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Seitenübersicht

Gegen Pro NRW in Essen

Eq-20120428-200px.jpgAm Samstag, den 28. April 11:00 Uhr startete die rassistische Partei Pro NRW ihre "Wahlkampftour" - und das ausgerechnet in Essen, vor der Yavuz Sultan Selim Moschee am Heinrich-Sense-Weg 77 am Bahnhof Essen-Kray Nord.400px-Eq-20120428Buehne.jpg
Essen-stellt-sich-quer hat dort ab 10:30 zur Protestkundgebung aufgerufen
Mit ihrem Motto "Freiheit statt Islam" wollen sie unser friedliches Zusammenleben zerstören. Der ungebetene Besuch sollte gebührend empfangen werden. Wir dulden nicht, dass die Herkunft oder Religion unserer Freunde und Nachbarn rassistisch mißbraucht wird!



Inhaltsverzeichnis

Nach der Veranstaltung

30.04. NRZ: 1. Seite: Sorge über rechte Provokation

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NRZ / Seite 1,Montag, 30.04.2012

Sorge über rechte Provokation

Islamkritische Karikaturen: Friedrich und Polizei warnen vor Eskalation. Jäger: "Geistige Brandstiftung"


Jan Jessen

An Rhein und Ruhr. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist besorgt wegen möglicher Konfrontationen zwischen Rechtsextremisten und radikalen Islamisten in NRW. Hintergrund sind die antiislamischen Demonstrationen der rechtsextremistischen Splitter-Partei ,,Pro NRW" vor Moscheen an Rhein und Ruhr.

Die Rechtsextremisten wollen während des Wahlkampfs vor insgesamt 25 Moscheen demonstrieren und dabei auch islamkritische Karikaturen zeigen. "Die wollen gezielt provozieren", sagte gestern GdP—Landeschef Frank Richter der NRZ. Es bestehe durchaus die Möglichkeit, dass "sich das hochschaukelt und irgendwem die Sicherung durchbrennt". Zwar würden die Aktionen der Rechtsextremen vom Staatsschutz und Polizeikräften überwacht — aber es könnten durchaus Situationen entstehen, die "Polizeilich nicht mehr beherrschbar sind", warnte Richter. Die Polizei nehme die Vorgänge deswegen "sehr, sehr ernst", so der GdP-Landeschef.

Das Landesinnenministerium spricht von einer ,,abstrakten Gefahr". Im Augenblick seien, so die Erkenntnisse der Ermittlungsbehörden, keine konkreten Gewalttaten in Vorbereitung. Die Gefahrensituation werde aber "permanent analysiert", so ein Sprecher des Ministeriums im Gespräch mit der NRZ. Schließlich sei es auch 2006 in Dänemark nach der Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen zu Gewalttaten gekommen. Das Ministerium hat die Zurschaustellung solcher Karikaturen deshalb unter- sagt; "Pro NRW" will die Veröffentlichung aber gerichtlich erzwingen, wie die Partei gestern mitteilte.

Landesinnenminister Ralf Jäger (SPD) wirft den Rechtsextremisten "geistige Brandstiftung" und die gezielte Provokation und Verunsicherung von Muslimen vor. Die Partei heize mit "islamfeindlicher Agitation Vorurteile und Intoleranz an". Er hat die Polizeibehörden angewiesen, die Rechtsextremisten nicht direkt vor Moscheen demonstrieren zu lassen. Zuvor hatte sich bereits Bundesinnenminister Hans—Peter Friedrich (CSU) besorgt gezeigt. Die kalkulierten Provokationen heizten das Klima im Land auf, warnte Friedrich laut "Spiegel" vor Parlamentariern.

Die ersten Kundgebungen der Rechtsextremen in Essen und Gelsenkirchen verliefen am Wochenende ohne Zwischenfälle. NRZ

Klartext S.2/Bericht S.3
Bildunterschrift:
Fürchtet eine Eskalation: Hans-Peter Friederich (CSU)   Foto: ap
"Geistige Brandstiftung": Ralf Jäger (SPD). Foto: Walter Buchholz

30.04. NRZ: 2. Seite: KLARTEXT: Aufstachelung zur Gewalt

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NRZ / Seite 2, Rubrik Kommentar,Montag, 30.04.2012

KLARTEXT: Aufstachelung zur Gewalt

Drohende Konflikte zwischen Rechten und Islamisten


Was da in Essen am Wochenende gegen die vermeintliche Islamisierung Deutschlands demonstrierte, war ein ziemlich klägliches Häuflein. 50 Menschen, die meisten von ihnen von weit her herantransportiert. Es werden in den kommenden Wochen sicherlich nicht mehr werden, weil die selbst ernannte „Bürgerbewegung" Pro NRW nur eine Kleinstpartei ist und bleiben wird — in Nordrhein-Westfalen, zumal im Ruhrgebiet, haben Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz in den vergangenen Jahrzehnten nie großen Widerhall gefunden. Dazu hat diese Region eine zu lange Geschichte der Zuwanderung.

Bagatellisiert werden sollte die Gefahr von rechts dennoch nicht. Die Rechtsextremen in ihrem bürgerlichen Gewand spielen mit dem Feuer, wenn sie den Islam verächtlich machen. Unter dem Schutzmantel der freien Meinungsäußerung wollen sie Gegenreaktionen provozieren, gerne auch gewalttätige, um sich als Opfer darstellen zu können. Und natürlich besteht die reale Gefahr, dass sich zu den schon immer schwelenden und immer wieder in Gewalt ausartenden Konflikten zwischen rechten und linken Extremisten ein neuer gesellt; der zwischen Islamhassern und islamistischen Extremisten. Unter den religiösen Fanatikern wird es außerdem sicherlich den einen oder anderen geben, der nur zu gerne glaubt, dass die Rechtsextremisten für die breite Mehrheit der Bevölkerung sprechen - weil das seine Vorurteile gegenüber den "Kuffar", den Ungläubigen, bestätigt. Die Aktionen der Rechtsextremen könnten zur Gewalt aufstacheln. Sie gefährden damit die Sicherheit eben jener Bevölkerung, für deren Interessen sie angeblich eintreten.


Aufgabe der Zivilgesellschaft muss es sein, auf- und zusammenzustehen. Die, die das gesellschaftliche Klima vergiften wollen, müssen immer wieder zu verstehen bekommen, dass sie unerwünscht sind; ebenso wie jene, die sich anmaßen, ihre lebensfeindliche Deformation von Glauben sei mehr wert als das Grundgesetz und die Menschenrechte.

JAN JESSEN

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30.04. NRZ: "Nicht mit uns, nicht hier"

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NRZ / Essen,Montag, 30.04.2012

"Nicht mit uns, nicht hier"

Rund 400 Essener demonstrierten friedlich gegen die Pro NRW—Kundgebung vor der Moschee in Kray


Hans—Karl Reintjens
Das also ist eine Provokation: Wer nicht unmittelbar vor der Bühne steht, erkennt auf den kleinen, durcheinander gehefteten DIN—A4-Zettelchen gar nichts. Keine hundert Meter weiter, an der Absperrung am Ende der Straße Tempelhof in Kray, sehen die, die das interessieren, besser noch provozieren soll, nur ein paar lächerliche Blätter, die der Wind verweht, eine wackelige Pin-up-Wand, die fast von der Bühne fällt. Hohn und Spott erntet der Pro NRW-Auftritt mitsamt der Karikaturen-Aktion, zu der die Rechtsexperten der Polizei schnell ihr Urteil getroffen haben: "Das kann alles hängen bleiben," Keine der umstrittenen Westergaard-Karikaturen, deren Zeigen NRW-Innenminister Jäger per Erlass noch am Freitag verboten hatte, findet sich an der Wand. Empörend finden das die gut 50 Pro NRW—Anhänger, die sich in einem Bus von Wahlkampf-Termin zu Wahlkampf-Termin quer durchs Revier fahren lassen, weil sonst vor Ort kaum einer zu der kleinen Bühne käme, die die belgischen Rechtsextremen vom "Vlaams Belang" gestellt haben. "Empörend" und "skandalös" auch die Durchsuchungen der Polizei bei den Mitreisenden. Drei Messer werden sichergestellt, vielleicht hätten die Pro Nrw-Vertreter im Vorfeld in den Gesprächen mit der Polizei nicht darauf verweisen sollen, dass man sich zu wehren wisse: "Das können wir nicht zulassen, deshalb mussten wir reagieren, deshalb die Kontrollen", sagt ein Polizeisprecher.

Was soll auch passieren? Mehrere hundert Beamte haben bereits in den Morgenstunden Kray in den wohl sichersten Stadtteil des Landes verwandelt. Gitter und Kontrollstellen trennen zudem den Tempelhof von den rund 400

Essener Bürgern, die zur Gegendemonstration am Heinrich—Sense—Weg gekommen sind, die bunt, friedlich, und fantasievoll gegen Pro NRW demonstrieren. Egal ob Bezirksbürgermeister Arnold Krämer, der Integrationsratsvorsitzende Samir Fetic, Michael Zühlke vom DGB, die evangelische Pfarrerin Dagmar Kunellis, oder Patrick Köbele vom Bündnis "Essen stellt sich quer", sie alle wenden sich gegen die "demagogische Hetze". Die Wirklichkeit sei gerade in Kray eine völlig andere: "Wir leben hier seit vielen Jahren in guter Nachbarschaft, das lassen wir uns von rechten Brandstiftern nicht zerstören. Nicht mit uns, nicht hier, nicht anderswo."

Wie es in Kray zugeht, zeigen vor allem die rund 50 Essener, die sich in der Yavuz-Sultan-Selim—Moschee zum interkulturellen Austausch treffen, Diese Moschee, seit Anfang der 90er Jahre im alten Krayer Bahnhof eingerichtet, gilt als Ziel der Pro NRW-Kundgebung, die am liebsten jede Moschee geschlossen sehen möchte. In jeder Hinsicht eine schlechte Wahl: Denn gerade in Kray pflegen die beiden Kirchen einen intensiven Dialog mit dem Moscheeverein. "Wir lassen sie nicht allein", wendet sich Dagmar Kunellis an die türkischen Moschee-Besucher, die sich für diese Solidarität bedanken. Auch Uri Kaufmann, der Leiter der Alten Synagoge, ist gekommen, er spricht vom Integrationsgedanken, von Respekt, den er bei Pro NRW nicht sieht: "Die sind nicht Pro, sondern Anti NRW, die sind gegen dieses Land, gegen diese Stadt."

Essens SPD-Chef Dieter Hilser bekundet ebenfalls seine Solidarität, betont, dass der Islam zu Deutschland gehöre. Dass Pro NRW vor der Moschee demonstrieren dürfe, dafür hat er nur ein Kopfschütteln übrig: "Ich hätte von der Essener Polizeipräsidentin erwartet, dass sie diesen Ort verbietet."
Bildunterschrift:
Dem Aufruf von "Essen stellt sich quer" folgten rund 400 Essener Bürger, sie demonstrierten lautstark gegen die Pro NRW—Versammlung. Weitere Bilder unter DerWesten.de/Essen   Foto: Sebastian Konopka
50 Pro NRW—Anhänger wurden per Bus nach Kray gebracht. Nach zwei Stunden zogen sie weiter.

30.04. WAZ: 1. Seite: Extremisten provozieren vor Moscheen

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WAZ / 1. Seite,Montag, 30.04.2012

Extremisten provozieren vor Moscheen


Essen. Bundesinnenminister Hans—Peter Friedrich (CSU) ist laut "Spiegel" besorgt über mögliche Konfrontationen zwischen Rechtsextremen und Muslimen im NRW-Landtagswahlkampf. Die von der rechtspopulistischen Partei Pro NRW geplanten antiislamischen Kundgebungen vor Moscheen sind nach Ansicht des Ministers kalkulierte Provokationen. Auch NRW—Innenminister Ralf Jäger (SPD) wirft den Rechtsextremisten "geistige Brandstiftung" und die gezielte Verunsicherung von Muslimen vor.

Bei einer Demonstration von Pro NRW in Essen konfiszierte die Polizei am Samstag mehrere Messer. An der Aktion vor einer Moschee im Essener Stadtteil Kray beteiligten sich rund 50 Rechtsradikale. Etwa 400 Teilnehmer des Bündnisses "Essen stellt sich quer" nahmen an der Gegenveranstaltung teil. Es gab keine größeren Zwischenfälle. Bericht Rhein-Ruhr

30.04. WAZ: 2. Seite: Kommentar: Brandstifter im Zwirn

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WAZ / 2. Seite,Montag, 30.04.2012

Brandstifter im Zwirn

Pro NRW provoziert vor Moscheen


Wilhelm Klümper

Die Mitglieder von Pro NRW geben sich vornehmlich als Biedermänner. In Wahrheit handelt es sich wohl eher um rassistische Brandstifter im Zwirn. So bestehen enge Verbindungen von Pro NRW zum "Freundeskreis Rade", dem ausländerfeindliche Gewalttaten vorgeworfen werden. Es ist infam, dass ausgerechnet Rechtsradikale mit antiislamischen Karikaturen vor Moscheen provozieren. Damit wollen sie den Anschein erwecken, etwa gleiche Ziele zu verfolgen wie der Karikaturist Westergaard, der in einer dänischen Zeitung eine Mohammed-Karikatur veröffentlicht hat. Dieser aber kämpft ebenso wie beispielsweise Salman Rushdie für die bürgerlichen Freiheiten, die durch islamistische Fanatiker bedroht werden. Pro NRW polemisiert dagegen mit ihren Anti-Islam-Aktionen gegen vermeintlich alles Fremde. Das fällt leicht, sind doch die meisten türkisch- und arabischstämmigen Migranten in der Regel Muslime. Verblendete Islamisten vom Schlage der Salafisten werden das alles wutschäumend beobachten. Daher ist die Warnung von Innenminister Friedrich vor drohender Gewalt zwischen Pro NRW und Salafisten sehr ernst zu nehmen.

30.04. WAZ: Ruhr: Nur wenig Zulauf bei Pro NRW in Essen

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WAZ / Ruhr,Montag, 30.04.2012

Nur wenig Zulauf bei Pro NRW in Essen

50 Mitglieder der rechten Partei warben vor einer Moschee um Stimmen. 300 Gegner protestierten zeitgleich


Jennifer Schumacher
Essen. Die oft Wolf im Schafspelz" genannte, rechts gerichtete Partei Pro NRW kommt am Samstag bei ihrer umstrittenen Aktion "Freiheit statt Islam" eher als Schaf im Wolfspelz daher. Wahlkampfauftakt in NRW, vor der Moschee in Essen-Kray. Von den angekündigten drei Bussen fährt am Tempelhof gerade mal einer vor, und das zu spät. Die rund 50 Pro-NRW-Anhänger hatten sich verfahren...

Die Kundgebung verzögert sich weiter, weil Polizisten Fahrzeug und Demonstranten durchsuchen. Anlass ist die Ankündigung, sich im Zweifelsfall "zur Wehr setzen" zu wollen. Tatsächlich beschlagnahmt man einige Messer.

Karikaturen verboten

In Kray geht derweil verkehrstechnisch nichts mehr. Die Straßen rund um die Moschee sind weiträumig abgeriegelt worden. Mehr als 300 Gegendemonstranten haben sich auf Einladung des Bündnisses "Essen stellt sich quer" versammelt, um gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausgrenzung Flagge zu zeigen. Eine von ihnen ist Silvia Froese. Die 64-jährige findet es wichtig, "Position zu beziehen". "Mir wird ungemütlich, wenn ich diese Menschen sehe", sagt die pensionierte Lehrerin. Zu diesem Zeitpunkt steht Bezirksbürgermeister Arnold Krämer am Rednerpult. Man dürfe der "demagogischen Hetze nicht tatenlos zusehen", fordert er. Auch dürfe man sich nie allein auf Staats-Organe verlassen.

Eben die sind am Samstag aber mit einem Großaufgebot vor Ort. Polizei—Hundertschaften aus ganz NRW patrouillieren, stundenlang kreist ein Hubschrauber über dem Ort.

Innenminister Jäger hatte noch am Freitag verboten, die umstrittenen Mohammed-Karikaturen des dänischen Zeichners Kurt Westergaard zu zeigen. Hintergrund ist ein Karikaturen—Wettbewerb, zu dem Pro NRW im Vorfeld der Kundgebung aufgerufen hatte. Die wenigen Bilder, die dann an der Flip-Chart hängen, stufen die Staatsanwälte als unbedenklich ein. Zu sehen sind sie zudem nur selten, der Wind weht die Wände oft um.

Bedenklicher sind da schon die rechts—gerichteten Parolen, für die Pro NRW Unterstützung aus dem Ausland geholt hat. So tritt u.a. die für ihre rassistischen Äußerungen bekannte FPÖ-Politikerin Susanne Winter ans Rednerpult. Beinahe zeitgleich Endet in der nahen Krayer Moschee eine Veranstaltung zur interkonfessionellen Begegnung statt. Und obwohl sich die Gläubigen dort aus den Lautsprechern von gegenüber diffamierende Äußerungen gefallen lassen müssen, bleiben sie - wie alle anderen Demonstranten - friedlich. Sie wissen, dass die Menschen in Kray hinter ihnen

stehen.   Kommentar Seite 2
Bildunterschrift:
Gegendemo beim Wahlkampfauftakt von Pro NRW.   Foto: S. Konopka

30.04. WAZ: Essen: Provokation verfing nicht

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WAZ / Essen,Montag, 30.04.2012

Provokation verfing nicht

Zum "Wahlkampf—Auftakt" der rechtsgerichteten Partei "Pro NRW" kamen mehr Gegendemonstranten als Anhänger. Die Polizei hatte wenig zu tun


Mehr als 300 Demonstranten haben am Samstag gegen eine Kundgebung der rechtsgerichteten Partei "Pro NRW" in Kray protestiert. Der gesamte Stadtteil war zeitweise abgesperrt; Polizei—Einsatzhundertschaften aus ganz NRW und ein Helikopter sicherten den Schauplatz. Die Polizei beschlagnahmte einige Messer, ansonsten gab es keine nennenswerten Vorfälle. Die rechte Gruppierung hatte zu ihrem provokativen "Wahlkampf-Auftakt" vor der Moschee in Kray nur knapp 50 Anhänger mobilisieren können, Die geplante Schau von umstrittenen Mohammed—Karikaturen des Dänen Kurt Westergaard hatte NRW-Innenminister Ralf Jäger zuvor verboten. Bericht Rhein Ruhr


ONLINE Fotostrecke auf:

DerWesten.de/essen
Bildunterschrift:
Ein großes Polizei—Aufgebot trennte Demonstranten von Gegendemonstranten.   Foto: Sebastian Konopka


29.04. NRW Rechtsaußen: Rechtspopulisten in historischer Mission unterwegs

Den Essener Bericht mit ausführlicher Analyse über die die aktuelle Situation der Rechtspopulisten finden Sie im Blog "NRW rechtsaußen".


28.04. unsere Pressemitteilung

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Essen stellt sich Quer

Bündnis
- gegen Rassismus und Rechtsradikalismus
c/o Anti-Rassismus-Telefon
Friedrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen
T/Fax: 0201 - 23 20 60

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28.4.2012 Pressemitteilung:

Essen stellt sich quer zeigt sich zufrieden mit Kundgebung

Das Bündnis Essen stellt sich quer ist über den Ablauf der Kundgebung gegen Pro NRW sehr erfreut. Rund 400 Bürgerinnen und Bürger aus Kray, Gewerkschafter, Angehörige der Moschee- und Kirchengemeinde sowie von Parteien und weiteren Vereinen haben der nur 50 Köpfe umfassenden Gruppe von Pro NRW gezeigt, dass ihre rassistische Hetze nicht gewünscht ist.

Auch die Redner* Innen, darunter Bezirksbürgermeister Arnold Kraemer und Integrationsratsvorsitzender Samir Fetic machten deutlich, dass für die Rassisten kein Platz in Essen ist. Die Demonstration verlief durchgehend friedlich, von dem von Polizei und Presse vorher befürchteten Konfliktpotential war auf Seiten der Gegendemonstration nichts zu spüren. Die Tatsache, dass bei den Mitgliedern von Pro NRW Messer und weitere verbotene Gegenstände von der Polizei sichergestellt wurden, zeigt jedoch wieder einmal deutlich, welche Ansichten die selbsternannte Bürgerbewegung vertritt.

Mit freundlichen Grüßen,


Die gehaltenen Reden

- Arnold Kraemer (Bezirksbürgermeister)

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Arnold Kraemer 
Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk VII (Essen-Kray und Essen-Leithe)

die Rede zum Anhören 4:31 Min, 2,1 MB

Meine Damen und Herren,
Was die NSU in zehn Jahren angestellt hat, ist einfach unglaublich. Zehn Jahre morden diese abscheulichen Gestalten unbemerkt vom Verfassungsschutz und wir Bürger sind im Glauben, die NS-Brut ist fast ausgerottet. Auf schreckliche Weise mussten wir feststellen: Das Gegenteil ist der Fall.
Eq-2Eq-20120428redkramer.jpg Wir werden uns nicht auf die sogenannte Bekämpfung des Rechtsextremismus von Seiten staatlicher Organe verlassen, die es nicht schaffen, rechten Umtrieben einen Riegel vorzuschieben. Wir werden auch weiterhin alles dafür tun, um die Nazis an die Öffentlichkeit zu zerren, sie in ihren Wohnumfeldern zu outen und ihre Machenschaften zu thematisieren. Denn Nazis haben ein Gesicht, Namen und Adressen. Wir werden auch in Zukunft nicht tatenlos zusehen, wie sich Nazis in Stadtteilen breit machen, die seit zehn Jahren gewachsene Freundschaft zwischen der islamischen Gemeinschaft und den beiden christlichen Gemeinden hier in Kray zu zerstören.
Wir werden diese demagogische Hetze nicht tatenlos hinnehmen! Es ist unerträglich, wenn Nazis und ihre Anhängerschaft unwidersprochen ihr völkisches Weltbild verbreiten. Sie sind damals wie heute gegen fortschrittliche Kräfte und mit ihrer Sündenbocktheorie gegen alles, was ihr Weltbild zerstört.
Sie grenzen Migranten und Minderheiten aus. Deutlich und in aller Konsequenz muss es darum heißen: Keine Läden, keine Kneipen, keine Räume und Aufmarschplätze für Nazis!
(Beifall)
Eq-2Eq-20120428kbock.jpg Ich denke, alle Menschen haben das Recht, von reaktionären Gestalten verschont zu bleiben. Egal, ob sie in Damaskus, in Leibzig oder in Essen-Kray leben!
Eine Voraussetzung für eine friedliche Gesellschaft ist, dass sich Menschen nicht in falsche Identitäten pressen lassen. Dass nicht die vermeintliche Zugehörigkeit zu einem Volk oder einer Religion für ihr Handeln bestimmend ist.
Eine Voraussetzung für eine friedliche Gesellschaft ist, dass sich Menschen unvoreingenommen als Menschen begegnen und ihre Mitmenschen nach ihrem Verhalten beurteilen.
Die Phrasen von einer angeblichen Islamisierung sind nur vorgeschoben. Um was es ihnen tatsächlich geht, ist die Volksgemeinschaft, in der es keine Individualität gibt.
Dagegen müssen wir uns wehren! Hier und Heute immer und überall!
Glückauf!


- Michael Zühlke (DGB)

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Michael Zühlke 
DGB Kreis- und Regionsvorstand MEO und Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk VI (Essen-Katernberg, Essen-Schonnebeck und Essen-Stoppenberg)

die Rede zum Anhören 3:27 Min, 1,6 Mb


(Anfang der Tonaufnahme fehlt leider ..)
... und wie immer, wenn so unschöne Sachen anliegen, müssen wir natürlich auch diskutieren: "schenken wir diesen Neonazis Aufmerksamkeit? Ja oder Nein?" Und nach einer Minute Diskussion ist klar: Wir müssen denen Aufmerksamkeit schenken. Wir müssen sie beobachten. Wir müssen den Finger darauf halten. Denn in dem Moment, wo wir nicht hinsehen, dann werden diese Menschen zu Raubtieren zu schlagen zu. Das dürfen wir nicht machen.
(Beifall)
Aus diesem Sumpf, aus diesem braunen Milieu kommen auch vermeintliche Kreuzritter, wie in Norwegen. Wo ganz was Schlimmes passiert. Diese Person sonnt sich in sich selbst und genauso sind die da hinten, die da drüben! Sie halten uns nämlich für die Fehlgeleiteten, für die Kranken! Das dem nicht so ist, dafür stehen wir hier.
Eq-2Eq-20120428trommler.jpg Kolleginnen und Kollegen, es geht nicht darum, welcher Religion ich angehöre, ob ich überhaupt einer angehöre, wie meine Pigmentfarbe ist. Das ist gar nicht die Frage.
Was heute unsere Gesellschaft spaltet, und das ist die ganz wichtige Frage, sind die Ungerechtigkeiten, die es hier in unserem Land gibt - im wirtschaftlichen und politischen Bereich. Immer größere Teile unsere Gesellschaft werden von der Entwicklung abgehängt, die ja angeblich im Moment gut ist. Und das "untere Drittel", was man so schön sagt: Das ist heute Realität. Das, was wir vor zwanzig Jahren vorausgesehen haben. Es gibt prekäre Beschäftigungsverhältnisse. Menschen, die von ihrer Arbeit nicht mehr leben können und die kaum Chancen haben, wieder hoch zu kommen. Das, liebe Kolleginnen und Kollegen, daran müssen wir arbeiten, das müssen wir verhindern! Wenn wir das schaffen, das zu Thema zu machen, und auch weiterhin Richtung Bildung zu investieren, da graben wir dieser braunen Meute das Wasser ab!
(Beifall)
Thema Bildung: Wie stellt sich eine Stadtgesellschaft dazu: Heute in der WAZ zu lesen - wahrscheinlich auch in der NRZ: Die Stadt Essen plant wahrscheinlich drei Stadtteilbibliotheken zu schließen und eine ist unter anderem hier in Kray. Wenn das die Antwort der Stadtgesellschaft ist, auf Bildung, auf Teilhabe - ja dann weiß ich auch nicht mehr, was ich dazu sagen soll. Da bitte ich Sie auch mit uns zu stehen, dagegen zu stehen.
Den braunen dahinter sage ich: Verkriecht euch unter die Steine, wo ihr hergekommen seid und euch sage ich: Glückauf!


- Dagmar Kunellis (ev. Kirchengemeinde Kray)

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Dagmar Kunellis
Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Essen-Kray

die Rede zum Anhören 8:38 Min, 4,0 MB

Liebe Demonstrantinnen, liebe Demonstranten
Mein Name ist Dagmar Kunellis. Seit zwanzig Jahren bin ich hier Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde und gerade komme ich aus der Moschee. Dort findet parallel auch eine Veranstaltung statt. Dort feiern wir, würdigen wir gerade zehn Jahre den christlich-islamischen Dialog hier in Kray. Also seit zehn Jahren treffen wir uns regelmäßig zwischen Muslimen und Christen, katholischen und evangelischen, und ich soll herzliche Grüße von nebenan ausrichten hier an die Versammlung und wir sind sehr froh, dass auch viele gekommen sind.
(Beifall)
Eq-2Eq-20120428redkunellis.jpg Ich werde anschließen die Grüße von der Versammlung hier wieder mitnehmen, weil dort diese Veranstaltung auch weitergeht und ich auch da noch sprechen muss.
Seit ich hier in Kray lebe, kenne ich diesen Stadtteil nur als einen sehr bunten und vielfältigen und dass hier Menschen leben mit vielen unterschiedlichen Lebenshintergründen. Es leben vor allem Dingen viele Menschen hier, die einen anderen als den christlichen Glauben haben. Manche sind irgendwann durch die Arbeit hierher gekommen, andere durch besondere Umstände. Ich habe hier Flüchtlinge kennengelernt. Alle haben hier Aufnahme gefunden, viele eine neue Heimat. Viele haben inzwischen einen deutschen Pass. Ich mache mir als Pfarrerin, wenn ich hier mit den Menschen zu tun habe, gar keine Gedanken darüber, welchen Glauben die Leute haben. Es sind Muslime aus Somalia und Nigeria, aus Afghanistan, aus Bosnien, aus der Türkei. Es sind Christen: Familien aus dem Libanon, aus Syrien oder aus Rußĺand. Ich habe Hindus aus Pakistan und Afghanistan hier in Kray kennengelernt. Ich habe Menschen kennengelernt, die nicht religiös sind. All das finden wir hier neben den katholischen und evangelischen Christen. Und dieses Zusammenleben ist immer - so lange, wie ich hier lebe - immer friedlich gewesen. Der religiöse Hintergrund spielte immer nur eine Nebenrolle. Und meine Erfahrung ist: Wenn es Konflikte gibt hier in Kray - dann können wir das hier in Kray selbst lösen.
(Beifall)
Wir Krayer sind nämlich konfliktfähig, wir sind diskussionsfreudig. Wir haben es gerne, wenn man mit uns Klartext spricht und wenn man uns nichts vormacht. Und wir sind stolz auf unseren Stadtteil, aber wir reagieren empfindlich, wenn von auswärts Leute hier anreisen, die noch nie hier waren, die auch wahrscheinlich nie wiederkommen werden, die aber meinen, uns sagen zu müssen, wie wir hier zusammen leben sollen.
(Beifall)
Eq-2Eq-20120428nazisrausauskray.jpg Es gibt einen Satz. Man schreibt ihn den Philosophen Voltaire zu - der hat gesagt: "Ihre Meinung ist mir zwar widerwärtig, aber ich werde mich dafür totschlagen lassen, dass sie sie sagen dürfen."
Ja, es ist leider so. Wir müssen uns mit manchen widerwärtigen Meinungen auseinandersetzen, denn wir haben ein Grundgesetz, das schützt die freie Meinungsäußerung. Und ich finde das auch gut. Das muss so bleiben. Und wir müssen es aushalten, dass es am rechten Rand Gruppen gibt, die mit diffusen Ängsten von Menschen ihr Spiel treiben und eine sehr merkwürdige Vorstellung von Vaterlandsliebe haben. Das ist von der Meinungsfreiheit gedeckt. Was ich aber nicht aushalten möchte, wenn offensichtlich gehetzt und provoziert wird!
(Beifall)
Eq-2Eq-20120428band.jpg Thema: Karikaturen: Ich liebe gute politische Karikaturen. Ich finde es großartig, wenn mit einem gut gemachten Bild eine wichtige Botschaft verdeutlicht wird. Sich aber gegenüber einer Moschee hinzustellen, islamfeindliche Bilder hochzuhalten - in dem Wissen, dass es das Bilderverbot im Islam gibt: Das ist keine politische Aussage. Das ist - ich kann das nicht anders nennen: Blödheit. Das ist Respektlosigkeit, das ist Brandstiftung.
(Beifall)
Da kann man auch ein Streichholz in ein Benzinfass werfen, sich wundern, dass es dann knallt und dann dem Tankwart die Schuld geben. Pro NRW mit seinen rassistischen und islamophoben Parolen und provokativen Aktionen will das sogenannte "Abendland" retten. Aber was für ein "christliches Abendland" soll das sein? Ich kann nur sagen: Vor einem solchen christlichen Abendland, da gruselts mir. Und was soll das für eine Freiheit sein, die Pro NRW mit seinem Leitwort "Freiheit statt Islam" vertritt? Ist das die Freiheit, einfach wegzugucken, wenn rechte Schlägertrupps Menschen zusammenschlagen, die nicht deutsch genug aussehen und dann so zu tun, als habe man damit nichts zu tun? Oder ist das Freiheit, als Brandstifter in das friedliche Zusammenleben in einem fremden Stadtteil einzubrechen? Ist das Freiheit, sich vor jedem öffentlichen Interview wegzuducken und abzutauchen, so wie wir das bei den Funtionären von Pro NRW immer wieder sehen können? Also ich kann da nur sagen: "Nein Danke! Haut einfach ab! Kommt nie wieder!"
(Beifall)
Eq-2Eq-20120428dfgvk.jpg Denn diese Handschrift, die kennen wir. So etwas, das hat es vor knapp 80 Jahren in Deutschland schon einmal gegeben. Damals hat man behauptet: Die Juden sind unser Unglück. Sollen das jetzt die Mulime sein? Das werden wir hier in Kray nicht zulassen!
(Beifall)
Ich spreche hier für die evangelische Kirchengemeinde in Kray, aber sicher auch für die katholische Gemeinde mit. Wir stehen hier für ein buntes, vielfältiges Miteinander der Menschen in unserem Stadtteil. Und wir sehen uns da im besten christlichen Sinne in einem Wächteramt: Daß wir hingucken müssen, dass wir wahrnehmen müssen, was im Stadtteil passiert. Und dass wir auch aufstehen, wenn von außen Unfrieden an uns herangetragen wird. Und da werden wir uns wenn nötig mit allen Kräften verbinden, die das friedliche Zusammenleben hier in Kray mit unterstützen. Wie der Patrick Köbele gerade sagte: "Es gibt nur Menschen". Und ich glaube, wir haben da als Kirche auch wenig Berührungsängste.
(Beifall)
Ich werde jetzt gleich wieder versuchen, zurück in die Moschee zu kommen, weil wir uns dort treffen zu einer weiteren Veranstaltung, und nachher auch zu einem Friedensgebet zwischen den Religionen. Ich möchte zum Schluss einen jungen Mann dort aus der Moscheegemeinde zitieren, der in den letzten Tagen zu mir gesagt hat: "Der Auftritt von Pro NRW hat ja auch etwas positives. Er bringt unsere Gemeinden, die muslimische und christlichen, noch enger zusammen." Wir werden von Seiten der Kirchengemeinden alles tun, was dem friedlichen Zusammenleben hier in Kray dient. Ich denke, da kann ich für beide Konfessionen sprechen: Rechte, rassistische Parolen können wir hier in Kray nicht gebrauchen, denn wir sind bunt und nicht braun!
Dankeschön.


- Samir Fetić (Integrationsrat)

 
Samir Fetić
Vorsitzender des Integrationsrates der Stadt Essen

die Rede zum Anhören 2:18 Min, 1,1 MB

Liebe Essener Bürgerinnen und Bürger, Liebe Demonstranten
Es ist mir eine Ehre, heute zu Ihnen zu sprechen und auf der richtigen Seite zu stehen. Ich möchte ganz kurz anmerken: Als ich heute hier hin kam, da hatten die Polizisten mich angesprochen, ob ich zur Pro NRW-Demo möchte. Und da habe ich gesagt: "Nein, ich möchte genau auf die andere Seite!" Deshalb bin ich froh, dass ich heute auf der richtigen Seite bin.
Eq-2Eq-20120428redfetic.jpg Im Namen des Integrationsrates der Stadt Essen heiße ich Sie alle willkommen. Nach der schönen, wunderbaren Rede von der Vorrednerin, bleibt mir eigentlich nicht viel zu sagen. Ich möchte nur noch einmal erwähnen: Ich kommen aus Bosnien-Herzegowina. Wir haben von 1992 bis 1995 auch ein Verbrechen gehabt, auch Faschismus gehabt: Also wir wissen, was es bedeutet. Der ganze Krieg und die ganzen Verbrechen, das hat auch angefangen mit Angst schüren. Man verharmlost das manchmal, aber so fängt das an.
Eq-2Eq-20120428gruen.jpg Die Moscheegemeinden rufe ich auf, sich weiter zu öffnen, intensiver an der Gesellschaft teilzunehmen und nicht immer nur unter sich zu bleiben. Wir sind alle die Essener Gesellschaft.
(Beifall>
Lassen Sie in ihrem Einsatz nicht nach und bleiben Sie auch nach Ende dieser Kundgebung immer miteinander in Kontakt. Wie die Vorrednerin gerade sagte: "Es rückt die Gemeinden näher zueinander." Das soll bitte auch so nach der Kundgebung bleiben.
So wie wir heute hier vereint für die gute Sache stehen, diese Bild soll unsere Zukunft prägen.
Ich bedanke mich noch einmal.


- Alice Czyborra (VVN/BdA)

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Alice Czyborra
für den Verein der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten (VVN-BdA)

die Rede zum Anhören 7:27, 3,5 Mb

Ich spreche heute im Namen der Verfolgten des Naziregimes und der Antifaschisten. Ich spreche auch, wie Patrick das schon sagte, als Angehörige einer Familie, die wie Millionen jüdischer Familien Rassismus in seiner bestialischten Form erleben mussten.
Eq-2Eq-20120428menge.jpg Als mein Vater als Heranwachsender die SA durch Frankfurter Straßen marschieren sah, hörte, wie sie skandierten "Deutschland erwache! Juda verrecke!" ahnten er, wie viele andere nicht, dass dies wörtlich gemeint war. Unvorstellbar war das damals. Die Rassengesetze nahmen den jüdischen Menschen Existenz und Würde. In Schriften, in Filmen, wie "Jud süß", in Karikaturen übelster Art wurden Juden entmenschlicht vorgeführt. Dies gehörte zum Begleitprogramm der Rassengesetze des faschistischen Regimes, zur Vorbereitung der Endlösung der Judenfrage. Es musste eine Akzeptanz innerhalb der Bevölkerung hergestellt werden. Menschen jüdischer Herkunft wurden als Untermenschen definiert, die es zu vernichten gilt, so wie man Schädlinge vernichtet. Meine Tante Dora (..wand(?)), mein Onkel Leo Gingold wurden von Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert und in den Gaskammern von Auschwitz umgebracht.
Damals im Jahre 1938 brannten in Deutschland die Synagogen. Heute versammeln sich Rassisten vor den Moscheen und halten ihre Hetzparolen. Damals die Juden, die an allem Übel Schuld waren. Heute sind es die Ausländer, die zu Sündenböcken für alles gemacht werden! Wir sollen gegeneinander ausgespielt werden, statt Fragen zu stellen nach den Ursachen allen Übels und nach den Verursachern!
100px-Eq-20120428awo.jpg Wir wehren uns gegen ein Klima des Ausländerhasses, der Angst vor sogenannter "Überfremdung"! Hetze gegen Einwanderer schüren nicht nur NPD und Pro NRW in ihren Hasstiraden, ihren Schriften und auch in Form von entwürdigenden Karikaturen. Zu den Stichwortgebern gehören Thilo Sarrazin mit seinem unsäglichen Buch und auch Politiker mit Sprüchen, wie in der letzten Woche von Volker Kauder "Der Islam gehört nicht zu Deutschland."
(Beifall)
Es ist für uns unfassbar, dass die Kundgebung, die den Auftakt einer Hetzkampagane vor Moscheen in NRW bilden soll, von der Essener Polizeipräsidentin genehmigt wird! Immer wieder werden Genehmigungen mit dem Argument der Meinungsfreiheit gerechtfertigt! Es gäbe keine Handhabung, solche Provokationen zu verbieten. Doch Meinungsfreiheit fü Rassenhetze darf es laut unserer Verfassungs nicht geben! Eine Schlussfolgerung aus der bitteren Erfahrung unserer Geschichte!
Eq-2Eq-20120428verbrchen.jpg Und wir haben ein Transparent mitgebracht: "Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen!"
(Beifall)
Mit Schrecken müssen wir heute erleben, zu welchen Verbrechen ein Klima des Rassenhasses führt. Eine Bilanz von unzähligen rassistisch motivierten Taten bis zu Morden. Seit 1990 sind über 150 Menschen, anders Denkende, anders Aussehende umgebracht worden! Ich erinnere nur an Mölln, Solingen, Hoyerswerda - aber insbesondere an den erst vor einigen Monaten bekannt gewordenen entsetzlichen Serienmord des "Nationalsozialistischen Untergrunds".
Die Tochter von Mehmet Kubaşık hat auf einer Gedenkkundgebung in der Dortmunder Bittermark gesprochen. Ihr Vater war am 4. April 2006 in seinem Kiosk in Dortmund von der NSU erschossen worden. Gamze Kubaşık berichtete, wie sie in der Schule von den Verbrechen des deutschen Faschismus erfahren hat. Und dann musste sie erleben, wie ihr Vater in der heutigen Bundesrepublik aus rassistischen Motiven von Neonazis ermordet wurde!
Wir fordern ein Verbot solcher rassistischen Provokationen, wie heute hier in Kray, die fürchterliche Folgen nach sich ziehen können! Die VVN/BdA fordert seit langem ein Verbot faschistischer Organisationen - insbesondere ein Verbot der NPD. Solange das nicht passiert werden wir, die Bürgerinnen und Bürger, den Rassisten nicht die Straßen und Plätze überlassen! Ich hoffe, das passiert auch in den weiteren Städten der Tour von Pro NRW!

Danke der Krayer Malschule, den krayer Bürgerinnen und Bürgern für die kreative Antwort mit der Ausstellung "Bunt statt braun!" auf die entwürdigenden Karikaturen von Pro NRW!

Danke


- Silan Küçük (DIDF)

 
Silan Küçük
für die Föderation Demokratischer Arbeitervereine (DIDF)

die Rede zum Anhören4:49 Min, 2,2 MB

Eq-2Eq-20120428redkuecuek.jpg Liebe Freundinnen und Freunde, Liebe Genossen
Wir sind heute hier, weil wir der Partei Pro NRW die Wege sperren wollen. Neben der Nazi-Szene vergiften in NRW auch rassistische Parteien und Organisationen, wie Pro NRW und Pro Köln, mit ihrem Haß gegen Migrantinnen und Mingranten - und speziell Muslime, das Klima. Sie stellen gefährliche geistige Brandstifter dar. Es ist unsere Pflicht, sie bekämpfen. Das friedliche Zusammenleben der Essen-Krayer Bürger kann durch Rechtsextreme nicht gebrochen werden.
(Beifall>
Während wir uns in den letzten Jahren durch Politik und Medien immer häufiger die angeblich wachsende Gefahr des Linksextremismus oder sogar des Linksterrorismus anhören mussten, konnten Faschisten jahrelang (...) mordend durch ganz Deutschland ziehen. Und das ganze mit der Rückendeckung des Geheimdienstes.
Diese Entwicklungen und Enthüllungen sind nur die Spitze des Eisbergs. Das Hauptproblem ist der eigentliche Nährboden für derartige besorgniserregende, rassistische Übergriffe und Organisationen. Seit Jahren werden Antifaschistinnen und Antifaschisten kriminalisiert, Migrantinnen und Migranten und Terror in einem Atemzug genannt. Die internationalen politischen Verhältnisse nach dem 11. September sind als Erfolg (...?) von Pro NRW zu sehen.
(Beifall)
200px-Eq-2Eq-20120428verbot.jpg Es ist quasi ein Kampf der Kulturen ausgerufen worden, mit dem Feindbild Islam. Und genau dadran knüpfen auch die Akteure der extremen Rechte, wie Pro NRW an. Auch die sozialen Verhältnisse, in denen wir uns befinden: Arbeitslosigkeit, Armut und Perspektivlosigkeit vieler Menschen - bilden einen guten Nährboden für ihre Propaganda.
Durch das Klima der innerdeutschen Debatten in dem Medien, um Kopftücher, Ehrenmorde und Moscheebau sind weitere Erfolgsbedingungen geschaffen worden. Die Diskussion um Debatten der politischen Elite über integrationsunwillige Jugendliche und Kopftuchkinder haben dem rechten Gedankengut dazu verholfen, sich salonfähiger zu präsentieren und vielmehr offener und radikaler aufzutreten.
Zwar mögen die rechtsradikalen reale Probleme ansprechen, jedoch nur in einer Art und Weise, in denen diese zu ihren Zwecken missbraucht werden: wo die Symptome und nicht die Ursachen der Probleme thematisiert werden, um nach Sündenböcken zu suchen. Die Zunahme von Ausländerfeindlichkeit und Rassismus muss bekämpft werden. Der berechtigten Forderung nach einem Verbot von faschistischen und rassistischen Organisationen mit ihrer Propaganda müssen jetzt Taten folgen.
Wir sagen ausdrücklich: Weder türkischer Nationalismus, noch deutscher Rassismus!
(Beifall)

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Material: Druck- und Kopiervorlagen, WWW-Logos,...

Material gegen Pro-NRW
(Achtung: 2013 wurde eine neue Version des Flugblattes erstellt)

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  • Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne auch die Original-Druckvorlage (OpenOffice *.odt-Format) zur Verfügung!
  • Wir haben derzeit noch fertige farbige Drucke übrig!

Querstreifen Flugblatt NRW PDFicon.gif (702.7 KB)
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Beidseitig A4, auf jeder Seite je 2 x der Streifen. Einfach Vorder- und Rückseite kopieren, Falten und Schneiden!

150px-Eq-FlugiKisteProNrw.jpg im Unterschied zum NRW-Flugblatt links sind hier auf der Rückseite lokale Internetverweise zu www.essen-stellt-sich-quer.de und dem Ersteller Anti-Rassismus-Telefon angegeben.

Kundgebung am 28.04.

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

Bürgerversammlung am 17.04.

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

Plakate und Flugblätter sind nach Absprache auch im Büro des Anti-Rassismus-Telefons abholbar! (Tel.:0201 - 23 20 60)
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