Aus Essen stellt sich quer

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.IX.Doku: NRZ vom 10.12.(heute)

NRZ Essen, 10.12.2007, Titelseite, Text mit Foto
Essen Für mehr Toleranz. 800 Essener gingen auf die Straße, um der NPD-Demo gegen die geplante Moschee entgegen zu treten.

NRZ Essen, 10.12.2007, Lokalseite 1, Text mit Foto

800 Essener forderten mehr Toleranz

Rund 800 Menschen folgten dem Aufruf des Bündnisses "Essen stellt sich quer": Mit Trillerpfeifen und Transparenten machten sie am Westbahnhof in Sichtweite der NPD-Demo deutlich, dass Neonazis nicht erwünscht sind in der Stadt. (NRZ-Foto: uvb)

Friedlich gingen am Samstag zwei Demos in Frohnhausen und Altendorf zu Ende: Das Bündnis "Essen stellt sich quer" mobilisierte 800 Menschen gegen den Aufmarsch von 250 Anhängern der NPD, die gegen die geplante Moschee am S-Bahnhof Frohnhausen mobil machte. 15 Neonazis wurden im Vorfeld ausgeschlossen: Sie waren zu betrunken. Die Polizei nahm vier Rechte fest, die Waffen trugen oder sich vermummten. 29 jugendliche erlebten die Gegendemo nicht, weil sie mit Feuerwerkskörpern schmissen. Zwei Teilnehmer aus dem linken Spektrum wurden vorläufig festgenommen. Sie hatten jeweils ein Ei und einen Stein geworfen. - LOKALSEITE 3

NRZ Essen, 10.12.2007, Lokalseite 3

(Foto 1: Anwohner und NPD-Demo) Die meisten Frohnhauser nahmen den NPD-Aufmarsch gegen die geplante Ditib-Moschee interessiert-gelassen hin, nur vereinzelt waren "Nazis raus"-Rufe zu vernehmen. (NRZ-Fotos: Ulrich von Born)

(Foto 2: Anwohner und Polizei) Hier und dort forderten Polizisten türkische Anwohner auf, die Straße zu verlassen.


Ein Stadtteil im Belagerungszustand

DEMOS. Organisatoren der Gegenkundgebung zogen gestern eine zufriedene Bilanz, übten jedoch heftige Kritik an der Polizei.

Fortsetzung von Seite 1

Konstantin Weckers "Sage nein" und Udo Lindenbergs "Bunte Republik Deutschland" dröhnten aus den Lautsprechern, als der Demonstrationszug am Bahnhof West zur Zwischenkundgebung Station machte. Die rund 800 Teilnehmer, die dem Aufruf des "Runden Tisches für Menschenrechte" folgten, waren früher auf den Beinen als die Anhänger der NPD: Bereits um 10.30 Uhr versammelten sie sich vor der Christuskirche in Altendorf, um Richtung Frohnhausen aufzubrechen, während sich der Aufmarsch der Rechten verzögerte. Gewissenhaft' wurden diese in einem Zelt auf dem Park & Ride-Platz am S-Bahnhof Frohnhausen gefilzt. Die Polizei, die an diesem Tag mit mindestens 1000 Kräften im 'Einsatz gewesen sein dürfte, untersuchte selbst die fahrbare Gulasch-Kanone in Gestalt eines Autoanhängers auf unerlaubte Mitbringsel. So mussten die Gegen-Demonstranten länger als gedacht am Bahnhof Essen-West ausharren, um lautstark auf die Rechten pfeifen zu können, die anschließend um kurz vor 16 Uhr am S-Bahnhof Frohnhausen von der Polizei in die Züge gelotst wurden.

Gestern zeigten sich die Organisatoren vom Runden Tisch für Menschenrechte "ausgesprochen zufrieden" mit den Aktionen gegen den NPD-Aufmarsch und den Veranstaltungen des Stadtteilprojektes Altendorf am Abend vor und im Anschluss an die Demonstrationen. Am Freitag kamen rund 200 Menschen in der Christuskirche an der Röntgenstrage zusammen, um mit einem christlich-muslimischen Feierabend zu zeigen, dass friedliches und respektvolles Miteinander im Essener Westen gut tun kann. Am Samstagnachmittag informierten Vertreter des Ditib-Moscheevereins, der beiden christlichen Kirchen und Mitarbeiter des Stadtteilprojektes auf vier Plätzen im Stadtteil rund 100 interressierte Bürger über den Umzug und den Umbau der Moschee in Altendorf. Diese Aktionen "haben genau das Gegenteil von dem bewirkt, was die NPD mit ihrer Hetze erreichen wollte", sagte Reiner Sonntag vorn Anti-Rassismus Telefon, während Ditib-Sprecher Mikail Selek einen hohen Informationsbedarf bei den Besuchern feststellte: "Über 20 Jahre Arbeit im Stadtteil sind nicht bei den Bürgern angekommen." Selek kündigte an, dass Ditib für mehr Transparenz sorgen werde, die sich auch in der geplanten Moschee im ehemaligen BöhmerSchuhlager widerspiegeln solle. Der Bau werde mit viel Glas gestaltet, sei nicht nur Treffpunkt für Senioren und jugendliche, sondern auch Anlaufstelle für Interessierte.

Heftige Kritik übten die Organisatoren der Gegendemo gestern an der Taktik der Polizei, da "die NPD im Herzen des Stadtteils Frohnhausen" demonstrieren durfte. So zogen die Rechten direkt am Gervinusplatz vorbei, obwohl dort der Weihnachtsmarkt der Bürgerschaft stattfand. Der Verein, hieß es gestern, blieb so auf einem großen Teil der Nikolaus-Geschenke sitzen, weil viele Frohnhauser Familien Angst hatten, mit ihren Kindern dorthin zu gehen. Auch die Alfred-Krupp-Schule hatte ihren lange geplanten Tag der offenen Tür abgesagt. Für Wolfgang Freye vom Runden Tisch ist es "ein Skandal, dass ein ganzer Stadtteil in Belagerungszustand versetzt" werde. Es müsse nun in dieser Stadt diskutiert werden, warum Polizeipräsidentin Stephania Fischer-Weinsziehr die langjährige Essener Linie ihres Vorgängers verlassen habe: "Herbert Schenkelberg hatte stets dafür gesorgt, dass Naziaufmärsche in weniger belebten Gebieten stattfanden", stellte Freye fest. Die politische Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus müsse intensiver werden. Denn bei dem NPD-Aufmarsch mit 250 Teilnehmern habe es sich um den größten in Essen seit Jahrzehnten gehandelt. (ch/j.rn.)


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