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Informationen vom 30.12. - 08.01. (1. Ankündigung und Polizeiverbot

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Hooligans "gegen Salafismus" wollten am Sonntag, den 18. Januar erneut in Essen aufmarschieren
Essen-stellt-sich-quer stellte sich dem Hass entgegen. Unter dem Motto Nein zu HoGeSa in Essen! - Gemeinsam gegen Rassismus und für Vielfalt in Essen! fand am gleichen Tag unsere Gegenveranstaltung statt. Die Hooligans haben ihre Anmeldung zuvor zurückgezogen.

Unsere "No Hogesa" Informationsseiten:


Inhaltsverzeichnis

Presse Vor dem Verbot

NRZ, 08.01.2015 Polizei will Hogesa-Demo verbieten

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NRZ / Essen,Donnerstag, 08.01.2015

Polizei will Hogesa-Demo verbieten

Behörde wird sich heute offiziell äußern


Essens Polizeiführung will die für den 18. Januar auf dem Willy-Brandt-Platz angemeldete Demonstration der so genannten „Hooligans gegen Salafisten“ (Hogesa) auf jeden Fall verbieten. Wie sonst ließe sich nachvollziehen, dass auch gestern noch keine offizielle Erklärung über die Marschrichtung aus dem Präsidium an der Büscherstraße kam. „Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen“, hieß es lapidar. Man gibt sich offenbar viel Mühe, ein Veto zu formulieren, dass möglichst Bestand hat, sollten die Anmelder im Falle einer Absage vors Verwaltungsgericht ziehen. Den Beobachtern in der Essener Behörde ist übrigens die Videobotschaft eines Privatmannes im Internet zur Hogesa-Demo nicht entgangen: „Wenn wir Terror haben wollen, machen wir ihn selber – und das tun wir jetzt“, heißt es da mit Blick auf den 18. Januar. Eine solch gewaltige Ansage, so ist aus Behördenkreise zu hören, könnte durchaus ein schlagendes Argument in einem Verfahren sein, das die öffentliche Sicherheit in den Mittelpunkt stellt. Was selbst Hogesa-Anhängern klar geworden sein dürfte – inzwischen ist der Streifen nicht mehr zu sehen.  j.m.   Mehr Lokalseite 3

NRZ, 08.01.2015 „Gewalt hat hier keinen Platz“

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NRZ / Essen,Donnerstag, 08.01.2015

„Gewalt hat hier keinen Platz“

Gegen die „Hogesa“ und für eine friedliche Gegenkundgebung am 18. Januar haben sich jetzt wichtige Akteure, Vereine und Institutionen der Essener Sportlandschaft eindeutig aufgestellt und ein gemeinsames wie lesenswertes Statement verfasst


Von Jörg Maibaum

Sportlich gesehen mögen sie ein um das andere Mal Gegner sein. Und das gern, wenn’s möglichst fair, möglichst respektvoll zugeht. Wer allerdings gegen diese einfachen Spielregeln verstößt, hat in ihrem Revier nichts verloren, und den stellen sie kurzerhand ins Abseits. Gegen „Hogesa“ und für eine friedliche Gegenkundgebung haben sich jetzt wichtige Akteure, Vereine und Institutionen der Essener Sportlandschaft eindeutig aufgestellt und ein gemeinsames Statement verfasst, das so bemerkenswert ist, dass wir es nahezu ungekürzt abdrucken:

„Der organisierte Sport steht seit Jahrhunderten als Paradebeispiel für Fairness, Miteinander und Integration. Wir messen uns zwar im Wettkampf, doch wir bestreiten diesen nach den gemeinsam definierten Regeln. Wir wollen dabei zwar gewinnen, doch achten wir stets unseren sportlichen Gegner als Mensch. Natürlich gibt es auch im Sport zu lösende Probleme, natürlich gibt es auch bei uns Meinungsverschiedenheiten, natürlich diskutieren wir auch intensiv miteinander – aber der Sport und seine Werte stehen stets im Fokus. Fairness, Integrität und Respekt sind dabei die Werte, aus denen der Sport gewachsen ist.

Ungezügelte Gewalt hat im Sport keinen Platz, Ausgrenzung von Andersartigkeit ist im Sport inakzeptabel. In unseren Vereinen sind Menschen aller Altersgruppen, aller Religionen und aller Nationalitäten organisiert. Der Sport in Essen, im Ruhrgebiet, in Deutschland und in der Welt ist rot, ist gelb, ist grün, ist blau, ist lila, ist weiß – ist einfach bunt. Wir lieben unseren Sport und seine Werte, wir leben durch den Sport das vielfältige Miteinander aus, Sport ist Integration in Reinform.

„Vor allem Angst erzeugt“
Die ,Demonstration’ der Gruppierung Hogesa in Köln hat auf erschreckende Art und Weise die tatsächliche Gesinnung vieler Demonstrationsteilnehmer gezeigt. Es kam zu Gewalt, es waren viele bekannte rechtsextreme Personen und Organisationen vertreten. Als selbsternannte ,Hooligans’ wird dabei bewusst mit dem dieser Bezeichnung innewohnenden Gewaltpotenzial gespielt, wird vor allem Angst erzeugt.

Unserer Ansicht nach bekennt sich ein jeder Teilnehmer solcher Demonstrationen zu diskriminierendem Gedankengut, schürt die Angst vor Andersartigkeit und grenzt sich nicht ausreichend gegenüber der Gewaltbereitschaft und Gewaltverherrlichung ab.

Ein solcher Aufmarsch ist zwar möglicherweise durch das Demonstrationsrecht geschützt, doch stehen die Aussagen, Aktivitäten und Ziele damit den Werten unserer Gesellschaft und des Sports entgegen. Die nachvollziehbare Ablehnung jeglichen religiösen Fanatismus darf hier nicht als Deckmantel oder Rechtfertigung für derartig diskriminierende, menschenfeindliche und gewaltverherrlichende Äußerungen und Handlungen dienen.

„Fühlen uns verpflichtet“
Als Vereine, Institutionen und Personen des Essener Sports fühlen wir uns daher verpflichtet, für die Grundgedanken des Sports einzustehen. Gewalt hat hier keinen Platz und wird ihn nie bekommen. Jeglichen Versuchen, Sport für ausgrenzende und diskriminierende politische Weltanschauungen zu missbrauchen, treten wir entschieden entgegen.

Respekt, Fairness und Toleranz gilt es zu würdigen. Es ist uns wichtig, deutlich zu machen, dass diese Werte bei aller Andersartigkeit nie zu vernachlässigen sind. Sie sind für uns der gesellschaftliche Konsens, die Klammer, die unsere Gesellschaft zusammenhält und es uns ermöglicht, Sport zu treiben.

Daher rufen wir dazu auf, sich dem breiten gesellschaftlichen Bündnis anzuschließen und am 18. Januar gemeinsam für die Werte der Menschlichkeit und des Miteinanders einzustehen (...)“


Die Unterzeichner des Aufrufs

  • Vereine und Verbände: ETB Schwarz-Weiss Fußball, ETB Wohnbau Baskets, FC Kray, Rot-Weiss Essen, SG Essen-Schönebeck, Tusem, Espo, Awo-Fanprojekt, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität, Sportstätten-Betriebsgesellschaft sowie Sport- und Bäderbetriebe der Stadt.
  • Personen: Rainer Blaszik, Niklas Cox, Niels Ellwanger, Christian Keller, Ulf Gebken, Uwe Harttgen, Heinz Hofer, Michael Kurz, Kevin Mill, Günther Oberholz, Wolfgang Rohrberg, Willi Wißing, Jessica Süßenbach, Michael Rumrich, Jürgen Schmagold, Werner Schmidt, Michael Welling.
    Bildunterschrift:
    Akteure des Essener Sports haben Hogesa die rote Karte gezeigt. FOTO: IMAGO SPORTFOTODIENST

WAZ, 08.01.2015 Sport setzt Zeichen gegen Hooligans

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WAZ / Essen,Donnerstag, 08.01.2015

Sport setzt Zeichen gegen Hooligans

Vereine zeigen geschlossen Flagge. Signal für „Menschlichkeit, respektvolles Miteinander und Toleranz“. Aufruf: Gegendemo am 18. Januar unterstützen


Von Gerd Niewerth

Auf den Sportplätzen kämpfen sie leidenschaftlich gegeneinander. Geht’s hingegen gegen gewaltbereite Hooligans, wollen sie geschlossen zusammenstehen: Mehrere Dutzend Sportvereine und Persönlichkeiten des Essener Sports rufen zum 18. Januar gemeinsam zu „Menschlichkeit, respektvollem Miteinander und Toleranz“ auf. Scharf distanziert sich der Essener Sport von den so genannten „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), die übernächsten Sonntag auf dem Willy-Brandt-Platz demonstrieren wollen. Es ist das erste Mal, dass der Essener Sport so geschlossen politisch Flagge zeigt.

Die Hooligans stünden für „diskriminierende, menschenfeindliche und gewaltverherrlichende Äußerungen und Handlungen“, heißt es in dem Appell. „Jeglichen Versuchen, Sport für ausgrenzende und diskriminierende Weltanschauungen zu missbrauchen“ träten die Essener Vereine entschieden entgegen. „Ich bin froh, dass wir uns so schnell organisiert und eine breite Plattform gefunden haben“, betont Mitinitiator Michael Welling, der Boss von Rot-Weiss Essen. „Unser Appell“, fügt er hinzu, „ist ein Zeichen für Essen und für das Ruhrgebiet“.

Jeder Sportler und Fan sei aufgerufen, sich am 18. Januar an der Gegen-Demonstration des Aktionsbündnisses „Essen stellt sich quer“ zu beteiligen. Allein die Essener Ballsportvereine würden jedes Wochenende 20 000 bis 30 000 Zuschauer und Fans mobilisieren, rechnen die Sportvereine vor. Ließe sich nur ein Bruchteil davon aktivieren, würden am 18. Januar bestimmt 2000 Sportler und Fans auf die Straße gehen. Im Fall Rot-Weiss Essen handelt es sich um einen Aufruf an eine zerklüftete Anhängerschaft. Eine, die von friedlichen Anti-Rassisten bis hin zu rechtsextremen Hooligans und HoGeSa-Aktivisten reicht. Immer wieder wird betont: Es gehe nicht um Parteipolitik, sondern um republikanische Grundwerte.

„Ungezügelte Gewalt hat im Sport keinen Platz, Ausgrenzung von Andersartigkeit ist im Sport inakzeptabel“, heißt es in dem Aufruf. Und: „In unseren Vereinen sind Menschen aller Altersgruppen, aller Religionen und aller Nationalitäten organisiert. Der Sport in Essen, im Ruhrgebiet, in Deutschland und in der Welt ist rot, ist gelb, ist grün, ist blau, ist lila, ist weiß - ist einfach bunt!“

Das trifft auch auf die Profi-Basketballer von ETB Wohnbau Baskets zu. „Ohne Menschen mit Migrationshintergrund würde uns der halbe Kader fehlen und wir hätten keine Trainer“, betont Geschäftsführer Niklas Cox. Und fügt hinzu: „Wir Sportler müssen Flagge zeigen gegen gewaltbereite Demonstranten. Solche Leute wollen wir in Essen nicht haben.“


Appell des Essener Sports: die Unterzeichner

  • Vereine und Verbände: ETB Schwarz-Weiß Fußball, ETB Wohnbau Baskets, FC Kray, Rot-Weiss Essen, SG Essen-Schönebeck, TUSEM, ESPO, AWO-Fanprojekt, Institut für Sport- und Bewegungswissenschaften der Universität, Sportstätten-Betriebsgesellschaft sowie Sport- und Bäderbetriebe der Stadt.
  • Personen: Rainer Blaszik, Niklas Cox, Niels Ellwanger, Christian Keller, Ulf Gebken, Uwe Harttgen, Heinz Hofer, Michael Kurz, Kevin Mill, Günther Oberholz, Wolfgang Rohrberg, Willi Wißing, Jessica Süßenbach, Michael Rumrich, Jürgen Schmagold, Werner Schmidt, Michael Welling.
    Bildunterschrift:
    Die Essener Sportvereine – hier Rot-Weiss Essen – appellieren an ihre Fans, am 18. Januar Flagge zu zeigen für Toleranz und Menschlichkeit. FOTO: MICHAEL GOHL

NRZ, 07.01.2015 Polizei prüft ein Verbot der Hogesa-Demo

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NRZ / Essen,Mittwoch, 07.01.2015

Polizei prüft ein Verbot der Hogesa-Demo

Ein erstes Gespräch mit den Anmeldern des „Hooligans gegen Salafisten“-Aufmarsches fand gestern statt. Eine Entscheidung der Behörde fiel bis zum Abend nicht. Derweil formiert sich ein zunehmend breiter Widerstand


Von Jörg Maibaum

Verbieten oder nicht? Die Essener Polizei macht sich ihre Entscheidung zur geplanten Demo der so genannten „Hooligans gegen Salafisten“ am 18. Januar auf dem Willy-Brandt-Platz offenbar nicht leicht. Gestern trafen sich Behördenvertreter und Anmelder des Auflaufes zwar zu einem ersten Gespräch. Zu einer abschließenden Meinung über die behördliche Marschrichtung kam man gestern aber nicht, wie Polizeisprecher Marco Ueberbach am Abend auf Nachfrage sagte: „Es wird jetzt geprüft“, was immer geprüft wird: Ob Gründe vorliegen könnten, mit denen sich ein möglichst gerichtsfestes Verbot formulieren ließe. Der politische Druck ist hoch. Doch davon darf sich eine Behörde nicht leiten lassen. Heute, so Ueberbach, wolle man sich festlegen und das weitere Vorgehen erläutern.

Dann werden auch die Mitstreiter des Bündnisses „Essen stellt sich quer“ in einem Gespräch mit der Polizei erfahren, wo und wie sie sich aufstellen dürfen. Eine sechsstündige Gegenkundgebung ebenfalls auf dem Willy-Brandt-Platz wurde vorsorglich angemeldet. Ob es dabei bleibt, ist allerdings noch unklar.

Ungeachtet aller offenen Fragen formiert sich inzwischen ein bemerkenswert breiter Widerstand gegen die Hogesa, die sich nach Meinung des bürgerlichen Bündnisses nur scheinbar gegen Salafismus wenden. „In Wirklichkeit verbreiten sie Ausländerhass und Rassismus. Wie in Köln und Hannover will diese Vereinigung von kriminellen Schlägern, Hooligans und Rechtsradikalen Angst erzeugen“, heißt es in einem Aufruf von „Essen stellt sich quer“, der von möglichst vielen Bürgern, Organisationen und Verbänden unterstützt werden soll, hofft Max Adelmann: „Wir wollen eine möglichst große und vernünftige Gegenveranstaltung auf die Beine stellen.“ Wer sie unterstützen möchte, findet die Möglichkeit ab heute unter anderem auf der „Facebook“-Seite von „Essen stellt sich quer“.

Dass Adelmann mit seinem Ansinnen nicht allein auf weiter Flur ist, wurde dem Bündnis-Sprecher am Montagabend überaus deutlich, als zu einem Vorbereitungsgespräch in der Innenstadt 50 Interessierte von 30 Organisationen, „aber auch Privatleute“ erschienen. Der Andrang am Sitz des Vereins Antirassismus-Telefon war so groß, dass man kurzerhand in die 200 Meter entfernten Räume der Grünen wechselte, wo sie dann alle sozusagen an einem Tisch saßen: Vertreter der CDU, SPD, der Gastgeber, der Linken, der Partei-Piraten, von Kulturinitiativen, Sportvereinen, Kirchen, Gewerkschaften „und auch von Jugendgruppen, die wir bis dahin noch gar nicht kannten“, so Adelmann: „Da existiert ein reges Interesse. Da tut sich deutlich was.“

Es sei zudem eine gemeinsame Resolution aller demokratischen im Rat vertretenen Parteien in der Mache. Und auch die Stadt Essen will nicht außen vor bleiben, wenn es darum geht, den Hogesa-Sympathisanten deutlich zu zeigen, dass sie in Essen unerwünscht sind.

Nachdem neben anderen auch Oberbürgermeister Reinhard Paß frühzeitig deutlich gemacht hatte, was er von einer solchen Kundgebung mit womöglich mehreren tausend gewaltbereiten Mitläufern hält, gibt es im Rathaus eigene Pläne, ein deutliches und unübersehbares Zeichen zu setzen, bestätigte Stadtsprecherin Nicole Mause gestern: „Uns schwebt was Optisches vor.“ Möglichst in Bahnhofsnähe. Doch noch wisse man nicht, was letztlich möglich sein. Das komme auf die Rahmenbedingungen an – und die setzt maßgeblich die Polizei.
Bildunterschrift:
Ein Gruppe Hooligans aus ganz NRW wurde am 21. September in der Nähe des Hauptbahnhofs festgehalten. FOTO: KONOPKA

WAZ, 07.01.2015 Aktionsbündnis gewinnt an Zulauf

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WAZ / Essen,Mittwoch, 07.01.2015

Aktionsbündnis gewinnt an Zulauf

30 Organisationen unterstützen den Appell von „Essen stellt sich quer“. Ein Zeichen von Anspannung: Die Polizei wollte am Dienstag entscheiden, ob die Hooligan-Demo stattfindet – und vertagte sich


Von Gerd Niewerth

Die Angst vor einem „heißen Sonntag“ am 18. Januar wächst: Dementsprechend schwer tut sich das Polizeipräsidium anscheinend damit, die brisante Kundgebung der so genannten „Hooligans gegen Salafisten“ auf dem Willy-Brandt-Platz zu genehmigen. Eine für Dienstagnachmittag angekündigte Entscheidung wurde überraschend vertagt. „Das Abstimmungsgespräch mit dem Veranstalter hat stattgefunden und wir prüfen jetzt“, gab sich ein Polizeisprecher betont zugeknöpft.

Schauplatz dieses Abstimmungsgespräches war Dienstagmittag die Polizeiinspektion Mitte im III. Hagen. Ein Gespräch, bei dem sich HoGeSa-Anführer und Polizeichefs an einem Tisch gegenübersaßen.


„In Essen ist kein
Platz für rechtsradi-
kales und rassisti-
sches Gedankengut
und Gewalt.“
Aufruf von
„Essen stellt sich quer“

Dem Vernehmen nach glühen die Drähte zwischen dem Polizeipräsidium und dem NRW-Innenministerium. Was den Verantwortlichen in Essen wie in Düsseldorf so viel Kopfzerbrechen bereitet, ist die Gewaltbereitschaft der Hooligans. Bei der Demo in Köln hatte der rechtsextreme Mob einen Einsatzwagen der Polizei umgeworfen und mehr als 40 Beamte verletzt. In Hannover, bei der letzten HoGeSa-Demo, hatte die Polizei die Lage im Griff, die befürchtete Randale blieb aus.

Gibt es in der Stadt eine Alternative zum Kundgebungsort Willy-Brandt-Platz? Nicht wirklich, angesichts von mehreren Tausend Hooligans und Gegendemonstranten sowie 5000 Polizisten. Der Kennedyplatz etwa ist blockiert durch die Eisbahn von „Essen On Ice“.

Unterdessen gewinnt das Aktionsbündnis „Essen stellt sich quer“, das die Gegendemo für den 18. Januar angemeldet hat, spürbar an Zulauf. Beim Plenum am Montagabend fanden sich 50 Vertreter von 30 Organisationen ein – darunter Parteien wie SPD, CDU, Grüne, Linke und Parteipiraten, Kirchen, Jugendorganisationen, Künstler und Sportvereine, allen voran RWE-Boss Michael Welling. In der dabei verabschiedeten Resolution „gegen Rassismus und für Vielfalt in Essen“ heißt es: „In Essen ist kein Platz für rechtsradikales und rassistisches Gedankengut und Gewalt“. Und: „Wir im Ruhrgebiet haben eine lange Einwanderungstradition und werden weiterhin am solidarischen Umgang miteinander festhalten.“

HoGeSa, so heißt es in dem Appell, sei eine „Vereinigung von kriminellen Schlägern, Hooligans und Rechtsradikalen“. Am liebsten sähe das Aktionsbündnis die „rassistische, volksverhetzende und grundgesetzwidrige Kundgebung“ der Hooligans verboten. „Wir spüren viel Zustimmung in der Bevölkerung“, sagt Bündnis-Sprecher Max Adelmann, und fügt optimistisch hinzu: „2000 Menschen in Essen zu mobilisieren, das ist unser sportlicher Anspruch.“
Bildunterschrift:
Schon bei der ersten Hooligan-Demo am 21. September in Essen lag Gewalt in der Luft. FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

05.01. Kurzprotokoll des ersten Vorbereitungstreffens

Das Treffen war so gut besucht, dass wir auf größere Ersatzräumlichkeiten ausweichen mussten.
  • Bei Verbot des HoGeSa-Aufmarsches: Unsere Veranstaltung findet auf jeden Fall statt - dann feiern wir halt ein Fest!
  • Inhalt des Aufrufes und des Logos festgelegt Logo-Text wird erweitert auf "No Nogesa - Rassisten stoppen!", Aufruflayout soll schnellstmöglich erstellt werden, um es dann sofort elektronisch zu verteilen.
  • Druck Plakate und Handzettel und erste Verteilaktion (für 1. Auflage) zeitlich festgelegt.
  • 1. Kooperationsgespräch mit der Polizei: Teilnehmer und Termin festgelegt.
  • Nächstes Plenum Ort und Zeit festgelegt.
  • Viel Organisatorisches für die Veranstaltung:
    • Wer spricht wichtige Leute an?
    • Wer kennt Gruppen zur Unterstützung?
    • Wer kann uns auf der Bühne kulturell unterstützen?
    • Wer hilft mit beim Verteilen, wer braucht wieviel Plakate/Flugblätter?
  • Weitere Unterstützung dringend gesucht - in fast allen Bereichen! Bitte melden bei info<a>essen-stellt-sich-quer.dePost_icon.png


1. Pressemitteilung: Nein zur Hogesa-Demonstration in Essen!

Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus



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Pressemitteilung des Bündnisses
Essen stellt sich quer
gegen die Ankündigung der HoGeSa- Aktion
am 18. Januar 2015
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Im Büro des Anti-Rassismus-Telefons
Friedrich-Ebert-Str. 30,45147 Essen
Telefon/Fax: 0201-232060
www.essen-stellt-sich-quer.de
info<a>essen-stellt-sich-quer.dePost_icon.png
www.facebook.com/pages/
Essen-stellt-sich-quer

Essen, 29. Dezember 2014


Nein zur Hogesa-Demonstration in Essen!

Die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) haben für den 18. Januar 2015 eine Demonstration auf dem Willy-Brandt-Platz am Essener Hauptbahnhof angemeldet und für den Zeitraum von 14 bis 18 Uhr 4000 Teilnehmende angekündigt. Im Ankündigungsvideo einer Privatperson, das im Internet kursiert, ist von „Wenn wir Terror haben wollen, machen wir ihn selber – und das tun wir jetzt.“ die Rede. Das ist Ankündigung genug.

Formal wenden sich „HoGeSa“ gegen Salafismus - in Wirklichkeit verbreiten sie Ausländerhass und Rassismus. Wie in Köln und Hannover will diese Vereinigung von kriminellen Schlägern, Hooligans und Rechtsradikalen Angst erzeugen: bedroht werden unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger anderer Herkunft sowie alle Andersdenkenden. Wir in Essen werden uns dem Hass entgegenstellen.

Das "Bündnis gegen Rechtsradikalismus und Rassismus - Essen stellt sich quer" fordert deshalb die Polizeipräsidentin auf, den Aufmarsch der Hooligans zu verbieten. Wenn er doch stattfindet, rufen wir gemeinsam zu friedlichen Gegenaktionen auf. In Essen ist kein Platz für rechtsextremes Gedankengut und Gewalt auf der Straße. Wir, die demokratische Öffentlichkeit, dürfen gewalttätigen Gruppen keinen Raum geben. Oberbürgermeister Paß hat die Motive von „HoGeSa“ treffend zusammengefasst: „diese Kundgebung kann doch nur ein Ziel verfolgen: Hass zu schüren gegen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die friedlich mit und unter uns in Essen leben..“ Wir freuen uns, dass die Stadtspitze eindeutig Stellung bezieht und fordern gleichsam das Verbot der Demonstration.

Bereits am 21. September marschierten rund 80 Hooligans in Essen auf. Die Mehrzahl davon ist der Polizei als gewaltbereite Fußballanhänger bekannt. Die Gruppe hat regionale Verbindungen zu Funktionären von Pro NRW und zur Dortmunder Partei "Die Rechte". Während der Demonstration am 26. Oktober in Köln (4500 Teilnehmende) kam es zudem zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei mit 44 verletzten Beamten. Davon waren auch Essener Polizeibeamte betroffen.

Unabhängig von den Entscheidungen der Polizei oder Justiz werden wir jedoch unsere demokratischen Rechte, nämlich unseren friedlichen und lautstarken Protest gegen HoGeSa auf die Straße zu tragen, noch heute dadurch zum Ausdruck bringen, dass wir eine Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz für den 18.1.2015 von 13 bis 19 Uhr anmelden. Wir sind wie immer zu Kooperationsgesprächen mit der Polizei bereit und werden auf das weitere Geschehen flexibel reagieren.


Wir bitten alle demokratischen Kräfte, insbesondere aus Sport, religiösen Gemeinschaften, Gewerkschaften und Politik in Essen und NRW uns dabei zu unterstützen.


Mit der Bitte um Veröffentlichung

Max Adelmann
Sprecher des Bündnisses
Essen stellt sich quer


Erste Pressereaktionen zum Aufmarsch

WAZ, 05.01.2015 Bündnis ruft zu mehr Unterstützung auf

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WAZ / Essen, Rubrik Kurz gemeldet,Montag, 05.01.2015

Bündnis ruft zu mehr Unterstützung auf


Das Bündnis „Essen stellt sich quer“ ruft Parteien, Verbände, Organisationen, kirchliche Gruppen, Gewerkschaften, Runde Tische, Künstler der Stadt auf, sich gegen die geplante Hogesa-Demo am 18. Januar zu stellen. „Wir brauchen noch mehr Unterstützung“, heißt es in einem verbreiteten Info-Brief. Heute Abend will sich das Bündnis treffen, um seine Gegendemonstration zu planen. „Essen stellt sich quer“ hat ebenfalls für den 18. Januar eine Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz geplant, um sich den „Hooligans gegen Salafisten“ entgegen zu stellen.

WAZ, 03.01.2015 Strafanzeige gegen Polizeiführer / Kommentar

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WAZ / Essen,Samstag, 03.01.2015

Strafanzeige gegen Polizeiführer

In Kürze entscheidet das Präsidium, ob die Hooligan-Kundgebung am 18. Januar genehmigt wird. OB ruft zu Friedfertigkeit auf. Demo mit juristischem Nachspiel


Von Gerd Niewerth

Das Polizeipräsidium Essen wird in den nächsten Tagen entscheiden, ob und in welchem Rahmen die geplante HoGeSa-Demonstration genehmigt werden kann. „Das Abstimmungsgespräch mit dem Veranstalter soll in Kürze erfolgen“, sagt ein Behördensprecher.

Wie berichtet, wollen so genannte „Hooligans gegen Salafisten“ am 18. Januar um 14 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor dem Hauptbahnhof demonstrieren. Zur selben Zeit und an derselben Stelle hat das Anti-Rassismus-Bündnis „Essen stellt sich quer“ eine Gegendemonstration angemeldet.

Während die mehrheitlich als ausländerfeindlich, rassistisch und rechtsextrem eingestuften Hooligans mit 2000 bis 4000 Demonstranten rechnen, geht das Anti-Rassismus-Bündnis von 2000 Teilnehmern aus. Bündnissprecher Max Adelmann ließ gestern durchblicken, dass er sich auch einen anderen Versammlungsort vorstellen könne – „zum Beispiel die Hache-straße oder den Hirschlandplatz“.

OB Reinhard Paß, der den Hooligan-Aufmarsch ablehnt („HoGeSa ist in Essen unerwünscht“), bietet der Polizei jede Unterstützung der Stadt an. Gleichzeitig unterstützt er jene Kräfte, die sich für „ein friedliches Miteinander und eine tolerante, weltoffene Stadt“ einsetzten. „Ich bin mir sicher, dass die Polizei mit dem nötigen Augenmaß und der erforderlichen Konsequenz vorgeht, um einen friedlichen Ablauf der Kundgebungen zu garantieren.“ Paß teilt die Sorgen der Anlieger am Willy-Brandt-Platz, insbesondere die der Geschäftsleute. „Mir wäre lieber, die Kundgebung könnte an einem weniger exponierten Ort stattfinden.“

Für ein skurriles juristisches Nachspiel sorgt unterdessen der erste Essener Hooligan-Aufmarsch am 21. September. Der Mönchengladbacher Pro NRW-Ratsherr Dominik Roeseler (35), der auch Vize-Chef der rechtsextremen, verfassungsfeindlichen Partei ist, hat Strafanzeige gegen den Polizei-Einsatzleiter erstattet – „wegen Missachtung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit, Freiheitsberaubung und Willkür im Amt“. Begründung: Als die Einsatzhundertschaft der Polizei die etwa 90 Hooligans auf dem kleinen Parkplatz an der Hachestraße festgesetzt hatte, habe er eine „Spontandemo gegen Polizeigewalt“ angemeldet. Kurz darauf sei er abgeführt, von sechs Polizisten zu Boden gedrückt und zwei Stunden im Polizeigewahrsam festgehalten worden. „Ich hatte den Handschuh eines Polizisten im Gesicht, kriegte keine Luft. Das war ein mehr als überharter Einsatz der Polizei.“ Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigt, dass die Anzeige eingegangen ist.

Kommentar: Brandstifter am Werk

Von Gerd Niewerth

Wer sich durch die HoGeSa-Foren im Internet quält, dem fällt rasch auf, dass dort nicht gerade die hellsten Köpfe unterwegs sind. Aber sie sind es, die sich von Rattenfängern leicht (ver-)führen lassen. Etwa von jenem Pro NRW-Führer, der bei den Hooligans in erster Reihe mitmischt. Ein Provokateur, der mit einem Bein im Stadtrat steht – und mit dem anderem im braunen Sumpf. Der sich als Biedermann ausgibt, aber in Wirklichkeit gefährlicher Brandstifter ist. Dass ausgerechnet solche Gesellen mit Anzeigen gegen die Polizei vorgehen, gegen jene also, die auch ihr Recht auf Meinungsfreiheit schützen, ist einfach nur widerlich.
Bildunterschrift:
 
  • Gefällt sich als HoGeSa-Anführer: Dominik Roeseler (Pro NRW) am 28. September in Dortmund. FOTO: KAI KITSCHENBERG
  • Bei der ersten Hooligan-Demo in Essen am 21. September wurde Roeseler abgeführt. Er war es auch, der die Krawall-Demo in Köln angemeldet hat. FOTO: S. KONOPKA

NRZ, 31.12.2014 Breites Bündnis gegen Hooligans

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NRZ / Essen,Mittwoch, 31.12.2014

Breites Bündnis gegen Hooligans

„Essen stellt sich quer“ will 2000 Gegendemonstranten mobilisieren. Parteien fordern starke Polizeipräsenz gegen den geplanten Aufmarsch der HoGeSa-Szene


Von Michael Mücke

Die Ankündigung der „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa), am 18. Januar mit 4.000 Teilnehmern auf dem Willy-Brandt-Platz gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands zu demonstrieren, ist nicht nur auf entschiedene Ablehnung quer durch alle Parteien gestoßen. SPD, CDU und FDP, aber auch die Linken fordern explizit auch ein großes Aufgebot der Polizei, um schwere Ausschreitungen der Hooligans – wie in Köln geschehen – in Essen zu verhindern. OB Reinhard Paß erwartet, dass die Polizisten umsichtig, und vor allem konsequent handeln.

Gleichzeitig rufen Ratsfraktionen von den Linken bis zur CDU zum friedlichen Protest auf. „Essen stellt sich quer“ meldet für den 18. Januar von 13 bis 19 Uhr eine Gegenkundgebung ebenfalls auf dem Willy-Brand-Platz an. Das Bündnis mobilisiert nicht nur in Essen sondern landesweit für seine Protestaktion und will rund 2.000 Gegendemonstranten zusammentrommeln, so Sprecher Max Adelmann.

Auch der OB-Kandidat Thomas Kufen (CDU) erklärte gegenüber der NRZ seinen Willen, an einer friedlichen Kundgebung gegen die HoGeSa-Szene teilzunehmen: „Mich bedrückt das sehr.“ Man müsse, so Kufen, deutlich machen dass der größte Teil der Demonstranten aus der Hooligan-Szene nicht aus Essen kommt „und dass die Essener nicht so denken.“


„Die wollen
Angst erzeugen“
Max Adelmann, Sprecher
„Essen stellt sich quer“

OB Reinhard Paß (SPD) bekundete via Facebook, dass die Hooligan-Kundgebung nur dem Ziel diene, Hass gegen Mitbürger zu schüren, „die friedlich mit und unter uns in Essen leben.“ SPD-Parteichefin Britta Altenkamp ruft zur Teilnahme an der Gegenkundgebung auf. „Mein Wunsch ist, dass es uns gelingt, dass die Hooligans nicht an einem zentralen Platz aufmarschieren.“ Die grüne Fraktionschefin Hiltrud Schmutzler-Jäger ist sich sicher. „Es wird ein breites Bündnis geben. Wir wollen denen keinen Platz bieten.“ Sie geht davon aus, dass die HoGeSa-Demo genehmigt wird. „Darauf müssen wir uns einrichten. Wir werden uns aktiv an der Gegendemonstration beteiligen.“

Gabriele Giesecke, Vorsitzende der Ratsfraktion Die Linke, möchte ein „breites gesellschaftliches Bündnis“ gegen die HoGeSa: „Nicht zuletzt wünsche ich mir die Beteiligung von Sport- und Fußballvereinen.“ Damit könne deutlich gemacht werden, „dass Hooligans keine Fußballfans sind, denn Sport steht für Fairness und ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen.“

Max Adelmann, Sprecher von „Essen stellt sich quer“, fordert ein Verbot der Hooligan-Demo. „Wie in Köln und Hannover will diese Vereinigung von kriminellen Schlägern, Hooligans und Rechtsradikalen Angst erzeugen. Bedroht werden unsere Mitbürger anderer Herkunft sowie alle Andersdenkenden.“

Zur Gegendemo sagte Adelmann: „Wir wollen unseren Protest friedlich und laut auf die Straße tragen.“ Man werde den Dialog mit der Polizei suchen. „Wir sind nicht auf Konfrontation aus.“

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Bildunterschrift:
Am 21. September hatten Dutzende Anhänger der HoGeSa-Szene am Hauptbahnhof demonstriert und Polizisten angepöbelt. Die Demo war nicht angemeldet und wurde aufgelöst. Für den 18. Januar werden gar 4000 Teilnehmer angekündigt. FOTO: SEBASTIAN KONOPKA

NRZ, 31.12.2014 Krawalle in Essen verhindern

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NRZ / Essen,Mittwoch, 31.12.2014

Krawalle in Essen verhindern

Politiker: Die Polizei soll sich wappnen


Fortsetzung von Seite 1

Es ist selten, dass Politiker gleich mehrerer Parteien ein starkes Polizeiaufgebot fordern. Zu groß ist einfach die Sorge, dass – wie in Köln geschehen – die Randalierer bei der hier für den 18. Januar geplanten Demo der „Hooligans gegen Salafisten“ die Oberhand gewinnen könnten. „Ich erwarte, dass die Polizei aus der Demonstration in Köln gelernt hat“, sagte CDU-Fraktionschef Thomas Kufen, der auch für den Einsatz der Reiterstaffel plädiert. Schon der Name Hooligans mache deutlich, „dass das kein Knabengesangsverein ist.“

Noch deutlicher wird SPD-Parteichefin Britta Altenkamp: „Das ist ein gewalttätiges, sehr machohaftes Auftreten von Männern, deren Ziel vor allem die Polizei ist. Das hat nur vorgeblich etwas mit dem Islam zu tun“, sagt sie über die HoGeSa-Szene. Die Hooligans, die an Bedeutung verloren hatten und jetzt ihre „Wiederbelebung suchen“ , würden sich nach der Demo in Köln gestärkt fühlen. Auch deshalb sei es wichtig, dass der Polizeieinsatz „gut geplant“ werde. Altenkamp: „Ich hoffe, dass die Polizei das richtige Maß an Einsatzbereitschaft findet.“


„Der Zulauf lässt sich
vorher nicht absehen“
Ralf Witzel, FDP-Chef, fordert
zusätzliche Hundertschaften
und auch Spezialkräfte
der Polizei

Diesen Punkt greift ebenso der Essener FDP-Chef Ralf Witzel auf: Die HoGeSa-Bewegung könne einen Zulauf bekommen, „der sich im Vorfeld nicht absehen lässt.“ Es müsse auf jeden Fall verhindert werden, dass eine „überforderte Ordnungskraft“ gleich mehreren gewalttätigen Demonstranten gegenübersteht. „Ich kann nur raten, ausreichend Hundertschaften vor Ort zu haben und auch Spezialkräfte zur Verfügung zu stellen, sagte der FDP-Chef. Er erwartet vom Innenminister und vom Polizeipräsidium „die Sensibilität, in „Essen vorbereitet zu sein.“ Dies versicherte gestern nochmals das Innenministerium. „Die Essener Polizei wird eine professionelle Lagebewertung und Kräfteberechnung erstellen“, so ein Sprecher. Dass die erforderlichen Unterstützungseinheiten rechtzeitig in die Ruhr-Metropole abgeordnet werden können, dafür werde das zuständige Landesamt für polizeiliche Dienste in Duisburg sorgen .  M.M.

WAZ, 31.12.2014 Bündnis meldet Demo gegen HoGeSa an

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WAZ / Essen,Mittwoch, 31.12.2014

Bündnis meldet Demo gegen HoGeSa an

FDP warnt vor Chaostagen im Revier


Das Anti-Rechts-Bündnis „Essen stellt sich quer“ hat prompt auf die geplante Großdemo der „Hooligans gegen Salafisten“ („HoGeSa“) reagiert. Wie Sprecher Max Adelmann mitteilt, plant das Bündnis eine Gegendemo – ebenfalls auf dem Willy-Brandt-Platz.

„Wir bitten alle demokratischen Kräfte, insbesondere aus Sport, religiösen Gemeinschaften, Gewerkschaften und Politik in Essen und NRW, uns dabei zu unterstützen“, heißt es in dem Aufruf. Die Polizeipräsidentin wird aufgefordert, den Aufmarsch der Hooligans zu verbieten. „In Essen ist kein Platz für rechtsextremes Gedankengut und Gewalt auf der Straße“. Lobend hervorgehoben wird OB Paß, der sich bereits für ein Verbot der Hooligan-Demo ausgesprochen hat. Dafür macht sich jetzt auch die Linke stark. FDP-Chef Ralf Witzel erwartet ein entschlossenes Vorgehen der Einsatzkräfte, falls die Kundgebung rechtlich nicht zu verhindern sei: „Unsere Stadt muss gut vorbereitet sein, um keine Bilder von Chaostagen im Revier zu liefern, bei denen Geschäfte geplündert, Fahrzeuge zerstört und Personen verletzt werden.“
Bericht Seite 5

WAZ, 31.12.2014 „Das Ruhrgebiet ist HoGeSa-Hochburg“

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WAZ / Essen,Mittwoch, 31.12.2014

„Das Ruhrgebiet ist HoGeSa-Hochburg“

Rechtsextremismus-Experte Olaf Sundermeyer war Augenzeuge bei drei Hooligan-Demos


Von Gerd Niewerth

Es läuft auf einen „heißen“ Sonntag hinaus: Bei der für den 18. Januar geplanten „HoGeSa“-Demonstration direkt vor dem Essener Hauptbahnhof werden gewaltbereite Hooligans, Neonazis und Rechtsextreme nicht unter sich bleiben. Das antifaschistische Bündnis „Essen stellt sich quer“ hat am Dienstag eine Gegendemonstration angemeldet. Das Polizeipräsidium bereitet sich unterdessen auf einen Großeinsatz vor.

Zwar bemühen sich die Ordnungsbehörden offiziell Gelassenheit zu verbreiten, doch hinter den Kulissen ist eine ungeheuere Anspannung zu spüren. Ein Fiasko wie in Köln, wo entfesselte Schlägertrupps einen Einsatzwagen umstürzten und 50 Beamte verletzten, soll es in Essen keinesfalls geben.


„In Köln herrschte
unter den Hooligans
eine totale Eupho-
rie. Allen Beobach-
tern war klar: Das
knallt heute.“
Olaf Sundermeyer,
Journalist, Autor und
Kenner der Hooligan-Szene

Am liebsten wäre den Sicherheitskräften, wenn sich der Aufmarsch der „Hooligans gegen Salafisten“ verbieten ließe. „Wir prüfen, ob Verbotsgründe vorliegen“, betont ein Polizeisprecher. Max Adelmann, Sprecher von „Essen stellt sich quer“, sieht schon Verbotsgründe in dem auf Youtube verbreiteten Aufruf von HoGeSa-Anführers Andreas Kraul. Darin sagt er wörtlich: „Wenn wir Terror haben wollen, machen wir ihn selber.“

NRW-Innenminister Ralf Jäger, dem die Opposition nach den Kölner Krawallen vorhielt, überfordert gewesen zu sein, will dem „gemeinsamen Auftreten von gewaltbereiten Hooligans und geistigen Brandstiftern aus der rechten Szene“ entschieden entgegentreten. „Die Polizei in Essen wird den Einsatz sehr sorgfältig vorbereiten und eine Kräfteberechnung durchführen“, sagt ein Ministeriumssprecher, und fügt hinzu: „Sie wird die erforderlichen Kräfte auch bekommen.“

In Köln hatte die Polizei nur 1300 Beamte aufgeboten und musste beinahe hilflos mit ansehen, wie die Demo eskalierte. Wochen später in Hannover wurden schon 5000 Polizisten aufgeboten – die Demo verlief weitgehend gewaltfrei.

Dass der rechtsextreme Mob nach dem Aufmarsch vom 21. September erneut in Essen demonstriert, ist für den Rechtsextremismus-Spezialisten Olaf Sundermeyer keine Überraschung. „Das Ruhrgebiet ist Hochburg der HoGeSa-Szene und Essen liegt genau in der Mitte“, sagt der Journalist, ein gebürtiger Dortmunder. Die Hooligan-Demos in Dortmund, Köln und Hannover hat der Buchautor („Rechter Terror in Deutschland“) übrigens als Augenzeuge aus nächster Nähe miterlebt. Insbesondere die Krawall-Demo in Köln hat er immer noch vor Augen. „Dort herrschte unter den Demonstranten eine totale Euphorie, sie haben gemerkt, dass die Polizei sie gewähren lässt. Allen Beobachtern war damals klar: Das knallt heute.“ Und so kam es auch.

In Essen hingegen werde es wohl nicht zu einer ähnlichen Eskalation der Gewalt kommen wie in Köln, schätzt er. Diesmal werde die Polizei genau wissen, welche Hoolilgans aus welchen Städten kommen und wie der Schwung zu unterdrücken sei. „HoGeSa“ - das ist für Sundermeyer eine „homogene rechtsmotivierte Szene“ - fremdenfeindlich, nationalistisch und gewaltbereit.
Bildunterschrift:
 
  • Bereits am 21. September waren Hooligans in Essen aufmarschiert, die Polizei kesselte sie auf dem kleinen Parkplatz an der Hachestraße fest. FOTO: SEBASTIAN KONOPKA
  • HoGeSa-Anführer Andreas Kraul (l.) Experte Olaf Sundermeyer (r.) FOTOS: GN/WP

WAZ, 31.12.2014 Leserbrief Reine Werbung

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WAZ / Essen, Rubrik Leserforum,Mittwoch, 31.12.2014

Reine Werbung


HoGeSa-Demo. Haben sich die Veranstalter der Demo schon bedankt für die Werbung, die Sie in der WAZ für deren Demo machen? Die Anhänger dieser Gruppe brauchen nur die Zeitung aufschlagen und erfahren Zeit und Ort der Demo. Sagen Sie nicht, dass Sie im Voraus darüber berichten müssen. Bei Demonstrationen von Demokraten berichten Sie auch nicht im Voraus.
Jürgen Maischak, Essen

NRZ, 30.12.2014 Hooligans planen in Essen Demo gegen Salafisten

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NRZ / Titelseite (Mantel),Dienstag, 30.12.2014

Hooligans planen in Essen Demo gegen Salafisten


 

  • Die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) haben für den 18. Januar eine Demonstration in Essen angemeldet. Die Polizei bestätigte die offizielle Anmeldung der Kundgebung. Demnach sei am zweiten Weihnachtstag ein Fax im Essener Präsidium eingegangen.
  • Eine Privatperson hat die Demonstration für Mitte Januar auf dem Willy-Brandt-Platz am Essener Hauptbahnhof angemeldet und für den Zeitraum von 14 bis 18 Uhr 4000 Teilnehmer angekündigt.
  • Das Motto soll „Keine Islamisierung – Deutschland gegen radikalen Salafismus“ lauten. NRZ

WAZ, 30.12.2014 Hooligan-Demo jetzt in Essen

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WAZ / Politik (Mantelteil),Dienstag, 30.12.2014

Hooligan-Demo jetzt in Essen


Essen. Die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) haben für den 18. Januar eine Demonstration in Essen angemeldet. Die Polizei bestätigte die offizielle Anmeldung der Kundgebung. Demnach sei am zweiten Weihnachtstag ein Fax im Essener Präsidium eingegangen. Eine Privatperson hat die Demo für Mitte Januar auf dem Willy-Brandt-Platz am Essener Hauptbahnhof ­angemeldet und für den Zeitraum von 14 bis 18 Uhr 4000 Teilnehmer angekündigt. Das Motto soll „Keine Islamisierung – Deutschland gegen radikalen Salafismus“ lauten.

NRZ, 30.12.2014 Hooligans planen Großdemo – Polizei ist alarmiert

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NRZ / Essen,Dienstag, 30.12.2014

Hooligans planen Großdemo – Polizei ist alarmiert

Zur Kundgebung gegen Salafisten erwartet die Anmelderin am 18. Januar rund 4000 Teilnehmer. Innenminister Ralf Jäger warnte vor den Anhängern, die „ihren Rassismus offen zur Schau stellen“. Die Polizei prüft, ob Verbotsgründe für die Demo vorliegen


Von Michael Mücke

Die Essener Polizei muss sich möglicherweise auf einen ihrer größten Einsätze vorbereiten. Auf Internet-Foren kündigen die sogenannten „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) eine Großdemo in der Essener City an. Tatsächlich ging am 2.Weihnachtstag das Fax einer Privatperson im Polizeipräsidium ein, die für den 18. Januar von 14 bis 18 Uhr eine Kundgebung gegen die angebliche Islamisierung Deutschlands anmeldete. Aus dem Fax lasse sich laut Polizei schließen, dass die HoGeSa dahinter stehe, deren Demo in Köln vor zwei Monaten in regelrechte Straßenschlachten ausartete. Die Essener Polizei ist alarmiert. Denn für die Kundgebung am Willy-Brandt-Platz erwartet die Anmelderin rund 4000 Teilnehmer.

„Die Polizei in Essen wird sorgfältig prüfen, ob rechtliche Möglichkeiten vorliegen, diese Veranstaltung zu verbieten“, kündigte Innenminister Ralf Jäger gestern an und zog politisch gleich Stellung: „Diesem gemeinsamen Auftreten von gewaltbereiten Hooligans und geistigen Brandstiftern aus der rechten Szene müssen wir entschieden entgegen treten. Sie tragen ihre feindselige und gewaltbereite Gesinnung sowie einen gegen Muslime gerichteten Rassismus offen zur Schau.“ Man dürfe, so Jäger weiter, nicht zulassen, „dass sich diese neue Formation von kriminellen Schlägern, gewaltbereiten Hooligans und Rechtsextremisten zusammen rottet, um das Versammlungsrecht zu missbrauchen.“ Denn genau das hätten sie in Köln gemacht.


„Kriminelle Schlä-
ger, Hooligans und
Rechtsextremisten“
Ralf Jäger, NRW-Innenminister,
über die HoGeSa-Szene

Bei der HoGeSa-Demo am 26. Oktober in der Domstadt war die Polizei mit 1300 Einsatzkräften den mehr als 4500 HoGeSa-Anhängern zahlenmäßig weit unterlegen. Bei den schweren Krawallen gewalttätiger Hooligans, die auch von Rechtsextremisten unterstützt werden, wurden 44 Beamte verletzt. Unter den Randalierern sollen auch Hooligans aus Essen gewesen sein.

Zur letzten Hooligan-Kundgebung am 15. November in Hannover waren 3000 Anhänger gekommen. Mit einem Großaufgebot von 5300 Polizisten konnten größere Ausschreitungen verhindert werden.

Dass es beim lautstarken Protest am 18. Januar in der Essener Innenstadt friedlich zugehen soll, ist zu bezweifeln, wenn man das Video der HoGeSa sieht, das gerade in das Portal Youtube gestellt wurde. Darin drohte ein Mann, der die Demo in der Ruhr-Metropole ankündigte, mit den Worten: „Wenn wir Terror haben wollen, dann machen wir ihn selber und das tun wir jetzt.“

Die Polizei wird bei der Bewertung der angemeldeten Versammlung auch dieses Video auswerten. Ergebnis offen. Eine weitere Frage ist auch, ob mögliche Verbotsgründe der Polizei später auch vor Gericht standhalten. Bei der grundgesetzlich verbrieften Demonstrationsfreiheit legen die Richter die Latte stets hoch an.

Eine Prognose ist zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht möglich. Auch nicht darüber, ob die Anmeldung nicht doch wieder zurückgezogen wird. Dies sei bundesweit schon zwei Mal geschehen, „um Verwirrung zu stiften“, meint Jörg Adelmann vom Bündnis „Essen stellt sich quer“. Der geht auf Nummer sicher und kündigte bereits eine Gegendemo an, sollten die „Hooligans gegen Salafisten“ in die Essener City kommen. Die ersten Kontakte innerhalb des Bündnisses laufen schon per Telefon und Mail. Für nächste Woche plant „Essen stellt sich quer“ ein Vorbereitungstreffen.

Im Polizeipräsidium ist als nächstes ein „Abstimmungsgespräch“ mit dem Anmelder geplant. „Das wird noch nicht heute, morgen oder übermorgen sein“, erklärte Polizeisprecher Lars Lindemann. Aber möglichst bald, um ein klares Bild zu bekommen. Dabei geht es neben der grundsätzlichen Bewertung auch um wichtige Detailfragen von der Route durch die City bis zu Auflagen, die gemacht werden können.

Sollte die Polizei die Demo nicht verbieten, wird das Präsidium – wie bei jeder anderen größeren Kundgebung auch – einen Führungsstab bilden, der den Großeinsatz vorbereitet und einen friedlichen Verlauf sicherstellen soll. Bilder wie in Köln will man hier verhindern. Schon deshalb kann der Fall eintreten, das sich die Polizei in ganzer Stärke aufstellen wird – und dafür auch weitere Hundertschaften aus anderen Städten zur Verstärkung anfordern wird.
Bildunterschrift:
In Hannover gelang es der Polizei bei der letzten HoGeSa-Demo vor über einem Monat mit einem besonders starken Aufgebot größere Ausschreitungen zu verhindern. Die Essener Polizei hatte es hier bisher nur mit einigen Dutzend dieser Anhänger zu tun, Eine nicht angemeldete Demo am 22. September löste sie auf FOTO: ALEXANDER KOERNER

WAZ, 30.12.2014 „HoGeSa“ planen Großdemo am Hauptbahnhof

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WAZ / Essen,Dienstag, 30.12.2014

„HoGeSa“ planen Großdemo am Hauptbahnhof

„Hooligans gegen Salafisten“ melden 4000 Teilnehmer für 18. Januar an


Die Bilder von Hooligans und Neonazis, die am Kölner Hauptbahnhof Polizisten angreifen und einen Einsatzwagen umkippen, gingen Ende Oktober um die Welt. Der tausende Schläger große Mob verletzte 44 Polizisten, darunter 14 Beamte der Essener Hundertschaft. Nun wollen die „Hooligans gegen Salafisten“ am 18. Januar am hiesigen Hauptbahnhof demonstrieren. Eine Frau hat die „HoGeSa“-Kundgebung mit einem Fax ans Präsidium am zweiten Weihnachtstag angemeldet – und 4000 Teilnehmer für das Treffen auf dem Willy-Brandt-Platz angekündigt.

Wortführer wirbt in Internet-Video
Ob sich gewaltbereite Fußball-Fans und Rechtsextreme tatsächlich in großer Zahl auf vergleichsweise beengtem Raum mitten in der Stadt treffen dürfen, ist gleichwohl ungewiss. „Wenn es Gründe gibt, die für eine erneute Eskalation der Gewalt sprechen, werden wir versuchen, das zu verbieten“, sagte Polizeisprecher Lars Lindemann. Dazu wird es wie vor jeder Demonstration ein „Abstimmungsgespräch“ zwischen der Behörde und dem offiziellen „Anmelder“ geben: „Wir wollen wissen, wer genau da was plant.“ Im November hatte die Polizei Hannover noch vergeblich versucht, eine Großdemo der Gruppierung zu verbieten: Das Verwaltungsgericht erlaubte diese unter Auflagen.

In Essen war „HoGeSa“ am 21. September das erste Mal in NRW öffentlich aufgetreten, damals allerdings ohne eine Demonstration angemeldet zu haben. Die Polizei kesselte damals etwa 90 Beteiligte an der Hachestraße ein. Zuvor hatten Teilnehmer die Beamten provoziert und bedroht.

Einer der „HoGeSa“-Wortführer, der in Essen und Köln als Organisator auftrat, kündigt die geplante Demo in einem gestern veröffentlichten Youtube-Video als provokativer Lautsprecher an. Im Video nennt sich er sich „Kalle“, auf Facebook Andreas Kraul. Im Video sagt er: „Wir lassen hier in Deutschland nicht zu, dass wir von den Leuten [Salafisten, d. Red.] terrorisiert werden. Wenn wir Terror haben wollen, machen wir ihn selber. Wir machen Essen 2.0. Wir rocken den Pott. Ich hoffe, ihr seid genauso heiß wie wir.“

Auf Nachfrage bestreitet er jedoch Randale-Absichten für Essen: „Wir wollen unsere Meinung äußern, aber keine Ausschreitungen.“ Er selbst rechne mit 2000 statt mit 4000 Teilnehmern. Auf einer Bühne wollen er und seine Mitstreiter bekannte Köpfe der deutschen Hooligan-Szene auftreten lassen. pw, ni, pg


Das sagen Minister Jäger und Essener Politiker

  • Der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD), der nach den Ausschreitungen von Köln in der Kritik stand, mahnte gestern auf Anfrage: „Wir dürfen nicht zulassen, dass sich diese neue Formation von kriminellen Schlägern zusammenrottet, um das Versammlungsrecht zu missbrauchen.“
  • Eine „andere Strategie als beim Einsatz in Köln“, forderte von der Polizei Thomas Kufen, OB-Kandidat der CDU. Amtsinhaber Reinhard Paß (SPD) kündigte an, die Stadtgesellschaft werde deutlich machen: „HoGeSa ist in Essen unerwünscht.“

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