion, das bunt ist"

RWE zum Übergriff aufs Fan-Projekt


Von M. Schymiczek

Der Übergriff von Hooligans aus dem Umfeld von Rot-Weiss Essen auf das Awo-Fanprojekt anlässlich der geplanten Vorführung einer Neo-Nazi-Dokumentation am vergangenen Mittwoch, sorgt auch in Fankreisen nach wie vor für Diskussionsstoff. Wie zu hören ist, sehen sich die Täter durch die Reaktionen von Medien, Politik und Öffentlichkeit in die „rechte Ecke“ gedrängt. Die Aktion sei vielmehr in Zusammenhang mit der Forderung „Keine Politik im Stadion“ zu sehen, die nicht nur in Essen von Fußballanhängern erhoben werde.

Für RWE-Vorstand Michael Welling greift diese Erklärung deutlich zu kurz. Es gehe nicht um Parteipolitik und um die Frage Rechts oder Links. Es gehe um den Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und eine menschenverachtende Politik. Was das angeht, gibt es nicht nur für Welling keine zwei Meinungen. „Wir wollen ein Stadion, das bunt ist“, so der RWE-Chef. Indem die Täter - laut Augenzeugen unter Gewaltandrohung - die Filmvorführung verhinderten, missachteten sie das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung. Die Spielregeln einer freien Gesellschaft haben sie so grob verletzt. Gewollt oder nicht? Ihr Verhalten war politisch. Es gibt keine politikfreien Räume, auch nicht beim Fußball. Darüber wird im Awo-Fanprojekt jetzt wohl zu diskutieren sein. Und auch über die Frage, ob die Forderung „Keine Politik im Stadion“ nicht ein Feigenblatt ist.
Bildunterschrift:
Michael Welling   FOTO: KV

Jusos Essen unterstützen Essen-stellt-sich-quer

Quelle: Jusosessen.de

Pressemitteilung

23. Oktober 2013

Vor einer Woche wurde eine geplante Vorführung des Films "Blut muss fließen" in den Räumlichkeiten des AWO-Fanprojekts am Stadion Essen durch ein Aufmarsch von rechtsgesinnten RWE-„Anhängern“ verhindert. Unter Berücksichtigung der Sicherheit der AWO-Gäste und MitarbeiterInnen hat sich das Bündnis "Essen stellt sich quer" für den Abbruch der Vorführung entschieden.

"Die Veranstaltung abzubrechen war im gegebenen Moment wahrscheinlich die richtige Entscheidung. Der Vorfall zeigt aber auch, wie sehr der Film ins Schwarze trifft und gibt umso mehr Grund, dass Thema offen und breit zu behandeln." sagt Isabel Razanica, Beisitzerin der Jusos Essen, die der geplanten Vorführung beiwohnte.

Mittlerweile haben sich Verantwortliche von Rot-Weiss Essen zu Wort gemeldet. Wie bereits der Tagespresse zu entnehmen war, soll der Film nun im Assindia-Businessbereich des „Stadions Essen“ gezeigt werden. Das Bündnis ESSQ hat Anzeige gegen Unbekannt bei der Polzei gestellt- wegen Bedrohung, Nötigung und Sachbeschädigung. Die Jusos Essen begrüßen dieses Vorgehen ausdrücklich und fordern weitere Konsequenzen aus diesem Vorfall.

"Fußball ist und bleibt ein politischer Ort. Spieler und echte Fans vom RWE zeigen, dass Rassismus, Homophobie und Fremdenhass auf dem Platz und in der Kurve nichts zu suchen haben. Der Verein RWE sollte ebenfalls ein Zeichen setzen.", so Alexander Nolte, Vorsitzender der Jusos Essen, abschließend.


WAZ, 22.10.2013 Leservotum: Hooligans von RWE

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WAZ / Essen, Rubrik Online-Leservotum,Dienstag, 22.10.2013

Leservotum: Hooligans von RWE


Nachdem Hooligans die Vorführung eines Aufklärungsfilm über Neonazis verhinderten, ist RWE um Wiedergutmachung bemüht. Engagiert sich RWE ausreichend gegen rechtsextreme Fans?

  • 39% Ja, mehr kann man von einem Regionalligisten nicht erwarten.
  • 28% Nein, auch die Chefetage und die Mannschaft müssten deutlicher Stellung gegen Rechtsextreme und Gewalttäter beziehen.
  • 33% Nein, der Verein muss auch das Fanprojekt und andere Gruppen bei ihrem Einsatz gegen Rechtsextreme unterstützen.

693 abgegebene Stimmen, nicht repräsentativ

NRZ, 21.10.2013 Wichtig is eben nicht nur aufm Platz...

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NRZ / Essen,Montag, 21.10.2013

Wichtig is eben nicht nur aufm Platz...


„Keine Politik“ und stattdessen „Nur der RWE“, so texteten die einen, während die anderen ihre Antwort ebenfalls per Transparent preis gaben. Kein Zweifel, die durch vermeintliche RWE-Fans verhinderte Aufführung des Undercover-Films „Blut muss fließen“ beim Awo-Fanprojekt zeigt Wirkung bis auf die Tribünen, wie das Foto vom RWE-Heimspiel am Samstag zeigt. Gestern gab Sprecher Max Adelmann vom Bündnis „Essen stellt sich quer“ bekannt, dass man als Veranstalter die Störer vom Mittwoch vergangener Woche angezeigt habe. Zwingend notwendig war diese Anzeige allerdings nicht mehr, da die Ermittlungsbehörden schon von sich aus aktiv geworden waren.   woki
Bildunterschrift:
FOTO: MICHAEL GOHL

WAZ, 21.10.2013 Anzeige gegen RWE-Störer

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WAZ / Essen,Montag, 21.10.2013

Anzeige gegen RWE-Störer


Nachdem selbst ernannte „Fans“ von Rot-Weiss Essen die Vorführung der Neonazi-Doku „Blut muss fließen“ in den Räumen des Awo-Fanprojekts verhindert haben, hat das Bündnis „Essen stellt sich quer“ als Veranstalter Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei gestellt - wegen Bedrohung, Nötigung und Sachbeschädigung. In einer internen Mail-Umfrage hatte sich eine große Mehrheit der Bündnis-Mitglieder dafür ausgesprochen. Der Film selbst soll nachträglich im Stadions gezeigt werden. RWE-Chef Michael Welling trifft sich am Mittwoch mit Vertretern von „Essen stellt sich quer“.   sk

20.10.2013 VVN-BdA zeigt sich beunruhigt

Quelle email

VVN-BdA Essen (Verein der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten)


Essen, 20. Oktober 2013

Erklärung zum Abbruch der Filmvorführung im AWO-Fanclub

Seit vielen Jahren warnt die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) vor rassistischen und Neonazigruppen innerhalb der Fussball-Fanszenen.

Für uns, die VVN-BdA, Essen war es jedoch bisher undenkbar, dass Hooligans mit Einschüchterung und Drohkulisse am Mittwoch Abend des 16. Oktobers die Anti-Nazi-Dokumentation „Blut muss fließen“- „Undercover unter Nazis“ im AWO-Fanclub des RWE verhindern konnten. Die VVN-BdA Essen ist über diesen Vorfall sehr beunruhigt, zeigt es doch, welche Macht und Deutungshoheit diese Gruppe ausüben konnte. Umso mehr begrüßen wir die Reaktion von RWE-Vereinsvorsitzenden Michael Welling und Aufsichtsratsvorsitzenden des RWE Christian Hülsmann, diesen unrühmlichen Vorfall in keiner Weise auf sich beruhen zu lassen. Die RWE-Geschäftsführung, der Aufsichtsrat und die Grundstücksverwaltung Essen haben in ihrer Stellungnahme das Bedrohungsszenario der Hooligans nicht nur entschieden verurteilt. Dem AWO-Fanclub und dem antifaschistischen Bündnis „Essen stellt sich quer“ soll nun die Möglichkeit geboten werden, im Bereich des Stadions in einem viel größeren Rahmen den Film „Blut muss fliessen“ – „Undercover unter Nazis“ zu zeigen. .

Das ist unserer Meinung nach die beste Antwort gegenüber dem Bedrohungsszenario im Georg-Melches-Stadion von Seiten rechter Hooligans. Die VVN-BdA hofft, dass viele RWE-Fans mit dem Besuch der Filmveranstaltung ein Zeichen setzen, dass sie sich von diesen rechten Hooligans weder beeinflussen noch einschüchtern lassen. Vorkommnisse wie am 16. Oktober beweisen, wie wichtig es ist, mit Dokumentationen wie der Film „Blut muss fliessen“- „Undercover unter Nazis“ viele Menschen über die antisemitischen, menschenverachtenden und gewaltverherrlichenden Konzerte der Neonazis aufzuklären, die in der Tradition ihrer verbrecherischen Vorbilder mit ihren Texten zu Gewalt gegenüber anders Aussehenden und anders Denkenden aufrufen.


19.10.2013 Pressemitteilung: Störer der Filmvorführung angezeigt

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



Pressemitteilung
„Essen stellt sich quer“ zeigt Störer der Filmvorführung am 16.10. beim AWO-Fanprojekt an
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Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Friedrich-Ebert-Str. 30,45147 Essen
Telefon/Fax: 0201-232060
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Essen, 19. Oktober 2013

In einer E-Mail-Abstimmung unter den Bündnispartnern von „Essen stellt sich quer“ ist die große Mehrheit der Organisationen und Einzelpersonen der Meinung, dass die Verhinderung der Filmvorführung am 16. Oktober um 18 Uhr beim AWO-Fanprojekt strafrechtlich relevant ist und geahndet werden muss.
Es geht in unserer demokratischen Gesellschaft nicht, dass es hergelaufenen obskuren Gestalten gelingt mittels Drohung, Nötigung und Sachbeschädigungen eine öffentliche Veranstaltung zu unterbinden. Die Äußerungen, das man „Fan“ von RWE sei, und weil in den Räumen des AWO-Fanprojekts das RWE-Logo zu sehen sei, man als „Fans“ dort das Sagen habe, zeugt von Umdeutung von Demokratie in Diktatur und Unterdrückung gepaart mit völlig ungerechtfertigtem Machtgehabe. Außerdem scheinen diese Gestalten ein sehr „eigenes“ Verständnis von Eigentum und demokratischem Umgang miteinander zu haben. Ein krasser Mangel an politischer Bildung tritt hier offen zu Tage!

Die Anzeige erfolgte heute Mittag, ein Aktenzeichen liegt uns noch nicht vor. Wir warten momentan auf Rückmeldung durch die Polizei Essen.

Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ stellt gleichzeitig erfreut fest, dass die Verhinderung der Veranstaltung am 16. Oktober zu vielfältigen, uns unterstützenden Äußerungen seitens der demokratischen Öffentlichkeit geführt hat.
Besonders begrüßen wir die Reaktion vom Verein „Rot-Weiss Essen“, der sich zuerst klar positioniert hat und danach die Bereitschaft erklärte, unserem Vorschlag zu folgen und den ausgefallenen Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ in eigenen Räumen (in der Assindia-Lounge) im Stadion demnächst neu anzusetzen.
Wir haben uns daraufhin mit dem Regisseur Peter Ohlendorf in Verbindung gesetzt, der ebenfalls erfreut ist „… das 1:0 für Rechts in einen Sieg der demokratischen Öffentlichkeit zu wandeln“. Er geht davon aus, das die Vorführung in den Räumen von Rot-Weiss Essen drei gleichberechtigte Veranstalter haben wird: Der Verein Rot-Weiss Essen, Essen stellt sich quer und das AWO-Fanprojekt.
Das Bündnis Essen stellt sich quer wurde zur Vorbereitung der Filmaufführung vom Vereinsvorsitzenden Dr. Michael Welling zu einem vorbereitenden Gespräch Mitte nächster Woche eingeladen. Diese Einladung haben wir gerne angenommen.
Ebenfalls Mitte nächster Woche gibt es einen Termin des AWO-Fanprojekts mit dem Fanprojekt-Beirat, der auch Vertreter aus Politik, Stadt Essen, Polizei, Verein und der Fanszene einschließt.
Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ geht als betroffener Veranstalter davon aus, zu diesem Gespräch eingeladen zu werden, um unsere Meinung zu den Geschehnissen und das weitere Vorgehen gemeinsam zu diskutieren. Dies ist wichtig, da man beim AWO-Fanprojekt einige der Störer der Veranstaltung kennt. Abgesehen von unserer Anzeige bei der Polizei kann es nicht schaden, in Gesprächen mit den Störern diesen ihr unsägliches Verhalten nochmals vor Augen zu führen.
Unbeeindruckt von den Geschehnissen beim AWO-Fanprojekt haben wir den Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ noch drei Mal in Essen gezeigt und freuen uns über mehr als 400 Zuschauer.

Natürlich werden auch die weiteren Termine unserer Aktionswochen gegen Neonazismus und Rechtspopulismus wie geplant stattfinden. Als nächstes laden wir ein zu einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung im Heinz-Renner-Haus, Severinstraße 1 in Essen.
Dort wird am Mittwoch, dem 23. Oktober um 19 Uhr, die Thüringer Landtagsabgeordnete Katharina König als Mitglied des NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags von Thüringen zum Thema: „Nazi-Terror aufarbeiten! Konsequenzen ziehen!“ sprechen.


NRZ, 19.10.2013 Neonazi-Doku soll in Stadion-Saal gezeigt werden

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NRZ / Essen,Samstag, 19.10.2013

Neonazi-Doku soll in Stadion-Saal gezeigt werden

GVE und RWE vereinbaren größeren Rahmen, um Filmvorführung erneut zu ermöglichen. Polizei ermittelt


Von Tim Walther

Nachdem rund 20 gewaltbereite Hooligans die Vorführung des Films „Blut muss fließen – Undercover unter Nazis“ für RWE-Fans Mittwochabend in den Containern des Awo-Fanprojektes verhinderten (die NRZ berichtete), reagieren Vertreter der Parteien bestürzt. Unterdessen kündigte der Stadionbetreiber, die städtische Grundstücksverwaltung Essen (GVE), nach seiner gestrigen Aufsichtsratssitzung an, dass man den Film zügig in größerem Rahmen in einem Veranstaltungssaal des Stadiongebäudes zeigen will. Das Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer“ berät weiter, ob man Anzeige erstattet, die Polizei ermittelt jedoch bereits. „Wegen öffentlichen Interesses“, wie Sprecher Peter Elke bestätigte.

„Wir müssen jetzt Flagge zeigen. Man kann nicht Dinge verhindern, aber das lassen wir nicht mit uns machen. Das wollen wir deutlich machen, mit einer neuen gemeinsamen Veranstaltung, die auf breiteren Füßen steht“, erklärte RWE-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Hülsmann. Sicher ist auch, dass sich Vereinsvertreter von Rot-Weiss Essen und von „Essen stellt sich quer“ demnächst austauschen. „Es wird in den nächsten Tage Gespräche geben“, hieß es dazu aus der RWE-Geschäftsstelle. Bündnissprecher Max Adelmann: „Wir haben kommende Woche einen Termin mit dem Vorstand. Das sehen wir als positives Signal.“ Derzeit werde intern mit den Bündnis-Mitgliedern geklärt, ob Anzeige gegen die Störenfriede erstattet wird. Die Polizei rollt den Vorfall jedoch bereits auf, so Peter Elke. Man habe selber eine Anzeige geschrieben. Bisher hätten sich aber keine Geschädigten gemeldet, weder von der Veranstalterseite noch von den Gästen.

Politiker und Parteien reagierten gestern mit zahlreichen Stellungnahmen. „Ich freue mich über das schnelle und entschiedene Vorgehen der Verantwortlichen von Rot-Weiss Essen. Rassismus und Fremdenfeindlichkeit darf keinen Platz in unserer Stadt, noch in unserem Stadion haben!“, verkündete Oberbürgermeister Reinhard Paß über seine neue Seite im sozialen Netzwerk „Facebook“. SPD-Chef Dieter Hilser machte deutlich, dass solche Einschüchterungen keine Wirkung zeigen dürfen und Konsequenzen haben müssen: „Für uns ist eines völlig klar, dieser Nötigung durch gewaltbereite Antidemokraten muss ein Riegel vorgeschoben werden. Das Awo-Fanprojekt muss nun jede denkbare Unterstützung zur erneuten und sicheren Durchführung der Verführung erhalten.“

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Bildunterschrift:
Der Film „Blut muss fließen“ soll nun in einem Saal des Stadions gezeigt werden.   FOTO: FILMFAKTUM

NRZ, 19.10.2013 „Solche Leute haben bei RWE nichts zu suchen“

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NRZ / Essen,Samstag, 19.10.2013

„Solche Leute haben bei RWE nichts zu suchen“

Parteienvertreter reagieren bestürzt auf den Vorfall. Neu-Vorführung soll mehr Leute erreichen und ein Zeichen setzen


Fortsetzung von Seite 1

SPD-Ratsherr und GVE-Aufsichtsratsmitglied Ingo Vogel rief dazu auf, eine erneute Vorführung mehr publik zu machen: „Das wäre ein Zeichen bürgerschaftlichen Engagements, so dass vielleicht mehr Menschen diesen Film sehen wollen.“ Bestürzt zeigte sich CDU-Fraktionschef Thomas Kufen:„Ich bin fassungslos. Das hat mit dem Etikett ,Fan’ nichts mehr zu tun.“ Sportausschuss-Vorsitzender Klaus Diekmann sprach von einem „unverantwortlichen und unhaltbaren Geschehen“.

RWE-Aufsichtsratsmitglied und FDP-Fraktionschef Hans-Peter Schöneweiß betonte: „Solche Leute haben bei RWE und in dieser Stadt nichts zu suchen.“ Matthias Neumann, Sprecher des Kreisverbands der Essener Grünen, verurteilte die Hooligan-Aktion als „Akt der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und der Nötigung“. Der einmalige Vorgang verlange, so Neumann, nach einer klaren Antwort. In der Pflicht sehen die Linken nun vor allem den Verein. „Eine rein verbale Distanzierung wird dieser für Essen neuen Qualität von Rechtsradikalismus nicht gerecht“, mahnte Rainer Burk, Sprecher des Kreisverbandes. „Gegenüber diesem rechten Geist darf nicht zurückgewichen werden, sonst stirbt die Freiheit zentimeterweise“, warnte Linken-Fraktionschef Hans Peter Leymann-Kurtz.

Das Essener Friedensforum lobte die Reaktion der Verantwortlichen bei dem „besorgniserregenden Ereignis“. „Die Verantwortlichen haben umsichtig gehandelt. Sie schützten die körperliche Unversehrtheit der jugendlichen Fans“, sagte Sprecher Bernhard Trautvetter. Das Anti-Rassismus-Telefon erklärte: „So gerne Rechtsextreme die körperliche Auseinandersetzung suchen und an bieten: in zivilisierten Gesellschaften überzeugt man nicht mit Drohungen und Schlägereien, sondern mit Fakten.“ wati

WAZ, 19.10.2013 RWE will Nazidoku nach Eklat im Stadion zeigen

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WAZ / Rhein-Ruhr, Rubrik KOMPAKT - Nachrichten aus NRW,Samstag, 19.10.2013

RWE will Nazidoku nach Eklat im Stadion zeigen


Essen. Nachdem eine Gruppe gewaltbereiter „Fußballfans“ am Mittwoch die Filmvorführung einer Neonazi-Doku beim Fanprojekt von Rot-Weiss Essen verhindert hat, will der Fußballverein nun ein Zeichen setzen. Der Club will den Film „Blut muss fließen“ am liebsten im Stadion zeigen. „Wir dürfen uns nicht von diesen Typen abdrängen lassen“, so Aufsichtsratsvorsitzender Christian Hülsmann. sk

WAZ, 19.10.2013 Nach Hooligan-Eklat: Neonazi-Doku wird im Stadion laufen

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WAZ / Essen,Samstag, 19.10.2013

Nach Hooligan-Eklat: Neonazi-Doku wird im Stadion laufen

WE verurteilt „Schwachköpfe“. Polizei sieht keine rechte Szene beim Klub


Von Marcus Schymiczek, Stefan Kober und Thorsten Schabelon

Als Reaktion auf den Eklat beim Awo-Fanprojekt und als Zeichen gegen Rechts wird Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen den Dokumentarfilm „Blut muss fließen“ mit dem Stadion-Betreiber GVE im Stadion Essen zeigen. Geplant ist eine Aufführung „für die breite Öffentlichkeit“ im „Assindia“-Bereich des Stadions, hieß es von RWE und der Grundstücksverwaltung Essen (GVE). Bis zu 700 Zuschauer finden dort Platz. Nächste Woche wird RWE-Boss Michael Welling mit dem Veranstalter der Film-Vorführung Gespräche führen. Zudem wollen RWE-Anhänger offenbar am Samstag beim Heimspiel gegen Lippstadt ihren Unmut gegen die Aktion der Fans aus den eigenen Reihen äußern.

Am Mittwochabend hatte eine Gruppe gewaltbereiter Hooligans aus dem Umfeld von RWE die geplante Aufführung der Neonazi-Dokumentation in den Räumen des Awo-Fanprojekts unweit des Stadions gesprengt. Die Polizei hat inzwischen von Amtswegen eine Anzeige aufgenommen und prüft einen rechtsextremen Hintergrund. Weder das Fanprojekt noch der Mitveranstalter, das Bündnis „Essen stellt sich quer“, hatten bis gestern Anzeige erstattet.


"Wir werden keinen
Fußbreit weichen"
Christian Hülsmann,
Vorsitzende des Auf-
sichtsrates bei RWE

Im Namen von RWE fand der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Ex-Stadtdirektor Christian Hülsmann, deutliche Worte als Reaktion auf den Übergriff. Rot-Weiss Essen distanziere sich in aller Schärfe vor rechten Drohgebärden. „Wir werden keinen Fußbreit weichen“, sagte Hülsmann. „Wenn Schwachköpfe mit dicken Armen eine Filmvorführung sprengen, ist das unter aller Kanone. Wir werden nicht kuschen und hoffen auf strafrechtliche Konsequenzen für diese Aktion“, ergänzte RWE-Vorsitzender Michael Welling. Seit 2007 ist Zuschauern, die Kleidung oder Symbole tragen, die der rechten Szene zugeordnet werden, der Zutritt zu RWE-Spielen an der Hafenstraße von Vereinsseite untersagt.

Der Vorfall vom Mittwochabend bringt den Verein zweifellos in ein Licht, dass den Verantwortlichen nicht gefallen kann.

Die Fan-Szene des Vereins wird von der Polizei intensiv beobachtet. „Wenn nun der Eindruck entstanden ist, es gebe eine rechte Szene bei RWE, dann ist das absolut nicht der Fall“, so Polizeisprecher Peter Elke auf Anfrage dieser Zeitung. Auffällig geworden seien bislang vereinzelte Fans. Von politisch motivierten oder organisierten Gruppen ist keine Rede. In der vergangenen Saison bezifferte die Polizei die Zahl der gewaltbereiten Fans unter den Zuschauern auf durchschnittlich 150. Derzeit sind knapp 30 Stadionverbote gegen Fans verhängt – davon allerdings kein einziges wegen rechter Verstöße.

Das Awo-Fanprojekt, das sich seit knapp 20 Jahren in der Szene intensiv engagiert, wollte sich gestern auf Anfrage zu dem Übergriff nicht äußern. Augenscheinlich will niemand die Türen zu diesem problematischen Teil der Fanszene endgültig verschließen.
Bildunterschrift:
Christian Hülsmann   FOTO: OH

WAZ, 19.10.2013 Online - Leservotum

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WAZ / Essen,Samstag, 19.10.2013

Online - Leservotum


FRAGE: RWE-Hooligans haben die Vorführung einer Neonazi-Dokumentation beim Fanprojekt gestoppt. Wie schätzen Sie den Einfluss Rechtsextremer in der RWE-Fanszene ein?

  • 34% Rechtsextreme haben unter den organisierten RWE-Fans einer Beobachtung nach nichts zu melden.
  • 17% Rechtsextreme mischen sich gezielt unter die aktiven RWE-Fans, um Einfluss zu nehmen.
  • 49% Rechtsextreme und ihre Unterstützer können ihre Interessen in der RWE-Fanszene schon jetzt durchsetzen - notfalls mit Gewalt. Der Verein muss was tun.

347 abgegebene Stimmen, nicht repräsentativ


Die neue Frage:

Engagiert sich Rot-Weiss Essen ausreichend gegen rechtsextreme Fans im eigenen Stadion? Stimmen Sie mit ab: auf waz.de/essen.

18.10.2013, 19:30 WDR-Lokalzeit (Wortprotokoll)

Quelle: wdr.de/mediathek
  • Eq20131018wdr01.jpg [Désirée Rösch] Guten Abend und herzlich willkommen, hier ist unsere Lokalzeit Ruhr am Freitag abend.
    Warum Fans von Rot-Weiss Essen eine Filmvorführung gegen Rechts verhindert haben, dazu gleich mehr nach dem Themenüberblick.
  • ... [weiterer Themenüberblick] ...
  • Eq20131018wdr02.jpg 'Blut muss fließen - Undercover unter Nazis' Das ist ein Film gegen Rassismus und Rechtsradikalismus, der gerade durch ganz Deutschland tourt. In der Doku geht es auch um Einblicke in die Neonazi-Szene. Doch soviel Aufklärung gefällt offenbar nicht allen. Der Film sollte jetzt in Essen, beim AWO-Fanprojekt von Rot-Weiss-Essen gezeigt werden, doch da kam es zum Eklat: Angebliche "Fans" von Rot-Weiss-Essen haben die Vorführung unter Gewaltandrohung verhindert.
  • Eq20131018wdr03.jpg Gleich 20 sogenannte "Fans" tauchten am Mittwoch abend hier in der "Melches Hütte" auf und bedrohten die Filmvorführer. Offenbahr sahen sie den Fantreff als ihr Revier ...
  • Eq20131018wdr04.jpg ... und wollten unbedingt verhindern, dass der Film gegen Neonazis ...
  • Eq20131018wdr05.jpg ... hier gezeigt wird.
  • Eq20131018wdr06.jpg [Max Adelmann, Bündnis Essen stellt sich quer] "Die haben uns angedroht, dass hier "aufgeräumt" würde, wenn wir das verhindern würden, dass die Vorführung verhindert wird. Desweiteren sind sie zu unserem Informationsstand und haben da Flyer für unserer Aktionswochen zum Beispiel zerrissen, in den Papierkorb geworfen, die hier ausgehängten Veranstaltungsplakate abgerissen. Es liegt also abgesehen von der Bedrohung auch Sachbeschädigung vor."
  • Eq20131018wdr07.jpg In dem Film 'Blut muss fließen - Undercover unter Nazis' geht es um Rechtsradikale in der Musikszene, nicht um Fußball.
  • Eq20131018wdr08.jpg Ob die gewaltbereiten Fans aber aus der rechtsradikalen Ecke kommen, ist nicht bekannt. Die AWO als Träger des Fantreffs schämt sich aber in jedem Fall für das Verhalten dieser Gruppe.
  • Eq20131018wdr09.jpg [Michael Franz, AWO Fanprojekt] "Ja selbstverständlich rege ich mich darüber auf. Das sind für mich keine Fans. Das sind für mich Chaoten, die den Fußball kaputt machen."
  • Eq20131018wdr10.jpg Eine Anzeige haben die Betroffenen zwar nicht gestellt, die Polizei ermittelt aber von Amts wegen. Und auch...
  • Eq20131018wdr11.jpg ... nebenan im Stadion Essen distanziert man sich deutlich von solchem Verhalten.
  • Eq20131018wdr12.jpg [Christian Hülsman, RWE Aufsichtsrat] "Also für uns gilt: Null Toleranz. Wir lassen uns von wenigen Leuten unsere gute Arbeit und auch nicht die gute Arbeit des AWO-Fanprojektes kaputt machen. Deswegen werden wir keine Spur freigeben, sondern wir werden uns mit aller Macht dagegen wehren."
  • Eq20131018wdr13.jpg Und deswegen wird Rot-Weiss-Essen den Film gegen Neonazis demnächst hier in der Assindia Lounge zeigen. Dort werden ihn dann sogar bis zu 700 Leute sehen können. [Bericht: Jennifer Kerkhoff]


18.10.2013 Die LINKE: Rot-Weiss-Essen muss handeln

Quelle email

Die LINKE Essen
Heinz-Renner-Haus
Severinstr. 1
45127 Essen
www.dielinke-essen.de
buero<a>dielinke-essen.dePost_icon.png


Essen, 18.10.2013

Jetzt muss Rot-Weiß-Essen handeln


Nach der durch sog. Hooligans mit Androhung von Gewalt verhinderten Filmvorführung darf Rot-Weiß-Essen nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Der vom AWO-Fanprojekt organisierte Dokumentarfilmabend sollte über Musik in der rechtsradikalen Szene und deren Folgen informieren. „Die Veranstalter haben richtig reagiert, als sie die Veranstaltung zum Schutz der anwesenden Jugendlichen abgebrochen haben“ bewertet der Sprecher der Essener LINKNE, Rainer Burk, die Situation „Aber jetzt ist der RWE gefordert. Eine rein verbale Distanzierung wird dieser für Essen neuen Qualität von Rechtsradikalismus nicht gerecht. Der Verein täte gut daran, jetzt selbst als Veranstalter gemeinsam mit AWO und „Essen stellt sich quer“, diesen Film in Räumen des RWE zu zeigen. Diese wäre ein klares Zeichen der Vereinsspitze, dass Rechtsradikale keine RWE-Fans sind.“


18.10.2013 Anti-Rassismus-Telefon: Nicht vor rechter Gewalt einknicken

Interkulturelles Solidaritätszentrum e.V.

Anti-Rassismus-Telefon

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Fredrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen,

Tel/Fax: 0201-232060

Presseerklärung

Essen, den 18.10.2013

Betr.: Mit der Androhung von Gewalt haben 20 Hooligans die Vorführung einer Dokumentation über rechtsradikale Musik und ihre Anhänger verhindert.


Dieser Vorfall zeigt deutlich auf, was passieren kann, wenn rechtsextremes Gedankengut zu weit um sich greift.

Man hätte die Filmvorführung mit Polizeigewalt durchsetzen können - aber die Sicherheit der Besucher steht richtigerweise an oberster Stelle. So gerne Rechtsextreme die körperliche Auseinandersetzung suchen und anbieten: in zivilisierten Gesellschaften überzeugt man nicht mit Drohungen und Schlägereien, sondern mit Fakten.

Sind wir in Essen vor rechter Gewalt eingeknickt? Ja, wenn dieser Vorfall keine weiteren Folgen hat. Nein, wenn es uns allen gemeinsam gelingt, überzeugend in der breiten Öffentlichkeit darzustellen, dass Rechtsradikalismus in Essen wirklich keinen Platz hat.


18.10.2013 SPD: Einschüchterung darf keine Wirkung zeigen

SPD-Hooligan20131018.jpg
Sozialdemokratische Partei Deutschlands

Unterbezirk Essen

Pressemitteilung

18. Oktober 2013


Einschüchterungen dürfen keine Wirkung zeigen

Aufgrund klarer Androhung von Gewalt musste eine Vorführung der Dokumentation zur Szene rechtsextremer Bands mit dem Titel „Blut muss fließen“ für RWE-Fans in den Räumlichkeiten des AWO-Fanprojekts abgesagt werden.

„Wir wollen keine Gesellschaft, in der Aufklärungsarbeit mit Androhung von Gewalt beantwortet wird. Wir begrüßen auch deshalb die klare Stellungnahme von Rot-Weiss Essen zu diesem Thema.“ so der Essener SPD Vorsitzende Dieter Hilser.

Für die SPD Essen steht fest, dass solche Einschüchterungen keine Wirkung zeigen dürfen und Konsequenzen haben müssen.

„Für uns ist eines völlig klar, dieser Nötigung durch gewaltbereite Antidemokraten muss ein Riegel vorgeschoben werden. Das AWO-Fanprojekt muss nun jede denkbare Unterstützung zur erneuten und sicheren Durchführung der Vorführung erhalten.“ so Hilser abschließend.


Verantwortlich
für den Inhalt:
Vorsitzender
Dieter Hilser, MdL
SPD Unterbezirk Essen
Severinstr. 44
45127 Essen
info<a>spd-essen.dePost_icon.png
www.spd-essen.de


18.10.2013 Grüne für erneute Vorführung des Films

Quelle email

Bündnis 90/Die Grünen KV Essen
- Geschäftsführer Joachim Drell
Kopstadtplatz 13
45127 Essen

Essen, 18.10.2013

Grüne für erneute Vorführung des Films über Neonazis


Zur Verhinderung einer Filmvorführung des Film "Blut muss fließen... Undercover unter Nazis" durch sogenannte "Fans" von Rot-Weiss Essen erklärt Matthias Neumann,:

"Mit Bestürzung haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Vorführung des Films "Blut muss fließen unter Androhung von Gewalt von Hooligans verhindert wurde. Grüne begrüßen die einhellige Verurteilung diese Akts der Unterdrückung der freien Meinungsäußerung und der Nötigung. Dieser einmalige Vorgang verlangt eine klare Antwort. Insofern ist es richtig und konsequent, dass auch Rot-Weiß-Essen sich distanziert. Grüne setzen auf die Bereitschaft, gemeinsam mit dem Verein den Film zeitnah erneut in Stadionnähe zu zeigen und entsprechende Vorbereitungen zu treffen, dass Hoolligans und Rechtsradikale keine Chance haben Grundrechte durch Gewaltandrohungen auszuhebeln. Grüne fordern Rot-Weiss-Essen auf, gemeinsam mit dem AWO-Fanprojekt eine neue Vorführung des Films zu organisieren.


NRZ, 18.10.2013 Hooligans verhindern Zeigen von Neonazidoku

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NRZ / Das Land, Rubrik Kompakt - Kurz und Bündig,Freitag, 18.10.2013

Hooligans verhindern Zeigen von Neonazidoku


Essen. 20 Hooligans, die sich als Fans des Fußballklubs Rot Weiss Essen ausgaben, verhinderten am Mittwoch durch ihr massives Auftreten und Drohungen das Vorführen des Doku-Thrillers „Blut muss fließen – undercover unter Nazis“ in Essen. Das Fanprojekt der Awo und das Bündnis gegen Rechtsextremismus „Essen stellt sich quer“ hatten dazu eingeladen. Aufgrund der bedrohlichen Situation wurde die Veranstaltung vor Ort abgesagt, um die anwesenden Jugendlichen zu schützen.   pHes

NRZ, 18.10.2013 Hooligans verhindern Neonazi-Filmdoku

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NRZ / Essen,Freitag, 18.10.2013

Hooligans verhindern Neonazi-Filmdoku

Vermeintliche RWE-„Fans“ stoppen die Vorführung einer Neonazi-Dokumentation beim Awo-Fanprojekt


Von Pascal Hesse

Mehr als 500 Mal hat Regisseur Peter Ohlendorf seine vielfach gelobte und ausgezeichnete Dokumentation „Blut muss fließen – undercover unter Nazis“ schon gezeigt. „Aber so etwas wie in Essen, das ist ihm bisher noch nie passiert“, betont Max Adelmann, Sprecher beim Bündnis gegen Radikalismus und Rechtsextremismus „Essen stellt sich quer“. Er hatte Ohlendorf am Mittwoch eingeladen, um seinen Film über die deutsche Rechtsrock-Szene bei den Aktionswochen gegen Neonazismus und Rechtspopulismus gleich vier Mal zu zeigen. Doch beim Awo-Fanprojekt für die Anhänger und Fan-Clubs von Rot-Weiss Essen eskalierte die Situation: Eine Gruppe von 20 „Fans“, wie sie sich selbst bezeichneten, stoppte die Filmvorführung, Politik habe im Verein nichts zu suchen. Von Nötigung, Drohungen und Sachbeschädigung ist später die Rede und von einem „Armutszeugnis für die Stadt Essen“, wie Peter Ohlendorf es formuliert.

Uraufführung bei der Berlinale

Zurück zum Anfang: Pünktlich um 18 Uhr soll es losgehen im Container an der Hafenstraße 99, der „Melches-Hütte“. Es ist die erste Vorführung des Films in Essen, für den Ohlendorf und der Journalist Thomas Kuban den „Georg-Elser-Preis der Landeshauptstadt München“ erhalten haben. Erstmals wurde er 2012 auf der Berlinale gezeigt und belegte den Platz zwei des Alternativen Medienpreis. Darum geht’s: „Blut muss fließen, knüppelhageldick“, ruft ein Sänger in den ersten Minuten von der Bühne. Kahlrasierte Skinheads grölen mit und heben den Arm zum Hitlergruß. Es sind Szenen eines geheimen Neonazi-Konzertes, irgendwo in der deutschen Provinz – gefilmt vom Kuban. Seit Jahren bewegt sich der Journalist undercover in der rechten Szene, sieht aus wie ein Nazi und bewegt sich wie einer, hört vor den Geheimkonzerten stundenlang Rechtsrock, um sich einzustimmen. Kuban ist nicht sein richtiger Name, sondern ein Pseudonym. So viel Sicherheit muss sein. Wie die Szene agiert, das sollen die RWE-Fans sehen. Nur wird daraus nichts.

„Es wurde eine Drohkulisse aufge baut,“ erinnert sich Max Adelmann an den Aufmarsch der mindestens 20 „Fans“, die nach seiner Ansicht wahrscheinlich aus Essens Hooligan-Szene stammen. Als Mitarbeiter des Awo-Fanprojekts auf ihr Hausrecht verweisen, schallt’s lautstark zurück: „Gut, dann kommen wir in einer Stunde mit 30 bis 40 Leuten mehr vorbei und nehmen den Laden auseinander.“ Für die Organisatoren ist das zuviel. „Die Vorführung wurde zum Schutz der Besucher abgesagt“, so Adelmann. Denn vor allem Jugendliche sind zur Vorführung in die Melches-Hütte gekommen.

Die Awo als Trägerin des Fanprojektes reagierte gestern: „Wir werden diese Erpressung nicht hinnehmen und uns schnellstens mit dem Verein, Vertretern der Stadt Essen und dem DFB in Verbindung setzen.“ Ziel sei eine gemeinsame Vorgehensweise gegen Gewaltdrohungen und Einschüchterungen. „Eine demokratische Gesellschaft, für die die AWO seit ihrer Gründung einsteht, kann eine solche Unterdrückung von Meinungsfreiheit nicht dulden“, heißt es in der Mitteilung.

Und auch RWE nimmt Stellung, distanziert sich „mit aller Deutlichkeit und ohne Wenn und Aber von den Aktionen solcher Personen“ und rechten Drohgebärden. Von „vereinsschädigendem Verhalten“ ist die Rede. Weder die Androhung von Gewalt noch die Unterdrückung freier Meinungsäußerung seien mit den Werten des Vereins vereinbar. Ob die vermeintlichen Fans – wenn sie denn Mitglied sind – mit einem Vereinsausschluss rechnen müssen? „Ja, das kann durchaus sein. Alle weiteren Schritte müssen wir erst intern prüfen“, betont RWE-Sprecherin Susanne Völkel.

Regisseur Ohlendorf und Essen-stellt-sich-quer-Sprecher Adelmann fordern Aufklärung über die RWE-Fan-Strukturen: „Es kann nicht sein, das sogenannte Fans ihre obskuren Vorstellungen davon, wer im Verein und im Umfeld das Sagen hat, dauerhaft durchsetzen können.“ Trotz des Vorfalls kommen über 500 Gäste zu den weiteren Vorstellungen. Den Film wolle man jetzt erst recht noch einmal zeigen – in den Räumen des Stadions und unter Verantwortung des Vereins. Nach Auskunft des Verleihs ist Peter Ohlendorf bereit, erneut nach Essen zu kommen.

Weitere Infos über den Film gibt es unter: www.filmfaktum.de


Aktionswochen gegen Neonazismus und Rechtsextremismus

  • Vielen Bürgern der Stadt ist es ein Anliegen, den 9. November nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Dieses Jahr jährt sich die Reichspogromnacht zum 75. Mal. Essen-stellt-sich-quer organisiert daher zusammen mit anderen Organisationen die Informationsreihe „Essener Aktionswochen“. Das gesamte Programm ist im Internet auf www.essen-stellt-sich-quer.de einsehbar. Hier ein Ausschnitt:
  • 23. Oktober, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion unter dem Thema „Nazi-Terror aufarbeiten!“ im Heinz Renner Haus, Severinstraße 1.
  • 30. Oktober, 19 Uhr: Vortrag und Diskussion zum Thema „Extrem rechte Parteien“, Zeche Carl.
  • 8. November, 16 Uhr: Workshop gegen Rechts, Falkenzentrum Süd, Holsterhauser Straße 200.
  • 8. November, 19 Uhr: Konzert Rock gegen Rechts, Falkenzentrum Süd, Holsterhauser Straße 200.
  • 9. November, 14 Uhr: Rundgang Geh Denken!, Willy-Brandt-Platz.
  • 9. November, 16.30 Uhr: Kundgebung „Gedenken an die Pogromnacht“, Marktkirche.
Weitere Infos gibt’s beim Anti-Rassismus-Telefon: 23 20 60
Bildunterschrift:
In den Containern an der Hafenstraße 99a, der „Melches Hütte“, sollte der Film „Blut muss fließen – undercover unter Nazis“ gezeigt werden.   FOTO: ULRICH VON BORN

WAZ, 18.10.2013 Hooligans verhindern Zeigen von Nazi-Doku

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WAZ / Rhein-Ruhr, Rubrik KOMPAKT - Nachrichten aus NRW,Freitag, 18.10.2013

Hooligans verhindern Zeigen von Nazi-Doku


Essen. 20 Hooligans, die sich als Fans von Rot-Weiss Essen ausgaben, verhinderten am Mittwoch durch ihr massives Auftreten und Drohungen das Vorführen des Doku-Thrillers „Blut muss fließen – undercover unter Nazis“ in Essen. Das Fanprojekt der Awo und das Bündnis gegen Rechtsextremismus „Essen stellt sich quer“ hatten eingeladen. Die Veranstaltung wurde vor Ort abgesagt, um die Jugendlichen zu schützen.   pHes

WAZ, 18.10.2013 „Fans“ stoppen Neonazi-Doku

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WAZ / Essen, Rubrik Schwerpunkt,Freitag, 18.10.2013

„Fans“ stoppen Neonazi-Doku

Gewaltbereite Gruppe verhindert Film-Vorführung beim Fanprojekt von Rot-Weiss Essen. Club spricht von „vereinsschädigendem Verhalten“


Von Stefan Kober

Von Drohungen, Nötigung und Sachbeschädigung wird später die Rede sein: „Blut muss fließen - Undercover unter Nazis“ hätte am Mittwochabend in einem Container nahe des Stadions Essen über die Leinwand flimmern sollen. Wenn nicht unmittelbar vor der Beginn der Ausstrahlung der Neonazi-Dokumentation eine Gruppe von etwa 20 Männern bei den Veranstaltern, dem Awo-Fanprojekt von Rot-Weiss Essen und dem Bündnis „Essen stellt sich quer“, angerückt wäre: „Wenn sich fünf bis sechs Kleiderschränke vor Ihrem Infostand aufbauen, dann kommen Sie schon ins Grübeln“, sagt Max Adelmann von „Essen stellt sich quer“ und spricht von einer „Drohkulisse“. Sie seien „die Fans von RWE“, habe die Gruppe für sich in Anspruch genommen, man dulde keine politischen Aktionen im oder am Stadion, die Ausstrahlung der kritischen Doku über die rechtsextreme Musikszene solle gestoppt werden.

Adelmann und Mitarbeiter des Fanprojekts zögern, überlegen noch, ob sie sich - notfalls mit Hilfe der Polizei - auf ihr Hausrecht berufen sollen und die Vorführung einfach durchziehen. Die Aggresso ren könnten ja einfach abziehen, ohne den Film sehen zu müssen. Da habe die Gruppe, nachdem sie zuvor schon Plakate und Infomaterial des Bündnisses zerstört haben soll, sinngemäß gedroht: „Dann kommen wir in einer Stunde mit 30, 40 Leuten wieder und räumen hier auf.“ Adelmann bilanziert: „Die Filmvorführung wurde kurzerhand abgesagt - um die jugendlichen Besucher nicht zu gefährden.“ Rund 20 Gäste waren vergeblich zum Container des Fanprojekts gekommen.


„RWE distanziert
sich von rechten
Drohgebärden“
Auszug aus einer
Erklärung, die der Ver-
ein am Donnerstag abgab

Völlig überrascht über den unschönen Eklat zeigt sich am Donnerstagmittag der Verein. Der Vorfall ist zu diesem Zeitpunkt in der

Geschäftsstelle noch nicht aufgeschlagen. Am frühen Nachmittag reagiert Rot-Weiss Essen mit einer offiziellen Erklärung zunächst auf der Facebook-Seite. Der Wortlaut ist mit dem derzeit urlaubenden RWE-Vereinsvorsitzenden Michael Welling abgestimmt: Der Verein distanziert sich „von rechten Drohgebärden“ und hält der anonymen Gruppe „vereinsschädigendes Verhalten“ vor.

„Große Betroffenheit“ sei die erste Reaktion auf der Geschäftsstelle gewesen - „unisono“, heißt es: „Wir distanzieren uns mit aller Deutlichkeit und ohne Wenn und Aber von den Aktionen solcher Personen. Weder die Androhung von Gewalt noch die Unterdrückung von freier Meinungsäußerung sind mit den Werten des Vereins vereinbar.“ Für die Aktion der selbsternannten „Fans“ findet der Verein deutliche Worte: „Gegen Diskriminierung und menschenverachtende Weltanschauungen einzustehen, ist eine Aufgabe, die nicht am Stadiontor endet.“ Über das weitere Vorgehen und mögliche Reaktionen seitens des Vereins laufen bei den RWE-Verantwortlichen derzeit noch Gespräche.
Bildunterschrift:
 
  • Gute Stimmung - bei der Eröffnung der Tribüne West. Am Mittwoch haben selbst ernannte „Fans“ von RWE jedoch für einen Eklat gesorgt.   FOTO: MICHAEL GOHL
  • Geschlossene Veranstaltung - in den Containern des Awo-Fanprojekts wurde die Vorführung der Neonazi-Doku „Blut muss fließen“ gestoppt.   FOTO: VON BORN, ULRICH

WAZ, 18.10.2013 „Armutszeugnis“

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WAZ / Essen, Rubrik Schwerpunkt,Freitag, 18.10.2013

„Armutszeugnis“

Veranstalter: Rot-Weiss soll ein Zeichen setzen


Groß ist auch am Donnerstag einen Tag nach dem Vorfall das Entsetzen bei Mit-Veranstalter Max Adelmann vom Bündnis „Essen stellt sich quer“ über den Vorfall, der sich in Anwesenheit des Regisseurs der Dokumentation, Peter Ohlendorf, ereignete. In über 500 öffentlichen Vorführungen von „Blut muss fließen“ habe der so etwas noch nicht erlebt, berichtet Adelmann.

Beim Fanprojekt des FC Schalke 04 wurde der Film vor kurzem gezeigt. 250 Zuschauer waren dort HISTORISCHE FOTOS der Einladung gefolgt. Es gab keine besonderen Vorkommnisse. Regisseur Peter Ohlendorf habe nach dem Vorfall von einem „Armutszeugnis für die Stadt Essen“ gesprochen.

Adelmann pflichtet dem bei. Er und das Bündnis sehen RWE der Pflicht: Als Reaktion müsse der Verein die Vorführung nachträglich ermöglichen, fordert Adelmann, in Anwesenheit des Regisseurs, mit „echten Fans“ und in den eigenen Räumen. Ein Zeichen solle solle der Verein so setzen   sk

WAZ, 18.10.2013 Kommentar: Dies sind keine Fans

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WAZ / Essen, Rubrik Kommentar / Schwerpunkt,Freitag, 18.10.2013

Kommentar: Dies sind keine Fans


Von Christina Wandt

Dass man sich seine Fans nicht aussuchen kann, weiß jeder Fußballverein. Trotzdem gilt, dass man nicht jeden als Fan akzeptieren muss. Darum ist es so selbstverständlich wie erfreulich, dass sich Rot-Weiss-Essen von den dumpfen Gesellen distanziert hat, die am Mittwochabend die Vorführung einer Filmdoku verhinderten machten – mit Gewaltandrohung.

Es ist nachvollziehbar, dass die Veranstalter die Vorführung an dem Abend angesichts der Drohkulisse und zum Schutz der jugendlichen Gäste lieber absagten. Nun sollten sie diese aber rasch (und auf alles vorbereitet) wiederholen, schon damit die gewaltbereiten Provokateure nicht meinen, sie hätten die Deutungshoheit, welche Veranstaltungen im und um das Stadion opportun sind.

Und das Team des Awo-Fanprojektes muss sich nicht nur das Hausrecht zurückerobern, sondern mit den vermeintlichen Fans Klartext reden. Denn man darf davon ausgehen, dass die pöbelnden Besucher keine Unbekannten waren.

WAZ, 18.10.2013 Onlinestimmen: Fanprojekt Gewalt angedroht

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WAZ / Essen, Rubrik Onlinestimmen / Schwerpunkt,Freitag, 18.10.2013

Onlinestimmen: Fanprojekt Gewalt angedroht


Ich bin mal gespannt, ob dieser Vorfall eine ähnliche Empörungswelle auslösen wird, wie der Slogan „Heimspiel in Essen“. Es ist doch schließlich eure Stadt, liebe echte RWE-Fans. senfannekutte

Wer sich ein wenig mit Fanszenen auskennt, weiß, dass RWE seit Jahrzehnten als Sammelbecken für Rechtsradikale fungiert. Den Ruf „Ha-ho-he, Faschisten-RWE“ und ähnliches hab ich dort häufiger gehört. Damit sollen nicht die anderen RWE-Fans verunglimpft werden, doch das Problem ist nur zu sichtbar. Da war doch erst im März noch die Verhöhnung der Hubschrauberopfer, und der Verein macht nichts – die üblichen Lippenbekenntnisse. Matiebel

Ich kann absolut nicht verstehen, wieso man in einem solchen Fall nicht einfach die Polizei ruft, die Herren anzeigt und den Film aufführt. MethodMan

17.10.2013 Essener Friedensforum zur Absetzung des Films

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Essener Friedensforum



Absetzung der Vorstellung des Filmes ‚Blut muss fließen‘ für RWE-Fans


Sehr geehrte Damen und Herren,

Die Entscheidung, den Film ‚Undercover unter Nazis – Blut muss fließen‘ für RWE- Fans gestern nicht zu zeigen ist ein in höchstem Grade besorgniserregendes Ereignis. Die Verantwortlichen, die an dieser Entscheidung beteiligt waren, haben umsichtig gehandelt. Sie schützten die körperliche Unversehrtheit der jugendlichen Fans, die den Film sehen wollten, vor der Gefahr, die von gewaltbereiten sog. RWE- Fans ausgeht, deren Drohungen nicht hinnehmbar sind.
Um den Dialog zu Feindbildern und über Wege aus der Gewalt zu fördern, unterstützt das Friedensforum Planungen, den Film in größerem Umfang Fans und weiteren Interessierten in der Essener Öffentlichkeit zu zeigen, damit Kräfte der Demokratie und des friedlichen Miteinanders gestärkt werden.
Mit freundlichen Grüßen


17.10.2013 Stellungnahme RWE: "Vereinsschädigendes Verhalten"

Quelle: rot-weiss-essen.de, 17.10.2013
Mit großer Betroffenheit haben wir vernommen, dass die vom AWO-Fanprojekt Essen gestern geplante Filmvorführung von Personen unter Androhung von Gewalt verhindert wurde, die sich als Fans von Rot-Weiss Essen dargestellt haben.

Wir distanzieren uns mit aller Deutlichkeit und ohne Wenn und Aber von den Aktionen solcher Personen. Weder die Androhung von Gewalt noch die Unterdrückung von freier Meinungsäußerung sind mit den Werten des Vereins vereinbar. Als weltanschaulich neutraler Verein stellen wir uns satzungsgemäß gegen jede Form von Diskriminierung und akzeptieren keine Formen von selbstdefiniertem Fansein, die durch entsprechendes Verhalten diese Werte missachten.

Gegen Diskriminierung und menschenverachtende Weltanschauungen einzustehen ist eine Aufgabe, die nicht am Stadiontor endet. Wir werden hier mit allen relevanten Gruppen gemeinsam agieren und entschieden gegen solche Tendenzen vorgehen.


17.10.2013 Stellungnahme der AWO zur Filmabsetzung

Quelle: via Email und awo-essen.de

Paul Gerlach Bildungswerk
AWO Essen e.V.
- Klaus D. Reese (Leiter politische Bildung)
Pferdemarkt 5
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Donnerstag, 17. Oktober 2013

Essener Fans verhindern Filmvorführung

Am Mittwoch sollte der Film „Blut muss fliessen“ im AWO Fan Container an der Hafenstraße gezeigt werden.

Ca. 30 kräftige Fans von Rot Weiss Essen verhinderten durch massives Auftreten und Drohungen die Filmaufführung.

Angesichts der bedrohlichen Situation sagten die AWO Verantwortlichen die Veranstaltung ab, um die anwesenden Jugendlichen zu schützen.

Eine demokratische Gesellschaft, für die die AWO seit ihrer Gründung einsteht, kann eine solche Unterdrückung von Meinungsfreiheit nicht dulden.

Die AWO Essen als Trägerin des Fanprojektes, wird deshalb diese Erpressung nicht hinnehmen und setzt sich schnellstens mit dem Verein, Vertretern der Stadt Essen und dem DFB in Verbindung. Ziel ist eine breite und gemeinsame Vorgehensweise gegen Einschüchterungen und Gewaltdrohungen.


17.10.2013 Pressemitteilung: Verhinderung einer Filmvorführung durch "RWE-Fans"

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



Pressemitteilung
Aktionswochen gegen Neonazis und Rechtspopulisten beginnen mit Verhinderung einer Filmvorführung durch sogenannte „Fans“ von Rot-Weiss Essen
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Essen, 17. Oktober 2013

Gestern und heute sollte insgesamt vier Mal der Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ in Essen vorgeführt werden. Die Vorführungen am 16. Oktober in der Universität (Saalwechsel wegen großer Zuschauerzahl) und im Filmtheater Astra sowie die Schülervorstellung heute Vormittag (ebenfalls im Astra) waren sehr gut besucht. Die Zuschauerzahl von 500 hätten wir bestimmt übertroffen, wenn wir nicht genötigt worden wären, die Filmvorführung mit dem AWO-Fanprojekt gestern Abend abzusagen.

Cirka 20 Personen, nach eigener Aussage Fans von Rot-Weiss Essen, kamen in die Räume des AWO-Fanprojekts und forderten ultimativ das Absetzen der Filmvorführung, da Politik bei Rot-Weiss Essen nichts zu suchen habe. Die sogenannten „Fans“ waren der Meinung das die Räumlichkeiten nicht dem AWO-Fanprojekt gehörten, sondern, gekennzeichnet durch das Vereinslogo, den Fans von Rot-Weiss Essen.
Uns und dem AWO-Fanprojekt gegenüber wurde dadurch eine Drohkulisse aufgebaut. Der Hinweis auf vorhandenes Hausrecht und dessen Durchsetzung mittels der Polizei wurde damit abgetan dass „dann in einer Stunde 30 bis 40 Leute da seien um den Laden aufzuräumen“.
Da auch Sachbeschädigungen stattfanden (Zerreißen von Infomaterial und ausgehängten Plakaten) nahmen wir die Gewaltandrohungen ernst und sagten gemeinsam mit dem AWO-Fanprojekt die Filmvorführung ab. Auch um die rund 15 jetzt noch anwesenden Jugendlichen, die den Film sehen wollten, nicht zu gefährden.

Essen stellt sich quer stellt fest, dass es in Essen erstmals (nach ca. 500 Vorführungen) gelungen ist, die Vorführung des Films „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ zu verhindern. Auch in anderen Städten wurde der Film bereits erfolgreich in Fußball-Fankreisen gezeigt. So z. B. in Mainz, Augsburg, Münster und am 10. Oktober auf Schalke. Der Regisseur Peter Ohlendorf und der Sprecher von Essen stellt sich quer, Max Adelmann, fordern Aufklärung über die Fan-Strukturen bei Rot-Weiss Essen. „Es kann nicht sein, das sogenannte „Fans“ ihre obskuren Vorstellungen davon, wer im Verein und im Umfeld das Sagen hat, dauerhaft durchsetzen können. Gerade solche Vorkommnisse mit Androhung von Gewalt und Sachbeschädigungen müssen auch im Verein Rot-Weiss Essen geahndet werden. Besonders wenn diese angeblichen „Fans“ Meinungen, die sie nicht teilen, durchdrücken wollen, sollte der Verein dagegen auch ein Zeichen setzen.“
Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ schlägt deshalb dem Verein Rot-Weiss Essen vor eben, diesen Film „Blut muss fliessen… Undercover unter Nazis“ in den Räumen des Stadions unter Verantwortung des Vereins öffentlich zu zeigen. Nach Auskunft des Verleihs ist Regisseur Peter Ohlendorf gerne bereit, dazu nochmals nach Essen zu kommen.



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