Aus Essen stellt sich quer

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2010 »
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-20.11. Rundbrief 135
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-09.11. Rundbrief 134
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-06.11. Rundbrief 133
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-29.10. Rundbrief 132
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-16.10. Kurz-Rundbrief 131
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-01.10. Kurz-Rundbrief 130
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-17.09. Kurz-Rundbrief 129
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-22.06. Rundbrief 128
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-24.04. Eilmeldung
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-29.03. Rundbrief 126
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I Nachbesprechung Katernberg
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II Hinweis Expertise
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III. Termine
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IV Reden am 26.3.2010
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V Pressespiegel
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XXIX Redaktionellles
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XXX Zum Inhalt
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-17.03. Rundbrief 125
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-11.03. Rundbrief 124
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-28.02. Rundbrief 123
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-19.02. Rundbrief 122
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-09.02. Rundbrief 121
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-25.01. Kurz-Rundbrief 120
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-18.01. Rundbrief 119
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Seitenübersicht

Infobrief 126

**************************
.* ESSEN-STELLT-SICH-QUER *
.**************************
.Runder Tisch für Menschenrechte
.- gegen Rassismus und Rechtsradikalismus -
.
.c/o Anti-Rassismus-Telefon
. Maxstr. 11(*)
. T/Fax: 0201 - 23 20 60
.
.Antworten, Ab- und Neubestellungen bitte nur über:
.info@essen-stellt-sich-quer.de
.
.-----------------------------------
.Infobrief Nr.126 (29.03.2010)
.-----------------------------------

Inhaltsverzeichnis

.I. Nachbesprechung Katernberg Stellt sich Quer

Auf der heutigen Nachbesprechung von "Katernberg stellt sich quer" wurde angeregt, dass der Runde Tisch versuchen solle, noch vor den Wahlen eine Informationsveranstaltung über die Gefahren der Rechtsextremen durchzuführen.

Erste Ideen wurden gesammelt; wir werden uns kurzfristig wieder treffen, sobald Konkretes vorliegen.

Einige Schulverwaltungen haben ihre Schüler nicht für die Teilnahme an der Demonstration freigestellt. Es hat sogar Schulleitungen gegeben, die der Schülerverwaltung noch nicht einmal erlaubten, für unsere Aktion zu werben.

Es wurde diskutiert, was unternommen werden kann, damit die Zivilcourage von Schülern nicht weiterhin so sabotiert wird.


.II. Hinweis: Expertise 'Rechtspopulismus in Gestalt einer "Bürgerbewegung"

Ausführliche Informationen zu den landesweiten Aktivitäten von Pro NRW und Pro Deutschland finden sich in der Neufassung (März 2010) der Expertise 'Rechtspopulismus in Gestalt einer "Bürgerbewegung" - Struktur und politische Methodik von PRO NRW und PRO DEUTSCHLAND' von der Arbeitsstelle Neonazismus - Forschungsschwerpunkt Rechtsextremismus und Neonazismus der Fachhochschule Düsseldorf.

Abrufbar unter http://laga-nrw.de/data/expertise_rechtspopulismus_2010.pdf


Teilinfo.png Weitere Informationen dazu gibt es auf unserer Seite Downloads


.III. Termine

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

31.März, Mittwoch, 19.30 Uhr
Düsseldorf: INPUT - antifaschistischer Themenabend, Der Fall Boere,
Informationen und Hintergründe zum Aachener NS-Verbrecherprozess
Ort: Zentrum Hinterhof, Corneliusstraße 108, Düsseldorf.
Mit ReferentInnen des "AK Kein Vergessen"...
Quelle: Linkes Zentrum Hinterhof

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

03.04. bis zum 05.04.
Ostermarsch Rhein Ruhr im 50sten Jahr: Atomwaffen abschaffen! Afghanistankrieg beenden!
Quelle und Programm: Der Ostermarsch Ruhr im Internet

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

07.04. Mittwoch, 17.00 Uhr
Bochum - Langendreer: Im Schatten des Tafelbergs,
Film von Daniela Michel, Alexander Kleider und Romin Khan - Doku über das Leben & Wohnen in den Townships von Kapstadt.
Ort: Im Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum.
Quelle: Bahnhof Langendreer

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

07.04. Mittwoch, 19.30 Uhr
Bochum - Langendreer: Soziale Kämpfe in Südafrika
Mit Ashraf Cassiem und Mncedisi Twalo aus Kapstadt,
Ort: Im Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum.
Quelle: Bahnhof Langendreer

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

10.04. Samstag, 14.00 Uhr
Say 'Auf Wiedersehen' to your Nazi wear! Antifaschistische Demonstration gegen Thor Steinar und rechten Lifestyle.
Ort: Willy-Brand-Platz Essen.
Quelle Antifa Youth Essen

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

12.04. Montag, 19.15 Uhr
Treffen des Bündnis gegen Oseberg
Ort: Maxstraße 11(*), Anti-Rassismus-Telefon/ProAsyl
Auf der Diskussionsveranstaltung am 21. Januar 2010 wurden viele interessante Ideen genannt: http://buendnisgegenoseberg.blogsport.de/2010/01/23/ein-treffen-mit-folgen-der-2112010 Derzeit bemühen wir uns die vielen guten Ideen zusammen zu führen.

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

20.04. Dienstag, 19.00-21.00 Uhr
Essener Flüchtlingskonferenz Menschen in der Illegalität
- Handlungsoptionen für die Kommune
Ort: Jugendzentrum Papestraße,Papestr. 1, 45147 Essen.
Veranstalter: ProAsyl/Flüchtlingsrat Essen...

Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

21.04. Mittwoch, 19.30 Uhr: Bochum - Langendreer: Nachbeben - Chiles Zukunft
Ort: Im Bahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, 44894 Bochum.
Mit:Boris Schöppner....
Quelle: Bahnhof Langendreer


Veraltet.png Der hier genannte Termin ist veraltet!

23.04. Freitag, 11.00-15.00 Uhr
Düsseldorf: Workshop African Community -
Afrikanische Migranten in Deutschland und ihre gesellschaftliche Integration,
Ort: DGB Bildungswerk Bund e.V. Düsseldorf, Hans-Böckler-Straße 39,
Referent: Dr. Rolf Benndorf...
Quelle: Programm des DGB Bildungswerk


============================================
Bitte beachten Sie dass unter
http://www.essen-stellt-sich-quer.de
diese Termine ausführlicher beschrieben,
weitere interessante Termine zu finden sind.
============================================


.IV. Reden auf der Demonstration am 26.3.2010

Ordner.png Dieser Text wird auch in Dokumentation der Demonstration benutzt. Neben der besseren Lesbarkeit ist er dort auch mit Fotos versehen.




 Wortprotokolle der Demonstration, siehe auch
 http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:EProNRW/20100326/auf
 
 Hier die ersten Protokolle, 
 - noch nicht vollständig und tippfehlerbehaftet.
 
 -----------------------------------------------------------------
 Die gehaltenden Reden:
 
 .R.1 Wolfgang Freye / Runder Tisch für Menschrechte
 
 .R.2 Michael Zühlke / Bezirksbürgermeister Essen Bezirk West
 
 .R.3 Muhammet Balaban / Vorsitzender des Integrationsrates Essen
 
 .R.4 Özcan Akbasli / 2. Vorsitzender Fatih-Moschee E-Katernberg
 
 .R.5 Jonathan / Gustav-Heinemann-Gesamtschule (Flashmob)
 
 .R.6 Jonathan / Gustav-Heinemann-Gesamtschule (Rassismus beerdigen)
 
 .R.7 Sarah / Gustav-Heinemann-Gesamtschule
 
 .R.8 Dieter Hillebrandt / DGB Essen-Mh-Ob
 
 .R.9 Susanne Asche, Thomas Kutschaty, Rolf Fliß, Ismail Soy
 
 .R.10 Alice Czyborra / VVN/BdA
 -----------------------------------------------------------------
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung):
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir eröffnen jetzt hier
 | die Kundgebung und die dann anschließende Demonstration. Ich
 | stelle mich noch einmal kurz vor. Mein Name ist Patrick
 | Köbele. Ich werde heute hier das Programm - auch bei der
 | Abschlusskundgebung - ein bisschen moderieren. Und ich gebe
 | jetzt das Mikrofon ab an Wolfgang Freye, den Anmelder der
 | Demonstration hier.
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.1. Wolfgang Freye / Runder Tisch für Menschrechte
 -----------------------------------------------------------------
 
 Liebe Freunde, Liebe Kolleginnen und Kollegen
 
 Sehr geehrte Damen und Herren
 
 Liebe Freunde, liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
 Sehr geehrte Damen und Herren,
 
 Pro NRW will in den Landtag. Dem dienen die Aufmärsche im
 Ruhrgebiet an diesem Wochenende.
 
 Das Schlimme ist: Pro NRW macht Wahlkampf auf Kosten
 gesellschaftlicher Minderheiten und mit dem Mittel rassistischer
 Diskriminierung.
 
 Denn bei allen Versuchen, sich als „Bürgerbewegung“
 zu tarnen: Was ist es anderes, wenn Pro NRW Anhänger des
 Islam diffamiert und mit der absurden Forderung nach einem
 Minarettverbot das Grundrecht auf Religionsfreiheit angreift?
 
 Pro NRW ist keine Bürgerbewegung. Pro NRW ist eine
 rechtsradikale Partei, die faschistischen Organisationen wie
 der NPD oder den Republikanern zumindest sehr nahe steht. Die
 Funktionäre der Partei haben eine einschlägige Vergangenheit in
 der „Neuen Rechten“ der 80er Jahre.
 
 Und mit der Kundgebung, die wir hier gerade begonnen haben und
 zu der ich Sie und Euch im Namen der Veranstalter, im Namen des
 Runden Tisches für Menschenrechte, gegen Rassismus herzlich
 begrüße, sagen wir deutlich: Pro NRW und andere Rechtsradikale
 sind hier in Katernberg und in Essen nicht erwünscht! Deshalb
 stellt sich Katernberg quer, genauso, wie es in der Vergangenheit
 andere Stadtteile in Essen gemacht haben.
 
 Liebe Kolleginnen und Kollegen, Liebe Freunde Sehr geehrte Damen
 und Herren
 
 Pro NRW will von außen das friedliche Zusammenleben hier im
 Stadtteil stören. Pro NRW will sich mit rund 60 Akteuren mit
 einem Bus von den Moscheen in Mülheim und Oberhausen hier nach
 Essen fahren lassen. Und weiter in andere Ruhrgebietsstädte
 fahren, um dort vor den Moscheen Stimmung von Rechts zu machen.
 
 Das Schlimme ist, dass diese Moschee ja wirklich etabliert
 ist im Stadtteil, Probleme in der Nachbarschaft, z.B. die
 Parkplatzfrage, sind partnerschaftlich gelöst worden. Das alles
 will Pro NRW nicht und deswegen macht die Partei die Aktionen an
 diesem Wochenende. Und genau das wollen wir nicht zulassen.
 
 Es ist gut, dass Pro NRW überall, wo diese Partei auftritt,
 auf breiten Widerstand stößt. Hier im Stadtteil haben sich
 viele Vereine, Initiativen, Gewerkschaften, Schülervertretungen,
 Kirchen usw. dagegen geäußert. Und schon jetzt steht fest: Wir
 sind ein Vielfaches von den paar Männeken, die mit dem Bus aus
 Oberhausen und Mülheim herangereist kommen werden um Unfrieden
 zu stiften. Auch das ist gut so.
 
 Die Zivilgesellschaft steht gegen Pro NRW. Sie steht gegen
 Rechtsradikalismus und sie will, dass das Ruhrgebiet, das
 vielfältig und bunt ist, so bleibt.
 
 Wir treten dafür ein, dass Vielfalt weiterhin das Sagen hat. Wir
 treten dafür ein, dass Pro NRW keine Chance haben wird in den
 Landtag einzuziehen. Und dafür wollen wir mit unserer Aktion
 heute demonstrieren.
 
 Wir werden hier gleich anfangen und dann im Ablauf der Kundgebung
 zur Ecke Katernberger Straße / Zollvereinstraße kommen, wo
 sicherlich noch viele Menschen zu uns stoßen werden. Patrick
 Köble wird uns für den Runden Tisch für Menschenrechte führen
 und an den Patrick übergebe ich Wort.
 
 Vielen Dank übrigens, dass die Schülervertretung der
 Gustav-Heinemann-Schule ihre Demonstration hierher organisiert
 hat! Ihr war super! Es ist wichtig, dass sich gerade junge
 Menschen organisieren. Das verdient besonderen Applaus.
 
 Vielen Dank.
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Vielleicht noch einen organisatorischen Hinweis: Wir haben alle
 | ein bisschen Geld gebraucht, um das alles zu organisieren. Das
 | heißt, es werden nachher auch ein paar Ordnerinnen und Ordner
 | mit Spendenbüchsen herumgehen. Und es wäre natürlich schön,
 | wenn die, die es können, sich ein bisschen an der Finanzierung
 | beteiligen.
 
 | Bevor wir jetzt gleich losgehen probieren wir es mal aus. Wir
 | haben ja den Leuten von Pro NRW etwas mitgebracht: Nämlich ein
 | dreifaches "Haut ab!". Und probieren wir jetzt einmal, ob wir
 | das hinkriegen: Also: Eins, zwei, drei ... "Haut ab!"
 
 | Das war ganz gut. Das machen wir nachher dann noch, wenn wir
 | sie sehen, o.k.?
 
 | Und nun ist der Jonathan noch einmal dran.
 
 
 Jonathan
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Wir haben doch gerade auf der Demo versucht die La Ola-Welle
 | zu machen. Dann wär's gut, wenn wir das noch einmal
 | versuchen. Mit allen Menschen! Wir fangen hier vorne an und
 | weiter nach hinten durch! Schafft ihr das?
 
 | Das nehme ich mal als "ja". Wir fangen an: oooohhh....
 
 | Bis nach hinten habe ich gesagt! Die Leute dahinten mit den
 | Regenschirmen: Könnt ihr nicht auch noch mitmachen?
 
 | Dann versuchen wir das jetzt noch einmal: oooohhh.....
 
 | Sah schon besser aus! Bedanke ich mich noch mal!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Es geht jetzt wie folgt hier weiter: Wir begeben uns jetzt 20
 | Meter von hier aus - Oh, ich glaube ich kriege gerade einen
 | Anruf aus Mülheim - Einen Moment bitte.
 
 | Wir haben gerade noch einen Anruf gekriegt: Die
 | Pro-NRW-Rassisten sind jetzt gerade in Mülheim. Wir werden
 | informiert werden, wenn die losfahren, so dass wir dann auch in
 | etwa Bescheid wissen, wann die hier ankommen.
 
 | Zum weiteren Verfahren hier: Wir begeben uns jetzt vor
 | die Kirche. Dort wird die Aktion "Engel der Kulturen"

 | vorgeführt. Das wird dort im wesentlichen Willi Oberbeck
 | machen. Dachach laufen wir dann mit unserem Demonstrationszug
 | über die Viktoriastraße zur katholischen Kirche. Und
 | von dort dann zum Abschluß-Kundgebungsplatz an der Ecke
 | Zollvereinstraße / Katernberger Straße. Dort werden wir dann
 | den Rassisten von Pro NRW genau gegenüberstehen und dehnen
 | unsere Meinung ganz lautstark kundtun.
 
 | Also jetzt, 20 Meter, von mir aus gesehen, nach rechts vor die
 | Kirche. Dort geht's dann mit dem Engel der Kulturen weiter.
 
 
 Wolfgang Freye (Demonstrationsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Auch wenn unser LKW einen kleine Unfall gebaut hat, haben wir
 | es doch noch rechtzeitig geschafft hierherzukommen, dass Pro
 | NRW noch längst nicht in Sicht ist und wir hier - wie geplant
 | - jetzt mit unserer Kundgebung anfangen können.
 
 | Auch das ist toll. Und der Regen ist gegen Pro NRW gerichtet -
 | nicht gegen uns! Das ist ja wohl klar.
 
 | Wir machen jetzt hier weiter: Patrick Köbele wird weiter durch
 | die Veranstaltung führen.
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten. Es gibt ein schönes
 | Lied von den Ärzten das heißt "Scheint die Sonne auch für
 | Nazis?" - Ganz offensichtlich nicht! Und ich denke, wenn sie
 | nachher hierher kommen - und wir werden das hier sehen - dann
 | begrüßen wir sie mit einem dreifachen "Haut ab!" ...
 
 | Ich bin sehr stolz. Ich bin stolz auf unsere Stadtteile in
 | Essener Norden. Ich bin stolz auf die Bürgerinnen und Bürger
 | in diesen Stadtteilen, weil ich glaube: Es hat selten so ein
 | breites Bündnis gegeben, dass gesagt hat: "Nein, wir brauchen
 | keine Rassisten in unserem Stadtteilen, in unserer Stadt!"
 
 | Wir werden das auch mit den Reden hier demonstrieren und
 | erleben. Wir werden Kirchenvertreter haben. Wir werden
 | Gewerkschafter haben. Wir werden Menschen aus der Politik
 | haben. Wir werden deutlich machen: Diese ganzen Stadtteile
 | stehen zusammen gegen Pro NRW!
 
 | Wir lassen uns das Miteinander nicht verderben! Weder von
 | Rassisten, die hier mit Bussen angefahren werden, noch von
 | Rassisten, die es hier vielleicht auch gibt. Wir brauchen euch
 | nicht!
 
 | Und jetzt würde ich als Erstes - ich hoffe er ist da - Michael
 | Zühlke, den Bezirksbürgermeister, hier haben. Michael, wo
 | bist du?
 
 | So der Michael ist der Bezirksbürgermeister des Bezirks
 | West, also der Stadtteile Katernberg, Schonnebeck und
 | Stoppenberg. Ich denke: Es ist gut, dass er uns jetzt hier
 | begrüßt. Michael, du hast das Wort.
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.2. Michael Zühlke / Bezirksbürgermeister Essen Bezirk West
 -----------------------------------------------------------------
 
 Liebe Katernberger, Liebe Stoppenberger, Liebe Schonnebecker
 
 Schön dass hier hier seid und für die aus anderen Stadtteilen
 hier: Ihr seid hier herzlich willkommen!
 
 Die anderen, die hier unangemeldet und uneingeladen hinkommen,
 die sollen verschwinden. Die wollen wir in Katernberg nicht
 haben!
 
 Seit Jahren und Jahrzehnten leben wir hier friedlich in den
 Stadtteilen zusammen. Wir brauchen keine Störenfriede und keine
 Provokateure.
 
 Und die stellen es in ihrem Gedankengut so dar, dass wir die
 Provokateure sind. Aber ich sehe hier Bürger, die zusammen
 kommen. Ich sehe Kommunalpolitiker. Ich sehe vor allen Dingen die
 Schüler und jungen Leute. Lasst euch von diesen Rattenfängern
 nicht auf den Leim gehen! Wie sie auch heißen, ob Republikaner,
 NPD, oder sonstwas: Es ist alles die gleiche braune Soße!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Das war eine kurze und tolle Begrüßung. Ich glaube, der
 | Michael hat da einen Applaus verdient.
 
 | Jetzt müssen wir ein klein bisschen umbauen, weil unsere
 | Kolleginnen und Kollegen von der Moschee, die wollen gleich
 | zum interreligiösen Gebet gehen. Aber sie wollen uns hier
 | auch begrüßen: Das ist einmal Herr Balaban für den
 | Integrationsrat der Stadt Essen und der Herr Akbasli, der
 | zweite Vorsitzende des Moscheevereins.
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.3. Muhammet Balaban / Vorsitzender des Integrationsrates Essen
 -----------------------------------------------------------------
 
 Meine Damen und Herren, Liebe Jugendliche
 
 Wir danken den Veranstaltern ganz herzlich heute. Aber auch
 an Euch: Bei so einem solchen Wetter trotzdem auf den Beinen
 zu sein für eine so wichtige Sache in der Stadt! Ein ganz
 besonderes Dankeschön an die Gustav-Heinemann-Gesamtschule! All
 die Jugendlichen heute!
 
 Wir haben gerade schon vom Bezirksbürgermeister gehört: Andere
 Gäste sind heute auch hier.
 
 Ganz stolz sind wir auf die Resolution der Bezirksvertretung VI
 hier in Katernberg, des Integrationsbeirates und des Rates der
 Stadt Essen von Mittwoch, ganz bsonders der Oberbürgermeisters,
 so dass die ganze Stadt hinter der Resolution gestenden hat: Wir
 wollen die rechten Gruppierungen in unserer Stadt nicht haben und
 nicht dulden!
 
 Diese Resolutionen waren alle in jedem Gremium einstimmig
 gewesen. Alle Fraktionen haben dafür gestimmt. Der Anlass
 dieser Aktion ist zwar zu bedauern, auf der anderen Seite
 aber zeigt er uns, dass hier alle demokratischen Teile der
 Gesellschaft zusammenhalten. Dies gibt uns die Gelegenheit,
 noch mehr zusammenzurücken und unsere Gemeinsamkeiten zu
 bündeln. Wir zeigen heute hier aus Katernberg der ganzen
 Welt: Deutschland steht zu seinen Moscheen! Die Menschen, die
 keine Religionszugehörigkeit haben, glauben, dass Glaube ein
 Menschenrecht ist, sind heute unter uns. Die Menschen des
 jüdischen Glaubens sind hier unter uns. Die Menschen des
 christlichen Glaubens sind heute unter uns. Und die Menschen des
 muslimischen Glaubens sind heute unter uns.
 
 Wer sind denn da die Leute auf der anderen Seite? Diese
 Gruppe, die sich Pro NRW nennt, sind in Wirklichkeit für
 keine Demokratie, für keine Gleichberechtigung und für keine
 Menschenrechte. Sie kennen nur Hass, Feindbilder, Angst und
 Panikmacherei. Sie wollen die Menschen verunsichern, polarisieren
 und aufeinanderhetzen. Damit gefährden sie unsere Demokratie und
 das Image Deutschlands - weltweit.
 
 Unser Land braucht Frieden. Im gegenseitigen Respekt, im
 Dialog miteinander wollen wir weiterhin an unserer gemeinsamen
 Zukunft bauen. Synagogen, Kirchen und Moscheen sind ein fester
 Bestandteil unserer Gesellschaft. Die Verfassung und die
 demokratische Grundordnung sind unsere Fundamente an denen wir
 niemals rütteln lassen werden.
 
 Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern für dieses Bild der
 Gemeinsamkeit heute. Katernberg, Essen und das Ruhrgebiet haben
 heute Geschichte geschrieben!
 
 Herzlichen Dank dafür.
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.4. Özcan Akbasli / 2. Vorsitzender Fatih-Moschee E-Katernberg
 -----------------------------------------------------------------
 
 Meine Damen und Herren
 
 Katernberg stellt sich quer - den Rassisten keine Chance -
 Pro NRW stoppen! Unter diesem Motto sind wir heute hier in
 unserem Stadtteil gegen die rassistische Partei Pro NRW. Wir
 als Ditib-Fatih-Moschee begrüßen die Aktion. Dazu (begrüßen
 wir) die demokratischen Parteien der Bezirksvertretung West,
 die Repräsentanten der kirchlichen Vereine und Organisationen
 die Vertreter der ausländischen und deutschen Vereine und
 Verbände, die Teilnehmer aus den Schulen und Jugendverbänden,
 die Mitglieder der Gewerkschaften und alle Bürgerinnen und
 Bürger, die gemeinsam ein Zeichen gegen Rechtsextremismus, gegen
 Ausländerhass und verlogene Parolen setzen wollen.
 
 Wir gehen aufgeschlossen jetzt und miteinander und gut
 nachbarschaftlich zusammen. Das ist keine hohle Phrase. Nein,
 Das ist (...) Realität in einem menschenfreundlichen offen
 Stadtteil, in einer freiheitlich demokratischen Land.
 
 Wir alle wissen genau, dass die Pro NRW mit der Relionen das
 kaputt machen möchte. Die Religionen - und zwar alle - sind
 dafür da, den Menschen (..) zum Glück und zur inneren Ruhe zu
 führen.
 
 Rechtsextremes Gedankengut, dass isoliert und ausgrenzt,
 importierte Demonstrationsteilnehmer: Einige wenige, die
 unbelehrbar sind - Nur für Stimmungsmache, mit teuflischen
 Parolen, ohne Rücksicht auf den Wahrheitsgehalt der
 zweifelhaften Botschaften: Das hat noch kein (...) Problem
 gelöst!
 
 In den Landes- und Kommunalparlamenten, in denen Rechtsextreme
 (...) sitzen, haben sie die friedliche, harmonische und die
 demokratische Lebensweise (...) gestört. Wir alle, wie eine
 große Familie: Unser Familienleben lassen wir uns von keinem
 zerstören!
 
 Deshalb danken wir als Fathi Moschee allen, um diese
 Veranstaltung vorbereitet haben. Ich wünsche uns allen einen
 friedlichen, (...) Verlauf.
 
 Und ich lade Sie alle nach dieser Veranstaltung zur Fatih-Moschee
 ein.
 
 Gemeinsam ein Zeichen setzen. Katernberg ist bunt! Und darauf
 sind wir alle stolz!
 
 Danke
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Vielen, vielen Dank.
 
 | Und weil wir zeigen wollen, dass wir nicht nur reden können,
 | sondern dass wir auch Kultur haben - unsere Kultur! Und dass
 | wir uns nicht unsere Kultur von irgendwelchen Rechten klauen
 | lassen wollen, wollen wir uns hier jetzt hier ein paar Lieder
 | mit der Gitarre hören
 
 | ....
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Jetzt habe ich eine Frage an Euch: Sind hier Schülerinnen und
 | Schüler da?
 
 | Geht das auch lauter?
 
 | Also ich muss sagen: Ein Land, eine Stadt, Stadtteile, die
 | solche Jugendliche haben, die können zufrieden und stolz
 | sein. Ihr lebt heute hier Zivilcourage! Danke!
 
 | Ich möchte aber in diesem Zusammenhang noch einmal los werden,
 | vielleicht auch eine Anregung an die hier anwesende Politik: Es
 | gab ein sehr, sehr unterschiedliches Umgehen der Schulen mit
 | dem Bedürfnis der Schüler, Zivilcourage zu zeigen. Wri kennen
 | einige Schulen - Hut ab - wo die Leitung, die Lehrerinnen und
 | Lehrer das unterstützt haben. Aber wir kennen leider auch
 | Schulen, wo es bis dorthin ging, dass der SV untersagt wurde,
 | das Plakat aufzuhängen, bzw in den Klasse für diese Aktion
 | hier zu werben.
 
 | Ich denke, da müssen wir noch einiges klären. Weil was soll
 | denn ein Schulsystem besseres tun, wie den Jugendlichen zu
 | erlauben, Zivilcourage zu zeigen?
 
 | Ihr habt das gemacht! Ihr seid Spitze!
 
 | Und deswegen möchte ich jetzt auch den Jonathan, der für die
 | SV der Gustav-Heinemann-Gesamtschule das mitorganisiert hat,
 | das Wort erteilen.
 
 | Danke.
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.5. Jonathan / Gustav-Heinemann-Gesamtschule (Flashmob)
 -----------------------------------------------------------------
 
 Liebe Demonstrantinnen und Demonstranten, könnt ihr noch?
 
 Das find' ich gut!
 
 Ich bräuchte jetzt ein paar freiwillige Helfer. Wir brauchen
 Leute, die den Sarg tragen. Vielleicht einige von den Schülern
 am besten. Könnt ihr mal helfen, den Sarg herunter zu bringen?
 
 Solange möchte ich gerne was mit Euch versuchen.
 
 Ich möchte gerne einen Flash Mob machen! Unter dem Motto "Die
 Welt steht still, denn es gibt noch Rassismus!". Das ganze wird
 so funktionieren, dass wir alle ganz still stehen bleiben - in
 der Position, in der wir sind, wenn wir das Signal kriegen. Dann
 bleiben wir so lange stehen, bis - äeh, bis ich sage "weiter
 geht's". Wenn wir das schaffen würden, das fände ich sehr
 genial! Wollen wir das mal versuchen?
 
 Das nehme ich mal als "Ja". Dann fangen wir jetzt am besten an.
 
 ...
 
 Danke. Wenn der Sarg direkt hiervor käme, wäre das ganz gut.
 
 -----------------------------------------------------------------
 
 
 | Auch noch herzliche Grüße an die Frieda-Levy-Schule!
 
 | Schön laut! Ihr müsst euch melden, welche Schulen hier
 | sind. Dann auch noch einmal herzlich willkommen die BMV da
 | hinten!
 
 | Ja! Don-Bosco-Gymnasium! (...)
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.6. Jonathan / Gustav-Heinemann-Gesamtschule (Rassismus beerdigen)
 -----------------------------------------------------------------
 
 Liebe Schülerinnen, Liebe Schüler, Liebe Partygemeinde, Liebe
 Anwesende
 
 Wir haben uns heute hier zusammengefunden, um unseren gehassten
 Rassismus die letze Demütigung zu erweisen.
 
 Lange Zeit ging es dem Rassimus ganz gut. Er wurde gefüttert
 und gestreichelt. So wuchs er heran, bis er eine nie erreichte
 Größe erreichte.
 
 Doch an jenem glücklichen Tag 1945 wurde er aufs Übelste in
 seine Schranken gewiesen. Seit dem haust er in der Welt, fand nie
 wirklich Freunde und bekam nie wieder seine alte Macht zurück.
 
 Wir alle hoffen, dass er nicht noch einmal an die Macht
 kommt. Und wir werden alles tun, damit er nie wieder Besitz von
 armen, unglücklichen Seelen bekommt.
 
 
 Vergessen dürfen wir den Rassismus nicht. Schreibt ihn Euch in
 die Kloschüsseln, in die Pissoirs. Schreibt ihn Euch auf die
 Müllhalden!
 
 Doch denkt stets daran: Hütet euch vor braunen Dingen, denn sie
 stinken und kleben an Euch fest!
 
 -----------------------------------------------------------------
 
 
 | Und jetzt würde ich gerne noch eine Schreiminute anstoßen
 | zum Gedenken an unseren verhassten Rassismus. (...) Wir sind
 | dagegen! Schreit alle mit!
 
 | Vielen Dank! Ich danke Euch für Eure tatkräftigte
 | Unterstützung und behaltet diesen Tag als Feiertag in eurem
 | Herzen! (...) Mit solidarischen Grüßen: Das SV-Mitglied
 | Johnny!
 
 | Sahra? - die nächste Rednerin:
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 .R.7. Sarah / Gustav-Heinemann-Gesamtschule
 -----------------------------------------------------------------
 
 High erstmal! Das kann jetzt noch nicht alles gewesen sein,
 deshalb kommt jetzt noch eine Rede.
 
 "Rassismus ist eine spezifische Form der Seelenblindheit" sagte
 einst Andreas Tenzer. Der Rassismus ist tot. Niemand von uns, die
 sich hier versammelt haben, leidet an Seelenblindheit. Denn wir
 wissen, wie es ist, friedlich zusammen zu lernen und zu leben.
 
 ...
 
 ((... Aufgrund der technisch schlechten Aufnahme kann die Rede
 hier derzeit nicht dargestellt werden...))
 
 
 -----------------------------------------------------------------
 Jonathan
 -----------------------------------------------------------------
 
 | Also ich habe das Gefühl, ich habe noch nicht genug
 | gesagt. Also sage ich jetzt noch einmal was:
 
 | Marc Uwe Klink schrieb einmal: Immer wenn man was ... will
 | man doch was machen, aber was? Wir machen was. Das, was ihr
 | gerade seht. Wir setzen ein Zeichen gegen Rassismus. Nach der
 | Vorgeschichte, die der Rassismus besonders in Deutschland hat,
 | zeugt es nur von Hirntumoren oder ernsthaften Krankheiten, sich
 | für den Rassismus auszusprechen.
 
 | Dann mache ich es einfach ganz kurz: Ich find den Rassismus
 | Scheiße und ich denke, ihr alle seid auch dieser
 | Meinung. Darum sind wir alle laut und warten darauf, dass die
 | Leute von Pro NRW endlich hier auftauchen. Und dann machen wir
 | sie richtig fertig!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
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 | Herzlichen Dank erst einmal den Schülerinnen und Schülern
 | von zahlreichen Essener Schulen. Zuletzt würde ich gerne den
 | Dieter Hillebrandt, den DGB-Vorsitzenden unserer Stadt, dass
 | heißt, dem Vorsitzenden der organisierten Arbeitnehmer in
 | unserer Stadt das Wort erteilen. Weil ich finde es gut, dass
 | er hier steht - mit uns steht - und auch mit vielen seiner
 | Kolleginnen und Kollegen.
 
 
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 .R.8. Dieter Hillebrandt / DGB Essen-Mh-Ob
 -----------------------------------------------------------------
 
 Vielen Dank Patrick.
 
 Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Schüler, liebe Anwesende
 
 Ich weiß, hier stehen eine ganze Reihe von Menschen, die gleich
 noch zu euch sprechen möchten. Daher möchte ich mich auf drei
 Punkte verkürzen.
 
 Der erste Punkt ist der: Wir sind heute zusammengekommen,
 mit einer vielfältigen Zahl von Organisationen und Gruppen
 und Menschen. Das macht richtig Mut, das ist Klasse! Das wir
 zusammengekommen sind, ist natürlich kein schöner Anlass. Wir
 stehen heute hier, weil wir gegen Pro NRW deutlich demonstrieren.
 
 Pro NRW ist keine demokratische Partei. Liebe Anwesenden, ich
 glaube, dass sollte man immer wieder betonen! Wir haben vor zwei,
 drei Tagen in den Medien lesen können, dass der Innenminister
 des Landes Nordrhein-Westfalens Pro NRW in eine Schublade mit
 der NPD gestellt hat. Das, was Pro NRW nach außen verkörpern
 will, ist ein bürgerlicher Anstrich. Ich kann euch alle nur
 warnen: Diese Partei hat keinen bürgerlichen Anstrich! Diese
 Partei ist durch und durch rechtsideologisch! Das müssen wir
 alle zur Kenntnis nehmen.
 
 Ein zweiter Punkt: ... von allen Menschen, die sich gegen
 Rechtsextremismus in diesem Lande wehren. Viele von euch
 werden es auch in diesem Jahr mitbekommen haben: Auch wir
 als Gewerkschaften sind in den letzten Jahren immer wieder
 Anfeindungen von Rechtsextremen ausgesetzt worden. Im letzten
 Jahr haben 200 Rechtsextreme eine Maidemonstration des Deutschen
 Gewerkschaftsbundes überfallen. Es war ein glücklicher Zufall,
 dass dort keine Menschen zu Schaden gekommen sind. Dort waren
 eine ganze Menge junge Menschen in eurem Alter, die mit uns am
 1. Mai demonstriert haben, als die Rechtsradikalen mit Dachlatten
 und Eisenstangen auf unsere Leute zugegangen sind. Das ist klar,
 dass wir als Gewerkschaftler natürlich an der Seite der Leute
 stehen, die sich gegen diese rechte, braune Brut wehren will.
 
 
 Ein dritter Punkt, der mir noch einmal besonders wichtig
 ist: Wir haben in diesem Jahr die Kulturhauptstadt 2010
 ins Ruhrgebiet geholt. Ein Punkt in der Bewerbung war die
 Offenheit, die kulturelle Vielfalt dieses Landesteiles
 Ruhrgebiet. Diese kulturelle Vielfalt, die sehen wir auch
 heute. Weil "kulturell" spielt sich nicht nur in Museen, spielt
 sich nicht nur in Theatern ab. Kultur spiegelt sich auch in der
 Gesellschaft wieder. Wir erleben heute eine große Zustimmung
 unterschiedlicher Kulturen unserer der Stadt.
 
 Wir stehen hier und wir demonstrieren friedlich. Das tut
 gut. Denn wir stehen ein für eine tolerante für eine
 weltoffene, eine bunte Gesellschaft.
 
 Und deshalb ein Letztes, liebe Kollegen, liebe Anwesenden: Ihr
 alle habt die Möglichkeit, euch gegen die braune Brut zur Wehr
 zu setzen. Und zwar am 9. Mai. Diejenigen, die wählen können:
 geht zur Urne, wählt demokratische Parteien und sorgt mit
 dafür, dass die Braunen in diesem Land keine Rolle spielen.
 
 Vielen Dank!
 
 
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 .R.9 Susanne Asche, Thomas Kutschaty, Rolf Fliß, Ismail Soy
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 Gesprächsteilnehmer:
 . - Susanne Asche, stellv. Fraktionsvorsitzende der CDU Essen 
 . - Thomas Kutschaty, SPD-NRW-Landtagsabgeordneter E-Nord
 . - Rolf Fliß, Grüne, Bürgermeister der Stadt Essen
 . - Ismail Soy, Die Linke Essen
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 
 > Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
 > Ich erinnere mich noch sehr gerne an die Bürgerversammlung,
 > die wir hier in Katernberg gemacht hatten, mit der wir diese
 > Aktivitäten hier begründet haben.
 
 > Was ungeheuer schön war an diesem Abend, was mich auch noch
 > einmal stolz auf unsere Stadtteile gemacht hat, war die
 > Breite der Beteiligung. Ich bin dort hingefahren und habe
 > gedacht: "Wenn da 50 Leute kommen, ist das gut - wäre auch
 > schon toll gewesen." - Wir waren 120.
 
 > Wir waren 120: Ich glaube, aus allen Parteien, die es in
 > unseren Stadtteilen gibt, Sportvereinen, Kirchen. Vom
 > Werbering, von - was weiß ich -, von den Gewerkschaften. Es
 > hat sich einfach gezeigt: die gesamte Bevölkerung der
 > Stadtteile will sich nicht von hergelaufenen Rassisten in ihre
 > Zusammenleben spucken lassen.
 
 > Und wir wollen, diese Breite, die wir erreicht haben, auch ein
 > wenig deutlich machen. Wir hatten dort eine politische Breite,
 > die reichte dort von der CDU über die SPD, die Grünen, die
 > Linke bis hin zu meiner Partei, die DKP.
 
 > Wir haben jetzt hier einige Vertreterinnen und Vertreter
 > von den Parteien. Nämlich die Frau Asche von der CDU, den
 > Herrn Kutschaty von der SPD, den Bürgermeister Fliß von den
 > Grünen, und den Ismail Soy von Die Linke.
 
 > Und wir haben jetzt gedacht, wir müssen da einmal etwas
 > anderes machen, wie immer nur Reden. Wir machen das jezt in
 > Form eines Interviews.
 
 > Man sagt ja immer - ich habe ja Stil - "Ladies first". Aber
 > das hängt natürlich auch damit zusammen: Die Frau Asche
 > und mich verbindet durchaus eine relativ lange, nicht immer
 > konfliktfreie Zusammenarbeit. Aber deswegen einmal meine
 > Frage: Frau Asche, ist es nicht schön, dass wir heute so
 > gemeinsam an einem Strick ziehen?
 
 
 Susanne Asche
 
 Also ich denke, ich kann heute ganz froh und stolz sein, hier
 mit dabei zu sein in dieser Runde. Danke an alle, die gekommen
 sind. Danke an alle, die sich hier gemeinsam mit uns wehren gegen
 die Rechtsextremisten, die unsere friedliches Miteinander mit den
 ... hier stören wollen. Und darüber bin ich froh. Da sind wir
 hundertprozentig einig mit dieser Aktion.
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 
 > Dann gebe ich hier erst einmal weiter - ja, jetzt nehmen wir
 > mal den Rolf.
 
 > Rolf, du als grüner Bürgermeister - Mich würde erst einmal
 > interessieren: Warum bist du hier und wie fühlst du dich hier?
 
 
 Rolf Fliß
 
 Warum bin ich hier? Weil Nazis in Essen keine Chance haben und
 weil wir am Mittwoch in der Ratssitzung von allen demokratischen
 Fraktionen einstimmig gesagt haben. "Nazis haben in Essen nichts
 verloren! Wir sind eine tolerante, weltoffene, bunte Stadt für
 alle, egal, welche Hautfarbe und welche Religion sie haben. Und
 das woll wir auch als Kulturhauptstadt unseren Gästen, die von
 nah und weit angereist sind, zeigen - auf sehr eindrückliche und
 laute Art und Weise!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 
 > Thomas, ich denke, man darf beim "Du" bleiben, wenn man
 > gemeinsam demonstriert. Du sitzt ja im Landtag. Was habt ihr
 > vor im Landtag zu tun, um die Zivilcourage zu stärken, um aus
 > diesem Beispiel, was gerade auch Schüler und Schülerinnen
 > unsdemonstrieren: eine Bewegung zu machen, die sagt "Schluss
 > mit dem Rassismus - nicht nur in Katernberg, nicht nur in
 > Essen, in ganz NRW und in unserem ganzen Land"?
 
 Thomas Kutschaty Ich möchte das aufgreifen, was vorhin schon
 kritisiert worden ist, dass bei einigen Schulen leider nicht
 die Gelegenheit gegeben worden ist, für diese Veranstaltung
 zu werben und auch viele Lehrer gebeten wurden, dass das als
 Fehlstunden angerechnet wird.
 
 Wir müssen im Land - wir sind ja für Bildungspolitik zuständig
 - es zum Schwerpunkt machen, dass auch Demokratie eigentlich ein
 Unterrichtsfach wird, dass das verschärft gefordert wird. Es
 darf einfach nicht passieren, dass, wenn man sich hier für eine
 friedliche Demononstration einsetzt, es dann zu einer schulischen
 Benachteiligung kommt. Wir müssen die politische Bildungsarbeit
 stärken in diesem Lande. Es muss Toleranz gelehrt werden. Auch
 im Bildungsbereich, in den Schulen. Das ist eine ganz große
 Aufgabe, die zukünftige Landespolitik hier gewährleisten muss.
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 
 > Ismael, du hast ja selber einen Migrationshintergrund und
 > erlebst aber hier, wie ein Stadtteil zusammensteht gegen
 > Rassismus. Wie wirkt das auf dich?
 
 
 Ismail Soy
 
 Ich möchte erst einmal alle recht herzlich begrüßen und mich
 für euer zahlreiches Erscheinen bedanken. Ich bin natürlich
 stolz darauf, dass es so viel Unterstützung hier gegeben hat. Es
 zeigt sich hier, wie gut und wie schön man hier zusammen und
 friedlich leben kann. Wir dürfen der antidemokratische Partei
 Pro NRW nicht zulassen, hier zu demonstrieren.
 
 Ich muss allerdings auch den Polizeipräsidenten kritisieren: Die
 Demonstrationsfreiheit ist im Grundgesetz festgeschrieben. Wenn
 man es aber Pro NRW, so einer antidemokratischen Partei,
 zuläßt, Unruhe zu stiften, finde ich das nicht in Ordnung. Dass
 dass diese Gruppe hier im Stadtteil das friedliche Zusammenleben
 stört ist, glaube ich, ganz klar.
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
 
 > Vielleicht noch eine letzte Frage an alle. Der Thomas Kutschaty
 > hat das ja schon aufgegriffen. Haltet ihr es für möglich,
 > dass wir eine gemeinsame Initiative starten, dass es in dieser
 > Stadt nicht mehr passiert, dass Schulen letzten Endes die
 > Zivilcourage be- oder verhindern? Sondern dass es in Zukunft so
 > ist, dass Schulen stolz sind, wenn Schülerinnen und Schüler
 > an solch einer Sache teilnehmen wollen?
 
 > Vielleicht zuerst Frau Asche.
 
 
 Susanne Asche
 
 Ich bin mir ganz sicher, dass alle Schulen hier in Essen schon
 seit langem daran arbeiten, das Miteinander der verschiedenen
 Kulturen und Nationen zu pflegen, Freundschaften zu pflegen. Das
 tun die Schulen hier in Essen. Ich weiß das. Wir waren
 uns im Rat alle völlig einig darüber. Ich weiß, dass
 wir jahrelang erfolgreich zusammenarbeiten - auch mit den
 Moscheevereinen. Und ich denke mir, man kann das in eurer
 Form machen, man muss es aber auch tagtäglich im Unterricht,
 in allen ... praktizieren. Und wir möchten es auch auf den
 Schulhöfen und in den Klassen praktizieren: Das Miteinander, die
 Freundschaft und das Zeichen, dass wir alle zusammen genommen
 alle Essener sind, ganz egal, wo wir herkommen, welchen Glaubens
 wir sind und welcher Nationalität.
 
 
 Thomas Kutschaty
 
 Ich denke schon, dass wir uns bemühen müssen ein breites
 Bündnis für mehr Rechte von Schülern herzustellen. Da
 sind wir uns auch einer Meinung auf der Bühne, dass das,
 was hier vorgelegt wird von euch, große Klasse ist. Dies
 muss unterstützt und gefördert werden. Dafür machen wir
 uns stark. Und wenn die Schulen das allein nicht schaffen,
 müssen wir zur Not im Landtag eine gesetzliche Regelung dafür
 hinkriegen.
 
 
 Ismail Soy
 
 Alles fängt mit Bildung an. Ich würde auch sagen, dass so viele
 Schülerinnen und Schüler hier sind, zeigt, wie wichtig und wie
 ernst ihr die Sache nehmt. So musss es auch auch weitergehen,
 weil ihr unsere Zukunft seid.
 
 
 Rolf Fliß
 
 Ich bin stolz, wenn ich so viele junge, engagierte Leute, wie
 euch sehe! Das gibt mir Hoffnung. Und wenn das Wetter besser wird
 und wir alle nach Hause gehen und in unserer Schule und unserer
 Klasse Werbung dafür machen: Dass es sich lohnt, tolerant und
 weltoffen zu sein, dass es richtig ist, den Nazis keine Chance zu
 geben! Und das es richtig ist, am Tag der Wahl - auch am 9. Mai
 bei der Landtagswahl - mit beiden Stimmen - wir haben nämlich
 zwei bei der Landtagswahl - demokratische Parteien zu wählen und
 den Rechten keine Chance zu geben.
 
 Keine Stimme der Pro NRW. Keine Stimme für NPD, für die
 Republikaner. Und deswegen stimmt mit mir ein: Nazis raus! Nazis
 raus!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
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 | Aber wir sollten uns ein bisschen noch unser Luft sparen,
 | bis dieses Pack hier ankommmt. Wir haben vorhin gedacht, wir
 | hätten die Busse von Pro NRW gesehen, aber es war dann doch
 | ein Müllwagen. Wir haben uns da getäuscht.
 
 | Jetzt wollte aber der Wolfgang noch einmal zwei Durchsagen
 | machen.
 
 Wolfgang Freye (Demonstrationsleitung)
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 | Liebe Demonstrationsteilnehmerinnne und Teilnehmer
 
 | Ich habe zwei Informationen für euch:
 
 | Die erste Information ist die: Nicht nur hier in Essen
 | demonstrieren mehrere hundert Leute - Wir sind ja nicht nur
 | hier, sondern auch vor der Moschee sind ein paar hundert Leute,
 | die jetzt an dem Friedensgebet teilnehmen. In Oberhausen haben
 | nur an der Demonstration 500 Leute teilgenommen, gegen Pro
 | NRW demonstriert, als Pro NRW dort auftauchen wollte. Und in
 | Mülheim waren es 200 Leute.
 
 | Ich finde auch, das hat einen großen Applaus verdient.
 
 | Und die zweite Information ist folgende: Euch ist vielleicht
 | aufgefallen, dass seit einiger Zeit der Verkehr da vorne wieder
 | fließt. Das hat einen Grund. Und der Grund ist der, dass zur
 | Zeit Pro NRW nicht im Anmarsch hier ist und keiner richtig
 | weiß, ob die noch kommen oder nicht - auch die Polizei nicht.
 
 | Das ist die gute Nachricht.
 
 | Das Problem ist - die schlechte Nachricht sozusagen - bis
 | 17 Uhr haben die eine Genehmigung bekommen von der Polizei
 | da drüben an der gegenüberliegenden Ecke zu demonstrieren
 | oder ihre Mahnwache abzuhalten. Und es kann sein, dass der
 | Bus irgendwann, kurz vor 17 Uhr sozusagen aus dem Gebüsch
 | kommt, und hier auftaucht. Wir können das im Augenblick nicht
 | sagen. Aber es bestehen durchaus Chancen, dass sie nicht
 | kommen.
 
 | Denn eine Sache hat schon einmal ganz klar geklappt. Das
 | ist auch ein Erfolg der Demonstrationen in den anderen
 | Städten: Dass sie jetzt schon eine gute halbe Stunde zu spät
 | sind. Und das, wo doch Nazis für die deutsche Pünktlichkeit
 | schlechthin stehen! Das kann wohl nicht sein!
 
 | Wir machen jetzt hier aber weiter. Vielen Dank, dass ihr so
 | lange aushaltet!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
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 | Es gibt jetzt auch eine nicht so schöne Nachricht, dass es
 | in Bochum, wo unserer Freunde auch gegen Pro NRW demonstriert
 | haben, es doch zu Auseinandersetzungen gekommen ist und es
 | leider auf Seiten der Antifaschisten auch Verletzte gibt.
 
 | Ich weiß nicht, ob du genaueres weißt, aber es spricht jetzt
 | zu uns als Vertreterin der Vereinigung der Verfolgten des
 | Nazi-Regimes / Bund der Antifaschisten Alice Czyborra.
 
 
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 R.10. Alice Czyborra / VVN/BdA
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 .   Das da hätt’ einmal fast die Welt regiert,
 .   Die Völker wurden seiner Herr.
 .   Jedoch ich wollte,
 .   dass ihr nicht schon triumphiert:
 .   Der Schoß ist fruchtbar noch,
 .   aus dem das kroch.
 
 Bertolt Brecht schrieb diese Zeilen 1955 und sie sind leider
 heute noch aktuell.
 
 Liebe Bürgerinnen und Mitbürger, Liebe Schülerinnen und
 Schüler
 
 Neonazis kleiden sich im Oseberg-Naziladen ein, erscheinen
 in Sweatshirt mit Symbolen, die täuschend denen der
 Hitler-Faschisten gleichen. Die Rassisten von Pro NRW kommen im
 feinen Zwirn daher. Eins ist ihnen aber gemeinsam: Sie betreiben
 Volksverhetzung und Rassenhass.
 
 Pro NRW verknüpft Zuwanderung mit schleichender
 Islamisierung. Diese Demagogen sprechen von drohender
 Machtübernahme durch Muslime, von der Moschee als Hort der
 Verschwörung, dem Moscheebau als Form von Landnahme. Es
 ist nichts anderes als wenn die NPD mit den Losungen
 aufmarschiert: „Deutsche wehrt euch – Gegen Überfremdung,
 Islamisierung und Ausländerkriminalität“. Da die Wortführer
 von Pro NRW ihre frühere politische Heimat in der NPD oder bei
 den Republikanern hatten, ist das überhaupt nicht verwunderlich.
 
 Ich spreche im Namen der Vereinigung der Verfolgten des
 Naziregimes – Bund der Antifaschisten. Die Gründer 1946/1947
 kamen aus der Hölle der Vernichtungslager, hatten überlebt. Sie
 hatten erfahren, wie alles angefangen hat mit Naziaufmärschen
 „Juda verrecke“ und wie es endete: Akribisch geplanten
 und organisierten industriellen Morden in den Gaskammern der
 Vernichtungslager von Auschwitz, Treblinka, Maidanek, Sobibor
 oder Belcek. So etwas hatte es in der Menschheitsgeschichte noch
 nie gegeben. Unter den sechs Millionen Ermordeten waren auch
 Angehörige meiner Familie.
 
 Am 8. Mai vor 65 Jahren wurde Deutschland von der faschistischen
 Herrschaft befreit. Doch wir haben nichts vergessen. Niemals
 wieder Rassismus in unserem Land! So etwas nie wieder zuzulassen,
 hat uns zusammengeführt, gleich welcher Weltanschauung. Ganz
 besonders möchte ich die Schüler der Gustav-Heinemann-Schule
 erwähnen. Ihr habt im Geschichtsunterricht gut aufgepasst
 und eigenen persönlichen Erfahrungen an eurer Schule, in
 der Nachbarschaft mit Mitschülern aus Zuwandererfamilien
 erfahren. Das mag sie bewegt haben, heute mitzumachen, sich gegen
 diese Rassisten und Ausländerfeinde quer zu stellen.
 
 Doch - Ich muss noch etwas sagen: Nicht nur Pro NRW, NPD,
 Freie Nationalisten, hetzen gegen Zuwanderer. Hassverbreitende
 Äußerungen hören wir leider auch von Personen des
 öffentlichen Lebens. Ich zitiere Thilo Sarrazin,
 Vorstandsmitglied der Bundesbank „Ich muss niemanden
 anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt … und
 ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“
 
 In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung - und nicht in einer
 NPD-Zeitung - ist vor wenigen Tagen ein Beitrag vom einem
 Soziologieprofessor Dr. Dr. Gunnar Heinsohn der Universität
 Bremen erschienen: Der schreibt: „Die Kinder von Hartz
 IV-Empfängern sind minderwertig, sie sind dümmer und fauler
 als die Kinder von anderen deutschen Müttern." und "Der Staat
 muss alles dafür tun, das Kinderkriegen der Unterschicht zu
 verhindern, indem man deren Angehörigen die Lebensgrundlage
 entzieht.“
 
 Wer so menschenverachtend redet oder schreibt, zum Hass
 gegen Teile der Bevölkerung aufstachelt, erinnert uns fatal
 an die Zeit von 1933 – 1945, von Zwangssterilisation
 bis zur Vernichtung von so genannten unwerten Lebens. Wer
 solche Worte spricht, liefert der NPD und der Pro NRW
 Steilvorlagen und bestätigt und ermuntert sie geradezu in ihrer
 antiislamistischen, antisemitischen, ausländerfeindlichen,
 rassistischen Hetzkampagne.
 
 In unterschiedlichen Formen protestieren wir heute, morgen und
 übermorgen in vielen Städten des Ruhrgebiets gegen rassistische
 Provokation von Pro NRW. Was längst angefangen hat, können wir
 noch rechtzeitig zu stoppen.
 
 Den Rassisten keine Chance - keine Stimme bei den Landtagswahlen
 am 09. Mai!
 
 
 Patrick Köbele (Diskussionsleitung)
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 | Liebe Freunde,
 
 .... (( Wortprotokoll ist noch unvollständig))
 

Ordner.png Dieser Text wird auch in Dokumentation der Demonstration benutzt. Neben der besseren Lesbarkeit ist er dort auch mit Fotos versehen.


.V. Pressespiegel zur Demonstration am 26.3.2010

Ordner.png Dieser Text wird auch in Pressespiegel der Demonstration benutzt. Dort sind die Artikel besser lesbar dargestellt.



Zeitungsartikel über unsere Veranstaltung
 siehe auch http://www.essen-stellt-sich-quer.de/index.php/Eq:EProNRW/20100326/nach
 
 ----------------------------------------------------
 .Z.1. NRZ-Essen: "Zur Begrüßung ein dreifaches 'Haut ab!'"
 
 .Z.2. WAZ-Essen: "Wir lassen uns keine Angst machen"

 
 .Z.3. WAZ-Viel Gegenwind für ein kleines Häufchen
 
 .Z.4. WAZ-Rechtsradikale demonstrieren vor Moscheen
 
 .Z.5. NRZ-Proteste gegen "Pro NRW" haben begonnen
 
 .Z.6. WAZ-Rote Karte für Rechts
 
 .Z.7. NRZ-Gabriels Reise gegen Rechts
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 ----------------------------------------------------
 .Z.1. NRZ-Essen: "Zur Begrüßung ein dreifaches 'Haut ab!'"
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 NRZ / Essen, Samstag, 27.03.2010
 
 Zur Begrüßung ein dreifaches "Haut ab!"
 
 500 Demonstranten gegen 32 "pro NRW"-Anhänger - es blieb
 friedlich
 
 Jörg Maibaum
 
 Mit deutschen Tugenden haben sie es wohl nicht so. Etwa mit der
 Pünktlichkeit: Mit über einer Stunde Verspätung trafen 32
 Anhänger der rechtspopulistischen Partei "Pro NRW" am gestrigen
 Nachmittag zu ihrer Anti-Minarett-Kundgebung in Katernberg
 ein. Zur Begrüßung gab's ein dreifaches "Haut ab!" aus 500
 Kehlen des Bündnisses gegen Rechts, das einen Steinwurf entfernt
 auf der anderen Straßenseite Position bezog.
 
 Sofort machte sich Unverständnis breit: die wenigen
 megaphon-verzerrten Sprachfetzen der "Pro NRW"-Anhänger kamen
 nicht an. Was nicht in den Pfiffen ihrer Gegner unterging,
 erledigte der Stadtteillärm. Ein paar feuchte Deutschlandfahnen
 flatterten da lustlos vor sich hin, während sich wenige
 pappige Minarett-Verbots-Symbole ins Griesel-Grau des nassen
 Nachmittags reckten. Das war's auch schon. Nach einer halben
 Stunde war der Spuk rechts und links des Polizeiaufgebots
 vorbei: Der Feierabendverkehr ließ die antiislamischen
 Parolen von Rechts links liegen. Die Veranstalter der
 Gegenkundgebung waren angesichts von 500 schietwetter-resistenten
 Unterstützern zufrieden- "das Ruhrgebiet hat heute Geschichte
 geschrieben", meinte Muhammet Balaban, Vorsitzender des
 städtischen Integrationsrates. Und die Hundertschaften atmeten
 durch: Kundgebung als auch Gegenveranstaltung blieben friedlich,
 es gab keine einzige Festnahme.
 
 Es war ein Widerstand des Wartens: Zunächst auf den zur Bühne
 umfunktionierten Lastwagen des Bündnisses, der sich nach
 dem Ende der Auftaktkundgebung am Katernberger Markt auf dem
 Weg zur Zollvereinstraße mit einem Pkw anlegte und es eine
 halbe Stunde dauerte, bis die vielbeschäftigte Polizei den
 Unfall aufnehmen konnte. Dann forderten die Damen und Herren
 von "Pro NRW die Geduld der Demonstranten heraus, da sie sich
 auf dem Weg von Mülheim nach Essen erst einmal verfahren
 hatten, aber nichtsdestotrotz dennoch genug Zeit für einen
 Buletten-Zwischenstopp nach amerikanischer Manier fanden. Was
 wiederum für die linken Protestler ein gefundenes Fressen
 war. Fortan als "Rassismus-Touristen" tituliert zu werden,
 "die sich in den Städten gar nicht auskennen", in denen sie
 versuchten Stimmung zu machen, dürfte "Pro NRW" weniger
 geschmeckt haben als das Mahl beim "Bürger König", dem
 eingedeutschten.
 
 Mit Verspätung
 
 Mit Verspätung trudelte zu guter letzt auch der SPD-Tross mit
 Parteichef Sigmar Gabriel und Landesfraktionschefin Hannelore
 Kraft an der Spitze zum interreligiösen Gebet in der nahen
 Fatih-Moschee an der Schalker Straße ein, die bestens besucht
 war: Rund 500 Menschen, so ein zufriedener Arslan Kaynar als
 Vorsitzender der Moschee-Gemeinde, nahmen sich Zeit für
 den Frieden im Stadtteil - darunter neben Vertretern des
 Stadtrates auch Oberbürgermeister Reinhard Paß.  Sich von
 ein paar Dahergelaufenen einfach bange machen lassen vor
 muslimischen Nachbarn, lässt sich Katernberg nicht, meint Willi
 Overbeck. Auch den Pfarrer in Rente konnte kaum was schrecken,
 selbst der Blick nach oben nicht, seine Durchhalteparole an die
 Demonstranten hieß: "Auch der Regen kann uns nix." Der Segen von
 oben, der kam pünktlich.
 
 Bildunterschrift:
 
 Katernberg stellte sich quer: 500 Menschen demonstrierten gegen
 Rechts. Fotos(2) Julia Hildebrandt
 
 Vor allem junge Menschen protestierten friedlich gegen die
 Stimmungsmache von "Pro NRW"

 
 Großer Aufwand für 32 "Pro NRW"-Anhänger. Foto Buchholz
 
 
 
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 .Z.2. WAZ-Essen: "Wir lassen uns keine Angst machen"
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 WAZ / Essen, Samstag, 27.03.2010
 
 "Wir lassen uns keine Angst machen"
 
 Schulterschluss der Parteien und Kirchen: Friedlicher Protest
 gegen islamfeindliche "Minarett-Mahnwache"
 
 Kai Süselbeck
 
 Katernberg war am gestrigen Freitag der bestbewachte Stadtteil
 Essens. Ein Großaufgebot der Polizei trennte am Nienhausen Busch
 32 Demonstranten der rechtspopulistischen 'Pro NRW' mit ihren
 Minarett-Verbotsschildern von 500 Gegendemonstranten und bewachte
 zudem die Fatih-Moschee, der SPD-Parteichef Sigmar Gabriel einen
 Solidaritätsbesuch abstattete.
 
 "Stellt euch vor, es ist Nazi-Demo - und keiner geht hin",
 witzelten die Gegendemonstranten, als sie den Kundgebungsort
 erreichten. Vom Katernberger Markt aus waren sie zur Ecke
 Zollverein-/Katernberger Straße gezogen - immer dem Abrahamsrad
 hinterher, das den gemeinsamen Ursprung der christlichen,
 jüdischen und muslimischen Religion symbolisiert. Der Runde
 Tisch gegen Rassismus hatte zum Protest aufgerufen, unterstützt
 von den christlichen Kirchen, die auf das im Grundgesetz
 verankerte Recht auf Religionsfreiheit pochen. Die andere
 Straßenseite war für Demonstranten von "Pro NRW" reserviert -
 doch sie blieb noch lange nach dem geplanten Kundgebungsbeginn um
 14 Uhr leer.
 
 Auch einen Steinwurf weiter an der Schalker Straße
 warteten einige hundert Menschen. Nicht auf "Pro NRW",
 sondern auf die SPD-Entourage um Parteichef Gabriel und
 Landtagsfraktionschefin Hannelore Kraft. Sie wollten demonstrativ
 an einem "interreligiösen Friedensgebet" teilnehmen. Das
 allerdings musste ohne die prominenten Gäste beginnen.
 
 Der SPD-Bus rollte mit einer Dreiviertelstunde Verspätung
 vor. Hannelore Kraft blieb der Eintritt über den "Damen-Eingang"

 erspart. Als Gabriel die "Gemeinsamkeit der Demokraten gegen
 Fremdenfeindlichkeit" beschwor, nickte neben Oberbürgermeister
 Reinhard Paß im Publikum auch CDU-Ratsfrau Susanne Asche, die
 zuvor schon bei den Gegendemonstranten im Regen gestanden hatte.
 
 Wenig später allerdings regte sich Unwillen unter den
 Zuhörern, als Gabriels Rede immer weiter Richtung Wahlkampf
 abschweifte. Ein muslimischer Vereinsfunktionär grummelte
 vernehmlich: "Wir sind hier in der Moschee und nicht auf dem
 Marktplatz!"
 
 Die Gegendemonstranten waren zu diesem Zeitpunkt schon wieder
 munter geworden: Die "Pro NRW"-Mahnwachenden waren mit mehr
 als einer Stunde Verspätung eingetroffen, 32 Mann hoch und
 in der technischen Ausstattung hoffnungslos unterlegen. Per
 Lautsprecherwagen überstimmten die linken Redner die einsame
 Flüstertüte von "Pro NRW" und überkübelten sie mit
 Häme: "Haut ab! Ihr habt ja nicht einmal selbst den Weg
 gefunden!"
 
 "Wir lassen uns keine Angst vor unseren muslimischen Nachbarn
 machen", zog der evangelische Pfarrer Willy Overbeck später
 Bilanz. "Wir leben hier seit Jahrzehnten mit ihnen zusammen."

 
 
 Polizeibilanz
 
 Kundgebung ohne Zwischenfälle Die Polizei hat sich zufrieden
 über den Verlauf der Kundgebung in Katernberg geäußert. "Keine
 Zwischenfälle, keine Verletzten, keine Festnahmen", bilanziert
 Polizeisprecher Ulrich Faßbender den Einsatz. Nach einer halben
 Stunde war die für bis zu vier Stunden angesetzte Mahnwache
 von "Pro NRW" beendet. Schon um 15.10 Uhr hatte "Pro NRW" die
 Veranstaltung als "vollen Erfolg" bezeichnet - obwohl sie zu
 diesem Zeitpunkt nicht einmal begonnen hatte.
 
 Bildunterschrift:
 
 Bunter Protest gegen "Pro NRW" in Katernberg Fotos(2) Walter
 Buchholz
 
 Die Polizei, hier in gelbem Regenschutz, stellte die größte
 Fraktion.
 
 
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 .Z.3. WAZ-Viel Gegenwind für ein kleines Häufchen
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 WAZ / Rhein-Ruhr, Rubrik Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit,
 Samstag, 27.03.2010
 
 Viel Gegenwind für ein kleines Häufchens
 
 39 Rechtsradikale treffen auf Hunderte von Gegendemonstranten. Am
 Wochenende werden es weitaus mehr sein - auf beiden Seiten
 
 Hubert Wolf
 
 Ruhrgebiet. Wären da nicht so viele Polizisten, so viele
 Journalisten und Gegendemonstranten, man würde die
 Demonstranten von "Pro NRW" kaum bemerken. Ein durchnässtes
 Häuflein, 39 Leute mit einer Handvoll Deutschland-Fahnen und
 Moschee-Verbotsschildern, so stehen sie in der Horster Straße
 in Gelsenkirchen und demonstrieren gegen eine angebliche
 Islamisierung dieses Landes - dieselben 39, die zwei Stunden
 zuvor in Herten demonstrierten.
 
 200 Meter die Straße herunter: vielleicht 300
 Gegendemonstranten, viele linke Gruppen, Widerstandsveteranen,
 junge Türken auch darunter, die heute ihren witzigen Tag haben
 - als ein anderer Südländer hinzu tritt, rufen sie gut gelaunt
 "Libanesen raus".
 
 So oder ähnlich war das am Freitag in sechs Ruhrgebietsstädten,
 Auftakt zu dem, was "Pro NRW" ein "islamkritisches
 Aktionswochenende" nennt. Die unter Rechtsextremismusverdacht
 stehende Gruppe wird am Sonntag an der Mustermoschee in
 Duisburg Marxloh demonstrieren ("Abendland in Christenhand")
 und tut damit etwas für die Bekanntheit sechs Wochen vor der
 Landtagswahl. Zugleich sorgt die Ankündigung dafür, dass
 Marxloh an diesem Sonntag nicht die Welt ist.
 
 Denn neben diesem Aufmarsch gibt es noch einen der NPD zu
 derselben Moschee. Mit Blockaden, Menschenketten und elf
 angemeldeten Gegendemonstrationen wollen die Organisatoren
 "Marxloher Bündnis" und "Duisburg stellt sich quer" beide
 Aufmärsche verhindern. Wieviel Menschen dazu kommen, ist völlig
 unklar: "5000 oder 10 000 oder 20 0000, wir wissen es nicht",
 sagt der Arzt Michael Lefknecht vom Bündnis.
 
 Fest steht aber, dass allein in Marxloh 2 200 Polizisten
 sein werden, um die rivalisierenden Rechten, die friedlichen
 Gegendemonstranten und die gewaltbereiten Linksautonomen
 auseinanderzuhalten, mit denen man auch rechnen darf.
 
 Die Polizei muss schon am Samstag einschlägig aktiv sein: Vor
 dem Duisburger Hauptbahnhof ist eine weitere NPD-Demo
 angekündigt, eine Gegendemonstration auch; und in Schloss
 Horst in Gelsenkirchen trifft sich "pro NRW" zu einem
 Parteitag. Vermutlich wieder dieselben 39 Leute. Auch hier ist
 mit Blockaden zu rechnen.
 
 
 
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 .Z.4. WAZ-Rechtsradikale demonstrieren vor Moscheen
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 WAZ, Samstag, 27.03.2010
 
 Rechtsradikale demonstrieren vor Moscheen
 
 
 Essen. Mehrere Tausend Menschen haben am Freitag gegen die
 islam-feindlichen Kundgebungen der rechten Partei "Pro NRW" vor
 Moscheen im Ruhrgebiet demonstriert. Am Samstag plant die Gruppe
 in Gelsenkirchen einen Kongress für ein Minarett-Verbot. Für
 Sonntag hat "Pro NRW" einen "Sternmarsch" zur Moschee in
 Duisburg-Marxloh angekündigt. Auch Gegendemonstrationen sind
 angemeldet. Die Kirchen hatten sich in Aufrufen gegen die
 rechtsradikalen Aktionen gewandt.
 
 
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 .Z.5. NRZ-Proteste gegen "Pro NRW" haben begonnen
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 NRZ, Samstag, 27.03.2010
 
 Proteste gegen "Pro NRW" haben begonnen
 
 
 Oberhausen. Im Ruhrgebiet haben gestern die Proteste gegen
 Aktionen der rechtspopulistischen Organisationn "Pro NRW"

 begonnen. Dazu hatten Bündnisse von Parteien, Gewerkschaften
 und Kirchen Bürgerfeste und zahlreiche andere Kundgebungen
 organisiert. In Mülheim und Oberhausen feierten die Bündnisse
 gemeinsam mit islamischen Gemeinden Feste, um Zeichen gegen
 Fremdenfeindlichkeit zu setzen. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte in
 Oberhausen eine Unterstützungstour von Moscheen im Ruhrgebiet
 gestartet. Für Sonntag hat "Pro NRW" einen Sternmarsch zur
 Duisburger Merkez-Moschee angekündigt.
 
 
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 .Z.6. WAZ-Rote Karte für Rechts
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 WAZ / Rhein-Ruhr, Rubrik Aktionen gegen Fremdenfeindlichkeit,
 Samstag, 27.03.2010
 
 Rote Karte für Rechts
 
 SPD-Chef Sigmar Gabriel besucht fünf Moscheen im Ruhrgebiet und
 fordert ein Bundestagswahlrecht für Ausländer
 
 Tobias Bolsmann
 
 Ruhrgebiet. SPD-Parteichef Sigmar Gabriel war in einem seiner
 zahlreichen früheren Leben Deutschlehrer. Gestern entschied er
 sich spontan, in diese Vergangenheit - zumindest für eine Stunde
 - zurückzukehren. Er werde Türken in der deutschen Sprache
 unterrichten, versprach er in Oberhausen.
 
 Um im Vorfeld der fürs Wochenende angekündigten Aktionen von
 "pro NRW" ein Zeichen zu setzen und "den Rechten die Rote Karte
 zu zeigen", kreuzte Gabriel durchs Ruhrgebiet und steuerte mit
 prominenter Unterstützung von Schauspielerin Renan Demirkan und
 Rockstar Peter Maffay fünf Moscheen an.
 
 Selbstverständlich kommt der SPD-Bundesvorsitzende mit
 der Rundreise auch der wahlkämpfenden Hannelore Kraft zu
 Hilfe. Gabriel hat den Leitspruch "Wer sich kümmert, bekommt
 Stimmen" verinnerlicht.  "Ich kann die ständige Einmischung aus
 der Türkei nicht mehr haben"
 
 Der erhält besondere Bedeutung, wenn man weiß, dass eine
 Mehrheit der wahlberechtigten Migranten die Sozialdemokraten
 bevorzugt. Und angesichts der Fernsehkameras ließ er sich
 in Essen sogar zu einem Seitenhieb gegen Ministerpräsident
 Jürgen Rüttgers hinreißen. Doch angesichts des Treibens von
 "pro NRW" betont er: "Heute ist Wahlkampf für die Demokratie
 und gegen Fremdenfeindlichkeit. Man darf die Bekloppten nicht
 überschätzen, aber auch nicht unterschätzen." Und an die
 Adresse der Migranten: "Es reicht nicht, nur miteinander klar zu
 kommen, wir brauchen Sie."

 
 Bei den türkischen Gastgebern stießen die klaren Worte auf
 große Genugtuung. "Wir nehmen die Gefahr für das friedliche
 Zusammenleben ernst, doch wenn die Politik uns ihre Hände
 reicht, haben wir keine Bedenken, so Rafet Öztürk, Oberhausener
 Vertreter des türkischen Moschee-Verbands Ditib. Man habe 40
 Jahre lang nicht wahrgenommen, dass der Islam Teil des deutschen
 Lebens ist. Doch in den Gesprächen abseits der offiziellen
 Nettigkeiten, die Gabriel unter anderem einen Koran in deutscher
 Übersetzung bescherten, offenbarten sich viele ungeklärte
 Fragen, wie eine Integration In Zukunft ausgestaltet werden soll.
 
 Die Forderung des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan nach
 türkischen Gymnasien in Deutschland war das wenig hilfreich
 und stößt in den Moscheen auf Ablehnung. "Zuerst gehören
 wir zu Deutschland mit allen Rechten und Pflichten. Wir sind
 gegen ein Gymnasium in türkischer Sprache", heißt es von
 den Gemeindevertretern. Gabriel selbst kann sich Türkisch
 als Wahlfremdsprache vorstellen. Das böte riesige Chancen
 im Berufsleben, die Türkei werde als Wirtschaftspartner
 immer wichtiger. Vural Öger, Reiseunternehmer und von 2004
 bis 2009 für die SPD im Europaparlament, fand zu Erdogans
 Vorschlag deutliche Worte: "Ich kann die ständige Einmischung
 aus der Türkei nicht mehr haben. Wir müssen deutsche
 Staatsbürger werden mit einem großen türkischen Herzen."  In
 Gelsenkirchen wird Gabriel mit der Frage nach den entsprechenden
 Rechten konfrontiert: dem Wahlrecht. Er antwortet mit einem
 weitreichenden Vorschlag. Wer zehn Jahre in Deutschland lebe,
 müsse auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit das Wahlrecht
 haben. Nicht nur, um den Oberbürgermeister zu wählen, dies
 gelte auch für die Bundestagswahl. Schweden sei in dieser
 Hinsicht vorbildlich. Gabriel: "Wahlrecht ist ein Menschenrecht."
 Bildunterschrift:  Vural Öger, Veli Firtina (DITIB), Sigamra
 Gabriel undd Schauspielerin Renan Demirkan (v.l.) diskutierten
 lebhaft über die unterschiedlichen Religionen. Der SPD-Chef
 überraschte dabei mit seinen detailreichen Korankenntnissen.
 
 
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 .Z.7. NRZ-Gabriels Reise gegen Rechts
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 NRZ, Rubrik Die Seite Drei, Samstag, 27.03.2010
 
 Gabriels Reise gegen Rechts
 
 Zwischen Solidarität und Wahlkampf: SPD-Chef fuhr mit dem Bus
 und prominenten Mitstreitern zu den Moscheen der Region
 
 Matthias Maruhn
 
 Oberhausen. Angela ist 17, Schülerin und gerade
 etwas ausgelassen: "Der Dicke hat mir echt die Hand
 geschüttelt." Gleich bemerkt sie ihre kleine Respektlosigkeit
 und sagt schnell: "Na, ich meine den Politiker da drüben. Den
 Gabriel. Der ist ja aus demselben Grund hier wie wir. Der will
 auch etwas gegen die Ausländerfeindlichkeit tun."

 
 Angela ist mit ihrer gesamten Klasse zur Haci Bayram Moschee nach
 Oberhausen gekommen: "Bei uns im Unterricht sitzen Tunesier,
 Roma, Serben, Italiener, Türken und Deutsche nebeneinander. Bei
 uns klappt's doch auch."
 
 Um die Moschee herum ist trotz des Nieselregens ein bisschen
 Volksfest. Die türkische Gemeinde hat Tee gekocht, dazu gibt's
 Sarma, gefüllte Weinblätter, und Mercemek Corba, eine rote
 Linsensuppe. Vor dem Haus erklingt auf einer kleinen Bühne
 Gitarrenmusik. Hotte aus Marxloh greift in die Saiten und singt
 "Nazis raus aus dieser Stadt." Er ist textsicher. "Na ja, das
 haben wir ja schon vor 35 Jahren singen müssen. Leider. Ist aber
 immer noch gut zum Warmmachen."
 
 "Eine Tarnorganisation"
 
 Sigmar Gabriel sitzt inzwischen wieder im SPD-Bus und fährt zur
 nächsten Moschee. Gelsenkirchen, Mühlheim, Essen und Bochum
 stehen noch auf der Route. Ein Signal soll gesetzt werden gegen
 die Aktionen von "Pro NRW". Gabriel wird da ganz giftig: "Das ist
 eine Tarnorganisation der Rechten. die haben gemerkt, dass sie
 mit Springerstiefeln und Glatzen bei der großen Mehrheit nicht
 gut ankommen. Jetzt versuchen sie es als Bürgerbewegung".
 
 Das einfachste Gegenmittel hat der SPD-Chef auch in
 petto: Wählen gehen. "Wenn viele Leute ihre Stimme abgeben, dann
 haben die keine Chance. Ich sage sogar: Lieber die CDU als gar
 nicht wählen. Besser ist selbstverständlich das Kreuz bei der
 SPD."

 
 Sigmar Gabriel hat eine gar nicht so bekannte, aber sehr private
 Nähe zum Thema. "Meine Ex-Frau stammt aus der Türkei. Von ihr
 weiß ich viel über die Probleme der türkischen Familien. Ein
 Beispiel: Als mein Schwiegervater nach Deutschland kam, haben die
 Nachbarn getuschelt, auch über angebliche Drogen, das führte
 tatsächlich zu einer Hausdurchsuchung der Polizei. Das zeigt,
 wie schwer Vorurteile den Menschen das Leben machen kann." Seit
 2002 ist die Ehe geschieden. "Wir verstehen uns aber gut. Ich
 rufe Munise auch an und berate mich mit ihr, wenn es um diese
 Themen geht."
 
 Für die Tour hat sich Gabriel eine Schar prominenter
 Mitreisender ausgesucht: Hannelore Kraft natürlich, die
 Kandidatin seiner SPD für NRW. Dazu Ranan Demirkan, Autorin und
 einstiger Tatort-Star. Sie kennt die Problematik bestens von
 innen. Als Kind nach Deutschland gekommen, verdankt sie viel
 ihrem Vater. "Er hat mit uns immer Deutsch geredet. Das ist auch
 meine Bitte an die Eltern: Lasst die Kinder nicht allein. Sie
 müssen die Sprache lernen. Und dann Türkisch. Und Englisch."
 
 Regen stoppt "Bella Ciao"
 
 Peter Maffay stößt in Mühlheim zum Trupp. "Ich bin ja auch
 von draußen", sagt er, meint Rumänien und erklärt damit
 auch sein Engagement. "Ich wuchs unter Ceaucsescu auf, ich
 weiß, was Diskriminierung bedeutet. Deshalb bin ich auch froh,
 dass so wenige von denen gekommen sind." Etwa 30 Demonstranten
 hatten sich in Mülheim hinter dem Sperrgitter der Polizei
 versammelt. "Es sind wahrscheinlich mehr, die so denken, aber die
 Mehrheit, so glaube ich, will friedlich zusammenleben."

 
 Auch in Gelsenkirchen ist die Gruppe von Pro NRW
 übersichtlich. Ein gutes Dutzend steht vor dem Rewe-Markt und
 hält Plakate mit einer durchgestrichenen Moschee hoch. Der
 SPD-Bus rauscht vorbei. Gabriel hat nicht aus dem Fenster
 geguckt. 200 Meter weiter zeigen Jusos und Falken Flagge. Ein
 Chor unter Schirmen singt von den "Moorsoldaten" und dann so
 lange "Bella Ciao", bis der Regen die Box verstummen lässt.
 
 Ganz vorne auf dem Bürgersteig vor dem Durchgang zur Moschee
 steht Marianne Konze. Sie ist 81, hat sich den Schirm in die
 Armbeuge gehängt, um ein kleines Plakat fest vor dem Oberkörper
 zu halten. "No Nazis" steht auf dem Plakat. Und Marianne
 Konze erklärt: "Mein ganzes Leben habe ich gegen Intoleranz
 gekämpft.Mein Vater ist 1934 von den Nazis verhaftet worden. Ich
 habe auch erlebt, wie gegen die Polen Stimmung gemacht wurde. Als
 Polacken wurden sie beschimpft. ich will das alles nicht noch
 mal. Ich weiß also sehr genau, warum ich hier stehe"
 
 
 HINTERGRUND
 
 Vortrag erhitzt die Gemüter
 
 Ein islamkritischer Vortrag des Pro-NRW-Mitglieds Dr. Christoph
 Heger bei der Senioren Union erhitzte kürzlich in Moers
 die politischen Gemüter. Hintergrund: Amar Azzoug,
 Vorsitzender des "Bunten Tisches" hält den Vortrag für eine
 Beleidigung aller in Moers lebenden Muslime und fordert eine
 öffentliche Entschuldigung. Von Hegers Parteizugehörigkeit
 und somit auch dessen politischer Einstellung will der
 Senioren Union-Vorsitzende Wolfgang Hemkens indes nichts
 gewusst haben. "Er wurde uns von einem katholischen Pfarrer
 empfohlen."  Dem widersprach Heger schriftlich: "Der Vorsitzende
 der Moerser Senioren Union, Wolfgang Hemkens, hat mich
 persönlich eingeladen, wobei ich ihn ausdrücklich über meine
 islamkritische Arbeit im Rahmen der Bürgerbewegung pro NRW
 informiert habe. Hemkens Antwort darauf: Dies sei kein Problem
 für ihn (...)". Es erstaune ihn, dass Hemkens plötzlich unter
 politischen Gedächtnisschwund leidet".
 
 Bildunterschrift:
 
 "Ich bin ja auch von draußen..." Peter Maffay unterstützt
 in der Fatih-Moschee in Mülheim Sigmar Gabriel, der ihm
 lauscht. Foto Marc Albers
 
 Hannelore Kraft stieß in Mülheim zur Tour gegen Rechts
 
 "Bei uns klappt's doch auch." Schüler in Oberhausen
 

Ordner.png Dieser Text wird auch in Pressespiegel der Demonstration benutzt. Dort sind die Artikel besser lesbar dargestellt.


.XXIX. Blick hinter die Kulisse und Korrekturen

Es lohnt sich noch später auf http://www.essen-stellt-sich-quer.de nachzuschauen, weil noch nicht alle Reden abgetippt sind.

In dieser Rubrik BLICK HINTER DIE KULISSE & KORREKTUREN werden wir auch künftig über die Widrigkeiten des Rundbriefschreibens, und die Fehler, die uns dabei passieren, berichten.


.XXX. Zum Inhalt dieses Info-Briefes

Der Inhalt dieser Info-Briefe von Essen-stellt-sich-quer

ist nicht immer mit den Teilnehmern des "Runden Tisches für Menschenrechte" abgestimmt. Er soll zügig über Ergebnisse des Runden Tisches und seiner Arbeitsgruppen berichten, weitere Materialien dokumentieren, aber auch zeitkritische Informationen schnell verbreiten. Beim Zusammenführen und Darstellen der vielen Informationen sind Fehler nicht immer zu vermeiden. Bitte haben Sie Verständnis dafür und korrigieren Sie uns! Der Widerstand gegen die NeoNazis kann nicht bunt genug sein, denn es gibt viele Gründe sich gegen Rechtsextremismus zu wenden. Der Runde Tisch möchte ein möglichst breites und umfassendes Forum sein, wo Entscheidungen im Konsens getroffen werden. Das soll andere nicht davon abhalten, eigene Aktivitäten zu entwickeln. Wir wünschen uns durchaus Aktionen über den Runden Tisch hinaus. - Selbst wenn im Runden Tisch kein Konsens erreicht werden kann, dokumentieren wir gerne, worüber wir informiert werden.


Unsere Kontaktadresse, das Anti-Rassismus-Telefon, ist umgezogen:
von der Maxstr. 11 zur Friedrich-Ebert-Str. 30, 45127 Essen
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