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April 2011: jüdischer Friedhof geschändet

In der Nacht zum 21. April 2011 sind auf dem jüdischen Friedhof in der Schulzstraße ca. 30 Grabsteine mit SS-Runen und Hakenkreuzen beschmiert worden. In der Vergangenheit hat es schon häufiger rechtsradikale Schmierereien an der Außenmauer des Geländes gegeben

Eq-Transpi2011j%C3%BCdFried.jpgDer Runde Tisch für Menschenrechte hat daher für den 19. Mai eine Mahnwache vor dem Friedhof organisiert.


Inhaltsverzeichnis

Täter gefasst

NRZ-Essen, 07.03.2012: Grabschänder verurteilt

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NRZ / Essen,Mttwoch, 07.03.2012

Grabschänder verurteilt

Gericht verhängte Jugendstrafen auf Bewährung gegen 20 und 21 Jahre alte Neo-Nazis. Hitlers Geburtstag war der Auslöser fur die Schmierereien


Jörg Maibaum

Die letzten Ruhestätten boten ein Bild des Grauens einen Tag nach Adolf Hitlers 122. Geburtstag: SS-Runen und Hakenkreuze auf 20 Grabsteinen des jüdischen Friedhofs an der Schulzstraße haben am 21. April des vergangenen Jahres für einen Aufschrei gesorgt - und einen Aufruf: Mit einer Mahnwache setzten viele Bürger ein Zeichen. gegen die rechtsextremen Auswüchse der schmierigsten Art (die NRZ berichtete). Nach der Festnahme dreier Verdächtiger im Juli des vergangenen Jahres wuchs zunächst Gras über das Vergehen. Doch inzwischen wurden die Grabschänder zur Rechenschaft gezogen.

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Wie jetzt bekannt wurde, verurteilte das Jugendschöffengericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit zwei 20 und 21 Jahre alte Männer aus Essen und Gelsenkirchen zu Jugendstrafen von einem Jahr sowie sechs Monaten. Die beiden arbeitslosen Angeklagten sind keine unbeschriebenen Blätter, standen bereits wegen rechter Schmierereien, Sachbeschädigung oder versuchter räuberischer Erpressung vor Gericht. Ein Dritter im Bunde, ein 21 Jahre alter Essener, bekam acht Monate. Der Bundeswehrsoldat schändete zwar keine jüdischen Gräber, war aber an teils rechtsextremen Farbschmierereien und anderen Sachbeschädigungen in Kray beteiligt.

In den Knast müssen alle drei nicht: Ihre Jugendstrafen wurden allesamt zur Bewährung ausgesetzt, geht aus dem Urteil hervor, das seit dem 24. Februar rechtskräftig ist. Eine 18—Jährige, die zunächst ebenfalls unter dem Verdacht festgenommen worden war, an der Nacht- und Nebelaktion beteiligt gewesen zu sein, war eine Mitläuferin. Mit den Taten hatte sie nichts zu tun.

Vor Gericht machten zumindest die beiden Angeklagten, die auf dem Parkfriedhof ihr Unwesen trieben, keinen Hehl daraus, "rechts" zu sein, Polizisten nicht zu mögen und etwas "gegen Juden zu haben", wie aus dem Urteil hervorgeht — obwohl sie keinen persönlich kennen oder irgendeinen Kontakt anderer Art zur jüdischen Kultur hätten. Fast zu erwarten war, wie Richter Matthias Treppke feststellte, dass die jungen Männer so gut wie nichts über die Greueltaten der Nationalsozialisten wussten. Der Geburtstag Hitlers aber war ihnen präsent und der 20. April letztlich der Auslöser für einen Tatplan, der in grüne und gelbe Farbschmierereien ausartete.

Recht glimpflich davongekommen

Dass die Angeklagten recht glimpflich davongekommen sind, ist vor allem zwei Umständen zu schulden. Sie haben sich weitgehend geständig gezeigt und den Ermittlern geholfen, die Taten aufzuklären. Zudem waren sie alkoholisiert und das Gericht verurteilte sie unter anderem "aufgrund ihres Werdegangs" nach Jugendstrafrecht

Es sind nicht gerade erfolgreiche Lebenswege, die die beiden gingen: Einer war zwischenzeitlich ein Fall für die Kinder- und Jugendpsychiatrie, ein Hauptschüler, der eine Ausbildung abschloss, aber seitdem arbeitslos ist.

Der andere ein Förderschüler, der eine Lehre zum Lageristen antrat, die aber ein jähes Ende fand, kaum dass sie begonnen hatte. Als ein Krankenschein aus welchen Gründen auch immer nicht den Weg zum Arbeitgeber fand, kam postwendend die Kündigung.Beide jungen Männer haben kein eigenes Einkommen und leben bei bei ihren Eltern. Bei Bedarf gibt's Taschengeld.
Bildunterschrift:
In der Nacht vom 20. auf den 21. April beschmierten die Angeklagten etwa 20 Grabsteine auf dem Jüdischen Friedhof an der Schulzstraße.     Foto: Tietz


WAZ-Essen, 07.03.2012: Jüdische Grabsteine mit Naziparolen besprüht

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WAZ / Essen,Mttwoch, 07.03.2012

Jüdische Grabsteine mit Naziparolen besprüht

Gericht verhängt Jugendstrafe. Auch Straßenzug in Kray beschmiert


Stefan Wette

Mit Jugendstrafen von bis zu einem Jahr Haft auf Bewährung reagierte das Jugendschöffengericht auf drei junge Männer, die jüdische Grabmale und Hauswände mit Naziparolen beschmiert hatten. 50 Taten in zwei Nächten legte das Gericht ihnen zur Last.

Die beiden 21-jährigen aus Altendorf und Gelsenkirchen sowie ihr 20-jähriger Freund aus Huttrop stammen zum Teil aus problematischen Familien. Einer wurde schon als Kind in der Psychiatrie behandelt, ein anderer beendete seine Schullaufbahn mit dem Sonderschulabschluss, Beide sind arbeitslos, bezeichnen sich als politisch rechts stehend. Der dritte Angeklagte schaffte den Hauptschulabschluss, verpflichtete sich bei der Bundeswehr.

Unbekannte Nazi-Zeit

Mitte Februar musste das Trio sich vor Gericht verantworten. Schnell fand Jugendschöffenrichter Matthias Treppke heraus, dass die geschichtlichen Kenntnisse der drei über die Zeit der Nazi-Diktatur unvollständig waren. Immerhin kannten sie "Führers Geburtstag". Und so zogen zwei von ihnen aus diesem Anlass am Abend des 20. April zum Parkfriedhof, verschmierten Steine und Müllcontainer mit Sprüchen wie "Kommando Essen" und suchten schließlich auch den jüdischen Teil heim. 20 Grabsteine besprühten sie in gelber Farbe mit Hakenkreuzen oder Parolen wie "SS SA Germann". Etwa einen Monat später zeigten sie, diesmal in einer anderen Zweier—Besetzung, dass sie nicht nur jüdische Erinnerungsstätten beschmutzen, sondern auch die Bonifaciusstraße in Kray. An zahlreichen Häusern sprühten sie auf Rollladen, Glasscheiben oder Fassaden ihre Parolen, Hakenkreuze waren darunter, immer wieder das polizeifeindliche "Acap" oder "Antifa halt's Maul". Aber auch eine Liebeserklärung entdeckten Anwohner an einem Haus: "I love you Sandy".

Am 15. Oktober schließlich tauchten zwei von ihnen in Leverkusen bei einem Auswärtsspiel von Rot-Weiss Essen auf. Polizeifeindliche Sprüche brüllten sie angesichts einer auf sie eher klein wirkende Gruppe von nur fünf Beamten. Obwohl sie deutlich angetrunken erschienen, ersparte es ihnen nicht die Anzeige durch die Polizei und vor dem Jugendschöffengericht einen weiteren Anklagepunkt.

Beratungsgespräche

Vor Gericht zeigten sie sich reumütig, gaben die Taten zu. Ja, sie hätten etwas gegen Juden, antworteten sie auf die Frage des Richters. Allerdings, räumten sie ein, kennen sie keinen Juden persönlich und wissen nur wenig über die jüdische Kultur. Zur Bewährungsauflage machte das Gericht dem Trio Beratungsgespräche bei "NinA", So heißt ein Projekt für Ausstiegswillige aus der rechten Szene".
Bildunterschrift:
Die Täter beschmierten im vergangenen April zahlreiche Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof.     Foto: Remo Tietz


Amtsgericht 16.02.2012: Täter verurteilt

Amtsgericht Essen, 16.02.2012

Anklage:

  • Verwendung von verfassungswidrigen Kennzeichen §86a StGB
  • Beleidigung §185 StGB (nur Pierre S.)


Beschuldigt:

  • Pierre S.; Ausbildung zum Bau- und Objektbeschichter, bereits vorher wg. "Verwendung von verfassungswidrigen Kennzeichen" ( §86a StGB) verurteilt und damit vorbestraft. Die ihm vorgeworfene Beamtenbeleidigung räumt er ein.
  • Tim J.: keine abgeschlossene Ausbildung, bereits vorher wegen räuberische Erpressung (§255 StGB) und gefährlicher Eingriff in den Strassenverkehr (§315b StGB) verurteilt und vorbestraft.
  • Florian K.: 20 Jahre alt, Hauptschulabschluss, seit der Volljährigkeit Zeitsoldat auf vier Jahre.


Vorwurf:
Die Beschuldigten haben in Essen nach geplanter Absprache am 20. April 2011 den jüdischen Friedhof geschändet. Nazi-Symbole wie Hakenkreuz, "SS" und "SA" haben sie auf Grabsteine gesprüht. Der Zeitpunkt (Geburtstag von Adolf Hitler) wurde bewusst gewählt.

Weiterhin haben die Beschuldigten vom 20. April 2011 bis zum 31. Mai 2011 schwerpunktmäßig in Essen-Kray insgesamt fünfzig Straftaten begangen: Das Sprühen von Hakenkreuzen, "SS", "SA", „Antifa halt's Maul“, ACAB (="All Cops are Bastards") und deren Ziffercode 1312. Beschmiert wurden Häuserwände, Garagen, Bushaltestellen und Versorgungskästen.

Prozessverlauf:
Dem Gericht lagen die Fotos von der Schändung des jüdischen Friedhofes als auch sämtlicher anderer Objekte als Beweismittel vor.
Alle drei Beschuldigte räumten die Taten ein. Die Beschuldigten Pierre S. und Tim J. räumten beim Richter freimütig ihre rechtsextreme Gesinnung ein. Florian K. bestreitet dies.
Zu keinem Zeitpunkt der Hauptverhandlung zeigte auch nur ein Beschuldigter Reue.

Die angebotene Hilfe der Jugendgerichtshilfe wurde abgelehnt. Die Sozialprognose von Pierre S. und Tim J. wurde ungünstig bewertet. Offenbar ist davon auszugehen, dass sie ihre rechtsextreme Gesinnung nicht ablegen werden und auch in Zukunft Straftaten zu erwarten sind.

Urteil:
Alle drei Beschuldigten sind wegen der Verwendung von verfassungswidrigen Symbolen schuldig erklärt worden.
Pierre S. wird verurteilt zu einem Jahr und achtzig Arbeitsstunden.
Tim J. wird verurteilt zu sechs Monaten und achtzig Arbeitsstunden.


Florian K. wird verurteilt zu acht Monaten und 1.500 Euro Geldstrafe.

Alle drei Beschuldigten sind nach Jugendstrafrecht zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Die Dauer der Bewährung ist zwei Jahre und Kontakt zur Beratungsstelle Nina e.V. muss gehalten werden.


WAZ-Essen, 20.08.2011: Täter angeklagt

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WAZ / Essen,Samstag, 20.08.2011

Parkfriedhof: Täter angeklagt


Die Staatsanwaltschaft Essen hat vor dem Jugendschöffengericht gegen drei 20 Jahren alte Heranwachsende Anklage wegen Verwendens von Kennzeichen verfassunswidriger Organisationen und gemeinschädlicher Sachbeschädigung erhoben.

Sie hält es für erwiesen, dass einer der in Essen wohnhaften Angeschuldigten zusammen mit einem Gelsenkirchener in der Nacht zum 21. April auf dem Parkfriedhof an der Schulzstraße vor allem jüdische Grabsteine mit zum Teil rechtsradikalen Symbolen und Schmierereien und andere Gegenstände mit sonstigen Graffitis versehen hat (wir berichteten).

Außerdem klagt die Staatsanwaltschaft eine Serie von Graffitis in Kray an. Die beiden Essener hätten gestanden, in der Nacht zum 20. Mai durch mehrere Straßen in Kray gezogen zu sein. An insgesamt 48 Häusern und Gegenständen hinterließen sie zum Teil rechtsradikale Schmierereien mittels Sprühfarbe oder Edding-Stiften.



Polizei, 25.07.: Neonazi-Grabschänder festgenommen

Hier die Pressemitteilung der Essener Polizei vom 25.07.2011, 12:36 Uhr
POL-E: Grabschänder des jüdischen Friedhofs festgenommen

Essen – Huttrop (ots) - Unbekannte besprühten in einer Aprilnachtnacht (20./ 21. April) mehrere Grabsteine eines jüdischen Friedhofs an der Schulzstraße. Der Gärtner bemerkte in den Morgenstunden gelbe und grüne Farbe an etwa 30 Grabsteinen. Erkennbar waren verschiedene neonazistische Schriftzüge. (wir berichteten)

Umfangreiche Ermittlungen des Staatsschutzes führten schließlich zu den Tätern. Es handelt sich um einen 20 Jahre alten Essener, der wegen weiterer Graffitischmierereien bereits polizeilich bekannt ist. Der junge Mann gab die Taten auf dem Friedhof bereits zu und benannte zwei Mittäter: Eine 18-jährige Essenerin und einen 20-jährigen Mann aus Gelsenkirchen.

Die Frau räumte ebenfalls ihre Beteiligung an den Sachbeschädigungen ein. Der Gelsenkirchener hat bislang keine Angaben gemacht.

Gegen das Trio wird wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, wegen Sachbeschädigung und wegen Hausfriedensbruchs ermittelt. (Ho.)
Quelle: http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/11562/2084396/


Über die Mahnwache

NRZ-Essen, 21.05.2011: Nur nicht schweigen

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NRZ / Essen,Samstag, 21.05.2011

Nur nicht schweigen


Mit einer Mahnwache setzten rund 60 engagierte Bürger ein Zeichen gegen Antisemitismus und Rechtsradikalismus im Essen. Vier Neonazis, die sich der Veranstaltung näherten, wurden von der Polizei des Platzes verwiesen. Anlass für die Aktion gegen neonazistische Umtriebe war die Schändung des jüdischen Friedhofes an der Schulzstraße in Huttrop. Wer die über Grabsteine im April mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmierte, ist bis heute unbekannt, berichtete die Polizei gestern auf Nachfrage. In einem Aufruf des Oberbürgermeisters und aller Fraktionen wird sich der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung gemeinsam gegen Rechtsextremismus stellen. Das Foto zeigt Dieter Schermeier bei seiner Rede.   Foto:Umbach

Reden auf der Mahnwache am 19.05.2011

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(Musik)


Walter Wandtke (Moderation)
Besten Dank.
Ich begrüße noch einmal ganz offiziell hier unsere Versammlung. Mein Name ist Walter Wandtke. Ich versuche ein bisschen die Moderation zwischen den verschiedenen Beiträgen zu machen.
Zum Anfang möchte ich sagen: Ich freue mich, dass hier nicht nur interessierte Bürger hier hingekommen sind. Auch Vertreter von verschiedenen Parteien: Ich sehe hier Ratskollegen der SPD. Ich sehe den Herrn Balaban als Vorsitzenden des Integrationsrates und sehe die Gabi Gieseke von der Linken. Ich sehe verschiedene andere Leute, die ich jetzt in der Länge nicht alle begrüßen kann, aber die Farbe ist Gott sei Dank einigermaßen breit.
Wir fangen jetzt an mit einem Beitrag, einen Brief von unserem Oberbürgermeister Reinhard Paß, den Kollege Trautvetter hier vortragen wird.

Grußwort Oberbürgermeister Paß wird verlesen

(Bernhard Trautvetter:) Ja, Ich sehe auch noch den Kollegen Wandkte von den Grünen, und die Farben sind noch bunter, als von ihm erwähnt. Ich bin als Sprecher vom Essener Friedensforum im Kontakt mit dem OB-Büro damit beauftragt worden, die Mahnwache heute hier herzlichst zu grüßen und zu danken, dafür, dass wir nicht schweigend hinnehmen, was da geschehen ist.

Er schreibt:

Ich bin bestürzt über die Grabschändungen auf dem jüdischen Friedhof und verurteile sie zutiefst. Die offensichtlich rechtsradikalen Täter versuchen mit solchen zerstörerischen Aktionen das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen in unserer Stadt zu stören. Das dürfen wir, die Essenerinnen und Essener, nicht zulassen. Ich danke für Euer Engagement, das zu verhindern, was die Nazis wollen.

(Beifall)


Diese Rede steht ist als mp3-Datei auf www.linksdiagonal.de abrufbar


Rede: Pfarrer Dieter Schermeier

Ich war lange Zeit Pfarrer in der Kirche hier in der Nähe, wo wir viele politische Nachtgebete gemacht haben. Das letzte zusammen mit Alice Czyborra zum Auschwitzjahrestag am 27. Januar. Die Alice ist es auch, die mich überredet hat, hierhin zu kommen. Ich habe nämlich, wie ich gleich erzählen werde, auch eher ein Beziehung zu jüdischen Menschen und erst später zu Antifaschisten (bekommen). Sie ist beides - und deshalb bin ich gerne gekommen.

Auf den Friedhof hinter uns sind Juden begraben, die in Essen lebten und starben: Reiche und Arme, angesehene Bürger und Geduldete - am Rande. Halten wir sie in Ehren, wie alle Toten.

Diese Gräber wurden verunstaltet mit Hakenkreuzen und Runen. Aus dem Ort des Gedenkens ist ein Ort des Schreckens und Erschreckens geworden. Wir sind hier zusammengekommen, um unser Erschrecken und unseren Protest zum Ausdruck zu bringen.

Ich bitte Euch nun um Verständnis, dass ich meinen kleinen Beitrag in einer anderen Sprache, als der des Flugblattes zum Ausdruck bringe. Das hängt damit zusammen, dass ich in meinem Leben zuerst den Juden begegnet bin und später erst meinen Freunden, den Antifaschisten.

Eq-pfa20110519.jpgIn meinem kleinen Heimatdorf gab es zwar keine lebenden Juden, aber mein Lebensthema "Jesus, der Jude" ist mir seit der Kindheit allgegenwärtig. Und in meiner Bibel ist der größte Teil das Alte Testament, die hebräische Bibel.

Damit mag es zusammenhängen, dass ich in allen Städten, in denen ich mich länger aufhalten kann, die jüdischen Friedhöfe aufsuche. In Berlin, in Prag, in Krakau ... und eben auch hier in Essen. Die hebräische Schrift, die Frömmigkeit, die berühmte Rabbiner und Philosophen und Musiker - und auch die ganz Armen: Alle sind im Tode gleich vor ihrem Gott.

Als ich Bürger in Essen wurde, habe ich es genauso gehalten. Und auch an anderen Stellen als hier, alte jüdische, fast vergessene Grabsteine entdeckt: Es ist ein schwer beschreibbares Gefühl der Sympathie und der Trauer, dass mich an diesen Orten befällt.

Dies alles wird verschandelt und verachtet von verführten und verdummten Leuten - mit einer schwarzen Spraydose in der Hand. Sie kennen Hitlers Geburtstag, sie kennen Parolen, sie kennen die Zeichen, aber sie wissen fast nichts und wollen nichts wissen. Zum Beispiel: Wo sind denn die Juden aus Essen, die hier nicht begraben wurden?

Bei meinem ersten und eindrucksvollsten Aufenthalt in Auschwitz-Birkenau war ich Tag und Nacht zusammen mit einem der Hauptzeugen des Auschwitzprozesses. Hermann Reineck ließ nicht locker. Er erzählte und zeigte. Er war krank vor Erinnerung und musste alles loswerden.

Unter den Birken, nahe beim Krematorium, bat er mich, eine Hand voll Erde zu nehmen. "Du hältst jetzt die Überreste von vielen tausend, vor allem jüdischen Menschen in der Hand." sagte er, "Halte sie eine Zeit lang fest und lege sie ehrfürchtig zurück."

Wissen die Grabschänder wie die jüdischen Menschen in den Tod geschickt wurden? Nein, sie wissen es nicht und wollen es nicht wissen. In Holbeckshof waren Baracken: das Sammellager, von dem aus sie mit der Bahn abtransportiert wurden. Vieles geschah in der Öffentlichkeit. Warum haben so viele weggesehen? Aus Angst. Aber auch, weil Menschen empfänglich sind für Propaganda und für die Sprache des Hassen. "Ratten, Rotten, Ungezieferhorden".

Das Verhalten damaliger unbescholtener Bürger so unverständlich uns es oft scheinen mag, lässt sich erklären. Ebenso, wie sich die Verdummung holziger Neonazis erklären lässt, der manche erliegen.

Damals durfte man nicht protestieren, heute können wir es. Und es ist auch gut und notwendig, dass wir es tun. Denn Ausländerhass und Antisemitismus gehen ja Hand in Hand. Es ist nötig, die Schleusen zuzuhalten, durch die die Menschenverachtung eindringen will. Das ist nicht einfach nur braune Brühe: Es hat viele unterschiedliche Zuflüsse. Und es ist neben unseren notwendigen Antiaktionen notwendig, die Verführten woanders hin zu führen und zu verlocken.

Wir haben es mit Bosheit und Torheit zu tun. An vielen Orten der Welt und auch hier. In der hebräischen Bibel gibt es einen Psalm mit einer großen Vision "Bosheit und Torheit werden eines Tages zu Ende sein und Gerechtigkeit und Friede werden sich küssen." Bis zu diesem Menschheitskuss ist es noch eine Weile hin. Und auch der Staat Israel tut nicht viel dafür, dass die Vision von Friede und Gerechtigkeit näher kommt. Bosheit und Torheit sind langlebig und entstehen immer neu. An einer Stelle kämpfen wir jetzt dagegen an. Lasst uns aber gleichzeitig die Vision nicht vergessen und uns gegenseitig darin bestärken.

Ich danke euch
(Beifall)


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Walter Wandtke (Moderation)
Wichtig eindrucksvolle Worte. Ich würde als Gedenkpause fragen, ob wir noch ein bisschen Musik hören können und dann würde ich dann den DGB-Kollegen bitten auch die Sicht der Gewerkschaften zu dem üblen Geschehen darzustellen.

(Musik)

(Beifall)

Rede: Jörg Kuhlmann (GEW/DGB)

Liebe Mitbürgerinnen, Liebe Mitbürger.
Mein Name ist Jörg Kuhlmann. Ich bin der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und ich spreche zu Euch und zu Ihnen im Namen des Deutschen Gewerkschaftsbundes und bringe Euch die solidarischen Grüße des DGB.

Eq-ko20110519.jpgDas ist ein sehr trauriger Anlass, zu dem wir uns hier versammeln. Erneut haben Neonazis ihr hässlichstes Gesicht gezeigt. Und immer wieder in den letzten Jahren haben Rechte verschiedenste Anlässe für ihre Aufmärsche genommen. Ich erinnere daran: Im letzten November hatten wir zunächst in Borbeck und dann in Katernberg Provokationen durch die Rechten. Provokationen für unsere jüdischen Mitbürger und für unsere Mitbürger mit Zuwanderungsgeschichte. Wir alle haben uns dadurch provoziert und beleidigt gefühlt. Ich finde, es ist traurig und beschämend, dass diese Aufmärsche nicht verboten wurden.

Was hier an diesem Ort geschehen ist, übertrifft aber die anderen Provokationen jedoch bei weitem. Feige, im Schutz der Dunkelheit sind sie gekommen, um ihre menschenverachtende Ideologie zu zeigen, in Form von Schriftzeichen. Das ist auch kein "Dumme-Jungen-Streich" mehr, wie das manchmal in der Presse dargestellt wird. Er dient dazu, uns alle zu beleidigen und herauszufordern. Die Täter wollen kein friedliches Miteinander von Religionen und Kulturen! Die wollen dieses friedliche Miteinander zerstören. Daher müssen wir klar sagen: Das ist keine "Dummheit", was hier passiert ist, es ist ein Verbrechen! Und deswegen fordern wir auch die Polizei auf, alles Menschenmögliche zu tun, damit diese Straftaten aufgeklärt werden und die Täter der Justiz zugeführt werden.

Es ist leider so, dass gerade diese Straftaten, die sich ja in den letzten Jahren gehäuft haben, leider fast nie aufgeklärt werden.

Wir als Gewerkschafter finden es beschämend, dass jüdische Einrichtungen auch 66 Jahre nach Ende des braunen Terrors noch immer unter Polizeischutz gestellt werden müssen. Polizei ist wieder hier. Auch das ist ein Zeichen.


Eq-grp20110519.jpgWir können zwar frei demonstrieren, unsere Meinung sagen, aber die Polizei hat trotzdem die Einschätzung, das muss auch geschützt werden((1)). Wir als Gewerkschafter denken, dass Organisationen, die menschenfeindliche Ideologien verbreiten, verboten werden müssen. Natürlich wissen wir, dass dieses Gedankengut - was der Dieter Schermeier eben erwähnt hat - nicht einfach durch ein Verbot aus dem Kopf raus kommt. Aber ich denke, so ein Verbot soll zeigen: Das ist nicht Teil unserer Demokratie! Das wird in der Bundesrepublik nicht länger geduldet!

Die Schmierereien werden trotzdem weitergehen, aber ich denke, so ein Verbot ist auch etwas, was wir "Flagge zeigen" nennen. Der Staat muss signalisieren: Dieses Gedankengut hat in unserem Rechtsstaat nichts zu suchen! Es ist verbrecherisch!

Es ist eine Schande, dass wir trotz aller Aufklärung in den Schulen, in den Medien, - ich weiß wie viel wir in den Schulen für die Aufklärung der Jugendlichen tun, damit das Gedankengut vielleicht eines Tages verschwindet. - dass das trotzdem immer noch in den Köpfen sitzt.

Und daher sagen wir: Nie wieder Antisemitismus! Nie wieder Faschismus! Verbot aller rechtsradikalen Organisationen!


Ich danke für Eure Aufmerksamkeit.

(Beifall)


(1)^ in der Tat berichteten Teilnehmer, dass sie während der Mahnwache Leute gesehen hätten, die der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind. Offensichtlich sind sie aber durch die Polizeipräsenz verscheucht worden.

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Walter Wandtke (Moderation)
Ich danke auch für den Beitrag des DGB, bzw. der GDW. Ich weiß nicht, ob wir noch einmal ein paar Takte Musik hören?

(Musik)

(Beifall)

Walter Wandtke (Moderation)
Dann würde ich jetzt die Alice Czyborra ans Mikrofon bitten.


Rede: Alice Czyborra (VVN-BdA)

Ich möchte heute angesichts der Schändung jüdischer Gräber in unserer Stadt an Ignaz Bubis erinnern. Der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland verstarb 1999 in Frankfurt am Main. Er hatte verfügt, nicht in der Stadt seines Lebensmittelpunktes beerdigt zu werden. Denn er befürchtete, sein Grab könnte geschändet werden, wie das von Heinz Galinski, seinem Vorgänger.

(Rufe "Nazis raus!" im Hintergrund) Eq-Al20110519.jpg Welch bittere Gedanken als Überlebender des Holocaust. Als eine Persönlichkeit, die sich dem Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus verschrieben hatte! Ignaz Bubis wurde so, wie er es gewünscht hatte, in Israel beigesetzt. Wie sehr können wir ihn verstehen. - Wir erleben das jetzt ja auch. Oft lesen wir in kurzen Meldungen von Grabschändungen auf Friedhöfen anderer Orte Deutschlands. Nun jetzt auch in Essen!

30 Grabsteine jüdischer Essener Bürger wurden mit Hakenkreuzen und SS-Runen beschmiert, beschmutzt, geschändet. Der Zeitpunkt dieses Angriffs war bewusst gewählt: der 20. April. Schmierereien mit Symbolen der Nazis, antisemitische, rassistische und ausländerfeindliche Sprüche finden wir immer wieder in unserer Stadt. Von den Behörden und den Politikern werden sie immer oft als "Dumme-Jungen-Streich" oder als Treiben von Einzeltätern abgetan. Bürger, wie zum Beispiel in Freisenbruch sahen dies anders und hatten in mehrmaligen Säuberungsaktionen immer wieder diese Nazi-Symbole weggewischt.

Was jetzt auf diesem Friedhof passierte, ist eine neue Stufe antisemitischen Treibens. Es ist ein Affront gegenüber den in unserer Stadt lebenden jüdischen Bürgern. Auch die jüdischen Familien, die in Essen eine neue Heimat gefunden haben, sind zutiefst erschüttert, einen solchen Angriff erleben zu müssen.

Auf dem Friedhof finden wir Grabsteine, auf denen die Angehörigen - selbst Überlebende des Holocausts - die Namen ihrer Eltern, ihrer Kinder, ihrer ermordeten Verwandten einmeißeln ließen. Meistens steht dort nur das Datum der Deportation. Wo und wann sie getötet wurden, weiß man nicht. Aber ihre Namen sind in den Steinen eingraviert. Sie sollen unvergessen bleiben.

Auf diesem Friedhof steht auch ein Grabstein für alle 2.500 Essener Juden, die den Holocaust nicht überlebt haben. Wer diesen Friedhof besucht, gedenkt der ermordeten Essener jüdischen Menschen. An die ermordeten jüdischen Bürger erinnert werden wir an vielen Orten in Essen. Auch durch "Stolpersteine". Sie wurden auf den Bürgersteigen eingelassen vor den Häusern, aus denen die Essener Juden brutal heraus geholt und mit den Zügen der Reichsbahn in den Tod geschickt wurden. Angehörige, aber auch engagierte Essener Bürgerinnen und Bürger, Schulklassen haben sich dafür eingesetzt, dass aus den Zahlen der Ermordeten wieder Namen werden, dass die ermordeten Essener jüdischen Bürger nicht in der Anonymität verschwinden. In begleitenden Schriften erfahren wir, wer diese Menschen waren, wie sie vor und nach 1933 gelebt haben.

Engagierte Freunde in Frankfurt haben auch für Angehörige meiner Familie Stolpersteine verlegen lassen. Für meine Tante Dora, für meinen Onkel Leo, die von Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert wurden. Sowie für weitere Angehörige meiner Familie, die von Frankfurt aus nach Lublin deportiert wurden. Ihre Namen sind ebenfalls auf kleine Steine der Friedhofsmauer am Frankfurter jüdischen Friedhof eingraviert.

All diese Namen auf den Stolpersteinen, an Gräbern und Gedenkstätten sind zugleich Mahnung, Ähnliches nicht wieder zuzulassen. Umso mehr empört uns, was sich auf dem jüdischen Friedhof abgespielt hat. Eine Eskalation rassistischer und antisemitischer Umtriebe in unserer Stadt.

Müssen die jüdischen Friedhöfe in Essen mit Stacheldraht umgeben werden um sie vor Schändungen zu schützen? So wie jüdische Einrichtungen, die Synagogen in Essen oder auch anderswo unter besonderem Schutz stehen müssen?

Was für ein Klima herrscht in unserem Land, in unserer Stadt? In Essen auf der Viehhofer Straße existiert seit über zwei Jahren ein Nazi-Laden. "Oseberg" heißt der. Dieser Laden bedient ein Klientel mit der "Thor Steinar"-Marke. Die Marke, benannt nach dem SS-Kommandeur Steinar. Mit der Marke "Thor Steinar" werden auf Jacken und T-Shirts SS-Divisionen gehuldigt, die den Erschießungskommandos angehörten. Vor uns, die schrecklichen Bilder der entkleideten Menschen, die an die Gruben getrieben wurden, um sie dann zu erschießen. Von offizieller Seite wurde bisher leider nichts gegen den Nazi-Laden auf der Viehofer Straße unternommen.


Eq-pp20110519.jpgWir erinnern uns an die Kundgebung der NPD in Borbeck im letzten Jahr. Ausgerechnet am 9. November, dem Gedenktag an die Pogromnacht, und dann auch noch mit Fackeln! Es war eine öffentliche, eindeutig antisemitische Demonstration. Sie hätte niemals genehmigt werden dürfen!

Genauso im Jahre 2004: Als in unserer Nachbarstadt Bochum die NPD gegen den Bau der Synagoge aufmarschierte. Der Synagoge, die 1938 von faschistischen Horden niedergebrannt wurde! Die Polizei machte mit massiven Aufgebot diesem antisemitischen Marsch den Weg frei.

Immer wieder marschiert sie auf, die NPD und ihre Anhänger. Hier im Ruhrgebiet letzten Samstag in Recklinghausen. Mit rassistischen, antisemitischen, ausländerfeindlichen Parolen. Und dies wird von den Gerichten zugelassen! Als ob es nicht Auschwitz, Mejdanek, Sobibor, Belzec und andere gegeben hätte! Schon allein die Verbreitung von Rassenhass, Antisemitismus ist ein Grund, die NPD zu verbieten.

Die "Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten" hat ein dickes Buch herausgegeben, mit über 5.000 gesammelten Gründen die NPD zu verbieten. In einer Zuschrift heißt es: Es gibt sechs Millionen Gründe die NPD zu verbieten!"

Doch wie wir alle wissen, Rassenhass wird nicht allein durch die NPD geschürt. Eine aus den vielen rassistischen Aussagen von Sarrazin - ich zitiere "Alle Juden teilen ein bestimmtes Gen. Basken haben bestimmte Gene, die sie von anderen unterscheiden." Das Buch von Sarrazin "Deutschland schafft sich ab" wurde zum Bestseller in Deutschland. Sein rassistisches und menschenverachtendes Gedankengut ermuntert geradezu zu rassistischen und antisemitischen Taten.

In Frankreich gibt es ebenfalls einen Bestseller. Die kleine Broschüre von Stéfane Hessel "Empört euch". Stéphane Hessel, der sich als junger Mann der Résistence angeschlossen hatte, der das KZ Buchenwald überlebt hatte. Nun 93jährig hat er sich mit seinem Aufruf an die junge Generation gewandt. "Wie soll ich diesen Aufruf zur Empörung beschließen?" fragt er, und er zitiert aus dem Programm des französischen nationalen Widerstandes aus dem Jahre 1944: "Der Nazismus ist besiegt worden. Dank den Opfern unserer Brüder und Schwestern in der Résistance und der im Kampf gegen die faschistische Barbarei verbündeten Nationen. Doch die Bedrohung ist nicht vollständig gebannt. Und unser Zorn über die Ungerechtigkeit ist nicht gewichen."

Das ist Stéphane Hessels Vermächtnis: Empört Euch! Empören wir uns gegen Rassenhass, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit!

Heute wissen wir, zu was Nazis fähig sind. Leisten wir Widerstand, wie Stéphane Hessels es fordert.

(Beifall)

Danke.


Diese Rede steht ist als mp3-Datei auf www.linksdiagonal.de abrufbar


(Musik)


Vor der Mahnwache am 19. Mai 2011

Aufruf am 19.05.2011 zur Mahnwache

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Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

Flugblatt PDFicon.gif (101.9 KB)

Wir sind schockiert.

Kommen Sie mit uns zur
Mahnwache vor dem jüdischen
Friedhof in Huttrop!

Donnerstag, 19. Mai, 18.00 Uhr
Steeler Straße/Ecke Knaudtstraße

(Straßenbahn-Haltestelle Parkfriedhof)

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In der Nacht vom 20. auf den 21. April während des jüdischen Pessach-Festes wurden auf dem jüdischen Friedhof in Huttrop 30 Grabstätten mit Hakenkreuzen und SS-Runen geschändet.

Bewusst wählten Nazis dieses Datum, Hitlers Geburtstag, für ihre ungeheuerliche antisemitische Provokation. Schmierereien mit Nazi-Symbolen, ausländerfeindliche und antisemitische Sprüche sind immer wieder in unserer Stadt zu sehen. Sie werden allzu oft bagatellisiert. Nun diese Eskalation antisemitischer Umtriebe. Wir erwarten, dass die Behörden alles daran setzen, die Täter zu ermitteln.

Eq-querstellenAlterLogo.pngBereits im letzten Jahr hatte die NPD, ausgerechnet am 09. November, dem Gedenktag an die Pogromnacht 1938, in Borbeck eine Kundgebung mit Fackeln abgehalten. Obwohl sie als eine eindeutig offene antisemitische Demonstration beurteilt werden musste, wurde sie nicht verboten. Mit der Begründung der Meinungsfreiheit, durften sich die Neonazis auch an die diesem Tag unter polizeilichem Schutz in Borbeck zusammenrotten.

Wir sind bestürzt, dass Essener jüdische Bürger diese antisemitischen Angriffe erleben müssen. Es ist bitter, dass heute noch jüdische Einrichtungen unter Polizeischutz gestellt werden müssen.

Die Schändung der jüdischen Grabstätten wollen wir nicht schweigend hinnehmen. Wir wollen nicht wegsehen, wenn braune Horden weiter Rassenhass und Antisemitismus in Essen verbreiten. Die Geschichte lehrt uns: Niemals dürfen wir Nazis unterschätzen. Aus Vergangenheit und Gegenwart wissen wir, wozu Nazis fähig sind. Wir wollen nicht dulden, dass sich neonazistisches Treiben zur Normalität in unserer Stadt einpendelt.

Kommen Sie zur Mahnwache vor dem jüdischen Friedhof in Huttrop!

www.Essen- stellt- sich-quer.de c/o Anti-Rassismus-Telefon , Maxstr. 11(*), 45127 Essen T/Fax: 0201 - 23 20 60

Radio Essen, 19.05.2011: Heute Abend Mahnwache

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Radio Essen / Essen, Rubrik Lokalnachrichten,Donnerstag, 19.05.2011, 16:36 Uhr

Am jüdischen Friedhof in Huttrop gibt es heute Abend eine Mahnwache.


Der „Runde Tisch für Menschenrechte“ ruft dazu auf, um 18.00 Uhr zur Ecke Steeler Straße / Knaudtstraße zu kommen. Der Anlass für die Mahnwache ist, dass vor knapp einem Monat viele Gräber auf dem Friedhof mit Hakenkreuzen und SS-Symbolen beschmiert wurden. Auch in der Ratssitzung nächste Woche Mittwoch sind die Vorfälle übrigens ein Thema.

Quelle: www.radioessen.de

WAZ/NRZ-Essen, 18.05.2011: Mahnwache nach Anschlag auf Friedhof

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WAZ+NRZ / Essen,Mittwoch, 18.05.2011

Mahnwache nach Anschlag auf Friedhof


Das friedliche Zusammenleben der vielen Menschen unterschiedlichster Herkunft und Kulturen sollte das gemeinsame Anliegen aller friedliebenden Bürger sein. Das Essener Friedensforum unterstützt deshalb die Mahnwache gegen den neofaschistischen Anschlag auf den jüdischen Friedhof in der Nacht des 20. April, die am Donnerstag, 19. Mai. um 18 Uhr an der Kreuzung Steeler/Knaudtstraße am Parkfriedhof stattfindet. Das Friedensforum möchte mit der Mahnwache jüdischen Bürgern sein Mitgefühl ausdrücken und ihnen zur Seite stehen, "Wir nehmen es nicht hin, sondern wir stehen auf, wenn Neofaschisten das Klima in unserer Stadt, die unter den Nazis so sehr gelitten hat, heute aufs Neue vergiften. Die Geschichte hat uns gelehrt, Judenfeindlichkeit ist Menschenfeindlichkeit", so heißt es in der Einladung.



WAZ-Essen, 12.05.2011: Mahnwache nach Grabstein-Attacke

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WAZ / Essen,Donnerstag, 12.05.2011

Mahnwache nach Grabstein-Attacke


Mit antisemitischen Symbolen wurden in der Nacht vom 20. auf den 21. April (Nacht des jüdischen Pessach-Festes) auf dem jüdischen Friedhof in Huttrop 30 Grabsteine übermalt. Für den kommenden Donnerstag, 19. Mai, ruft die Initiative "Essen stellt sich quer" nun zu einer Malmwache auf. Die Teilnehmer treffen sich um 18 Uhr an der Kreuzung Steeler-/Knaudtstraße.

Schändung des jüdischen Friedhofes

VVN-BDA Essen, 26.04.2011: Presseerklärung zur Grabsteinschändung

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Vereinigung der Verfolgten der Naziregimes-Bund der Antifaschisten
Kreisvereinigung Essen

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c/o Paul Schnittker
Ofterdingenstr. 90
45279 Essen

Essen, 26. April 2011

Presseerklärung zur Schändung von Grabsteinen am jüdischen Friedhof

Kurz vor dem Pessach-Fest oder vielleicht auch anlässlich des Geburtstages von Hitler am 20. April haben Nazis Gräber des jüdischen Friedhofs in Huttrop mit Hakenkreuzen und SS-Runen geschändet. Bewusst wählten braune Horden Zeit und Ort für die Schändung der jüdischen Grabstätten, eine ungeheuerliche antisemitische Provokation. Schmierereien von Nazi-Symbolen, ausländerfeindliche und antisemitische Sprüche sind in Essen immer wieder zu sehen. Sie wurden oft von offizieller Seite als Dummen-Jungen-Streich oder als Treiben eines Einzeltäters bagatellisiert. Nun diese Eskalation. Wir erwarten, dass die Behörden alles daran setzen, die Täter zu ermitteln.

Neonazis fühlen sich auch in unserer Stadt ermuntert, antisemitische, rassistische und ausländerfeindliche Hetze zu betreiben. Immer wieder werden ihnen Kundgebungen und Demonstrationen genehmigt. Der NPD-Fackelzug im letzten Jahr in Borbeck, ausgerechnet am 09. November, dem Gedenktag an die Pogromnacht 1938, war eine von Behörden zugelassene eindeutig antisemitische Demonstration. In unserer Nachbarstadt Bochum durften Nazis gerichtlich genehmigt und polizeilich geschützt gegen den Bau der Synagoge aufmarschieren. Genehmigt unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit. Meinungsfreiheit für antisemitische Demonstrationen?

Bis heute ist die verfassungswidrige NPD, das Sammelbecken alter und neuer Nazis, nicht verboten trotz Verbotsforderung mehrerer Innenminister der Länder, trotz des Verbotsantrags der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschisten, unterstützt von einer breiten Öffentlichkeit. Für Essener Neonazis ein Freibrief, immer dreistere ausländerfeindliche und antisemitische Aktionen zu veranstalten und nicht einmal vor den Toten Halt zu machen.

Dass Essener jüdische Bürger in unserer Stadt einen solchen Angriff erleben müssen, macht uns betroffen. Der Vorsitzende der Essener jüdischen Kultusgemeinde Hans-Hermann Byron, und die Gemeindemitglieder sind darüber schockiert, möchten jedoch daraus keinen „Staatsakt“ machen. Doch wir sehen es anders: Angesichts der ungeheuerlichen Verbrechen, der millionenfachen Morde an den europäischen Juden durch den deutschen Faschismus, müssen wir durch eine solche Eskalation von Antisemitismus alarmiert sein. Niemals dürfen wir Nazis unterschätzen. Aus Vergangenheit und Gegenwart wissen wir, wozu Nazis fähig sind.

NRZ-Essen, 23.04.2011: Jüdische Grabsteine mit NS-Symbolen beschmiert

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NRZ / Essen,Samstag, 23.04.2011

Jüdische Grabsteine mit NS-Symbolen beschmiert


Mit rechtsradikalen NS-Symbolen, Hakenkreuzen und SS- Runen haben Unbekannte in der Nacht zu Donnerstag mehrere Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof an der Schulzstraße in Huttrop geschändet. Die Täter seien über den Parkfriedhof gekommen und hätten sich über ein Loch im Zaun Zugang verschafft, sagt Friedhofsverwalter Wolfgang Tom Schulz. Erst im Morgengrauen bemerkte ein Gärtner die gelbe und grüne Farbe an etwa 30 Steinen. Die jüdische Kultusgemeinde hat Anzeige erstattet; der Staatsschutz ermittelt. Nun werden die Steine gereinigt. pHes/

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NRZ-Essen, 23.04.2011: Einige Grabsteine sind wieder sauber

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NRZ / Essen,Samstag, 23.04.2011

Einige Grabsteine sind wieder sauber

Zeugen gesucht für Tat auf jüdischem Friedhof


"Umgekommen in Theresienstadt und Auschwitz. Zum Gedenken", steht auf einem der Grabsteine des jüdischen Friedhofs, den zwei Mitarbeiter bereits gereinigt haben.

"Eine mühevoll Arbeit- an ihrem freien Tag", betont Friedhofsverwalter Wolfgang Tom Schulz, "aber ein Teil der Steine sind nun von Nazisymbolen befreit". Einige ältere Grabsteine, Denkmäler vom einstigen Friedhof an der Lazarettstraße, müssen aufwendiger gereinigt werden.

„Einen so massiven Angriff hat es in den vergangenen 20 Jahren nicht gegeben", sagt Jewgenij Budnizkij Der Vorsitzende der jüdischen Kultusgemeinde in Essen ist schockiert, "gerade in dieser Zeit". Bis Ende April feiert seine Gemeinde Pessach, ein zentrales Pest im Judentum. Bestürzt zeigt sich auch Oberbürgermeister Reinhard Paß: "Die offensichtlich rechtsradikalen Täter versuchen mit solchen zerstörerischen Aktionen, das friedliche Miteinander verschiedener Kulturen und Religionen in Essen zu stören. Das dürfen wir nicht zulassen!" Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen.

Hintergrund der Tat könnte der Geburtstag Hitlers gewesen sein. Auf einem jüdischen Friedhof in Wattenscheid wurden ebenfalls Gräber geschändet. "Im nächsten Jahr wird wohl ein Wachdienst um Pessach patrouillieren", so Tom Schulz. Die Polizei bittet um

Hinweise: Tel 82 90.   pHes

WAZ-Essen, 23.04.2011: Ein Schock für die jüdische Gemeinde

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WAZ / Essen,Samstag, 23.04.2011

Ein Schock für die jüdische Gemeinde

Unbekannte Täter beschmierten in der Nacht zu Donnerstag 30 Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof an der Schulzstraße mit Nazi-Symbolen


Tobias Appelt
Kai Süselbeck

Die Mitglieder der jüdischen Kultusgemeinde sind schockiert: 30 Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof an der Schulzstraße sind in der Nacht auf Donnerstag mit rechtsextremen Symbolen und Schriftzügen beschmiert worden, darunter Hakenkreuze und SS-Runen. "Einen so massiven Angriff haben wir in den vergangenen zwanzig Jahren nicht erlebt", sagt Hans—Hermann Byron, Vorsitzender der jüdischen Kultusgemeinde.

Mit der Beseitigung der Farbspuren sei bereits begonnen worden, berichtet Byron. Allerdings gestalte sich diese schwierig, da die meisten Grabsteine keine glatten, polierten Oberflächen haben und die Sprühfarbe tief ins Gestein der alten Denkmäler eingedrungen sei. Daher sollen nun Reinigungs-Spezialisten hinzugezogen werden.


REAKTION AUF ANGRIFF
Anteilnahme des OB

Oberbürgermeister Reinhard Paß reagierte bestürzt: "Die Täter versuchen mit solchen Aktionen das friedliche Miteinander der Kulturen und Religionen in unserer Stadt zu stören. Das dürfen wir nicht zulassen! Mein Mitgefühl gilt den Mitgliedern der jüdischen Kultusgemeinde."

Die Beseitigung wird weitergehen, trotz des achttägigen Pessach—Pestes, das die 931 Mitglieder der jüdischen Gemeinde in diesen Tagen feiern.

"Wir sind schwer betroffen, wollen uns dieses hohe Fest aber nicht von dem Vorfall vermiesen lassen", so Byron. Überhaupt sei seine Gemeinde Leid geprüft. "Judenverfolgung hat es immer schon gegeben, also rechnen wir ständig mit neuen Angriffen", berichtet Byron. Schuld sei ein "grundloser Hass", der daher rühre, dass viele Menschen nicht ausreichend über das Judentum Bescheid wüssten.

"Wir wollen über diesen Angriff nicht hinwegsehen, aber auch keinen Staatsakt daraus machen", sagt Byron.

Das lässt sich aber angesichts dieser, so Polizeisprecherin Tanja Horn, "neuen Dimension" nicht vermeiden. Die Behörden ermitteln derzeit wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch gegen Unbekannt (Hinweise: Tel 8290).

Friedhofsverwalter Wolfgang Tomschütz habe in der Nacht nichts Auffälliges bemerkt. Erst einer seiner Mitarbeiter entdeckte am nächsten Morgen die Spuren der Täter. "Ich bin geschockt, dass so etwas hier passiert ist", sagt Tomschütz. Besonders da die Polizei dort schon jeden Tag Streife fahre. Scheinbar reiche dies nicht aus. Zukünftig sollen zum Schutz des Friedhofs weitere Sicherheitskräfte eingesetzt werden, besonders an symbolträchtigen Daten. Etwa am 20. April, der Tatnacht und das Geburtsdatum vom Adolf Hitler.
Bildunterschrift:
Unbekannte Täter beschmierten in der Nacht zu Donnerstag 30 Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof an der Schulzstraße mit Nazi-Symbolen


Rote Antifa: Jüdischer Friedhof geschändet

 

21. April 2011

Nazis schänden jüdischen Friedhof


In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag schändeten bisher unbekannte Neonazis den jüdischen Friedhof an der Schulzstraße in Essen-Huttrop (Parkfriedhof Essen). Die Täter besprühten 25 Grabsteine mit SS-Runen und Hakenkreuzen. Laut dem Vorsitzenden der jüdischen Kultusgemeinde in Essen Byron gab es in der Vergangenheit zwar bereits mehrere Anschläge auf den Friedhof, jedoch immer nur auf die äußere Friedhofsmauer und nicht auf die Grabsteine selber.

Es liegt nahe, dass der Anschlag am 20. April mit dem Geburtstag Adolf Hitlers am selbigen t Tage zusammenhängt.

Bereits Ende letzten Jahres waren in Bochum und Herne massive Anschläge auf jüdische Friedhöfe verübt worden. In keinem der drei Fälle konnten bis jetzt Tatverdächtige ermittelt werden.

Nach Angaben der Essener Polizeisprecherin Tanja Horn konnte diese in den letzten Wochen kein „verstärktes Aufkommen rechtsradikaler Symbole“ in Essen beobachten. Dabei weisen AntifaschistInnen aus Essen bereits seit langer Zeit genau darauf, besonders in den Stadtteilen Steele und Borbeck, hin.

Siehe hier ein Foto aus derwesten.de


Unsere Kontaktadresse, das Anti-Rassismus-Telefon, ist umgezogen:
von der Maxstr. 11 zur Friedrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen
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