Aus Essen stellt sich quer

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Seitenübersicht

Essener "Haus der Geschichte": erst einmal geschlossen...

Es erscheint schon widersinnig, dass die Stadt Essen ein "Haus der Essener Geschichte" aufbaut, dann aber kein Personal bereitstellt und es nun verschlossen halten wollte.

Recht abstrus wird die politische Diskussion nun, wenn jetzt die Schuld beim Personalrat der Stadt gesucht wird. Der verlangt nämlich dort festes und qualifiziertes Personal. Während andere das Problem mit unbezahlten freiwilligen Helfern gelöst sehen wollen.

Aus dem gesamten Gehabe lässt sich wohl schließen, dass die Stadt Essen kein besonderes Interesse daran hat, das Geschichtsbewußtsein der Bevölkerung zu fördern.


Inhaltsverzeichnis

NRZ, 28.10.2014 FDP stützt Stadtarchiv

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NRZ / Essen, Rubrik Kurz gemeldet,Dienstag, 28.10.2014

FDP stützt Stadtarchiv


Als falsches Signal bewertet die FDP-Fraktion im Rat der Stadt die geplanten Einschnitte für den Betrieb des Stadtarchivs im „Haus der Geschichte“. Unter tatkräftiger Mithilfe ehrenamtlicher Bürger sei eine Lösung für die Öffnung des Hauses gefunden worden. Steigende Besucherzahlen dokumentierten, dass das gefundene Konzept Akzeptanz in der Bevölkerung finde. Dieser positive Trend dürfe nicht durch falsche Einsparbeschlüsse gefährdet werden, warnen Essens Liberale in einer Mitteilung.

WAZ/NRZ, 25.10.2014 Stadtarchiv droht der Rotstift

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WAZ/NRZ / Essen,Samstag, 25.10.2014

Stadtarchiv droht der Rotstift

Lesesaal im „Haus der Geschichte“ soll nur auf Anfrage öffnen


Von Marcus Schymiczek

Eine Dauerausstellung, die für die Öffentlichkeit quasi nicht zu sehen ist - diesen Treppenwitz fand niemand lustig, und so besserte die Politik wohl nicht zuletzt auf öffentlichen Druck nach. Die historische Ausstellung „Essen - Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ im Haus der Essener Geschichte kann seit Juni auch ohne Führung und Anmeldung besichtigt werden, immer donnerstags von 14 bis 18 Uhr. Ob die im Rat vertretenen Parteien im Zuge der Haushaltsberatungen das Haus der Geschichte ein weiteres mal vor Einschnitten bewahren, die im Ergebnis alles andere als bürgerfreundlich wären, bleibt indes vorerst abzuwarten.

Denn für den Haushaltsplanentwurf hat Stadtkämmerer Lars Martin Klieve abermals den Rotstift angesetzt. Zwei Mitarbeiter des Magazins sollen eingespart werden. Sie betreuen das Archiv und die Bibliothek des Hauses. Das Problem: Es sind die einzigen beiden Stellen, die für diese Aufgabe vorgesehen sind. Greift die Politik also nicht zum Ratzefummel und radiert den roten Strich wieder aus, den der Kämmerer gezogen hat, hätte das Folgen: Der Lesesaal müsste geschlossen werden, die Nutzung wäre nur noch auf Anfrage möglich.

Dabei erfreut sich das Archiv seit seinem in den Neubau mit der beeindruckenden rostbraunen Stahlfassade an der ehemaligen Luisenschule doch eines wachsenden Interesses. Im laufenden Jahr 2014 vertieften sich im Lesesaal des Hauses 1277 Nutzer in Akten und andere Archivalien, im Jahr zuvor waren es 1992. Kaum halb so viele waren übrig, als das Stadtarchiv noch in wenig ansprechenden Räumen im ehemaligen Rabbinerhaus an der Alten Synagoge untergebracht war. Dass es sich diesen Zahlen schnell wieder nähern dürfte, wäre keine Überraschung.
Bildunterschrift:
und 1300 Besucher nutzen in diesem Jahr den Lesesaal des Stadtarchivs. Künftig könnte der Saal nur Anfrage öffnen. FOTO: VON BORN, ULRICH

WAZ/NRZ, 12.06.2014 „Essen – Geschichte einer Großstadt“

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WAZ/NRZ / Essen, Rubrik Termine,Donnerstag, 12.06.2014

„Essen – Geschichte einer Großstadt“


Essen – Geschichte einer Großstadt“: So heißt die Dauerausstellung im Haus der Geschichte, dem Stadtarchiv, und sie ist am heutigen Donnerstag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Das Stadtarchiv sitzt in der ehemaligen Luisenschule am Bismarckplatz, hat aber eine eigene Adresse: Ernst-Schmidt-Platz. Achtung Autofahrer mit Navi: Viele Geräte kennen den Ernst-Schmidt-Platz noch nicht.
Bildunterschrift:
  FOTO: VON BORN

WAZ/NRZ, 11.06.2014 Führung im Haus der Geschichte

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WAZ/NRZ / Essen Termine,Mittwoch, 11.06.2014

Führung im Haus der Geschichte


Die historische Dauerausstellung „Essen - Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ spannt einen weiten Bogen vom Kaiserreich bis heute. Sie bietet einen Überblick über die Essener Geschichte der letzten 100 Jahre. Besonders beachtet wird dabei die Zeit des Nationalsozialismus. Am heutigen Mittwoch findet eine Führung um 16 Uhr statt. Am morgigen Donnerstag kann die Ausstellung von 14 bis 18 Uhr auch ohne Führung besichtigt werden.

Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv, Ernst-Schmidt-Platz 1

WAZ, 07.05.2014 Ab Juni immer donnerstags geöffnet

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WAZ / Essen,Mittwoch, 07.05.2014

Ab Juni immer donnerstags geöffnet

Erfolgreicher Testlauf: Die Dauerausstellung im „Haus der Essener Geschichte“ kann demnächst besucht werden. Der Streit ums Personal schwelt aber weiter


Von Marcus Schymiczek

Es klang immer schon wie ein Treppenwitz: Die Stadt Essen eröffnet ein Museum, doch der interessierten Öffentlichkeit bleibt der Zugang weitgehend verwehrt. Die Rede ist vom „Haus der Essener Geschichte“. Dort ist die sehenswerte Dauerausstellung zur Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert in der Regel geschlossen, weil es - von gebuchten und kostenpflichtigen Führungen einmal abgesehen - an städtischem Aufsichtspersonal fehlt. Künftig soll es aber mehr Gelegenheiten geben die Ausstellung zu sehen. Schon ab Juni wird das „Haus der Geschichte“ dafür einen regelmäßigen Öffnungstag anbieten, und zwar immer donnerstags. Dies kündigte Kulturdezernent Andreas Bomheuer gestern im Gespräch mit der WAZ an. Bomheuer stützt sich dabei, wie er selbst sagt, auf einen erfolgreichen Testlauf.

Einen Monat lang konnten historisch interessierte Besucher sich einmal wöchentlich auch ohne Voranmeldung vor der ehemaligen Luisenschule am Bismarckplatz einfinden und an einer Führung teilnehmen. Bis zu 35 Teilnehmer wurden gezählt. „Meine Erwartungen sind übertroffen worden“, sagt Essens Stadtarchivar Klaus Wisotzky, Leiter des Hauses.


„Der Verwaltungs-
vorstand muss
klarstellen, woher
das Personal
kommt“
Kai Uwe Gaida, Vorsitzender
des städtischen Personalrats

Andreas Bomheuer sieht sich ermutigt, das Angebot beizubehalten und möglichst noch auszubauen. Denn streng genommen handelte es sich bei den Führungen um „geschlossene Veranstaltungen“. Nur dieses juristische Konstrukt erlaubten es dem „Haus der Geschichte“ auf ehrenamtliche Helfer des Historischen Vereins für Stift und Stadt zurückzugreifen, welche die Aufsicht stellten.

Wie berichtet, dringt der Personalrat der Stadt darauf, dass städtische Mitarbeiter die Aufsicht übernehmen, sollte das Haus für die Dauerausstellung regelmäßige Öffnungszeiten anbieten, was Bürger von einer öffentlichen Einrichtung ja eigentlich erwarten dürfen. Die Arbeitnehmervertreter fürchten, andernfalls könne die Stadt sich weiterer „freiwilliger Aufgaben“ entledigen und Ehrenamtlichen übertragen. Langzeitarbeitslose als Aufsicht?

Kai-Uwe Gaida, Vorsitzender des Personalrats, sieht die Stadtspitze in der Pflicht: „Der Verwaltungsvorstand muss klarstellen, woher das Personal kommt.“ Im Kulturdezernat haben sie bereits diverse Varianten durchgespielt. Könnte Aufsichtspersonal aus dem Ruhrmuseum oder aus dem Mineralienmuseum in Kupferdreh aushelfen? Oder könnten Langzeitarbeitslose den Job übernehmen, die bei der „Essener Arbeit und Beschäftigung“ (EABG) an Qualifizierungsmaßnahmen teilnehmen? Der Personalrat würde sich einer solchen Lösung nicht verweigern, sagt Gaida.

Den regelmäßigen Öffnungstag einmal pro Woche stemmt die Verwaltung laut Bomheuer nun „mit eigenen Bordmitteln“. Es soll ein weiterer Schritt sein.


Auch weiterhin kostenfreie Führungen

  • Die Dauerausstellung im Haus der Essener Geschichte, Ernst-Schmidt-Platz 1, ist ab Juni donnerstags auch ohne Führung und Anmeldung zu besichtigen, und zwar von 14 bis 18 Uhr.
  • Kostenfreie Führungen werden auch weiterhin mittwochs um 16 Uhr und an jedem ersten Sonntag im Monat um 15 Uhr angeboten. Für kostenpflichtige Führungen kann die Ausstellung auch zu anderen Zeiten geöffnet werden. Information und Anmeldung per Email unter hdeg<a>essen.dePost_icon.png
    Bildunterschrift:
    Im „Haus der Essener Geschichte“, der früheren Luisenschule, gibt’s eine Dauerausstellung zur Stadtgeschichte. Demnächst kann man sie sogar einfach so besuchen.   FOTO: ULRICH VON BORN
Am gleichen Tag erschien in der NRZ ein etwas gekürzter und ansonsten fast identischer Artikel.  Anzeigen des NRZ-Artikels


WAZ, 07.05.2014 Kommentar Ein Tag ist besser als nichts

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WAZ / Essen, Rubrik Kommentar,Mittwoch, 07.05.2014

Ein Tag ist besser als nichts


Von Frank Stenglein

Wenn es nicht so traurig wäre, man müsste lachen. Eine Mischung aus Prinzipienreiterei und Phantasielosigkeit hat es lange verhindert, dass die Dauerausstellung zur Essener Geschichte für das Publikum zugänglich war. Für einige Wochen führten nun Ehrenamtliche die Aufsicht, mussten aber eine juristische Gratwanderung vollziehen: eine „geschlossene Veranstaltung“, zu der jeder kommen durfte - das klingt haarig. Ein Glück, dass kein Besucher ausgerutscht ist, sonst wären die armen Aufseher wohl noch mit einem Bein im Gefängnis gewesen. Nachdem nun immerhin klar ist, dass die Bürger wirklich interessiert sind, will die Stadt mit eigenem Personal einen Nachmittag pro Woche öffnen. Besser als nichts. Wenn der Personalrat nicht so dogmatisch agierte, wäre wohl mehr möglich. Aber alles hat ja sein Gutes: Dank der langen Debatte wissen nun wenigstens viele, dass es diese Ausstellung gibt.

NRZ, 02.04.2014 Ausstellung zur Geschichte Essens ist offen

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NRZ / Essen,Mittwoch, 02.04.2014

Ausstellung zur Geschichte Essens ist offen

Ehrenamtliche führen zwei Mal pro Woche


Dank des ehrenamtlichen Einsatzes von Mitgliedern des Historischen Vereins für Stadt und Stift Essen ist es ab April in einer zweimonatigen Testphase möglich, öffentliche Führungen durch die Dauerausstellung „Essen – Geschichte einer Großstadt im 20. Jahrhundert“ im Haus der Essener Geschichte/ Stadtarchiv (Ernst-Schmidt-Platz 1 – ehemalige Luisenschule) anzubieten. Die Führungen finden jeden Mittwoch um 16 Uhr und an jedem ersten Sonntag eines Monats um 15 Uhr statt und dauern rund anderthalb Stunden. Es wird weder Eintritt noch ein Führungsentgelt erhoben. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Das Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv würde sich sehr freuen, wenn viele interessierte Bürgerinnen und Bürger kommen würden. Start ist am Mittwoch, 2. April, um 16 Uhr und am Sonntag, 6. April, um 15 Uhr.

Der ehrenamtliche Einsatz war zunächst umstritten, ist aber dank des öffentlichen Drucks nun doch möglich. Die Ausstellung wäre sonst überhaupt nicht zu sehen.

NRZ/WAZ, 11.02.2014 CDU: Streit über Jobs für Ehrenamtliche

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NRZ / Essen,Dienstag, 11.2.2014

Streit über Jobs für Ehrenamtliche

Haus der Geschichte polarisiert Ratsparteien


Das „Haus der Essener Geschichte“ sorgt weiter für kommunalpolitischen Diskussionsstoff. Neben der CDU macht sich jetzt auch die FDP-Fraktion dafür stark, die Dauerausstellung im „Haus der Essener Geschichte“ regelmäßig zu öffnen und dabei Ehrenamtliche einzusetzen.

Die Liberalen erinnern an ihren Antrag von 2010, der mehrheitlich beschlossen worden sei. Damit wurde die Verwaltung beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, wie Ehrenamtliche die Aufgabe leisten können. Allerdings warte man bis heute auf dieses Konzept. FDP-Kulturexperte Klaus Budde: „Es gibt viele Menschen, die sich für Geschichte interessieren und die sicher gern bereit sind, ihr Engagement einzubringen.“ Die Liberalen betonen, so Personalkosten vermeiden zu wollen und trotzdem eine Öffnung der Sammlung für das Publikum zu ermöglichen. Gleichzeitig erinnert die FDP daran, dass „viele Kultureinrichtungen gefährdet sind, sollte das von den Linken initiierte Bürgerbegehren Kulturgut doch noch erfolgreich verlaufen. Die freien Träger wären dann akut gefährdet.
Der WAZ-Artikel vom gleichen Tag ist weitgehend text-identisch. Zusätzlich verarbet er Informationen, die im Artikel (Zwist im Haus) unten ausführlicher dargestellt sind.

Zur Anzeige des gleichartigen  WAZ-Artikels

NRZ, 10.02.2014 CDU: Zwist um Haus der Geschichte geht weiter

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NRZ / Essen,Montag, 10.2.2014

Zwist um Haus der Geschichte geht weiter

Linke: Die Kritik der CDU ist unglaubwürdig


Als völlig unglaubwürdig bezeichnet die Linke-Ratsfraktion die Kritik der CDU an der faktischen Schließung des Hauses der Essener Geschichte. Ursache für die Schließung war maßgeblich der so genannte 1.000-Stellen-Beschluss, der vom Viererbündnis im Jahre 2010 beschlossen wurde und massive Stellenkürzungen in allen Fachbereichen zur Folge hat, so die Linke.

„Mit der jetzigen Debatte um das ,Ehrenamt’ lenkt die CDU vor allem von ihren eigenen Kürzungsbeschlüssen ab“, erklärt Linken-Fraktionschef Hans Peter Leymann-Kurtz: „Bereits vor zweieinhalb Jahren habe ich mich massiv für eine auskömmliche Personalausstattung im Haus der Geschichte eingesetzt. Jetzt wird das Viererbündnis samt CDU vom Fluch der bösen Tat eingeholt.“ Der Ersatz von regulärer Beschäftigung durch Ehrenamtliche stelle einen Missbrauch des freiwilligen Engagements der Bürger dar. „Ehrenamtliche können kein Ersatz für reguläre Stellen bei Bürgerdienstleistungen sein. Doch genau in diese Richtung geht der Vorstoß der CDU – nicht nur hier. Demnächst ruft die CDU angesichts der Personalnot in den Krankenhäusern auch noch nach ehrenamtlichen OP-Schwestern“, so Leymann-Kurtz. Nach Informationen der Linken ist noch vor der Kommunalwahl mit einem Urteil über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens „kulturgutEssen“, das sich auch gegen die Stellenkürzungen im Haus der Essener Geschichte gewendet hat, zu rechnen. „Wir gehen davon aus, dass die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens festgestellt und anschließend zeitnah ein Bürgerentscheid durchgeführt wird“, so Leymann-Kurtz abschließend.
Bildunterschrift:
Das Haus der Essener Geschichte wäre einen Besuch wert.   FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

NRZ/WAZ, 08.02.2014 CDU: Personalrat verhält sich ignorant

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NRZ / Essen,Samstag, 8.2.2014

CDU: Personalrat verhält sich ignorant

Für Bürger soll die stadthistorische Ausstellung endlich wieder geöffnet werden


Die CDU-Ratsfraktion unterstützt die Ankündigung der Kulturverwaltung, die Ausstellung zur Stadtgeschichte im Haus der Essener Geschichte für die Besucher wieder zu öffnen und dabei in geringem Umfang auch die Unterstützung ehrenamtlicher Helfer zuzulassen.

Kritikwürdig sei in diesem Zusammenhang das Verhalten des Personalrats der Stadtverwaltung, der selbst einen gelegentlichen Einsatz Freiwilliger verhindern will. Die kulturpolitische Sprecherin, der CDU, Susanne Asche, nennt dies „ignorant“: „Der Personalratsvorsitzende weiß ganz genau, dass Ehrenamtliche den Aufsichtsdienst nicht ersetzen, sondern lediglich ergänzen sollen“, so Asche. Im Sport oder der Jugendarbeit seien ohne die Ehrenamtlichen viele Aktivitäten seit langem unmöglich. „Warum soll das nicht auch im Haus der Essener Geschichte funktionieren?“


"Die Schließung
der öffentlichen
Ausstellung im Haus
der Geschichte ist
für unsere Stadt und
die Stadtverwaltung
peinlich"
Susanne Asche
von der CDU

Andere Städte, wie etwa die Nachbarstadt Mülheim, aber auch Hamburg oder München, setzten längst auf ehrenamtliche Mithilfe in Kultureinrichtungen oder Museen. „Viele Aktive aus den Geschichtsvereinen warten geradezu darauf, ihr Wissen zu den Exponaten weiterzugeben und die Besucher für die Geschichte ihrer Stadt zu interessieren.“ Das Haus der Essener Geschichte sei nach der Überführung des Ruhrlandmuseums in das Ruhr Museum und nach Umgestaltung der Alten Synagoge der einzige authentische Ort der Begegnung mit der Essener Stadtgeschichte im 20. Jahrhundert. „Das ist ein wichtiger Bildungsauftrag.“

Die Schließung sei für Essen peinlich. Ärgerlich ist nach Ansicht der CDU allerdings auch, dass die Verwaltung den bereits vor Jahren erteilten Auftrag nicht umsetze, für verbindliche Öffnungszeiten durch Umschichtungen und neue Personalkonzepte zu sorgen. Ein Versäumnis, das auch Oberbürgermeister Reinhard Paß zu verantworten habe.
Bildunterschrift:
Sehr gelobt, aber selten zu sehen: Die Dauerausstellung im Haus der Geschichte, die unter Personalmangel leidet.   FOTO: ULRICH VON BORN

Zur Anzeige des wortgleichen  WAZ-Artikels

WAZ, 07.02.2014 Leserbrief Dilettantisch

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WAZ / Essen, Rubrik Leserbriefe,Freitag, 7.2.2014

Dilettantisch


Haus der Geschichte. Der WAZ-Kommentar ist treffend. Nur eines noch: Ich werde den Eindruck nicht los, dass bei Planung und Einrichtung der Dauerausstellung dilettantisch gearbeitet wurde. Bevor man ein Projekt angeht, gilt es in erster Linie organisatorische Fragen zu lösen. Dazu gehört Personalplanung. Das lernt jeder Kaufmann im ersten Lehrjahr.
Ursula Hickmann, Essen

WAZ, 07.02.2014 Befragungsergebnisse zum Haus der Essener Geschichte

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WAZ / Essen, Rubrik Leservotum,Freitag, 7.2.2014

Befragungsergebnisse zum Haus der Essener Geschichte

Online


Aktuell können nur Besuchergruppen nach vorheriger Anmeldung ins Haus der Essener Geschichte. Würden Sie sich wünschen, dass die Ausstellung dauerhaft für alle Bürger geöffnet wird?

  • 61% Ja, ich finde es wichtig, mehr über die Stadtgeschichte zu erfahren.
  • 9% Nein, mich interessiert die Geschichte Essens gar nicht.
  • 30% Wenn es die Finanzen der Stadt zulassen, sollte die Ausstellung dauerhaft geöffnet sein.
401 abgegebene Stimmen, nicht repräsentativ

WAZ, 06.02.2014 Neuanfang im Haus der Geschichte

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WAZ / Essen,Donnerstag, 6.2.2014

Neuanfang im Haus der Geschichte

Kulturdezernent macht Hoffnung, dass die Bürger endlich die Ausstellung zur Stadtgeschichte sehen können. Kompromiss beim Personaleinsatz geplant


Von Gerd Niewerth

Annähernd sechs Millionen Euro haben sie in das Haus der Essener Geschichte gesteckt. Eine üppige Investition, mit der zum Auftakt des Kulturhauptstadt-Jahres 2010 ein fulminantes Signal gesetzt wurde. Aufgegangen ist die reiche Saat allerdings nicht. Wer zum Beispiel die vielgelobte Dauerausstellung zur Geschichte der Stadt im 20. Jahrhundert sehen möchte, steht vor verschlossenen Türen.

Ausgangspunkt der Museums-Misere ist die rigide Rotstift-Politik der Stadt. Sie verleiht der Stadt über die Grenzen hinaus ein Negativ-Image, das auch den Fraktionen des Kulturausschusses peinlich ist. „Das können wir uns nicht leisten“, befand gestern SPD-Sprecher Hans Aring. Seine CDU-Kollegin Susanne Asche pflichtete ihm bei: „Ein Unding“. Auch Andreas Bomheuer, der Kulturdezernent, räumte in dem Gremium freimütig ein: „Die gegenwärtige Situation ist ausgesprochen unglücklich.“

Erfreulich immerhin: Hinter den Kulissen arbeiten sie daran, dem Haus endlich zu einem erfolgreichen Neubeginn zu verhelfen. „Ich möchte dieses für die Identität der Stadt Essen so wichtige Haus wieder an den Start bringen“, bekräftigte Bomheuer am Rande der Sitzung. Und fügte hinzu: „Wir arbeiten unter Hochdruck.“


"Hauptamtliche
Mitarbeiter sind
das Standbein",
Andreas Bomheuer,
Kulturdezernent

Ein möglicher Ausweg aus der Misere könnte die Schaffung eines „Pools“ von Aufsichtspersonen sein, der sich aus Mitarbeitern von Schloss Borbeck, der Alten Synagoge und dem Haus der Geschichte rekrutiert. Denkbar sei auch, dass das Haus der Geschichte nur an einigen Tagen oder nach Vereinbarung seine Pforten öffne. Viel Zeit, so der Kulturdezernent, dürfe man allerdings nicht mehr verstreichen lassen. „Noch vor der Sommerpause muss es eine Lösung geben, schließlich ist das Haus auch für Touristen interessant.“

In der heftig umstrittenen Frage, ob ehrenamtliche Kräfte eingesetzt werden können, verfolgt Bomheuer einen pragmatischen Kurs. Seine Maxime lautet: „Hauptamtliche Mitarbeiter sind ganz klar das Standbein und Ehrenamtliche können allenfalls das Spielbein sein.“

Auch beim 500 Mitglieder zählenden Historischen Verein, der allzu gerne ehrenamtliche Kräfte abstellen würde, ist man zuversichtlich, dass eine Lösung gefunden wird. Vielleicht nicht eine, die alle zufriedenstelle, die aber immerhin die Tür zur lohnenswerten Dauerausstellung einen Spalt öffne. „Selbst ein einziger Öffnungstag wäre schon ein Anfang,“ sagt Geschäftsführer Klaus Kaiser.


Kommentar: Fade Prinzipienreiterei

von Frank Stenglein

Es ist und bleibt ein Schildbürgerstreich: Da konzipieren die Mitarbeiter des Stadtarchivs und die Essener Geschichtsvereine eine wirklich sehenswerte Ausstellung zur Essener Geschichte - und dann kann sie niemand sehen, weil das Personal selbst für einen Minimalbetrieb fehlt. Natürlich könnte man die Stadt beschimpfen, weil der Sparkurs hier besonders gravierende Folgen hat. Aber wenn objektiv Geld fehlt, hilft das auch nicht viel weiter.

Um eine zumindest gelegentliche Öffnung zu gewährleisten, würde sich der Einsatz von ehrenamtlichen Helfern anbieten, doch dies blockiert aus durchsichtigen Gründen der Personalrat der Stadt, der hier ein willkommenes Feld für eine Machtprobe sieht. Motto: Da seht ihr mal, wohin der Personalabbau führt... Ausbaden müssen diese fade Prinzipienreiterei die Bürger, die eine Schau nicht sehen dürfen, deren Entstehung bereits ihre Steuergelder gekostet hat.

Man muss nicht soweit gehen, wie in den USA, wo selbst in den großen Nationalmuseen ohne freiwillige Enthusiasten nichts liefe. Ehrenamtler aber partout völlig draußen halten zu wollen, ist in diesen Zeiten weitfremd. Es wäre deshalb an der Zeit, dass alle Seiten endlich einen Kompromisskurs ansteuern und sich bewegen.


Personalrat weist Blockierer-Vorwurf zurück

Vorsitzender Kai-Uwe Gaida: „Keine Ehrenamtlichen für öffentliche Aufgaben“

Hauptamtlich oder ehrenamtlich? In dieser Schlüsselfrage rückt Kai-Uwe Gaida , der Personalratsvorsitzende im Rathaus, keinen Millimeter von seinen gewerkschaftlichen Prinzipien ab: „Das Haus der Geschichte ist eine öffentliche Aufgabe, die wir nicht von Ehrenamtlichen ausführen lassen.“


"Schlimm und
falsch"
Kai Uwe Gaida,
Personalrat

Zu Unrecht sieht Gaida in der Stadtarchiv-Debatte den Personalrat an den Pranger gestellt. „Dass wir als Blockierer hingestellt werden, ist nicht nur schlimm, sondern auch falsch.“ Am Zuge seien der Rat und der Verwaltungsvorstand.

Gaida erinnert daran, dass der Personalrat viele Zugeständnisse gemacht habe, als die Stadt 2010 praktisch pleite war. Dass der Personaletat bis 2017 um 41 Millionen Euro gekürzt und 690 Stellen gestrichen würden, sei äußerst schmerzhaft. „Jetzt ist das Ende der Fahnenstange erreicht.“

Dass das Haus der Geschichte nicht dauerhaft geöffnet ist, empfindet auch Gaida als „Schande“. Aber kostenlose ehrenamtliche Arbeit könne nicht die Lücke füllen, die hauptamtliche Kräfte hinterlassen. Überhaupt will Gaida nicht zulassen, dass im Haus der Geschichte ein Präzedenzfall geschaffen wird. „Die Stadtverwaltung ist der größte Arbeitgeber der Stadt und ein wichtiger Ausbilder. Wir haben eine große Job-Verantwortung auch für künftige Generationen. Auf billig machen wir nicht.“
Bildunterschrift:
Ein Lederball zählt zu den Stars der Dauerausstellung im Haus der Geschichte. Es ist jener legendäre Ball, mit dem Rot-Weiss Essen 1955 deutscher Fußballmeister wurde. Natürlich trägt er die Unterschriften der Meiserspieler  FOTO: ULRICH VON BORN


VVN, 31.01.2014 Offener Brief an Oberbürgermeister

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Verein der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
VVN-Bda Essen

c/o Paul Schnittker


Offener Brief


Herrn
Oberbürgermeister Reinhard Paß
Rathaus
Porscheplatz

45121 Essen


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

wie wir aus der Presse erfahren, ist das Essener „Haus der Geschichte“ nur noch für angemeldete Gruppen geöffnet, d. h. es gibt keine festen Öffnungszeiten mehr. Damit ist auch diese Stätte der Kultur und Bildung dem Rotstift zum Opfer gefallen. In der gleichen Presse lesen wir, dass Sie, Herr Oberbürgermeister; höhere Prioritäten auf Bildung für Jugendliche setzen wollen. Wie ist dieser Widerspruch zu erklären? Ist doch gerade das Haus der Geschichte eine Bildungseinrichtung für Jugendliche und auch eine Attraktion für Essen. Es ist ja noch nicht lange her, als unsere Stadt mit dem Titel „Kulturhauptstadt Ruhr“ ausgezeichnet wurde. Die sich daraus ergebende Verpflichtung steht immer noch in großen Buchstaben am Willy-Brandt-Platz.

Am 27. Januar hat der Deutsche Bundestag in einer Gedenkfeier an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. In dieses Gedenken wurden in vielfacher Weise Vertreterinnen und Vertreter der Bevölkerung mit einbezogen, insbesondere die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des aus diesem Anlass vom Bundestag organisierten Jugendtreffens. Es gibt genügend Gründe dafür, gerade die Jugend unseres Landes für das Geschehen während der Jahre 1933 – 45 zu sensibilisieren.

Verstärkt werden die Bürgerinnen und Bürger, insbesondere die Jugendlichen unserer Stadt, mit der Ideologie der Nazis, der Ausländerhetze und dem Rassismus konfrontiert, nicht zuletzt durch den Umzug der NPD-Landeszentrale nach Essen-Kray. Umso mehr ist es erforderlich, der Jugend auch das Wissen über die Zeit des Faschismus zu vermitteln, und damit verträgt es sich nicht, dass ausgerechnet das Haus der Geschichte in Essen mit den dort vorhandenen Exponaten aus der Geschichte unserer Stadt nicht mehr frei zugänglich sein soll.

Als Widerstands- und Verfolgten-Organisation sind wir besonders an der Verbreitung der Kenntnisse über unsere Vergangenheit interessiert. War doch gerade Essen als Krupp-Stadt und „Waffenschmiede“ maßgeblich an der Vorbereitung zweier Weltkriege beteiligt. Bedeutende Mitglieder unserer Organisation, wie Theo Gaudig, Hans Lomberg und Dr. Ernst Schmidt, nahmen ihre Verantwortung wahr, sammelten Dokumente über Widerstand und Verfolgung, um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das daraus entstandene Archiv und die Ausstellung über das Thema sind nun gefährdet, weil sie weitgehend der Öffentlichkeit entzogen sind und die Verantwortung nicht geklärt ist. Die Ausstellung ‘Widerstand und Verfolgung in Essen‘ in der Alten Synagoge war ein Aushängeschild für unsere Stadt, nicht zuletzt auch für ausländische Besucherinnen und Besucher. Sie wurde seinerzeit im Zuge der Umgestaltung der Alten Synagoge in das Haus der Geschichte überführt, um die Exponate dort in neuem Rahmen zu präsentieren.

Vor dem Hintergrund des unverhohlenen Auftretens rechtsextremistischer Gewalttäter, vor dem Hintergrund neofaschistischer Aufmärsche in zahlreichen deutschen Städten und der brutalen Mordserie der NSU, ist die faktische Schließung dieser Einrichtung nicht tragbar und nicht zu verantworten. Fehlende Finanzen können wir nicht gelten lassen. Wir möchten, dass Sie, Herr Oberbürgermeister, mit dem gleichen Nachdruck, mit dem Sie sich für den Umbau der Messe einsetzen, auch für die dauerhafte Öffnung des Hauses der Geschichte eintreten. Wir erwarten von Ihnen; Herr Oberbürgermeister, und dem Rat der Stadt, diesen Beschluss wieder rückgängig zu machen Gerne würden wir mit Ihnen in einem persönlichen Gespräch die Zukunft des Hauses der Geschichte in Essen besprechen.


Mit freundlichen Grüßen

Paul Schnittker       Walter Hilbig       Alice Czyborra


WAZ, 17.01.2014 Leserbrief Ehrenamtsarbeit unerwünscht

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Freitag, 17.01.2014

Ehrenamtsarbeit unerwünscht


Haus der Essener Geschichte. Ende März 2013 hatte ich schriftlich Herrn Dr. Klaus Wisotzky (Leiter des Hauses der Geschichte/Stadtarchiv) mit Hinweis auf die schwierige Personalsituation meine ehrenamtliche Mitarbeit angeboten, z.B. um Vakanzen dort zu überbrücken. Rasch hatte ich von Dr. Wisotzky auch eine sehr freundliche Antwort auf mein Schreiben erhalten. Er wies darauf hin, dass der Personalrat Einwände gegen ehrenamtliche Mitarbeit habe, er sehr gerne mein Angebot annehmen würde, es aber nicht dürfe, solange kein Wandel in der Meinungsbildung zu verzeichnen sei. Schade, denn ich denke, dass es weitere engagierte Bürger gibt, die wie ich bereit sind, auf Grund Ihres Vorwissens und ihrer beruflichen Erfahrung dafür Sorge zu tragen, dass das „Haus der Geschichte“ für die Bürgerschaft zugänglich erhalten wird. Mein Angebot besteht nach wie vor.   Frank Hirsch, Essen

WAZ, 16.01.2014 „Das ist doch ein Witz“

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WAZ / Essen,Donnerstag, 16.01.2014

„Das ist doch ein Witz“

Die erst 2011 eröffnete Ausstellung zur Essener Geschichte ist mangels Personal für einzelne Bürger weiter geschlossen. Eine Lösung ist immer noch nicht in Sicht


Von Vera Eckardt und Thorsten Schabelon

Ein Bürger wollte sich über die Historie seiner Stadt informieren und ging deshalb Anfang der Woche ins Haus der Essener Geschichte am Ernst-Schmidt-Platz 1. Dort stand er allerdings vor verschlossenen Türen. „Kommen Sie am 9. März wieder. Dann ist der Tag des Archivs. Dann haben wir offen“, sagte eine Mitarbeiterin dem verdutzten Essener.


"Kommen Sie am 9.
März wieder. Dann
haben wir offen.
Auskunft einer Mitarbeiterin
an einen Bürger, der
Einlass begehrte

Es ist eine Situation, die sich seit der Eröffnung Anfang 2011 häufiger zugetragen haben dürfte. Essen leistet sich zwar ein sehr schönes Haus der Geschichte, das für immerhin 6,5 Millionen Euro errichtet wurde. Aber das „Gedächtnis der Stadt“ in der ehemaligen Luisenschule bleibt für den einzelnen Normalbürger geschlossen. Wobei, eigentlich ist es eine Frage des Geldes: Lediglich Gruppenführungen sind im Haus der Geschichte möglich. Also könnte die 45 Euro, die für eine angemeldete 90-minütige Führung anfallen, auch jeder Privatmann auf den Tisch legen. Und sich dann durch die lohnende Dauerausstellung, die ein Jahrhundert Essener Geschichte beleuchtet, führen lassen.

Verantwortlich für das Museum ohne Öffnungszeiten ist der Sparkurs der Stadt. Die hat auch noch die Mitarbeiter, die im vergangenen Jahr zumindest jeden Mittwoch Privatpersonen Einlass gewährten, abgezogen. Von den „festen Öffnungszeiten“, die Kulturdezernent Andreas Bomheuer bei der Eröffnung als Ziel anvisierte, ist keine Rede mehr.

„Das ist doch ein Witz: Da haben wir ein Haus der Geschichte in prominenter, zentraler Lage und keiner kommt rein“, klagt Hans Schippmann, Vorsitzender des Historischen Vereins. Der kann mit seinen Mitgliedern zwar die ein oder andere Führung stemmen, doch nicht für den Dauerbetrieb sorgen. Außerdem scheiterte ein größeres ehrenamtliches Engagement bislang am Widerstand des städtischen Betriebsrates..

„Immer wird uns der Schwarze Peter zugeschoben“, sagt Karl-Uwe Gaida, Personalratsvorsitzender der Stadt, „doch den nehmen wir nicht an. Da machen es sich die Verantwortlichen der Sparpolitik zu einfach.“ Wer so ein Museum plant und baut, der müsse auch für das notwendige Personal sorgen. Und das soll vom Fach sein, einen Vertrag bekommen und anständig bezahlt werden. Für Gaida ist eine Schande, dass dieses „tolle Haus“ nicht öffentlich zugänglich ist. „Es wurde einfach auf die Funktion Archiv zurückgefahren. Damit erfüllt die Stadt ihre Pflicht. Mehr nicht.“

Norbert Mering, Vorsitzender des Überruhrer Bürgervereines und ehemaliger CDU-Ratsherr findet noch drastischere Worte. „Es ist ein Verbrechen, dass diese gut strukturierte und informative Ausstellung über die Geschichte unserer Heimat so sang- und klanglos untergeht“, ereifert er sich. Auch das Archiv wird seiner Meinung nach total vernachlässigt: „Da werden Bürger und Institutionen dazu aufgerufen, ihre gesammelten Schätze und Dokumente dem Stadtarchiv zu stiften und keiner kann sie aufbereiten.“


Kommentar: Ein Schildbürgerstreich


von Thorsten Schabelon

Den Aufkleber „Wir müssen draußen bleiben“ sollte man auch an das Haus der Geschichte heften. Dort gilt er nicht nur für Hunde, sondern auch für Bürger, denn das Museum hat keine Öffnungszeiten. Während die Stadt auf Messen mit ihrer Historie wirbt, können sich Essener nicht mal selbst über die Geschichte informieren. Ein Schildbürgerstreich.

Wo Millionen verbaut werden, darf es am Ende doch nicht an ein paar Tausend Euro scheitern. Deshalb, lieber Kämmerer Klieve, schauen Sie doch noch mal in Ihre Zahlen. Deshalb, liebe Essener Konzerne, schaut doch noch mal in die Kulturetats. Geschichtsfreunde stehen zudem als Helfer bereit. Da wird sich doch endlich eine Lösung finden lassen.
Bildunterschrift:
 
  • Tolles Haus, tolles Archiv, große Werbung - doch keiner kommt rein. Dabei wurde das Haus der Geschichte 2011 für viel Geld errichtet.   FOTO: UWE MÖLLER
  • Sehenswert: Die Ausstellung zur Essener Geschichte   FOTO: UVB

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